Yamaha Reface YC

Kompakte elektrische Orgel

  • mit AWM-Klangerzeugung (Organ Flutes)
  • 37 HQ Mini-Action Tasten
  • 128-stimmig Polyphon
  • 5 Orgel Modelle
  • Leslie-Simulation
  • 2 Effekte: Distortion & Reverb
  • 9 Zugriegel-Slider (Drawbars)
  • Percussion 4' und 2 2/3', mit einstellbarer Länge
  • Vibrato und Chorus mit einstellbarer Intensität
  • 2 Line-Ausgänge: 6.3 mm Klinke unsymmetrisch
  • Aux-Eingang: 3.5 mm Miniklinke Stereo
  • Kopfhörerausgang: 3.5 mm Miniklinke Stereo
  • USB
  • Fußpedal-Eingang
  • MIDI In/Out (mini-DIN)
  • Netzteil-Anschluss
  • 2 integrierte Lautsprecher
  • Maße (B x H x T): 530 x 60 x 175 mm
  • Gewicht: 1.9 kg
  • inkl. Netzteil, MIDI-Breakout-Kabel und Bedienungsanleitung
  • Stromversorgung über Batterien möglich (nicht im Lieferumfang enthalten)
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Soundbeispiele

 
0:00
  • Organ 1
  • Organ 2
  • Organ 3
  • Organ 4
  • Organ 5

Weitere Infos

Anzahl der Tasten 37
Anschlagdynamik Nein
Aftertouch Nein
Keyboard Split Nein
Modulation Wheel Nein
Anzahl der Stimmen 128
Tonerzeugung Modeling
MIDI Schnittstelle 1x In, 1x Out
Speichermedium Keine
USB Anschluss Ja
Effekte Multieffektprozessor
Arpeggiator Nein
Anzahl der analogen Ausgänge 2
Digitalausgang Nein
Display Nein

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21 Kundenbewertungen
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4.7 / 5.0
  • Bedienung
  • Features
  • Sound
  • Verarbeitung
16 Textbewertungen Alle Bewertungen lesen
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Verarbeitung

Orgiastisch

Eibensang, 21.08.2018
Lange zögerte ich mit der Anschaffung: Die Rezensionen aus dem Erscheinungsjahr lasen sich durchwachsen. Besonders die Königsdisziplin stand in der Kritik: Das nahezu rucksacktaugliche Kleinteil reiche klanglich doch nicht an eine Hammond B3 heran. Schon richtig: Eine Badewanne ersetzt nicht so ganz die Meeresbrandung. Aber, möchte ich hinzufügen, eine Badewanne ist, um im Vergleich zu bleiben, verdammt nochmal besser als ein Wasserglas oder keins. Und nachdem ich (Sänger, Gitarrist, Heimstudio-Songbastler) mich mal wieder taubgescrollt hatte an irgendwelchen PlugIns, um unter hundert pophistorisch assoziationsreich betitelten Orgelsounds den gerade passenden zu vermissen, gab ich mir den Ruck und wagte den Griff zur Miniatur-Hardware.

Das äußerliche Spielzeug pfiff mir subito die Spucke weg.

Denn zweitens - was nicht die Hauptsache ist für mich, aber umso nachhaltiger begeistert - hat das (und damit: jedes) Reface von Yamaha die mit Abstand bestbefingerbaren Minitasten, die bislang je einem Kleinkeyboard verpasst worden sind. Dagegen fühlen sich andere Zwergtastaturen (von MicroKorg über Akai MPK Mini bis Arturia MicroBrute) an, als wären sie auf Kaugummi geklebt. Womit sich Sounds erfummeln lassen mögen. Die Reface-Tastaturen hingegen verführen zum Spielen: was ich absolut musikalisch meine.

Erstens jedoch (in erster Linie, will ich sagen) klingt das Ding Hölle - oder Himmel, und das mittels intuitivem Regelzug. Es eröffnen sich sofort Dimensionen. Prädikat: geil! So schnell! So leicht! So schweineschmier-sahneschwell-flutschig, so dröhneschön trocken, so himmelhoch gospel, so nachhallig traumschwer - von cheesy-dünn schillernd bis Breitwand-Karacho im (mit geschlossenen Augen) erstaunlich groß halluzinierbaren Kino. Für den ganz dreckigen Blues reicht die Onboard-Zerre (alleine und für sich) nicht. Aber sie reicht schon recht weit.

