Harley Benton Custom Line CLJ-412E NT

12-saitige Westerngitarre

  • Bauform: Jumbo
  • Decke: ausgesuchte massive Fichte
  • Boden und Zargen: ausgesuchtes Mahagoni
  • Hals: Mahagoni
  • Griffbrett: Ovangkol
  • Mensur: 648 mm
  • Sattelbreite: 48 mm
  • 20 Bünde
  • Pearloid Square Einlagen
  • Steg: Ovangkol
  • Sattel und Stegeinlage aus Knochen
  • Multiply Bindings
  • Double Action Truss Rod
  • vergoldete DLX DieCast Mechaniken
  • Saiten: Daddario EJ38 .010/.010, .014/.014, .008/w.023, .012/w.030, .018/w.039, w.027/w.047
  • Fishman Isys+ Tonabnehmersystem mit eingebauten Stimmgerät
  • Abmessungen: 108 x 46 x 11,5 cm
  • Farbe: Natur Hochglanz
  • passender Koffer: Art. 129726 (nicht im Lieferumfang enthalten)
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Soundbeispiele

 
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  • Country
  • Country Pickup
  • Pop
  • Pop Pickup
  • Strumming
  • Strumming Pickup

Weitere Infos

Bauweise Jumbo
Decke Fichte, Massiv
Boden und Zargen Mahagoni
Cutaway Nein
Griffbrett Ovangkol
Sattelbreite in mm 48,00 mm
Bünde 20
Tonabnehmer Ja
Farbe Natur
Koffer Nein
Inkl. Gigbag Nein

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102 Kundenbewertungen
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4.5 / 5.0
  • Features
  • Sound
  • Verarbeitung
76 Textbewertungen Alle Bewertungen lesen
Gesamt
Features
Sound
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Sehr gute 12er

guitar_yogi, 12.08.2016
Nach 6 Tagen unterwegs nach Frankreich- nie mehr übers Wochenende hierher versenden (quel désastre), Dienstag war es so weit. Montags ist es ein Lotteriespiel ob man beliefert wird, da alle Welt in F am Freitag noch schnell ausliefert.

Erster Schreck als der UPS-Mann das Paket ausgeladen hatte- da war der Standard Thomann Karton an einer Ecke Kopfseite um einige Zentimeter ausgebeult, jedoch mit Thomann Klebeband überklebt, also ab Versender so verpackt. Das muss ja ein Brocken sein- aufgemacht war es nicht, denke die Luftpolster haben den Platz weggenommen und der Originalkarton der Gitarre war unbeschädigt.

Die Harley Benton CLJ-412E NT erinnerte mich sofort an die Guild 512, die man ja schon immer mal haben wollte, nur nicht mit schwarzer Kopfplatte (wie Guild) wie ein Rezensent bemängelte, sondern wie in der Beschreibung mit brauner und schönem Logo. Holz ok. Ausgesuchte massive Fichte, na ja was immer das heißen mag, Normal spiegel-zweigeteilte Decke - etwas "ungewöhnliche" Maserung (vielleicht ausgesucht...), keine Lackfehler, nicht übertrieben "massiv" lackiert wie z.B. bei meiner EPI EJ 200 sie ist auch mit 2,4 kg 300g leichter wie die EPI Jumbo. Auch die Optik dezent ohne große Schnörkel. Halseinlagen von plastic planet, denke das Pearloid wird wohl samt Gitarre nie im Meer entsorgt werden- (aber was ist aus dem Verschnitt geworden?). Hals nicht zu dick für meine durchschnittliche Handgröße, normale Krümmung für die mittlere Saitenlage sehr gut, Testblick am 9.Bund auch ok. Saitenpaare bei der 12er wünscht man sich immer etwas näher zusammen, doch steigt das Risiko, dass sie schnarren. Also sicher gut so eingestellt. Mensur 648 wie Guild (was ein Zufall) nicht die angegebene Gibson 624er Mensur, Bünde sauber verarbeitet keine Verletzungsgefahr- auch da habe ich für viel mehr Geld schon Anderes erlebt. Sattel etwas über 48mm genau was ich suchte, da ich erst die HBD200-12NT bestellt hatte, die mir sehr gut gefiel mit tollem Sound (und Preis), doch mit nur wenig über 47mm Sattel zum Fingerpicking für mich als verhinderter Leo Kottke Amateur zu schwierig. War meine alte Seagull S12 und ihre 49mm gewöhnt, da war der Sprung einfach zu groß.

