Behringer X-Touch

Universeller DAW Remote Controller

  • unterstützt HUI und Mackie Control Protokoll
  • für Studio und Live Anwendungen geeignet
  • 9 berührungsempfindliche 100 mm Motorfader
  • 8 LCD Displays für Kanalbeschriftung und andere Parameter
  • Ethernet Interface für RTP (Real-Time Protocol) MIDI und BEHRINGER X32 Remote Control
  • 8 belegbare Drehpotis
  • 92 Knöpfe für Direktzugriffe
  • eingebautes 2x2 USB/MIDI Interface für direkte Verbindung von Mac oder PC
  • 2 Anschlüsse für Fußschalter
  • Abmessungen (H x B x T): 100 x 452 x 301 mm
  • Gewicht: 4,3 kg
  • passende Tasche: Art. 479532 (nicht im Lieferumfang enthalten)
  • passender Koffer: Art 330507 (nicht im Lieferumfang enthalten

Weitere Infos

USB Ja
Bluetooth Nein
5-Pol DIN MIDI Ja
Ethernet Ja
Fader 9
Drehregler 8
Audio I/O Nein
Transport-Funktion Ja
Fußschalter Anschluss Ja
Fußcontroller Anschluss Ja
Bus-Powered Nein
Jog Ja
Joystick Nein

Flexible Steuerung von Ton und Licht

Ob im Theater, im Club oder im Homestudio - mit der in Deutschland entwickelten X-Touch-Serie präsentiert Behringer nun MIDI-Controller auf Grundlage der älteren X32-Serie, mit denen sich eine Vielzahl von Anwendungen steuern lassen. X-Touch ist mit neun berührungsempfindlichen und motorisierten Fadern, 8 Endlos-Drehpotis und 92 Knöpfen für Direktzugriffe ausgestattet. Die Knöpfe sind mit orangefarbenen LEDs bestückt, die Drehregler verfügen über einen farblich abgesetzten LED-Ring als optischen Marker. Jeder Kanalzug bietet darüber hinaus eine achtstufige LED-Kette zur Pegelanzeige. Auf der Rückseite verfügt der X-Touch über flexible Anschlussmöglichkeiten, wie etwa USB, MIDI und Footcontroller.

Vielfältig ausgestattet

Wem acht Kanäle nicht genug sind, der kann mit den beiden Buttons unten rechts einfach die Layer wechseln, denn der X-Touch verfügt über zwei an der Zahl, mit denen die Bedienoberfläche des Controllers programmiert werden kann. Somit lassen sich insgesamt 16 Kanäle steuern. Die 8 Drehpotis lassen sich endlos bedienen und verfügen eine Push-Funktion, die ebenfalls belegt werden kann. MIDI-Daten können entweder über USB oder per Fünfpolstecker an den X-Touch gesendet werden. Mit den beiden zusätzlichen USB-Anschlüssen auf der Rückseite des Gerätes lassen sich nicht nur Eingabegeräte wie Maus und Tastatur anschließen, sondern es können ebenso mehrere Controller in Reihe betrieben werden. Außerdem befinden sich auf der Rückseite zwei Anschlüsse für Fußpedale. Im Lieferumfang enthalten sind ein USB-Kabel und ein Kaltgerätekabel.

Flexibler und stabiler Einsatz im Homestudio, Club und Theater

Ob für Live-Situationen oder im Homestudio - dank seiner geringen Größe passt der X-Touch Compact auf jede Arbeitsfläche in wirklich in jeder Situation. Mit den vier Gumminoppen auf der Unterseite hat der X-Touch einen festen Stand - egal auf welcher Oberfläche. Mit der farbigen LED-Ausstattung lässt sich leicht erkennen, ob ein Kanal auf Mute oder Solo geschaltet ist. Die integrierte Mackie-Control-Emulation sorgt für eine reibungslose Steuerung jeder denkbaren DAW. Das eingebaute USB-Interface macht eine schnelle erstmalige Verwendung möglich, sodass vorerst keine Treiber manuell installiert werden müssen.

