Ich habe die Squier Affinity Starcaster DLX OWT nun seit Mitte März und konnte sie ausführlich testen. Meine Kaufgründe waren:
- Ich besaß noch keine (semi) Hollow-Body-Gitarre,
- das Offset-Starcaster-Design mit der großen Fender Kopfplatte gefiel mir auf Anhieb,
- die Fender-Style-Humbucker kannte ich auch noch nicht (hatte mich aber vorher eingelesen), und
- der äußerst attraktive Preis von nur 319 €.
Die Starcaster kam zügig zu mir nach Hause und erfüllte meine optischen Erwartungen auch sofort live. Für mich ist sie eine wunderschöne Gitarre mit der perfekt dazu passenden weißen Farbe.
Die Verarbeitung zeigte keine erkennbaren Mängel, die Bundstäbchen waren ordentlich bearbeitet und schnitten nicht, und das Setup war, wie ich es bereits von Fender-Gitarren her kannte, fair/mittig eingestellt. Das die Hardware und Elektronik bei der Preisklasse nun nicht hochwertig sein kann, ist wohl selbstredend, aber ich würde sie mal als ordentlich bezeichnen und sie erfüllen ihren Job:
- die Mechaniken sind ausreichend stimmstabil und auch die Saiten klingen gut und können erst einmal drauf bleiben,
- auch die Brücke mit Tailpiece erfüllen ihren Zweck und ermöglichen eine gute Intonierung,
- der Klang der Humbucker ist gut, und
- die Bespielbarkeit ebenfalls.
Kleine „Mängel“ sind m.E.:
- der Neck-Pickup kippt im Rahmen leider überdeutlich zum Hals hin runter und liegt nicht mehr parallel zu den Saiten. Hier braucht es noch beim nächsten Saitenwechsel auf der Halsseite eine Unterfütterung des Humbuckers.
- und die Elektronik ist hier m.E. ein Manko: einfachste Qualität von der ich keine „lebenslange“ Haltbarkeit erwarte und deren Austausch dann, dem Gitarren-Typ entsprechend, höheren Aufwand bedarf. Hier hätte ich mir gegen Aufpreis höherwertigere Komponenten gewünscht.
Der Klang:
Die beiden Humbucker klingen - ähnlich entsprechenden Keramik-Single-Coils - klar und brillant, aber etwas fetter und sind so gut wie brummfrei. Ein Vergleich mit Gibson-Humbuckern ist hier weder opportun noch gewollt. Sie liegen eher näher an den Gretsch-FilterTrons ohne eine Kopie davon zu sein. Insofern sind sie für mich ein guter Zwischenschritt zwischen meiner Gibson LP HH und Fender Strat SSS. Der Neck- und Bridge-Pickup liegen klanglich auch deutlich näher zusammen als z.B. bei einer Telecaster. Wenn man will, kann man dem Neck-Pickup etwas mehr Wärme geben, indem man ihn niedriger einstellt und auch mehr Abstand von der hohen E-Saite als gewöhnlich lässt. Der Bridge-Pickup erhält mehr Twang, wenn man ihn näher an die Saiten bringt (oder umgekehrt). Insgesamt gesehen, erhält man für diesen Preis (319 €!) einen fairen Klang aus den Humbuckern, die schön geeignet sind für z.B. Clean-Stücke, Rock und Blues. Im stärker verzerrtem Bereich sind die Bass-Saiten schneller matschig/undefiniert.
Die Bespielbarkeit:
Die Gitarre lässt sich sehr gut bespielen. Das schon gute Setup per Werk ließ sich an meine Bedürfnisse leicht anpassen. Der satinierte C-Hals mit den Medium Jumbo Frets fühlt sich für mich sehr gut an.
Fazit:
Bezogen auf den Preis habe ich hier eine Gitarre mit deutlichem Mehrwert erhalten.