Die Anschaffung der SB-1 Aktiv-DI-Box habe ich mir aufgrund des Preises lange überlegt, Aktiv-DI-Boxen gibt es auch von bekannten Herstellern.
Die SB-1 verwende ich zur Verbindung von E-Acoustic Gitarren mit aktiven Tonabnehmersystemen (L.R. Baggs VTC und L.R. Baggs Anthem) mit dem Mischpult, Einsatz in meinen Rock-Bands, bei Jam Sessions/open mic Veranstaltungen.
Sicher kommt die Frage, wieso ich für aktive Tonabnehmersysteme eine aktive DI Box nehme? Lehrmeinung ist, dass man bei Vorverstärkern in der Gitarre mit passiven DI Boxen arbeitet. Ich habe mit der bei meinem Signalweg vorliegenden Konfiguration die Erfahrung gemacht, dass ich mit aktiven DI Boxen (z.B. der von Palmer) einmal natürlich ein kräftigeres Signal ans Pult bekomme und es auch besser klingt. Ich verwende auch eine passive DI Box von Radial Engineering und Palmer, habe aber mehr Probleme einen brauchbaren Sound raus zu bekommen als mit aktiver DI Box.
Ein Grund für die Auswahl der SB-1 war neben dem Vertrauen in die Qualität der Radial Engineering Produkte und sicher auch Akzeptanz bei Ton-Leuten und vor allem der Umstand, dass die SB-1 neben den üblichen Ground Lift und PAD Schaltern auch eine Phasenumkehr hat. Kann im Notfall bei Rückkopplungen helfen und man hat "zwei Sounds". Argument, dass die Phasenumkehr am Mischpult ist stimmt, aber es gibt sie nicht an allen Mischpulten, die man halt bei kleinen Veranstaltungen regelmäßig vorfindet.
Der "Stage Bug" ist klein und stabil gebaut, liegt gut in der Hand. Die Kunststoff Klinkenbuchsen sehe ich unkritisch, habe noch keine zerstört bis jetzt.
Der Test mit einer Gibson Southern Jumbo und einer Hummingbird an meinem Proberaum X32 Producer Pult über Maui G11 2. Generation PA ist sehr gut verlaufen. Über die SB-1 habe ich ohne Geschraube am Mischpult-EQ (nur Low Cut gesetzt, sonst nichts) sofort einen brauchbaren Sound bekommen. Natürlich kann die SB-1 die typischen Piezo-Schwächen nicht ausbügeln, aber das war bis jetzt der beste Klang über eine DI Box (egal ob passiv oder aktiv) ins Pult. Bei höheren Lautstärken müsste man im Fall der L.R.Baggs VTC Pickups irgendwann doch den Bassregler am Pult einsetzten, Notch Filter hat die SB-1 halt nicht. Der Phasenumkehrschalter sollte unbedingt ausprobiert werden.
Ich weiß nicht, was Radial Engineering bei der SB-1 richtig gemacht hat. Ist es nur einfach ein Zufall? Oder die Abstimmung der Eingangsimpedanz? Oder ist sogar ein "Optimierungs-EQ" versteckt? Egal, wir gefäll die SB-1.
Wenn man mehr will, muss man schon auf einen Acoustic PreAmp zurück greifen.
Erfahrungsbericht: Letztes Wochenende hatte ich die Ehre am Analog-Mischpult einer Open Stage/Session Veranstaltung zu stehen. Mit meinen beiden Stagebugs habe ich zwei Anschlüsse für zu erwartende E-Acoustics bereit gestellt. Im Laufe des Abends hatte ich 6 verschiedene Acoustic Gitarren mit verschiedenen Tonabnehmersystemen - von einfachen Modellen bis zur Martin D-18E mit LR Baggs Anthem an der PA, eine Mandoline mit einem passiven Tonabnehmer und den Empfänger einer Funkstrecke eine Geigers, die die Fiddle per Funk abgenommen hat.
Alles hat problemlos funktioniert, der Sound war trotz einfachem Mischpult EQ (3-Band, semiparametrische Mitten) gut, die Setup Zeiten kurz, da die SB-1 kräftige Signale liefern. Die Phasenumkehr half gegen Feedbacks, wenngleich mit ein Notchfilter noch lieber wäre. Die klanglichen Einschränkungen der Tonabnehmersysteme kann die SB-1 natürlich nicht ausgleichen, aber es klingt irgendwie immer besser, als über eine passive DI-Box, selbst wenn die von Radial ist.
Interessant war, dass ein Musiker eine Gitarre mit einem K&K mini Pickup dabei hatte. In den Gitarrenforen liest man zum K&K, dass spezielle Vorverstärker unbedingt nötig seien, aber für die open stage Situation geht das auch mit den SB-1 einwandfrei. Kräftiges Signal, Gitarre klang super an der PA.