Über Behringer

Das in Deutschland von Uli Behringer gegründete und heute in China ansässige Unternehmen steht seit dem ersten Produkt, dem Studio Exciter F, für preiswertes Equipment. Mischpulte, wie das Eurodesk MX8000, sowie unzählige Signalprozessoren und später auch Beschallungsequipment ermöglichten es unzähligen Musikern, auch bei einem begrenzten Budget ihre Heimstudios, Übungsräume und mobilen PAs mit Equipment auszurüsten. Die Produktpalette von Behringer wuchs über die Jahre ständig weiter. Durch die Übernahme weiterer Firmen, wie u. a. Midas, Klark Teknik und TC Electronic, kamen nicht nur neue Produktgruppen hinzu, sondern es floss auch deren technisches Know-how in die Produktentwicklung mit ein. Die noch junge Synthesizersparte von Behringer setzt die Firmenphilosophie des preiswerten Equipments mit überdurchschnittlicher Ausstattung fort.

Vielversprechende Steuerung über Mackie Control oder HUI

Während des Einschaltens gelangt man bei gleichzeitiger Betätigung der Select-Taste in das Konfigurationsmenü. Hier kann ausgewählt werden, in welchem Modus der X-Touch starten soll. Hier könnnen nicht nur Mackie Control (MC) und HUI angewählt werden, sondern es kann seit der Firmware 1.15 auch die Steuerung eines X-Air-Mixers übernommen werden, bei der man im Betrieb zwischen Mackie und HUI umschalten kann. Der X-Touch kann über USB, über beide MIDI-Ports oder übers Netzwerk betrieben werden. Plugins lassen sich einfach und direkt über die Encoder auswählen und bedienen. Mit den Tasten Read/Off, Write, Touch, Latch und Trim lassen sich wie gewohnt Automationen schreiben. Weiterhin findet man spezielle Tasten auf der X-Touch, die die eine Bedienung der DAW erheblich erleichtern. Hierzu gehören Autopunch, Cycle On/Off und die Aktivierung eines Metronoms über die Taste Click.

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Bedienung
X-Touch oder doch MCU...?
Andreas, 08.03.2017
Über Jahrzehnte hat sich die MCU mit all ihren derivaten teuer am Markt behauptet. Man stellt sich die Frage: Kann es Behringer jetzt billiger und besser?

Ich glaube eine klare Antwort kann man da nicht geben, den es kommt natürlich immer darauf an was man für Erwartungen hat.

Grundsätzlich ist das X-Touch eine aus "Bediener" sicht fast 100% Kopie der MCU mit allen stärken und schwächen dieses Konzeptes - zusammenfassend - aber nicht böse gemeint: Im Gegensatz zu den anderen Controlern aus der X Serie von Beringer ist das X-touch genau wie die MCU erstmal eine dumme - nicht programmierbare Konsole. Die inteligenz muss von der Software kommen.

Die MCU alias Logic Control war "Die" Konsole für Apples Logic. Dem entsprechend funktioniert sie damit auch immer noch am besten. Natürlich haben auch Pro-Tools & co. eine entsprechenden Unterstützung eingebaut - allerdings haben Hersteller wie z.B. Avid auch eingene Hardware - die besser unterstützt wird...

Inzwischen (seit Ende 2016) hat Behringer mit einem Firmware update für die X32 Serie nachgelegt und Unterstützt nun auch all seine eigenen X Produkte (X32, X-Air) mit einem eigenen Protokoll - so das man jetzt sagen kann: X-Touch ist eine "MCU + X"

Wenn ich gleich mit pro's und con's Anfange dann bezieht sich das in erster Linie auf den Vergleich mit dem "orginal" - das allerdings auch doppelt so teuer ist...

Fangen wir mal mit einer einfachen Zusammenfassung an:

Pro:

- Der Preis.

- Konnektivität: Es wird MIDI RTP (!) und USB unterstützt.

- Die Pegelanzeige mit LED's statt wie im orginal im LCD Display.

- Gleichzeitige Nutzung als Controler für die Behringer X-Serie und MCU DAW control (seit FW 1.15 von Ende 2016).

Der letzte Punkt war für mich der kaufentscheidende. Ich wollte eine zusätzliche Fader Unterstützung für mein X32 Rack haben und das funktioniert um es vorweg zu nehmen - wenn man es erstmal eingerichtet - hat ziehmlich gut.

