Warum schreibe ich eigentlich hier einen Erfahrungsbericht? Weil ich nach etlichen Jahren Suche nach meinem Sound angekommen bin und mein Bericht vielleicht jemandes Suche verkürzt.
Seit mittlerweile fast einer Woche habe ich den Grandmeister 36 im Vergleich zu meinen bisherigen neun Amps getestet. Diese wären 1988'er Marshall JCM 800 2204 von Dirk Baldringer gemoddet, Tonehunter TNT 50, Marshall 1974x Combo, 1971'er Fender Vibrolux Reverb, Ceriatone HRM 50, Ceriatone Straycat 30, Kitty Hawk Junior, Hughes & Kettner Tubemeister 18 Combo und Port City Pearl Combo.
Als Bodentreter habe ich vor den cleanen Amps folgende eingesetzt: Okko Diablo Gain+, Baldringer Dual Drive, Wampler triple wreck, T-Rex Replica und T-Rex Twister.
Die bekannten Modeller hatte ich für mich bereits vor einiger Zeit im Vergleich zu den o.a. Amps verworfen. Eleven Rack, Axe Fx ultra und Pod 500 hatten für mich keine Chance gegen Tonehunter, Baldringer etc.
Nun zum Grandmeister 36 - ausgepackt mit meiner Vox 2x12 handwired Box mit Celestion Blue Alnicos verkabelt und die H&K Midileiste angeschlossen. Die Presets habe ich nicht getestet, da ich nur vier Kanäle benötige und diese grundeinstelle und anschließend über Ton-und Volumepoti der Gitarre die Wärme und den Zerrgrad justiere.
Der Cleankanal kann von Hificlean über warmen Fenderclean bis zu dreckigem Marshallclean bzw. Voxclean - das Master- und Gainpoti sowohl die EQ muss man dafür allerdings nutzen. Mit dem Boost erhält man dann einen tollen Leadton im Cleankanal.
Der Kanal ist sehr dynamisch und klingt genau so gut, wie mein aufgerissener 1974x.
Der Crunch- und die Distortionkanäle sind ebenso dynamisch (Zerrgrad ist ohne große Lautstärkeeinbußen per Volumepoti regelbar und der Anschlag definiert den Zerrgrad) und klingen für mich unglaublich musikalisch. Gut der Tonehunter klingt vielleicht verzerrt noch einen Tick weicher (alles Geschmacksache) kann aber clean nicht wirklich.
Der Port City Pearl ist für mich der beste Clean Amp, den ich bisher gespielt habe und ich habe schon so ziemlich alles gespielt, kann aber nur über Tretminen wirklich verzerrt und ich finde echte Endstufenzerre nicht ersetzbar. Durch die Power-Soak des H&K ist diese Endstufenzerre auch bei moderaten Lautstärken erzielbar und klingt wirklich amtlich.
Die Effekte sind, wenn man sie braucht nutzbar - Reverb gut, Delay o.k. und über Tap einstellbar und die Modulationseffekte nice to have.
Alles über Midi leicht speicherbar. Red-Box ist ein nettes Feature on stage (parallel mikrofoniere ich zusätzlich, muß aber nicht sein).
Alles in allem verkaufe ich jetzt bis auf den puristischen Port City Pearl und den Okko Diablo alles und behalte den Gainmaster 36 als Universalamp (Superleicht zu transportieren).
Ich bin total begeistert von diesem Konzept und finde auch klanglich ist alles darstellbar. Bisher dachte ich, es müsste alles point to point handwired sein, um gut zu klingen. Der Grandmeister hat mich eines besseren belehrt. Meine Ampsuche hat nun auch nach diversen Jahre ein Ende gefunden, nachdem ich mit meiner Suhr Guthrie Govan Modern Antique und der Gibson Les Paul CC 7 John Shanks auch komplett zufrieden bin.
Wer einen Verstärker sucht der leicht zu transportieren ist, einen superben Cleankanal besitzt, Crunch in allen Facetten kann und zusätzlich auch noch High-Gain ohne matschen hinbekommt und über die 2x12 Vox-Box schiebt ohne Ende (Death-Metall oder ähnliches spiele ich nicht und kann ich nicht beurteilen), der sollte den Grandmeister anspielen.
Für mich ganz grosses Kino.