Das kompakte NUX sollte mein abgespecktes Allzweck floorboard um klassische Ampsounds Fender Marshall Mesa ergänzen. Mit dem zuvor getesteten Valeton GP5 konnte ich mich nicht anfreunden, trotz intensiver Beschäftigung.
Es stand also das Ampcore in direkter Konkurrenz zum on board bereiits befindlichen Tonex One , mit dem ich eigene Engl Amps und Modded Amps drauf habe, sowie Presets der Satriani Ampsuite durchgeflöht und einige gute Studio Rats Presets geladen hatte.
Im direkten Vergleich war ich mehrfach hin und hergerissen ob das NUX oder die TX captures nun besser passen um mit einem kleinen SessionGig Board klarzukommen ...
d.h. ich hatte mindestens 3 mal das nux eingepackt zum zurücksenden und nochmals ausgepackt und nun hat es sich doch auf dem kleinen board etabliert zumindest zum üben aufm Sofa.
Warum? Ganz einfach: es klingt gut, es ist vielseitig und aufs wesentliche konzentriert und Presets sind wesentlich einfacher abrufbar, es hat ein Display und es hat alle Butter und Brot Ampsounds an Bord - Das Besser und einfacher bedienbar im Vergleich zum tonex one und nix halblebiges zuviel an bord im Vergleich zum GP5 (ausser dortigem integrierten Tuner) und die excellent nuancierbar spielbaren Sounds waren dann matchwinner , wenn man erst einmal folgende Dinge die wichtig sind versteht und umgesetzt hat:
1. Es ist konzeptionell ein trockener Amp und kein multieffekt in schmaler bauweise und braucht Einbindung in entsprechende Peripherie zb nachgelagerten Raum hall / Delay und am besten auch zusätzlichem eq als global EQ, um schnell an die angedockte Umgebung anpassbar zu sein.
2. Es braucht am ehesten den selben Amptyp zb in 3 Gainstufen und wenn schon verschiedene Amps in einem 3-er Set dann mindestens mit selbem IR , um dem PA Mixer Mann taugliche Frequenzen ohne extreme Abweichungen abliefern zu können ohne dass beim Amp Umschalten Frequenz-Löcher entstehen .... Also am ehesten einen simulierten authentischen "Dreikanaler" denken beim einstellen.
3. Es benötigt ein Overdrive oder Boost zum variieren und Solo boosten und es empfiehlt sich einen guten geräuscharmen Compressor davor zu schalten zum anfetten.
4. Alle Amp Presets unterschiedlicher Amptypen müssen mit identischer neutraler Sound-Verstärker-einheit FRFR oder gutem Kopfhörer bezüglich Klanganpassung und Lautstärkelevel austariert werden.
Das ist mühsam aber lohnt sich.
5. erst wenn diese Amp-Sound-Tripletten für zb max. 3 - 4 live benutzbare Sets stehen und als 3-er Reihe gut klingen zb über referenzierten Standard wie z b einen guten Kopfhörer, sollte man sich drum kümmern am Mischpult diesen Referenzklang separrar EQed auf die FRFR Box oder PA box zu bekommen d h auf jeden Fall getrennte EQs für in-ear und p a. und dann halt Anpassen bis es näherungsweise gleich klingt in den clean- aber auch in den gain-stufen!
Austarieren heisst hierbei leider auch. Kompromisse eingehen zu müssen mit entsprechender Gelassenheit und Priorisierung und Geduld.
Und hierbei unbedingt beachten: Lautstärke in gewünschter live Lautstärke einstellen diese bestimmt das Klangvolumen und Durchsetzkraft massgeblich und mein Tipp:
Den Klang und vVlume auch im Verbund mit mehreren instrumenten und drums einstellen , evtl. auch was mit Looper aufnehmen und dann drüber solieren, um rauszuhören ob das was einzeln gefällt auch im Verbund durchschlagkraft hat. Und Ohrenpausen machen, z b am Folgetag nochmals gegencheck und Feinjustage mit frischem Gehör.
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Wer meint er kann was zu hause im Mischpult gut klingend einstellen und selbiges später am Amp anstöpseln und anpassen, hat verloren!
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Der NUX Ampcore klingt amtlich wenn man Ampless in die PA spielt , obiges brachtet, d h die Anzahl der Klangbeeinflussenden Variablen reduzieren und wenn man ihn als ausschliesslichen Amp eingebunden in einem Ökosystem betrachtet, und wenn man eine Ahnung hat wie das Original entsprechend dem Modell in etwa klingt und sich beim Spielen verhält.
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Nun zum haptischen und Bedienbarkeits Aspekt:
Die Bedienung und das editieren der Parameter geht über Software editor am einfachsten, geht aber auch mit den Menues und Push-Potis am Gerät und dortigem Display gut von der Hand.
Genau Letzteres schlägt den TonexOne, der leider adhoc schwer korrigierbar ist (ausser Klang 3band EQ und bisschen comp) und eigentlich ohne App und Display daherkommt, was live dann den Abruf von Presets stark einschränkt oder als Blindflug endet kryptisch über selbstersonnene wechselnde Farben ausartet, oder mind. einen PC im Zugriff benötigt. Ipad phone app gibts zwar über ein angeschlossenes xSonic tx , der ist dann aber fast gleich teuer wie das TonexOne selber und wieder gross und sperriges extra zum board.
Es empfiehlt sich bei derartigen Amp in a Box Systemen für live boards anwendungen nie zuviel reinzuwurschteln an effekten auf die der zugriff dann live fehlt und generell nie zu viel Gain im Preset zu programmieren ,
sondern dann lieber auf authentisch einstellen was das Vorbild kann und nicht wünschdirwas, also lieber Gain dort wo mit entsprechend benutzter Gitarre noch Anschlagstärke und nuancen abgebildet werden und für solo dann halt einen boost davor schalten.... dann wirds gut und so macht das Spielen im Bandgefüge dann auch Spass!
Fazit: Gutes Teil passt auf kleine boards , für Leute die Bodentreter eh schon haben eine echte Bereicherung.
Einzig was fehlte wenn eh schon digital:
es könnt ein tuner drinne sein und ein passendes Reverb zum Amp , sowie ein Global EQ zur spontanen Anpassung Aller Presets global an die jeweilige Session Umgebung . ... dann wäre es perfekt und würde platz aufm board sparen ...