Contra:

Die Hardware. Wer mal mit einer "echten" MCU gearbeitet hat merkt:

- Die Haptik des Jog Weel ist unterirdisch schlecht - echt Plastik und es lässt sich kaum mit einem Finger in der Mulde drehen...

- Die vPot's sind einfache Plastik Inkrementalgeber mit zu hartem Druckpunkt (gut das es die Flip Funktion gibt...)

- Die Displays. Die echte MCU hat ein langes zusammenhängendes Display. Behringer teilt dies in 8 kleine einzel Displays auf. Die sind auch noch flach im Gerät verbaut und nicht wie bei der "echten" MCU angewinkelt.

Das hat gleich mehre negative Effekte:

1) man kannn die Displays eigendlich nur von oben blickend gescheit ablesen - aber nicht schräg von vorne - so wie man normaler weise an dem Gerät sitzt.

2) Bei der "echten" MCU wird ggf. Text über das gesamte Display verteilt. Behringer macht das natürlich auch so - nur eben über 8 auseinander liegende einzel Displays. Damit wird das ganze recht unübersichtlich und schlecht lesbar weil zwischen den Mini Displays jeweils ca. 10mm Platz ist. Da bin ich dann auch gleich drauf reingefallen... Lustig: bei den Werten steht der eigendlich Wert manchmal in einem Dislpay und das negative Vorzeichen im anderen. Bei ersten mal hatte ich mich gewundert und gedacht up's seit wann hab ich 20 dB headroom...

- Die "echte" MCU lässt sich mit fader wings erweitern. Die hat Behringer leider (noch?) nicht im Programm (jedenfals nicht mit Display).

- Einrichtung: Gerade Midi RTP hat mich Nerven gekostet - weil schlecht und falsch dokumentiert. Das X-touch kann zwar DHCP - nur leider verbindet es sich (wenigstens bei mir )nicht automatisch - wie das in einigen Videos und Anleitungen behauptet wird - nach erhalt der IP Adresse mit den im Netz anoncierten Geräten (eigendlich auch logisch - denn woher soll es wissen welches es nun nehmen soll...). Man muss dazu erst die Ziel Adresse einstellen - also das "wohin". Dazu muss man aber erst mal begreifen das man sich beim Einrichten (Einschalten + Select Ch1) quasi in der "mitte" des Menüs befindet und sich nach oben und unten bewegen kann... Wenn man dann alles richtig eingestellt hat merkt sich das X-touch das immerhin, und verbindet sich anschließen beim nächsten Start automatisch.

- USB oh weh... Zunächst denkt man: Oh prima zwei USB host ports... Leider nein. Ist nur ein dummer Hub. Also auch nicht für FW updates zu gebrauchen. Die muss man wie in der Steinzeit per MIDI Sysex übertragen - nix USB Stick.
FW update: ich bekam noch eine FW 1.14 Version geliefert. Also schnell die neue FW draufgespielt und gewundert... Sysex Librarian sagt fertig, X-touch sagt 56% ...? Ist da jetzt was schief gegangen...? Nö - X-touch kann nur nicht zählen...

- Kein Bohrungen für VESA mount wie beim Orginal (Ulli - das kann doch wohl nicht so ein Problem sein vier Gewindebohrungen in die Bodenplatte setzten...)
Keine Grafikfunktion der Display im X32 mode

Sieht man sich diese Kontra Liste an könnte man denken: Voll durchgefallen.

Wenn man _nur_ eine Logic Control braucht und liebt würde ich an dieser Stelle fast sagen: Leider war. Gerade die Displays währen in diesem Fall ein "no go" genau wie das Jog Wheel.

ABER: braucht man das so - und vor allem für den Mehrpreis? Ich für meinen Teil kann die Frage mit einem klaren NEIN beantworten. Ich wollte das X-Touch in erster Line als Fader Erweiterung für mein X32-Rack haben. Ja ich arbeite auch mit Logic und nein ich störe mich nicht an den o.g. Mängeln, denn normaler weise nutze ich nicht besonders viele Funktionen der MCU. Genauer gesagt benutze ich regelmäßig folgende Funktionen:

- Transport Control (ohne Jog Wheel)
- Marker, Cycle, Automation, Drop, Click, Record select, Solo, Mute und die Fader

All das funktioniert beim X-Touch tadellos - und da brauche ich i.d.R. auch keine Displays für. Alles andere geht am Bildschirm aus meiner Sicht sowieso besser.