Klopfen auf Decke (besser) und Boden mit guter bis ausreichender Resonanz, sicher mit Abstrichen, da die 12 Saiten ja doch recht kräftig ziehen und jeder Hersteller Garantiefälle in dieser Richtung zu Recht scheut. Meine LAG T400 6 -Saiter Fichte- Palisander schwingt auch nicht besser und kostete mal mehr als das 3-fache. Meine Hopf Argon Konzertgitarre Fichte-Ahorn klingt da schon etwas anders ist aber auch schon 8 Jahre alt und Nylon baut nicht dieselbe Spannung wie Stahl und gar eine 12er auf- also kann man dünnere Decken und Boden verbauen. Fichte wird außerdem im Gegensatz zu Zeder meist mit dem Alter, Beschallung und vielem Spiel auf unterschiedlichen Lagen besser.

Meine alte Seagull S12 Bj. 2000 die mich leider zugunsten eines Profis verlassen hat, noch mit dünner Zederndecke, gebaut vor der Umstellung nach der weltweiten Trockenheit 2003 und damals vielen Garantiefällen hatte natürlich noch etwas mehr Resonanz, doch die hatte noch über 1000 Euro gekostet.

Gewicht für eine Jumbo normal wie oben vermerkt, da scheint man auch etwas geändert zu haben, da hatte ich jedenfalls schon mehr auf dem Bein- auch für mich (1,85) nicht zu groß. Jetzt gestimmt, kein Problem Mechaniken ok, leichtgängig trotzdem direkt und geräuschlos, nicht ganz gerade verbaut bei Direktansicht unter der Kopfplatte. Nach dreimaligem Nachstimmen am ersten Tag, die folgenden 3 Tage nachts im Etui, tagsüber 30 Minuten gepielt, überraschend immer absolut stimmstabil. Oktavreinheit gut. In Beidem habe ich bei teuren Gitarren schon Anderes erlebt. Klang mit den DAddario EJ38 Werkssaiten schon sehr gut was Mitten und Höhen anbelangt. Bei den Bässen darfs etwas mehr sein, hatte mir bereits die Daddario EXP38 dazubestellt wie sie bei Takamine & Co Standard sind und dort ein etwas breiteres Klangbild abliefern. Denke kaum das es viel am Holz liegt wie einige Rezensenten meinten. Die Pins aus Plastik sind auch ok, werde sie jedoch beim ersten Saitentausch (2 Monate) ebenfalls wechseln. Messing oder Holz, bin mir noch nicht im klaren, dem Sustain der normal aber nicht überragend ist, dürfte es gut tun. Pickguard dezent und nicht zu groß und dick, scheint geändert worden zu sein ist kein Monstrum wie einige meinten. Fishman Isys+ also nicht die Standard Version funktioniert einwandfrei. Klang auf Kustom MA 30 und Fender Mustang IV gut, besser als die Klangbeispiele auf der Webseite vermuten lassen (habe sehr gute Lautsprecher am PC angeschlossen). Mit ART Tube MP Vorverstärker im Cleanmodus läßt sich noch mehr herauskitzeln, da spielt dann das Fishman OEM in der Oberklasse!

Erster Gesamteindruck nach 4 Tagen: Die HB CLJ-412E ist eine sehr gute Gitarre, optisch ansprechend (wenn man Guild mag...) trotzdem nicht nur mit Kopfplatte,Logo und Inlays eigene Wege gehend, keine billige Kaufhaus-Kopie sondern für diesen Preis ein echtes Wunderwerk. Dank auch an die chinesischen Wanderarbeiter oder wer immer diese Gitarren baut- hoffe es bleibt für ein menschenwürdiges Leben genug übrig. Muss für diese netten Leute doch mal eine Kerze aufstellen (Kein Witz). Gibt in China 120 Mio. Christen nur noch 90 Mio. Kommunisten sind in der Partei. Da tut sich auch was...