Einwurf/Disclaimer/Rechtfertigung: Yep, ich weiß, wie eine B3 live donnert, dröhnt, umfängt, verzaubert und umhaut. Ich war auch schon am Meer und darin. Unvergleichlich beides! Gebt mir eine B3 mit einem Schrank voller rotierender Lautsprecher und vier Roadies als Möbelpacker; dazu zwei allseits bereite Techniker bitte auch, die das Ding jederzeit reparieren... und den Kleinbus fahren, der dem schon vollgepackten Bandbus folgt - dann sattle ich um. Genauer: Ich erwöge es vielleicht. Wenn ich Organist wäre. Ich bin aber nur ein Songbastler, der seine Gitarrenriffs oder sonstigen Arrangements ab und zu mit einem Schuss Schweineorgel andickt oder einen Schweinetext mal PSP (pseudo-sakralpathetisch) unterlegen mag. Oder einer, der einen ganz bestimmten Orgelsound braucht, im Backing meist, aber das bitte sofort und ohne endloses Gesuche und Gefummel.

Genau dafür habe ich mit der YC-Zwergin, deren Halbmetertorso bequem in eine Pedalboardtasche passt, endlich die goldrichtige Mitnehm-Orgel, die sich sogar im nicht allzu überfüllten Bahnabteil übers Knie legen ließ. Nicht nur als Ideenschleuder: Das Ding rockt mein Studio. Statt in Menüs und Untermenüs tauche ich in Träume: die sofort klingen, und zwar so, wie ich jeweils will und brauche. Direkt am Instrument den Sound heranzuziehen, rasch und intuitiv erfühlt, belässt die Konzentration im musikalischen Geschehen und beflügelt den Schaffensfluss. Und was dabei herauskommt, ist hin- und mitreißend.

Nein, es ist bestimmt keine Wucht für Profiorganist*innen , und auf der Bühne käme ich mir damit vor wie ein Rodeo-Poser auf einem Schaukelpferd. Aber beim Aufnehmen und Abmixen, hinter oder unter den Riffs meiner Telecaster oder meiner Gibson - und zwischen den Zeilen meiner Vocals - wogen, schwellen und schillern die Orgelparts doch plötzlich irgendwie nach Meer, äh, mehr (natürlich nur). Ein dreckiges kleines schweinebisschen. Inklusive Leslie-Anmutung. Macht einfach saumäßig Spaß! Auch beim Hören: hinterher. Es klingt viel größer, als es ist. Und es ist: ein kleines, feines, hervorragend verarbeitetes und gut durchdachtes Musikinstrument mit, möchte ich mal so sagen, durchaus orgiastischem Aroma.
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Schicke Idee - aber mit einigen Abstrichen

Georg63, 03.11.2016
Nachdem ich das Reface CP und danach das CS gekauft hatte, weil ich von beiden sehr überzeugt bin, wollte ich das Handgepäck mit der YC erweitern. Alle Drei hatte ich auf der Superbooth 2016 bereits angespielt die YC fiel da bereits schon etwas ab. Nun muß ich erwähnen, daß ich - was Orgeln anbetrifft - besonders hinhöre , weil mich schon sehr lange mit diesem Thema beschäftige.

Was will ich denn haben ? Auf der YC befindet sich ein Drehschalter , der in der ersten Stellung "H" heisst. Nun kann man sagen, in einen Vergleich mit der Firma "H" wollte Yamaha nie treten, aber dann wären ja auch Bedienelemente wie 9 Zugriegeln, Vibrato/Chorus Schalter, Percussion mit 2nd und 3rd Umschaltung sowie eine Leslie Imitation überflüssig. Ich möchte auch keinen Verfleich mit dem Original - nur mit Orgeln, die bereits imitieren. Natürlich war das "H" hier Vorbild und auch alle Comborgeln wie "F", "V" , "A" oder "Y" orientieren sich daran. In der 60er Jahren sollten sie ja eine portable und erschwingliche Lösung zum Vorbild "H" sein. Die erste akzeptable Portabellösung mit vertretbarem Sound war für mich die VK8-M von Roland. Die wichtigsten Dinge wie Vibrato/Chorus und die Leslie Imitation waren recht gut gelöst. Das war vor 15 Jahren ! Es sollte aber Mindeststandard bleiben - und nun komme ich zur YC.