Und damit kommen wir zu dem echt coolen Teil: Dem Knopf mit dem man normaler weise zwischen SMPTE und Takt Ansicht umschaltet. Lässt man das X-touch im kombi mode laufen, kann man ein X32 über Ethernet und einen Rechner mit Logic drauf über USB verbinden.

Mit dem Knopf kann man dann zwischen X32 und MCU Ansicht hin- und her schalten. Die Transportsektion bleibt auch im X32 Mode Logic zugeordnet (FW 1.15 erforderlich). Das war es wo ich drauf gewartet hatte. Ganz ehrlich - ich hatte mir das X-Touch schon vor einiger Zeit angesehen als es auf den Markt kam. Damals war es nur ein MCU Ersatz und ich war - schwer entäuscht von dem Gerät. Ich hab mich gefragt was Behringer da eigendlich so lange dran geschraubt hat.

Seit Behringer die FW von den X32'igs und dem X-Touch überarbeitet hat muss ich sagen: Die Kiste rockt.

Deshalb hab ich sie jetzt auch gekauft und deshalb gibt es auch auch 5 Sterne - trotz der Mängel weil das Ding mit einem X32 und Logic zusammen einfach mal geil ist. Man kann viel Funktionen des X32 bedienen und das handling ist wie ich finde sehr gut. Schade ist nur das z.Z. Funktionen wie Tab Tempo und Szenen (noch?) nicht unterstützt werden.

Zusammenfassend würde ich sagen:
Wer ein Rack basiertes Behringer X Pult besitzt, der wird mit dem X-Touch zu dem Preis jetzt richtig Spaß haben und nimmt die MCU als dreingabe mit. Wer im Studio gewohnt ist täglich mit einer MCU zu arbeiten, der wird wohl eher beim Orginal bleiben.

P.S. Liebe Thomänner - wie währe es mit einem passenden Haubencase für das X-touch? Macht doch jetzt Sinn - oder... :-)
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Der ultimative Controller zum ultimativen Preis
Tristan B, 12.12.2020
Im Februar 2016 habe ich mein erstes großes Live-Konzert gegeben bei dem ein Videospiel Soundtrack von mir mit einem Orchester gespielt wurde. Der Mitschnitt erfolgte über einen Behringer X 32. Der Videoschnitt und Tonmischung fiel wieder in meinen Aufgabenbereich. Während ich vorher mit Maus und Tastatur gut klar kam, wuchs bei mir bei diesem Projekt zum ersten Mal das Bedürfnis nach einem Controller um dieses größere Projekt stemmen zu können.

Ich habe den X-Touch zu dem Zeitpunkt bereits schon länger verfolgt und sehnsüchtig auf den Release gewartet und ihn auch auf der Musikmesse damals angetastet. Der Preis war einfach unschlagbar für mich! Ich hatte Erfahrungen mit Macke und iCon Controllern aus der Hochschule.

Der Behringer wirkt etwas klobig, ist relativ hoch und wirkt nicht so schnittig. Die Kanäle haben einzelne LCD Displays und es gibt keine lange Leist, wie bei anderen Controllern. Dadurch wirken die Einzelkanäle etwas aufgeräumter, doch lange Systemnachrichten sind fast uneslbar, da der ganze Satz über alle Displays aufgeteilt wird. Das ist aber echt nicht wild.

Bis auf die Decoder und Transport Control Einheit ist jeder Taster aus weichen Gummi. Das sieht sehr schick aus, da diese komplett Hintergrund beleuchtet sind und... die Tasten sind dadurch komplett lautlos! Bei iCon und Mackie macht jeder kleiner Knopf ein klickendes Plastikgeräusch. Das hatte mich immer gestört.

Die Einbindung in Logic X war ein Kinderspiel. Man kann jede Taste frei belegen und seinem Workflow anpassen und kann sich dadurch eine Menge Tastatur Shortcuts sparen. Man kann ja nicht nur Plugins und Mixer Einstellungen steuern, sondern auch jede Art von Programmfunktion belegen. Alle Features aufzählen würde den Rahmen des Reviews sprengen und ich denke diese Informationen findet man auch im Internet. Praktisch ist auch der eingebaute USB Hub, so verliert man keinen USB Anschluss am Rechner, man bekommt sogar noch einen dazu.