Mir erscheint es dass der Klang jeden Tag besser wird, vielleicht auch weil ich weniger daneben greife(?!) eine 12er will wieder gewohnt sein. Kann auch daran liegen, dass ich die Gitarre vom ersten Tag an mit Joe Pass 12 String Guitar und Pink Floyd Wish you were here abwechselnd im Dauermodus beschalle während ich längere Wanderungen mit Frau und Hund unternehme (ansonsten nicht nachahmenswert). Dank auch an die Geduld der Thomann Gitarrenabteilung, die mich nicht nur mit dieser Gitarre wieder sehr gut beraten hat.

Ergänzung 06/01/2017: Bin trotz regelmäßigem Spiel (minimum 2x die Woche) immer noch mit dem ersten Saitensatz nach 5 Monaten zufrieden, den ich allerdings nach jedem Spiel mit trockenem Tuch reinige. Die Schwäche in den Bässen hat sich etwas gegeben. Habe sehr zeitig Stimmung auf Open D gewechselt, Saitenlage weiterhin Bestens. Gitarre ist in alter Jumbotasche von Thomann trotz wechselhafter Kamintemperaturen im Raum kaum verstimmt (besser Korg Tuner Anzeige nutzen). Saitengeräusche am Sattel beim Stimmen verschwinden durch Bleistiftgraphit. Mechaniken weiterhin einwandfrei. Fingerpicking z.B. Autumn von Autschbach, aber auch Variationen von Greensleeves oder klassische Etuden von Tárrega sind in jeder Lage gut und sauber zu spielen und machen richtig Spaß, Der Klang vor allem die Höhen (Diskantsaiten unterschiedlich leicht erhöht) ein Genuß. Mir mittlerweile lieber wie meine ehemalige Seagul S12 Zeder, Die Fichtendecke scheint wirklich "mitzudenken". Strumming und Picking á la Cat Steavens sollte man allerdings mit Medium oder Light Plektrum (Martin oder Fender) eher streichelnd als heavy veranstalten, sonst klingt es eher trübe und breiig!

Einziger Mangel bisher: der Tuner, der selten benutzt, jedoch einmal vergessen abzuschalten sofort die Batterie leergesaugt hat. Batteriefachdeckel auch keine Nebengeräusche wie wohl frühere Modelle.

Fazit: Ein rundum durch Rückmeldungen und Verbesserungen wohl ausgereiftes Instrument für einen unglaublichen Preis!

Nachtrag: Nach Wechsel auf EXP38 Saiten musste ich doch erkennen, dass der Laminatboden und die Mechaniken mit diesen Saiten erstmal überfordert waren. Dauerte mehr als einen Monat bis vom Strumming bis Fingerpicking der Ton vor allem im Bassbereich gut war, Die Stimmung einigermaßen stabil blieb-dies jedoch nur beim Tuning einen Ton tiefer und veränderter Spielweise. Dafür war mehr Druck und Bass als bei den EJ 38 vorhanden, während die Höhen- bei den EJ 38 perfekt, bei EXP38 leicht verschwommen wurden. Der Laminatboden der CLJ 412E schwingt gegenüber massiven Decken von Gitarren der Oberklasse einfach zu stark mit, Also die Entscheidung des Herstellers für die EJ 38 goldrichtig doch wer mit Geduld und vielleicht etwas längerem Aushängen der Saiten (beim nächsten Saitenwechsel mal probieren) zum privaten Gebrauch spielt, kommt für 200 Euro dem Sound und der Spielbarkeit einer Oberklasse Gitarre zumindest nahe. Daher weiterhin volle Punktzahl.
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Unglaublich viel Sound für´s Geld !

