5. Mikrofone

Hin und wieder kann es vorkommen, dass Ihnen die Qualität der internen Mikrofone nicht ausreicht. Ein Grund kann die generelle Klangqualität sein oder Ihnen sind die starren Mikrofonkapseln des Recorders nicht flexibel genug einsetzbar. Für diesen Fall bieten viele Recorder zusätzliche Mikrofon-Eingänge. Die einfacheren Geräte verfügen über einen 3,5 mm Stereo-Klinkeneingang für den Anschluss von Stereomikrofonen.

Hochwertigere Modelle ermöglichen den Anschluss von zwei oder mehr professionellen Mikrofonen über XLR-Inputs. Für Kondensator-Mikrofone wird auch eine 48 V Phantomspeisung bereitgestellt. Diese Recorder können dann mehr, als nur Stereo aufnehmen. Sie verfügen in der Regel auch über vier oder mehr Aufnahmespuren. Sie können mit solchen Recordern nicht nur die internen Mikrofone durch hochwertigere externe Mikrofone ersetzen, sondern zusätzlich zu den eingebauten Mikrofonen verwenden. So wäre es zum Beispiel denkbar, ein Duett mit zwei hochwertigen Kleinmembran-Kondenssatormikrofonen im Nahbereich aufzunehmen und das eingebaute Stereo-Mikrofonsystem für den Raumklang in größerer Entfernung zu verwenden.

Mikrofontypen

Für Reportagen und Interviews in lebhafter Umgebung sind Richtrohrmikrofone eine sehr gute Wahl. Frontalschall nehmen Sie maximal auf, während seitliche Störquellen, wie Straßenlärm oder umstehende Personen stark bedämpft werden. Nachteilig ist dieses Mikrofon unter Umständen in hektischen Interviewsituationen. Sie müssen das Mikrofon sehr genau platzieren. Zielen Sie nicht genau in Richtung des Sprechenden, wird dieser mit schwachem Pegel oder stark schwankendem Pegel aufgenommen. Richtrohrmikrofone sind in der Regel professionelle Kondensatormikrofone und benötigen einen XLR-Mikrofoneingang und 48 V Phantomspeisung. Es gibt Modelle, die aber auch mit Batterie betrieben werden können. In diesem Fall ist mit einem speziellen Adapterkabel auch der Anschluss an die 3,5 mm Stereoklinken-Mikrofonbuchse möglich.

Um auch bei hektischen Interviews, zum Beispiel beim Einfangen von O-Tönen in der elektronischen Berichterstattung, bestehen zu können, bieten einige Hersteller sogenannte Reporter-Mikrofone an. Hierbei handelt es sich oftmals um dynamische Mikrofone mit der Richtcharakteristik Niere oder gar Kugel. Solche Mikrofone nehmen seitlichen Schall mit deutlich weniger bzw. keiner Dämpfung auf. Die Aufnahmen enthalten somit zwar immer mehr Störschall, Sie können aber auch sicher sein, die wichtigen Information des Interviewten eingefangen zu haben. Dynamische Mikrofone sind gegenüber Umwelteinflüssen robuster als Kondensatormikrofone. Zudem sind gerade die Varianten mit Kugelcharakteristik für Griffgeräusche weniger empfindlich. Der Anschluss an Ihren Recorder erfolgt über XLR-Mikrofoneingänge oder mit einem entsprechenden Adapterkabel am Stereo-Miniklinkeneingang.

Lavalier-Mikrofone sind ebenfalls für Interviews geeignet und zwar immer dann, wenn das Mikrofon möglichst unauffällig sein soll. Diese Mikrofone sind für die Befestigung am Revers oder der Knopfleiste eines Hemds konzipiert. Lavaliers können in der Regel nicht direkt an den Recorder angeschlossen werden. Sie benötigen einen passenden XLR-Phantomspeiseadapter. Ihr Recorder benötigt also in diesem Fall XLR-Mikrofoneingänge mit 48 V Phantomspeisung.

Für hochwertige Musikaufnahmen, z.B. Konzertmitschnitte oder die Aufnahme kleinerer Ensembles sind Kleinmembran-Kondensatormikrofone die erste Wahl. Für Stereoaufnahmen verwenden Sie ein Stereopärchen. Sie können so die Mikrofone flexibel und für Ihre Aufnahmesituation optimal positionieren. Ihr Recorder benötigt für diesen Mikrofontypus XLR-Mikrofoneingänge mit 48 V Phantomspeisung.

Mikrofonzubehör

Für den Anschluss von Mono-Mikrofonen mit XLR-Ausgang an Mini-Klinken-Mikrofoneingänge benötigen Sie ein Adapterkabel, dass nicht nur die unterschiedlichen Steckerformate konvertiert, sondern das Mono-Signal des Mikrofons auch auf die beiden Stereokanäle verteilt.

Für Außenaufnahmen benötigen Sie in der Regel einen Windschutz. Mikrofone reagieren auf Wind mit tieffrequenten Störgeräuschen, die Ihre Aufnahme schnell unbrauchbar machen können. Bei leichtem Wind reicht ein Schaumstoffüberzug. Bei stärkerem Wind sollten Sie besser auf einen Fellüberzug wechseln.


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