Neben Logic habe ich ihn auch noch in Premiere Pro eingebunden. Wobei hier die Funktionen sehr eingeschränkt sich und sich auf Abspielen und simple Tonmischung beschränken. Wobei das wohl eher an der Umsetzung des Mackie Protokoll von Premiere liegt und nicht am X-Touch.

Ein Problem was ich beobachte ist aber das der Controller manchmal nicht mehr verbunden ist korrekt und ich ihn Neustarten muss. Das geniale ist, ich muss Logic dazu nichtmal beenden, ich kann im laufenden Betrieb den Controller Neustarten. Das dauert nur 4 Sekunden. Das Problem tritt auf wen ich ihn Premiere und Logic parallel arbeite oder hintereinander nutze, da beide Programme versuchen den Controller für sich zu beanspruchen. Und wenn ich nach längerer Pause an den Rechner zurückkomme. Ich denke das Problem hängt aber eher mit dem Ruhemodus von MacOS zusammen und nicht direkt mit dem X-Touch? Ich kann es leider nicht in einem anderen Setup testen. Ich sehe das deshalb jetzt auch nicht als Minuspunkt an.

Die Motorfader sind bestimmt nicht die leisesten. Wenn ich ihn sehr dynamischen leisen Passagen Automationen habe und diese auf Klangartefakte oder Feinheiten kontrolliere, muss ich es ohne Motorfader tun, da diese schon hörbar sind.

Er ist nun seit 4 Jahren im Dauereinsatz und war stets ein treuer Begleiter für jedes Projekt. Für mich als Student war natürlich der Preis entscheidend und der X-Touch ist der günstige vollwertige DAW-Controller den es gibt. Er hat alle Features, die ein DAW Controller haben muss, sieht mit seiner Beleuchtung schick aus und erlaubt auch arbeiten in dunkler Umgebung.
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Hardware hui, Firmware pfui (1.15)
Chris4, 11.06.2019
Gleich vorweg: Ich finde die Grundidee Weltklasse und werde das Gerät behalten ABER…

Je nach Anwendungsfall ist die Firmware für meinen Geschmack derart unausgereift und „unvollständig“, dass es mir das ansonsten schöne Gerät ernsthaft verleidet.

Als DAW Controller unter Logic läuft die Kiste gut.
Anders sieht es leider bei der Verwendung als Controller, bzw. Fader-Erweiterung am X Air 18 und dem M32 aus, für die ich das Gerät primär angeschafft habe.

Die Integration ist super einfach, beim Firmware-Update muss man wissen wie’s geht, aber dafür gibt es eine gut Doku.
Grundlegende Funktionen sind verfügbar, aber das war's dann leider auch schon.
Man bekommt schnell das Gefühl, dass sich viel Mühe gegeben wurde, EQ, Dynamics, Effekte, … über die Drehgeber abzubilden was ich genial finde (ob man es in der Praxis nutzt, sei dahingestellt) aber was ist dann passiert?! Hatten sie bei Behringer keine Lust mehr das Produkt weiter zu entwickeln? Haben sie den Entwickler/Programmierer rausgeworfen?

Sends on Fader (SOF):
Egal ob X Air oder M/X32 - schaltete man auf Sends on Fader, um seine Busse zu beschicken, verschwinden die Namen aus den Scribbles und es werden nur die Kanalnummer oder Nummern der Outputs angezeigt. Was soll das denn bitte??
Das kann man sicherlich so machen, aber dann hätte ich als Nutzer gerne die Möglichkeit, irgendwo ein Häkchen zu setzen oder mittels Affengriff beim Einschalten des Geräts selber festzulegen, was ich angezeigt bekomme.
Wofür legt man userlabels an, wenn sie dann nicht angezeigt werden? Gerade fürs Monitoring ist das tödlich, weil ich in aller Regel NICHT höre was ich schiebe. Wie schnell langt man im Eifer des Gefechts daneben und ärgert ungewollt seine Musikanten…

Transportfunktion M32:
Aaaaah! Play, Pause, vor/zurück funktionieren einwandfrei, aber warum kann man mit dem Record-Button die Aufnahme nicht starten???
„Record-Pause“, der Knopp blinkt fröhlich, aber er soll leuchten und die Kiste soll aufnehmen! Tut sie aber nicht.
Mir fällt kein Grund ein, warum das nicht gehen sollte oder wie bei SOF, der Nutzer nicht entscheiden können sollte, was der Button machen soll.
Zwei Modi, selektierbar beim Einschalten und „Record-Button“ gedrückt halten und der Drops wäre gelutscht.