Axel482, 17.09.2014
Als ich neulich so in die Runde blickte und meine Gitarren zurückblickten fiel mir auf :
Irgendwie fehlt da was...okay, es fehlt noch vieles, aber eines ganz besonders: ne 12-saitige.
Drei habe ich schon besessen, und ich trauere ihnen immer noch hinterher, besonders der allerersten. Das war ne EKO Ranger 12, dank nulltem Bund und höhenverstellbarem Steg traumhaft in der Bespielbarkeit. Der Hals war geschraubt und konnte dadurch noch zusätzlich im Winkel optimal angepasst werden. Leider war sie aufgrund der Sperrholzkonstruktion gefühlte zwei Zentner schwer, nicht gerade sonderlich laut und auch die Lackierung war , ungelogen, eigentlich mehr ein mindestens millimeterdicker Kunstharzüberzug. Trotzdem, zusammen mit dem gerade damals brandneuem Shadow-DoublePlay-Pickup-System ( magnetischer und Piezo-Pickup, beides in passiv...aber SCHWEINEGEIL miteinander mischbar) hab ich die geliebt. Irgendwie haben die bei EKO damals alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte, aber die Schrammeln waren trotzdem endgeil. Immerhin hat sie mich damals auch alle Einkünfte meines allerersten Ferienjobs gekostet. Verkauft hab ich sie dann weit unter Wert, weil ich plötzlich Taufpate war und immer noch auf der Schule...und Geld für´s Patengeschenk brauchte. Die Zweite war ne Yamaha, wesentlich leichter und aus massiven Hölzern, aber ich wurde nie richtig ein Team mit ihr...die Saitenlage war super, aber das Halsprofil passte meiner linken Hand irgendwie gar nicht...zu klobig , zu breit, zu kantig.
Ich dachte, irgendwann gewöhne ich mich dran, aber dem war nicht so. Die dritte war dann ne Ibanez, bei der passte alles...bis auf den fehlenden Pickup...aber sie hat meinen Hausbrand nicht überlebt, wie ungefähr ein Dutzend andere Gitarren. Seit einiger Zeit baue ich meine Sammlung neu auf und inzwischen fühle ich mich schon fast wieder wohl, aber ne neue 12-saitige musste her...Sie musste sowohl unplugged als auch verstärkt brauchbar klingen und gut spielbar sein ohne Tricks wie herunterstimmen und Kapo drauf...Kapodaster benutze ich zum Einstellen von Gitarren, weil mir sonst ne Hand fehlt... beim Spielen derselben haben sie nichts zu suchen.
Außerdem mag ich protzige Dinger nicht....ich mag es optisch dezent , aber elegant. Und es sollte mindestens ne Dreadnought sein, weil gerade trocken gespielt ein vernünftiges Klangvolumen nun mal nen relativ großen Resonanzkörper braucht.
Die legendären Gibson-Jumbos gefielen mir sehr, waren aber unerschwinglich für mich....und optisch zu verspielt und zu verschnörkelt. Okay, dann eben Epiphone ? Bezahlbar, aber auch wieder zu verschnörkelt...außerdem hab ich im Netz viel zu viele Epiphones mit gebrochenen Hälsen gesehen, die scheinen diesbezüglich gerade in einer ziemlich heftigen Qualitätskrise zu stecken.
So fiel mein Augenmerk auf die Harley Benton...Jumbo-Korpus, dezenter Steg (nicht dieses total verschnörkelte, überladene, Gibson/Epiphone-Design), massive Hölzer, Knochenmaterial für Steg und Sattel, und als Pickup-System nicht das sehr gern verbaute chinesische Möchtegern-Dingsda-Bummsda, sondern ein echtes, wenn auch spartanisches, Fishman-System....man kennt das aussem Baumarkt...sogar die billigste Bosch - Stichsäge ist noch um Klassen besser, als die teuersten Sägen der Billig-Heimer-Mitbewerber....
Haben will !
Aber, oh Gott: Das Ding ist ausverkauft (gewesen), über drei Wochen Lieferzeit....was nun ? Gucken, was man sofort bekommen kann, noch Geld drauf legen...oder Kompromisse eingehen ? Oder einfach trotzdem bestellen und hoffen, das sich das warten lohnt, bis sie wieder lieferbar ist ?
