...ok, wie's bei Mutti damit ausschaut, kann ich nicht sagen.
Was ich hingegen konstatieren darf: Die kleine Kiste hat mir schon ein paar mal de Ar... (oops - schuldi!) den Allerwertesten gerettet. Aber der Reihe nach...
Seit nunmehr gut 5 Jahren ist der kleine quadratische Tausendsassa aus meinem Live-Gear nicht mehr wegzudenken:
Ich spiele Röhren-Amps, u.a. auch einen VOX AC30. Wer diesen Amp kennt, der weiss auch, dass die Endstufe mit ihren EL84-Tubes recht heiß eingestellt ist (oder zumindest sein sollte, damit die Kiste klingt). Und da kommt es, wenn auch selten, mitunter vor, dass sich eine von den Poweramp-Röhren verabschiedet - und das ist mir auch schonmal während eines Gigs passiert. Und dann bleiben genau 3 Möglichkeiten:
1. aus dem FX-Board direkt ins Pult (klanglich nicht empfehlenswert!),
2. den Gig beenden (ganz schlecht, wenn du Publikum & VA zufrieden sehen willst!),
3. den Sänger 2-3 min. was Lustiges erzählen lassen, schnell den Pocket-Amp aktivieren - und weiterspielen! (yess, DAS ist professionell!).
Genau für dieses Szenario habe ich mir seinerzeit den PPA (Palmer Pocket Amp) zugelegt. Und den Job macht er spitze! Genau genommen sogar so gut, dass ich ihn mittlerweile auch zu Sessions, Pop-Up Konzerten usw. mitnehme: Noch nen Booster/Zerrer dazu - und fertig ist das ganz kleine Besteck (Gitarre nicht vergessen)! Den Zerrer könnte ich theoretisch sogar zuhause lassen, denn der PPA bietet neben seinen 3 grundsätzlichen "Geschmacksrichtungen" (US/British/Vintage) auch noch die Wahl zwischen clean, crunch & heavy (Metal, is klar oder?). Dazu kann der PPA noch 3 Mikrofonierungen nachstellen. Kurz mal rechnen: 27 Sounds!
Und die liefert der PPA rein analog: Keine Menüs, kein Getippe. Er benimmt sich eher wie ein Amp: Du stellst deinen Lieblingskanal ein. Passt den EQ & die "Abnahme" an. Fertig.
Und so liebe ich das. Falls sich noch jemand an die 90er erinnert... damals musste ich natürlich auch so ein midifiziertes Multi-Effektgerät haben! Mit 128 Sounds!
Aber alle klangen eher so semi. Und war ich zuhause stundenlang "parametertauchen", bis es daheim endlich geil klang... dann war in der Regel die Begeisterung spätestens bei der Bandprobe vorbei:
Kein Druck, kein oberamtlicher Sound. Sondern im Mix abgesoffen.
Jaja. Natürlich haben wir nicht mehr 1990. Und die digitale Technik hat sich weiterentwickelt, klar. ABER:
1. Ist der PPA einfach superschnell einzustellen, eben weil er keine Menüs hat! Und vor allem:
2. Zeig' mir die digitale Kiste, die 2-3 Jahre mit dem gleichen 9V-Block läuft! Und das ist nicht übertrieben - vor ein paar Wochen hatten wir einen recht großen Gig auf einem Festival, und weil dafür natürlich alles tipptopp vorbereitet sein musste, habe ich auf meinem PPA eine neue Batterie gegönnt (ich markiere jeden 9V-Block mit Monat/Jahr des Einsetzens). Ein wenig überrascht war ich schon, denn die alte Batterie hat fast drei Jahre im PPA verbracht - das schaffen bei mir sonst nur Fuzz & Treble Booster!
Für knapp 90€ (Juli'26, aber ich meine, ich vor 5 Jahren ziemlich genau den gleichen Preis bezahlt) wäre ich mit der beschriebenen DI/Ampsimulationsfunktion bereits total zufrieden (evt. lässt sich das ja auch zwischen den Zeilen rauslesen😉). Aber der PPA macht wie ich finde auch im Direct Recording eine gute Figur, wo er immer stark nach Röhre klingt und halt auch einfach fix ist: Auspacken, verkabeln, kurz einstellen: Voilà! OK, Kemper & Co. können's noch etwas dynamischer - aber fürs "quick & dirty"-recording schwöre ich auf den PPA. Immer noch!
Palmer bewirbt den Pocket Amp noch für 2 weitere Funktionen (oder zumindest war das so, als ich ihn kaufte): Nämlich als "richtiges" Vezerrerpedal & als Headphone-/Silent-Übungsamp.
Als Drivepedal klingt der kleine auch durchaus interessant: Er bringt da seinen ganz eigenen Grundsound mit, wobei ich zugebe, dass er mir dafür zu empfindlich ist: Während ich ihn nämlich als D.I. bzw. Ampsim total robust & einfach einzustellen finde, entscheidet m.M. beim Einsatz als reines Verzerrerpedal mitunter 1/2mm Potibewegung schon zwischen "cool" & "meh". Außerdem: Es gibt so viele geile OD/Dist.-pedale da draußen...!
Und als Übungsamp, mit Kopfhörer... naja, ganz offen: Da mag ich meinen Yamaha THR (ohne Kopfhörer!) doch lieber: Fühlt sich -auch leise- für mich einfach "mehr nach Amp" an; Kopfhörer finde ich immer irgendwie "farblos" (wenn ihr versteht, was ich meine?).
Aber hey, wie heisst es so schön: Haben ist besser als Rauchen... nee, ach ihr versteht schon!
Abschließendes URTEIL:
Quadratisch, praktisch, gut & günstig. Zudem ohne Kalorien!
Ernsthaft: Ich habe den Palmer Pocket Amp MKII liebgewonnen:
- Einfach & schnell eingestellt: Der PPA hält mich nicht auf, ich muss nicht für jede Umgebung ein neues Pre-Set erstellen, nicht durch Menüs tauchen... LIKE!
- Ich mag seinen Sound: Ist immer Geschmacksache, klar. Jedoch hat der PPA seinen eigenen Sound - manchmal erinnert er mich ein wenig an meinen alten Sansamp (kennt den noch jemand - das Ding mit dem Mäuseklavier!). Bisher bin ich außerdem in noch keinem Mix (live oder recorded) "abgesoffen", und auch die Mix/FOH-Leute sind wohl bisher gut mit ihm zurechtgekommen... zumindest hatte noch niemand was zu meckern, und das kann ja auch ein Zeichen sein oder?😉
Letztlich ist der Pocketamp kompakt & supersparsam im Energieverbrauch. Und glaubt mir, spätestens wenn euch mal euer Röhrenamp während eines Gigs abrauchen sollte (was ich nicht hoffe & euch nicht wünsche), dann wisst auch ihr diese Eigenart zu schätzen!
Ja, ich würde ihn wieder kaufen. Jederzeit!