**********EDIT**********
Diese Problem wurde mit dem Firmwareupdate des Pultes behoben und existiert somit nicht mehr, bzw. war kein Thema seitens des X-Touchs! ich konnte es selber noch nicht verifizieren aber glaubt man den Releasenotes, so wurde dieser Fehler gefixt.

Ungenutzte Bedienelemente:
In jeder ctrl Anwendung bleiben Buttons und vor allem das schöne Jogwheel ungenutzt. Warum?!
Ich habe Knöpfe und ein riesiges Wheel vor mir, habe 1000 Funktionen im Hinterkopf die ich hierüber liebend gerne steuern würde aber die Bedienelemente sind unbelegt und lassen sich auch nicht konfigurieren.
Wie traurig ist dann denn bitte?
„Lasse „scrub“ gedrückt und selektiere einen beliebigen Button oder Fader. Die im Moment der Auswahl auf dem Button/Fader liegende Funktion ist nun über das Wheel verfügbar.“ DAS wäre geil!
„Durchfahren“ der Channels wäre geil!
Alles wäre geil, aber was tut es? Nichts.

Abhängigkeit zur Software, App oder Pultoberfläche:
Auch hier, für mein Dafürhalten, der Königsweg: Lasst den User entscheiden was er braucht.
Der X Touch arbeitet autark, sprich er flippt nicht um, ändert man z.B. am Pult das Layer.
Das KANN super sein, ist es aber nicht in jeder Anwendung.
Nutzt man das Gerät als Extension an einem M32 ist es genial, unabhängig von der Oberfläche zu sein, um relevante Fader immer im Direktzugriff zu haben.
Ganz anders verhält es sich für mich beim X Air in Kombination mit der App.
Hier würde ich den X Touch gerne als „Hardware-Spiegel“ der App sehen der in den Modus „springt“, indem sich auch die App befindet (und umgekehrt).
Zieht man Ch9 am iPad hoch würde ich mir wünschen, dass der Controller ins Layer „09-16“ springt.
Wechsle ich in der App auf SOF, sollte das der X Touch auch tun.

Zuweisung der Funktion des „Main Faders“
Ich wiederhole mich, aber auch hier hätte ich gerne wieder die Wahl.
Es kann super sein, immer die Summe im Zugriff zu haben, keine Frage.
Lege ich darauf jedoch keinen Wert, „verschwende“ ich einen wertvollen Fader.
Wäre doch schön, wenn ich hier im SOF Modus den Master des Busses sehen könnte oder ganz verrückt, einen völlig anderen Fader zuweisen und fernsteuern könnte (siehe „ungenutzte Bedienelemente“)

Solange Behringer hier nicht die Firmware nachbessert und weiterentwickelt, kann ich persönlich für den X Touch nur eine eingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.
Wie eingangs erwähnt, finde ich die Hardware als solche klasse und als DAW Controller gefällt mir das Teil gut.
In Kombination mit Geräten der „X“, bzw. „M“ Serie, bleibt der Controller jedoch software bedingt weit hinter seinen Möglichkeiten was ich sehr schade finde und nicht nachvollziehen kann. Gerade die SOF/Sribble Nummer finde ich extrem lästig und einfach unnötig. Alles andere kann man mit viel gutem Willen evtl. als fehlende Features durchgehen lassen…
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kann sein Potential noch nicht ausschöpfen
Ralf082, 31.08.2015
Ich konnte eines der ersten Geräte bekommen und mich inzwischen ausgiebig damit beschäftigen. Inzwischen sind die ja schon wieder vergriffen:

Ich nutze das Gerät sowohl als Controller für Cubase als auch als Fernsteuerung für mein X32-Rack:

Ich habe das Gerät sowohl per USB-genutzt (wobei kein Treiber unter Windows notwendig ist) als auch per RTP-Midi (Netzwerk). Gerade die Netzwerkanbindung finde ich sehr interessant. Hier gibt es aber keine richtige Anleitung. Einen RTP-Miditreiber muss man sich selbst aus dem Internet herunterladen. Wenn man sich damit auskennt funktioniert das ganze aber wunderbar!