Einzelne Fußlagen klingen normal, aber in Akkorden gespielt recht piepsig. Nun sollte normalerweise mit dem Leslie etwas Optimierung erreicht werden - das geht im SLOW garnicht - der Effekt klingt extrem künstlich und vordergründig wie ein billiger Chorus. Der FAST Modus rettet ja oft etwas, aber hier kann er die Schwächen auch nicht komplett ausbügeln. Das Problem aller virtuellen Orgeln sind bekanntlich die Höhen. Man kann einen einfachen Test machen. Man zieht alleine den 8? und 4? voll raus. Dieser Sound muß sich in allen Lagen gut anhören - wenn ich mit einem Manual spiele. Dabei sollte man Akkorde spielen - Einzeltöne sind nicht relevant. Mit dieser Einstellung kann man einen ganzen Gig bestreiten. Meine Taktik ist also: weglassen, was nicht klingt... Bei der YC muss ich extrem viel weglassen, um über die Runden zu kommen. Die Höhen in Stellung 8?+ 4? sind bei Akkorden ab den obersten 1 1/2 Oktaven unnatürlich stärker und ich habe sie nur flüchtig im Solo benutzt. Nun komme ich zum Vibrato/Chorus. Beim Reface CP ist es sehr gelungen, die Effekte in gleichen Reglerstellungen für unterschiedliche Imitationen anzupassen. Das Tremolo im Wurlitzer unterscheidet sich stark vom Tremolo im Suitcase - das hat man überzeugend gelöst. Dazu gehören auch unterschiedliche "Rate" Voreinstellungen. In der YC hat man offensichtlich vergessen, dies in der Stellung "H" ordentlich zu implementieren. "H" Orgeln haben IMMER die gleiche Geschwindigkeit für Vibrato/Chorus - es macht ihren Sound aus bzw. killt ihn, wenn das etwas nicht stimmt. Für "F", "A", "V" "Y" Orgeln gelten da andere Maßstäbe - aber die kenne ich nicht so genau. Schaltet man also bei der YC Vibrato/Chorus um, so ändert sich die Geschwindigkeit des Vibratos (zu schnell bei Chorus) , aber der Sound bleibt. Chorus bedeutet ja, daß zum Vibratosignal ein gewisser trockener Anteil dazugemischt wird und diesen speziellen Sound erzeugt - das hat man schlicht weggelassen. Der Leslieeffekt ist auch leider nur halbherzig umgesetzt. Es klingt im SLOW wie ein billiges Effektgerät und sehr vordergründig. Die Trennung zwischen dem Horn- und dem Bassrotor klingt Wischi-Waschi und hat keine Tiefe. Alles in allem sehr erstaunlich, wenn man die kraftvoll und erdig klingenden Effekte im CP denkt.

Von den sog. "Comboorgeln" habe ich Stellung "F" am liebsten. Die anderen mögen vielleicht stimmen, aber ich habe den Eindruck, daß da die gleichen Wellenformen nur mit etwas anderem EQ wiedergegeben werden. Typische Stücke wie "in a gadda da vida" habe ich überzeugend in der Stellung "F" spielen können, auch wenn es Original auf einer "V" gespielt wurde - glaube ich zumindest.


Meine Pluspunkte

- Optik
- Haptik
- Tastatur
- Reverb
- "F" Orgel klingt sehr überzeugend

Meine Minuspunkte

- "H" Orgel klingt leider sehr piepsig
- Leslieeffekt SLOW nicht gut
- Vibrato/Chorus effekt nicht korrekt umgesetzt

Mein Fazit:
Es ist schade, daß Yanaha mit Ihrem Reface YC in der Stellung "H" soundmäßig leider weit hinter den Entwicklungen liegt, die vor gut 10 Jahren bereits Standard waren. Yamaha sollte sich einmal anhören, was Firmen mit weniger grossem Namen hinbekommen haben.

Wer also ein bischen begleiten möchte, für den ist die YC quasi als "addon" sicherlich etwas Tolles. Für mich aber - der eine Orgel gerne voll ausschöpft - ist sie so nur bedingt einsetzbar. Ich bereue aber den Kauf dennoch nicht - alleine schon wegen Ihes chicken Looks. Ich habe mir jetzt ein Interface gebaut und steuere mit der YC eine VB3 an - das rockt !
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