Digitech DOD Carcosa Fuzz

Effektpedal

  • Fuzz
  • 2 Voicing-Modi
  • True Bypass
  • vielseitige Bandbreite an Fuzz Sounds
  • Regler für Before (Fuzz), Output (Volume), After (Bias) und Hi-Cut
  • Kippschalter zum Wählen zwischen DEMHE und HALI Voicing Modi
  • Status-LED
  • Bypass Fußschalter
  • Metallgehäuse
  • 6,3 mm Monoklinken Ein-/Ausgang
  • Stromversorgung via 9 V-Batterie oder 9 V DC-Netzteil (nicht im Lieferumfang enthalten) mit 5,5 x 2,1 mm Hohlstecker, Polarität: (-) innen
  • Stromaufnahme: 4 mA
  • Abmessungen (L x B x H): 119 x 67 x 57 mm
  • Gewicht: 450 g
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Soundbeispiele

 
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  • Rock Off On
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Overdrive Nein
Distortion Nein
Fuzz Ja
Metal Nein

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4.7 /5
  • Bedienung
  • Features
  • Sound
  • Verarbeitung
Gesamt
Features
Sound
Verarbeitung
Bedienung
Extrem vielseitig, nicht nur Fuzz, Bass und Gitarre gleichermaßen
Julian869, 10.07.2018
Ich habe das Carcosa live sowohl für Gitarre als auch Bass eingesetzt. Beides geht ohne Abstriche, da es zwei Sound-Modi bietet: "Demhe" (Fett) und "Hali" (low-cut und sehr Gitarren-taugliche Mittenanhebung).

Die vier Regler ermöglichen enorm viele Sounds, man muss sich aber damit auseinandersetzen. "Before" egelt quasi den Gain des Pedals, und der kann wirklich krass angehoben werden. "After" regelt den Bias des Fuzz. Auf Linksanschlag klingts gar nicht nach Fuzz und man kann mit "After" Stufenlos von Cleanboost bis fettem Metal Gain ("Dehme") aufdrehen. "After" macht das ganze dann schmutzig und kaputt. Der Regerl "Output" passt den Pegel an und kann eine Röhrenvorstufe schön kitzeln, "Hicut" kann sehr praxistauglich die Höhen zähmen, aber auch hinzufügen, ist also mehr als nur "Cut".

Mit diesen 4 Reglern lässt sich wirklich unglaublich viel einstellen. Und hier liegt das einzige Manko am Pedal: Gerade "before" reagiert sehr empflindlich, die Regler interagieren sehr stark. Man muss also schon ein wenig üben, mit dem Pedal klar zu kommen.

Die Verarbeitung ist super, die Regler sind angenehm schwergängig. Die Optik - nun ja, ich finde es so daneben, dass es schon wieder geil ist.
"After" kratzt beim Verstellen - DAS IST NORMAL bei nem Bias-Regler!

SOUNDS:
Welche Sounds bekommt man damit hin? Nun - mehr, als man von einem Fuzz Pedal erwarten kann. Ich zähle mal auf:

RETRO FUZZ: "Before" linksanschlag, "After" über 12 Uhr. Das kann schön 60s mäßig klingen, auf "Hali" und mit nicht zu fetten Pickups bekommt man auch schöne Retro-Garagen-Sounds hin. Wenn man "After" dann weiter aufdreht wirds brutzelig und hummelig. Wilkommen im Fuzz-Himmel! Mit "Hicut" entweder sehr wollig oder birtzlend. "After" auf Rechtsanschlag kommen fast keine richtigen Töne mehr raus, man muss dann schön mit der Gitarre kämpfen. Jack White würde es lieben. Man kann auch mal den Tone der Gitarre komplett zurückdrehen und "After", weit auf, mache ich live bei nem Solo.

HIGH GAIN / METAL DRIVE: "AFTER" auf linksanschlag hat man über "Before" dennoch brutal viel Gain zur Verfügung, das Pedal klingt dann nicht nach Fuzz sondern nach High-Gain-Distortion. Im fetten "DEMHE" mode verträgt sich das auch gut mit tief gestimmten Gitarren. Alleine für diesen Sound würde sich das Pedal schon lohnen. Hier ist der "HighCut" Regler gold wert, selbst mit SIngle-Coil-Gitarren bekommt man geile Heavy-Sound hin. Baroness lassen grüßen.

