Lange war ich sehr skeptisch gegenüber Funkübertragung des Gitarrensignals. Ich selbst hatte Bedenken bezüglich der auftretenden Latenz und möglichen Störfaktoren. Zudem kam die indirekte Erfahrung von Mitmusikern, die mit relativ günstigen Lösungen anderer Hersteller entweder Schwierigkeiten hatten eine stabile Verbindung zwischen Sender und Empfänger aufzubauen. Wenn sie es dann geschafft hatten, war der Akku leer. Daher habe ich sehr lange am Kabel gehangen. Da ich aber in verschiedenen Formationen zusätzlich Soundtechniker bin, muss ich mit der Gitarre doch oft vor oder hinter die Bühne, was mit Kabel immer schwierig ist, so dass ich es einfach mal ausprobieren wollte, mit funk zu arbeiten. Das System von Xvive hat mir am meisten zugesagt, weil es mit 5,8 GHz sehr vielfältig und störungsarm arbeitet und weil sechs verschiedene Kanäle zur Verfügung stehen. Letzteres finde ich deshalb wichtig, weil verschiedene Bandkollegen über verschiedene Geräte bereits fleißig durch die Gegend funken. Damit sie mir nicht in mein Signal dazwischenfunken, wollte ich auf Nummer sicher gehen.
Bisher hatte ich nur zwei Gelegenheiten, das Gerät zu nutzen. Beim ersten Test zuhause ist mir positiv aufgefallen, dass die beiden Einheiten bereits voll geladen sind, d.h. ich konnte einfach einstecken und ausprobieren. Die Bedienung ist völlig idiotensicher. Es hat sich sofort gezeigt, dass in Sachen Latenz in meinen Ohren und meinem Spielgefühl nach nichts zu merken ist. Mehrfaches Umstecken zurück zum Kabel und hin und her konnten daran nichts ändern. Das hat mir schon sehr gut gefallen. Weder Latenz, noch irgendwelche Aussetzer und auch keine Soundeinbußen konnte ich bisher feststellen.
In der ersten Bandprobe war das System fünf Stunden ununterbrochen im Einsatz und hat dabei absolut fehlerfrei funktioniert. Nur an die neue Bewegungsfreiheit muss ich mich nach 30 Jahren Kabel-Bindung erst gewöhnen. ;-)