Ich hab sie einfach mal trotzdem bestellt...und eben drei Wochen recht ungeduldig gewartet.
Vorgestern war sie dann da, und gestern auch der zeitgleich mitbestellte, passende Koffer (Bewertung an anderer Stelle)...und : das Warten hat sich gelohnt !
Es erschließt sich mir nicht wirklich, wie man so etwas Grenzwertgeiles für 199 Euronen anbieten kann. Die Verarbeitung der Hölzer ist einwandfrei, die verarbeiteten Hölzer selbst
ebenfalls. Das ist kein auf Mahagoni gebeiztes irgendwas, das IST definitiv Mahagoni vom Feinsten, aus was Zarge und Boden bestehen. Gleiches gilt für die Decke...das IST Fichte, kein Irgendwas mit aufgeklebter und überlackierter Fototapete. Die Decke ist in der Mitte spiegelbildlich geteilt, aber nicht exakt spiegelbildlich...was an Versatz da ist, entspricht genau einer Sägeblattbreite. Das ist definitiv nicht gefaket, DAS Ding ist echt. Die Verarbeitung ist einwandfrei, ebenso die Lackierung. Die Mechaniken sind extrem leichtgängig und stimmgenau...könnten etwas besser sein, sind aber gut zu dosieren. Um es mal so zu sagen: für serienmäßig verbaute Mechaniken im Preissegment unter 1000 Euro gibt es da nix zu meckern. Sie halten ihre Stimmung im laufenden Spielbetrieb einwandfrei. Ich bin es gewohnt, Gitarren am Vorabend des Auftritts hinzustellen und zu stimmen und am Abend des Auftritts die Gitarren immer noch gestimmt vorzufinden...das traue ich den Dingern einfach mal zu, obwohl es doppelt so viele sind, wie sonst an einem Hals.
Bei goldfarbenen Mechaniken bin ich immer etwas skeptisch, wie lange sie goldfarben bleiben, aber was wird sich im Langzeittest erweisen müssen.
Die ab Werk aufgezogenen Saiten sind D´Addario EXP in 010er, also nicht irgendwelcher Billigschrott und klingen schon mal recht brauchbar. Allerdings sagen sie mir von der Zusammensetzung des Saitensatzes in der Stärke, bzw. in der Betonung der Klangcharakteristika nicht wirklich zu. Es gibt da von Dean Markley einen Satz für 12Saiter in 009, der wesentlich harmonischer klingt und auch um einiges leichter zu greifen ist.
Zu bemängeln an den werksseitig aufgezogenen Saiten ist vor allem, dass sie für meinen Geschmack zu grell klingen und dass die g-Oktav eine 008er ist, die sich, wie schon vorher befürchtet, eine Stunde nach Erhalt der Gitarre und Stimmen auf Standard-Tuning einfach mal so ohne mein Zutun durch Riss in der Mensurmitte dem weiteren Spielen entzogen hat.
Na ja..ist halt ne 12-saitige...und ne g Oktav ist nun mal ne um zwei Töne zu hoch gestimmte dünne e...die machen gern mal einfach so ?knack? ...und das war´s dann.
Bei dem Dean Markley Satz, auch hier bei Thomann erhältlich, sind die e und h dünner, aber die g Oktav ist auch ne 009er, was ihre Lebenserwartung doch sehr erhöht...
Das Schlagbrett der Harley Benton verzichtet auf irgendwelche eingravierten Vogel-und-Blumen oder Vogel-mit-Blumen oder Vogel-an-Blumen ? Motive, es ist halt einfach schildplattähnlich und dreilagig...schlicht, dezent und elegant...keine Ahnung, wie viele Plastikschildkröten dafür aus dem Panzer geschubst werden mussten, aber es gefällt.
Weniger Gefallen erregen die Kleberreste, die an den Rändern darunter hervorquellen, aber das ist rein kosmetisch...und mit Daumennagel und Daumenkuppe recht leicht zu entfernen.
Der Hals ist einwandfrei verarbeitet und weist keine Mängel, Risse oder Lackfehler auf.
Er könnte gerader sein, das ist doch ein wenig mehr, als die allseits gelobte und erwünschte ?leicht konkave? Krümmung, weshalb die Halskrümmung und die Saitenlage in den höheren Bünden im Auslieferungszustand noch nicht wirklich optimal ist. Ich werde daran jetzt erst mal noch nichts ändern, da ich ja sowieso noch einen anderen, geringfügig ?weicheren? Saitensatz aufziehen werde. So pi-mal-Daumen-gepeilt würde es damit dann optimal sein.
