Ich suchte einen mittelpreisigen Einstieg in die Achtercharakteristik. Die anderen Charakteristiken nehme ich gerne mit.
Mechanisch macht das T2 einen soliden Eindruck. Auch die Spinne ist OK. Ich vermisse eine einfache Klammer (Karsten Kümmel bei "The World of Hans Zimmer" wohl auch - man sieht das Gaffer :D ). Mir gefallen die Schalter denn ich kann die Einstellungen vor dem Anlegen der Phantomspeisung machen.
Ich habe in einem Messaufbau zuhause den Frequenzgang des T2 und des MKH 8050 aufgenommen. Jeder für sich hat einiges an Welligkeit von dem Raum. Aber im Vergleich reicht es für mich. Generell stimmen alle Sollkurven nicht. Am weitesten entfernt ist die Kugel, die sich auch sonst stark von den anderen Charakteristiken unterscheidet. Die anderen Charakteristiken haben drei Gemeinsamkeiten:
1. Ein breitbandiger kerniger Hügel den ich wohl meistens kompensieren werde: Niere (PEQ 7k87 -4.00 1.0), Hyperniere (PEQ 6k62 -5.00 0.8), Acht (PEQ 5k76 -6.00 0.9).
2. Ein sanfter Abfall erster Ordnung. Das muss ich nicht kompensieren. Tue ich es mit (HShv 20k00 +7.00 1.0), kann das T2 überraschend gut bis 22 kHz mit dem 8050 mithalten.
3. Ein schmales kleines Peak (PEQ 2k69 -1.5 3.9). Das kann ich ignorieren.
Off-Axis-Verhalten: Die Niere des T2 hätte laut Polardiagramm fast auf dem Niveau des KM 184 sein müssen. Tatsächlich ist die Seitendämpfung gut aber es dunkelt mehr ab. Nach hinten gibt es eine zischelige Gegenkeule die das KM nicht hat. Das Polardiagramm der Hyperniere ist zu schön um wahr zu sein. Tatsächlich dämpft das T2 zur Seite gut, nach hinten so schlecht wie es bei einer echten Hyperniere halt ist. Sowohl das MKH 50 als auch das V BEAT dämpfen nach hinten viel besser. Die Acht dunkelt zur Seite ab, ist ansonsten aber sauber und symmetrisch.
Rauschen: Das T2 findet im KM 184 seinen Meister. Für sehr leise Quellen ist das ein Nachteil, sonst ist es OK.
Fazit: Ich war erst sauer und wollte das T2 zurückgeben. Derart heftig geschönte Daten hatte ich bei sE noch nie. Nun stammt das T2 aus der Zeit vor der V-Serie; da war sE wohl anders drauf als heute. Unterm Strich ist es für mich ein solides und EQ-freundliches Mikrofon für Instrumente. Außerdem ist es bedingt bühnentauglich. Ich behalte es.