HIGH GAIN FUZZ: Wem dann so ein Heavy-Sound zu mainstream klingt (ich sage mal: Nickleback), der kann mit "After" Kaputtheit hinzufügen. Erlaubt ist, was gefällt - die Sounds können extrem werden, man kann aber mittels High-Cut und dem Mode-Schalter aber wirklich immer was brauchbares draus machen. OK, Before und After voll offen ist dann wirklich nicht mehr zu gebrauchen - zumindest für mich.
Man bekommt tolle Stoner und heavy Doom sounds hin. Habe eine Baritone-Tele, die an sich sehr drahtig und twangy klingt mit vintage PUs - in diesem Modus absolut Metal-Tauglich. Und es klingt irgendwie anders. Geil!

BASS-FUZZ: Der "Demhe"-mode schluckt keine Bässe, weswegen er sich sehr gut für den Bass eignet. Hierfür ist das Pedal uneingeschränkt zu empfehlen, man kann z.B. einen squashy Fuzz sound einstellen, einfach nur fette Metal-zerre oder sogar einen mittigeren Solo-Sound. Von dezent bis Apopkalypse geht ziemlich alles. Klappt live richtig gut.

CLEAN BOOST / TREBLE BOOST: Ja, kein Scherz, das geht auch. Before und After auf linksanschlag, output und high cut auf 12 Uhr und man hört fast keinen unterschied zu bypass. Mit output kann man dann eine Röhrenamp in den Overdrive bringen oder das Pedal als klassischen Treble-Boost einsetzen.
Die Frage ist nur, ob man so ein Pedal für diesen Zweck verwenden möchte. Es geht aber - ohne Abstriche.

FAZIT:
Ihr merkt: Das Carcosa hat es mir sehr angetan. Die sounds könne wirklich extrem werden oder aber auch sehr vintage-mäßig bleiben. Der High-Cut ist einer des besten Tone-Regler, die ich von Zerrpedalen kenne. Und es kann auch viel mehr als einfach nur "FUZZZZZZZZZbrrrgrzzz..kch..kch..bzz..r".

Tolles, sehr hässliches Pedal!!!

Eigentlich könnte ich mir ein zweites kaufen :)
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Das Ding hat Pelz...
dexterward, 02.05.2020
...da können sich Winnie Puh und das Krümelmonster noch ne Scheibe abschneiden. Das geht eher Richtung Horrorschaf aus einer Zombiapokalyse.
Bis dato hatte ich mit einem Moer Tribuff und einem Marshall DSL20 mit der SG das Wohnzimmer "befusselt" (Effekte alle eingeschleift, weil Wohnzimmer, keine Elektrowerkstatt), ich fand ja die MarshallZerre im DSL schon etwas fuzzy, mit dem Tribuff sind dem Flaum noch Haare gewachsen, aber mit dem Ding...da wachsen einem gefühlt Rastas, dass sich der zionische Löwe beschämt abwenden muss. Wers Fusslig mag wird Carcosa lieben...vor allem in Verbindung mit anderen Zerrern gibts da viel zum experimentieren.
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Spitzensound für kleinen Preis
kekskiller, 07.03.2020
Ein exzellentes Pedal! Hatte es sehr lange Zeit auf meinem Board um beidermaßen Fuzz und Distortion in einer einzelnen Box kombinieren zu können.

Der "Before"-Regler ist quasi der Distortion-Part, während "After" das Fuzz danach reguliert. Hat was von Boss SD-1 auf niedriger Lautstärke in ein Fuzz mit Filter. Hi-Cut ist imho eher ein Lo-Cut mit steigendem Mid Boost und Demne/Thali scheinen lediglich subtile Voicing-Unterschiede zu erzeugen. Zusammengefasst bringen die Regeler einem eine dermaßen Große Bandbreite, dass imho nur noch die größeren Fuzzes mit eingebautem EQ und komplett anderem Aufbau dagegen anstinken können.

Einziges Manko ist, dass es nicht alle nachfolgenden Pedale mag. Mein Plasma Pedal kann es zum Beispiel garnicht ausstehen - da entstehen diverse oszillierende Feedback-Sounds und das Eingangssignal verschwindet. Kann für sich zwar cool klingen, ist letztlich auch der Grund, warum es nicht mehr auf meinem Board ist. Insbesondere wer sein Board öfters umbaut oder die Reihenfolge ändert, sollte sich hier auf mögliche Zicken vorbereiten machen.

Alles in allem kann ich es aber dennoch sehr empfehlen, da es vieles kombiniert, was sonst nur mit mehreren Pedalen geht. Und bei dem Preis ist es selbst für Leute mit kleinem Budget erschwinglich.
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Hässliches aber geniales Fuzz
Maegz, 28.06.2017
Mein altes Fuzz hat 6 Regler und ist mir immer ein bißchen zu kompliziert gewesen. Deshalb hat mich das Carcosa mit seinen 4 Potis gereizt. Die positiven Testberichte und Videos taten ein Übriges, um mich wirklich neugierig zu machen. Wenn es nur nicht so hässlich wäre...