Und falls doch nicht, so hat gerade diese Gitarre einen Vorteil, den ich bei 12-Saitigen seit der eingangs erwähnten, legendären EKO Ranger 12 vermisse : Der Trussrod ist OBEN am Hals zugänglich. Damit entfällt das verdammt lästige Gewurschtel mit Inbus-Schlüssel, Verlängerung und Zange durch das Schallloch...bei dem ständig irgendwelche Saiten runtergestimmt, zur Seite gezerrt und wieder hochgestimmt werden müssen...
Wer allerdings hofft, auf eine 624er Gibson-Mensur zu treffen, wie es in der Artikel-Beschreibung steht und damit auf noch mal erleichterte Spielbarkeit, wird leider enttäuscht... zumindest meine hat ne normale 650 mm Mensur...Schade eigentlich, aber ich bekomme die schon noch mindestens genau so leicht spielbar hin, wie eine 6-Saitige...
Vom Kraftaufwand her gibt es kaum Unterschiede zwischen einer 12-Saitigen mit 010er oder 009er-Saiten und einer 6-Satigen mit 012er oder 013er-Saiten. Genau betrachtet verteilen sich bei der 12-Saitigen die Kräfte sogar noch auf doppelt so viel Auflagepunkte....
Man mag es vielleicht nicht glauben, aber echte Flamenco-Gitarren mit richtig harten Nylon-Saiten gehen mehr auf die Finger...
Aber zurück zum Thema: das Halsprofil der Harley Benton ist angenehm flach ausgelegt und sehr Konzertgitarren-ähnlich. Auf dem Hals fühlt man sich sofort zu Hause. Als Wanderer zwischen den Halswelten von Konzertklampfe, Mandoline , über Viersaiterbass, E-Klampfe, 6-saitiger-Western, diversen E-Gitarren mit allen erdenklichen Halsbreiten und Halsprofilen macht mir der Switch von Firebird über Strat, Paula, Konzertklampfen und Bass auf diese 12-strippige nicht das geringste Problem...30 Sekunden Einspielzeit, und ich finde auch im Dunkeln sofort jeden Bund. Insgesamt ist der Hals etwas schmaler gehalten, als man es von anderen 12-Saitern kennt. Praktisch hat das für Leute mit kürzeren Finger wahrscheinlich Vorteile. Allerdings liegen so die Saitenpaare auch recht nah beieinander, was exakteres Spielen erfordert als auf breiteren Hälsen, ist aber vor allem Gewöhnungssache. Nur die Fingernägel an der linken Hand sollte man noch kürzer halten als sonst, anderenfalls erwischt man schon einmal ungewollt die benachbarten Saiten.
Bis zum 15ten Bund ist sie ziemlich gut spielbar in der werksmäßigen Abstimmung, wer höher hinaus will, muß wohl eher etwas mit schmalerem Korpus und/oder unterem Cutaway suchen. Für das, wofür ich sie brauche, ist sie okay. Ich spiele darauf hauptsächlich Sachen von Dylan oder Neil Young. Allerdings kommen auch akustische Versionen von Deep Purple´s ?Child in time? oder ZZTop´s ?I thank you? richtig gut auf dem Ding. Auch wenn ich außer mir sonst niemanden kenne, der auf die Idee kommt, so was auf ner 12saitigen zu spielen ...... * lach*
Kommen wir nun zum Sound : Jumbostyle-mäßig ist der schlicht und einfach Jumbo.
Halt eben noch nen Tick fetter als auf einer Dreadnought. Der Korpus ist hervorragend verarbeitet und das Schwingungsverhalten ist exzellent. Das Sustain ist hervorragend. Mal sehen, ob man da nicht über SaitenhalterPins aus Messing noch ein bisschen mehr an Sustain und Präsenz herauskitzeln kann, ist nen Versuch wert...aber mit dem Status Quo kann man schon mal ganz gut leben. Der Grundsound ist jedenfalls absolut in Ordnung und läßt alle Möglichkeiten offen, über verschiedene Saitenstärkenkonfigurationen seinen persönlichen Lieblingssound zu kreieren.
