3. Materialien

Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorstellen zu können, dass das für die Saitenproduktion verwendete Material einen massiven Einfluss auf den Sound eines Instruments hat. Und hier geht es nicht nur um die akustische Seite. Gerade bei E-Gitarren und Bässen haben die magnetischen Eigenschaften des verwendeten Materials einen entscheidenden Anteil an der Saiten-Performance.

Hier zunächst die typischen E-Gitarren-/E-Bass-Saiten-Legierungen:

Nickel/Nickel-Steel

Parallel zum Siegeszug der magnetischen Tonabnehmer in den Fünfzigerjahren arbeiteten die Instrumenten- und Saitenhersteller an der Entwicklung von adäquatem „Bespannmaterial“ für E-Gitarren und Bässe. In den „Vintage-Years“ (den Fünfziger- und Sechzigerjahren) umwickelte man den Stahlkern in erster Linie mit einem Draht aus einer hochprozentigen Nickel-Legierung. Nachteil: Da Nickel die Tonabnehmer nicht übermäßig stark „reizt“, waren die Saiten relativ leise. Vorteil: Durch ihre relativ schwach ausgeprägten magnetischen Eigenschaften konnte man die Pickups sehr nah an die Saiten bringen. Das wiederum führte zu einem subjektiv direkteren Spielgefühl. Später ging man mehr und mehr dazu über, vernickelten Stahldraht (Nickel-Steel) zu verwenden. Diese Saiten wirken dadurch wesentlich intensiver auf das Magnetfeld der Pickups und liefern so einen warmen aber brillanteren und vor allem lauteren Sound. Nickel-Steel Strings gehören heute zu den am meisten verkauften E-Gitarren-Saiten.

Nickelsaite

Um dem Vintage-Boom der letzten Jahre Rechnung zu tragen, haben aber mittlerweile nahezu alle namhaften Hersteller wieder pure Nickelsaiten im Programm. Sie hören auf Namen wie „Pure-Nickel“ oder „Vintage“ und sorgen für einen warmen, ausgewogenen und smoothen Ton.

Stainless Steel (rostfreier Stahl)

In den 70er Jahren schlug die Industrie ein weiteres Kapitel in der Saiten-Historie auf. Überschrift: Edelstahl. Edelstahl liefert eine brillante, sehr klare Performance, mit einem ausgeprägten Mitten-Anteil. Stainless-Steel Saiten empfehlen sich für den Einsatz auf E-Gitarren, sind aber auch auf Pedal-Steel Gitarren sehr beliebt. Ein Vorteil der Saiten liegt in ihrer Haltbarkeit. Mit rostfreiem Stahl gewickelte Bass-Saiten sind wesentlich unanfälliger gegen Rost als Nickel- oder Nickel-Stahl-Saiten. Geschmacks- und Gewöhnungssache ist das Handling. Da Edelstahl härter ist als beispielsweise Nickel-Legierungen, sind Bendings und Vibratos mit Stainless Steel Strings ein wenig schwerer zu bewerkstelligen. Gerade bei Gitarren mit großer Mensur (648 mm) ist der Unterschied deutlich spürbar.

Stahlsaite

Gold-Strings

Auf der Suche nach mehr Haltbarkeit setzt die deutsche Firma Optima auf das Vergolden der Saiten. Und tatsächlich behält der Sound der Optima Gold Strings im Vergleich zu „normalen“ vernickelten Saiten länger seine Brillanz. Dafür sind die Saiten aber auch etwas teurer. Ein weiterer Vorteil, der im Zeitalter der Allergien nicht von der Hand zu weisen ist: Goldstrings sind auch für Nickelallergiker bestens geeignet.

Gold-Saite

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