ERSTER EINDRUCK
Beim Harman-Konzern laufen ja die digitalen Effekte unter dem Label Digitech, während die analogen das DOD-Logo tragen. Das Carcosa ist überraschend leicht, wirkt aber robust verarbeitet. Man traut sich damit auf eine Bühne. Die Beschriftung ist schlecht zu entziffern, insgesamt gefällt mir die gelbe Schädel-Bedruckung überhaupt nicht. Da ist mal wieder Boutiquedesign-Gaul mit Digitech durchgegangen. Gerade die anderen DOD-Pedale überzeugen durch eine unaufgeregte und bestens lesbare Gestaltung. Naja, es kommt ja auf den Klang an.
Der überzeugt von Anfang an. Klingt wie ein typisches Fuzz und lässt sich sehr einfach und intuitiv einstellen. Alle Regler machen das, was man von ihnen erwartet. Sehr gut!

DIE BEDIENUNG
"Before" regelt den Fuzz-Anteil, also den Verzerrungsgrad. "Output" ist für die Ausgangslautstärke zuständig. "After" ist der Kaputt-Regler: Zugedreht klingt das Fuzz sauber und fast nach Distortion. Je weiter man aufdreht, desto wilder, bolleriger und unberechenbarer wird der Klang. Voll aufgedreht verschluckt sich das Fuzz fast an seinen Kompressions- und Gate-Artefakten. Hier kann also jeder einstellen, wie heftig man es mag. Der Regler "Hi-Cut" ist eine Höhenblende, die bei Linksanschlag am bassigsten klingt und je weiter man im Uhrzeigersinn nach rechts dreht immer mehr Höhen hinzufügt. Ich mag etwas Presence für mehr Obertöne und damit ist wirklich eine Anpassung an noch so mumpfiges und wollig-warm klingendes Vintage-Equipment möglich. Mit dem kleinen Kippschalter in der Mitte sind weitere Klanganpassungen möglich: "Demme" (Kippschalter oben) ist ein Boost für Bass und untere Mitten und ist für cleane Amps geeignet. "Hali" (Kippschalter unten) nimmt genau diese Frequenzen etwas raus, womit es besser klingt, wenn der Verstärker schon etwas zerrt.

Ein- und Ausgangsbuchse sind selbsterklärend: Rechts mit der Gitarre rein, links zum Amp raus. Das Pedal hat einen Netzteilanschluss und begnügt sich mit 9V/4 mA. Für den Batteriewechsel muss man die Bodenplatte abschrauben.

DER KLANG
Frei nach Gertrude Stein: Ein Fuzz ist ein Fuzz ist ein Fuzz. Klingen alle irgendwie ähnlich. Aber ganz so einfach ist es dann eben doch nicht. Das Carcosa wirkt sehr simpel, aber es ist wirklich erstaunlich, wieviele verschiedene Sounds man diesem Pedal entlocken kann. Der stufenlos regelbaren Kaputt-Grad - unabhängig von der Verzerrungsintensität - ist sehr intuitiv und liefert einem Sounds von authentischen 60s Vintage-Klängen bis zu völlig zerstörten Low-Fi Jack White Noise-Orgien. Es klingt immer transparent und es lässt den Amp noch atmen.

Am besten gefällt mir, wie gut man den Sound alleine mit dem Volume-Poti der Gitarre steuern kann. Das habe ich so noch von wenigen Pedalen erlebt. Am wenigsten hätte ich diese Dynamik von einem Fuzz erwartet. Aber egal ob Humbucker oder Single-Coils, das Carcosa klingt immer hervorragend und lässt sich von crispem Clean bis Vollgas mit einem Dreh an der Gitarre hochjagen.

FAZIT
Das DOD Carcosa ist ein fantastisches und vielseitiges Fuzz-Pedal. Es ist schnörkellos, robust und 100% praxistauglich. Sieht man mal von der missglückten Beschriftung ab, ist es einfach zu bedienen. Das Highlight ist seine Vielseitigkeit: Von 60s Fuzz über glitzerndes Clean bis hin zu derbsten Noise-Orgien kann es alles. Dabei bleibt der Klang stets transparent und dynamisch mit Gitarren Volume-Poti regelbar. Für diese erstaunliche Leistung ist das Carcosa überraschend günstig und ein richtiges Schnäppchen!
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