Das eingebaute Pickupsystem ist absolut ausreichend. Es liefert einen, im Vergleich mit anderen Systemen, sehr hohen Ausgangspegel und ausreichend Regelmöglichkeiten für den Einsatz on Stage....die endgültige Soundmischung findet eh erst weiter hinten in der Verstärkungskette statt. Ich halte es da, wie mit E-Gitarre...den Level am Instrument etwa in Mittelstellung, darauf wird der Rest der Kette abgestimmt. Und ich hab dann immer noch die Möglichkeit , an der Klampfe selbst nach oben oder unten abzuweichen, falls es mir nicht passt oder extrem anders klingt als noch beim Soundcheck vorher.
Der eingebaute Tuner ist ein nettes Gimmick nebenbei, allerdings schwöre ich auf meinen uralten Korg-Tuner, in dem noch eine gute alte Anzeigenadel ihren verlässlichen Dienst tut, anstatt blinkender Dioden oder zitternder LCD-Möchtegern-Zeiger. Aber gerade wenn es in der Umgebung ein wenig lauter ist, und man dadurch nicht wirklich nach Gehör stimmen kann, ist der eingebaute Tuner recht nützlich, auch wenn man rein unplugged spielt auf irgendwelchen Grillfeten oder ähnlichem Zeugs. Nebenbei : der Preamp schaltet im Tuner-Modus den Ausgang stumm, so dass verkabelt keine nervenden Stimmgeräusche zu hören sind, wenn man gestöpselt spielt und damit stimmt. Genau scheint der Onboard-Tuner auch zu funktionieren. Sowohl meine Ohren, als auch mein geliebtes altes Korg-Stimmgerät stimmen mit seiner Meinung von richtiger Stimmung überein. Allerdings sollte man nicht vergessen, nach dem Stimmen den Tuner-Modus abzuschalten, wenn man rein akustisch spielt. Normalerweise schaltet der Preamp batterieschonend ab, sobald der Stecker ausgestöpselt ist.
Im Tunermodus ist die Abschaltung aber deaktiviert. Zwar gibt der Preamp kein Signal ab, aber der Tuner saugt weiter an der Batterie. Nun gut, allzu häufig wird man den Tuner mitten im Schrammeln nicht bemühen müssen...wie schon gesagt: die verbauten Mechaniken halten die Gitarre ziemlich zuverlässig in Stimmung.
Ebenfalls auf der Kontrollplatte findet sich noch ein Knöpfchen mit der Aufschrift ?Phase?. Warum jenes Knöpfchen so heißt, weiß wahrscheinlich nicht einmal der Geier, unter nem Phase-Switch verstehe ich etwas anderes und baue die Dinger zu gern nachträglich in E-Gitarren ein. Egal, wie er jetzt heißt und warum : er tut was er soll, nämlich die Neigung zu Rückkopplungen extrem reduzieren. Wenn´s auf der Bühne plötzlich unerwartet pfeift und brummt, könnte der die schnelle Rettung bedeuten, ohne erst alles neu einpegeln zu müssen.
Ihr Bühnendebüt hat die Harley Benton noch nicht gegeben, aber hier im Kämmerlein zu Hause klingt es so, als sei sie uneingeschränkt stage-tauglich. Ich werde es demnächst mal ausprobieren.
Ich fasse das noch mal zusammen: Für gerade mal 199 müde Euronen bekommt man hier eine schnörkellos hübsche, dezent gehaltene12-saitige Jumbo aus massiven Hölzern, die so gut und hochwertig klingen, wie sie aussehen. Das Ganze in makelloser Verarbeitung. Über die Kleberreste am Schlagbrett will ich mal nicht herziehen, kurz mit dem Daumennagel dran langgeschrammt, nachgewischt und gut ist. Heute, zwei Tage nach der Lieferung und seitdem im Dauertest, habe ich den Sound immer noch ständig im Ohr und bin damit in den örtlichen Musikinstrumente-Laden gepilgert, nur mal so zum vergleichen. Was vergleichbar war, lag so etwa bei 800 bis 1000 Euronen, die absoluten Premium-Marken mal gar nicht erst mitgezählt.
Die liegen noch wesentlich drüber.
Wer auf große Markennamen, übertriebene Perlmutt-Einlagen und Schnörkel am Steg und Bindings um die Kopfplatte herum verzichten kann und nur gute Verarbeitung, brauchbare Spielbarkeit und einen ausgewogenen, guten , voluminösen Sound haben möchte für ganz schmales Geld, ist hier richtig aufgehoben.

Mein Fazit : Klare Kaufempfehlung !
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