Cubase:
Mit Cubase funktioniert das Gerät sehr gut. Einziges Manko ist, dass das Display mit dem Mackie-Protokoll schwarz bleibt. Dies scheint aber ein Cubase Problem zu sein (7.5 und 8.0.20), da laut vielen Foren dies in anderen DAWs definitv funktioniert.
Wichtig ist, dass man sich mit dem Handbuch für Fernbedienungen in Cubase beschäftigt, da Cubase für das Mackie Protokoll sein eigenes Layout hat. Daher ist es schade, dass keine Overlays für das X-Touch für verschiedene DAWs mitgeliefert werden. Insgesamt lässt sich aber sehr vieles Steuern. Die Fader erleichtern die Arbeit mit Cubase ungemein.

X32
Eine direkte Verbindung soll es erst in zukünftigen Firmwares geben. Mann kann allerdings das X-Touch als Mackie Controller mit dem X32 verbinden. Das funktioniert aber nur über den Umweg der X32 Edit App, indem man eine Midiverbindung zwischen X-Touch und X32 Edit App herstellt (Setup->Remote). Allerdings muss man dann mit vielen Einschränkungen leben: Die Farben und Symbole des X32 werden nicht an das X-Touch übertragen, da dies nicht vom Mackie-Protokoll unterstützt wird. Daher bleiben die Display blau und es werden lediglich 2 Textzeilen dargstellt.

Insgesamt:

+ Verbindung per Ethernet (RTP-Midi) funktioniert reibungslos
+ Beschriftung der Displays
+ Motorfader sind leichtgängig, fühlen sich gut an, reagieren schnell und sind für mein empfinden leise
+ Knöpfe sind beleuchtet und fühlen sich gut an
+ Dreheregler sind gerastert und haben auch eine Druckfunktion

- Jog-Shutttle fühlt sich nicht so hochwertig an
- keine Overlays für verschiedene DAWs
- keinerlei Anleitung mitgeliefert. Eine Kurzeinführung findet sich auf der Behringerseite
- derzeit nur Macki Control und HUI unterstützt. direkte Unterstützung (per Netzwerk) für X32 oder X-Air soll erst mit zukünftigen Firmwares implementiert werden.
- mehrfarbige Displays werden von Macki Control und HUI nicht unterstützt.

Eigentlich ein tolles Gerät. Wer mit den derzeitigen beschriebenen Einschränkungen leben kann, wird trotzdem Freude an dem Gerät haben. Zumindest liegt viel Potential im X-Touch. Derzeit ist das X-Touch nicht mehr als ein Mackie Pro Controller mit der Möglichkeit einer Netzwerkverbindung. Ich warte gespannt auf die ersten Firmware Updates!

Update: seit dem 30.9. gibt es eine neue Firmware 1.14. Jetzt funktioniert das Display in Cubase!

Update: mit der Firmware 1.15 lässt sich die XAir Serie direkt über Netzwerk steuern. Leider ist das noch immer nicht mit der X32 Serie möglich, was besonders Interessant für die X32-Rack Version wäre.

Update 07.09.2016: Es ist soweit. Das X-Touch unterstützt die X32-Serie. Installiert man die neue Firmware 3.04 auf seinem X32, wird endlich eine direkte Netzwerk-Verbindung möglich. Endlich werden die Farben des X32 auf das Display des X-Touch übertragen und die Symphony of Lights wird war. Man hat viele direkte Eingabemöglichkeiten für das X-32. Noch nicht getestet aber implementiert ist die Möglichkeit zwischen X32 Steuerung und Mackie DAW per Knopfdruck umschalten zu können, ohne das X-Touch neu starten zu müssen. Nun ist das X-Touch endlich sehr viel mehr als eine weitere Macki-Controller Variante. Bin nun voll zufrieden!
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