Waldorf STVC

String Synthesizer mit Vocoder

  • 49 Tasten mit Aftertouch und Velocity
  • Keyboard Transpose in +/- 24 Halbtönen
  • 128x64 Pixel OLED
  • 10 Potentiometer
  • 1 Encoder
  • 9 beleuchtete Taster
  • 5 Schalter
  • 44 cm Schwanenhalsmikrofon mit LED
  • Pitchbend-und Modulationsrad
  • 6,3 mm Line Out Links/Stereo
  • 6,3 mm Line Out Rechts/Mono
  • XLR Mikrofonbuchse auf Frontpanel
  • 3,5 mm Kopfhörer-Ausgang
  • MIDI In/Out
  • USB 2.0 Anschluss
  • Edelstahl-Regler
  • 6,3 mm Sustain Pedal Anschluss
  • 6,3 mm Expression/Ext. Signal Anschluss

Weitere Infos

Anzahl der Tasten 49
Anschlagdynamik Ja
Aftertouch Ja
Keyboard Split Nein
Modulation Wheel Ja
Tonerzeugung Modeling
MIDI Schnittstelle 1x in, 1x Out
Speichermedium Keine
USB Anschluss Ja
Effekte Multieffektprozessor
Arpeggiator Nein
Anzahl der analogen Ausgänge 2
Digitalausgang Nein
Display Ja

Streicher und Vocoder in einer Box

Das ST steht für Strings, das VC für Vocoder – der 16 stimmige STVC basiert auf dem Streichfett von Waldorf und beinhaltet neben den im Titel erwähnten Features ebenfalls eine 128-fache Polyphonie und eine Modmatrix. Für den Vocoder ist ein Schwanenhalsmikrofon mit LED-Anzeige vorhanden. Er ist mit 256 Bändern ausgestattet und bietet somit eine hohe Sprachverständlichkeit. Die Klaviatur umfasst 49 Tasten und somit vier Oktaven. Alle Tasten können neben Velocity- auch Aftertouch-Werte aufzeichnen. Aufgebaut ist der Signalfluss des STVC nach den klassischen String-Synthesizern der 70er-Jahre: Basierend auf einem Oktavteiler beginnt im Signalfluss eine Oszillatorbank. Der Klang lässt sich anschließend mit einem internen Ensemble-Effekt, sowie einem Animate-, Phaser- und Reverb-Effekt bearbeiten. Die Sounds des STVC sind frisch und modern gehalten.

Umfangreicher Vocoder

Bei einem Vocoder werden in einer Analyse die Frequenzanteile des Modulators, also der Sprache, ermittelt. Diese werden beim modulierten Trägersignal, in diesem Fall die String-Sounds des STVCs, durchgelassen. Je mehr Obertöne das Trägersignal (Carrier) hat, desto besser ist es für den Einsatz mit dem Vocoder geeignet. Im STVC ersetzt der Vocoder im Signalfluss den Equalizer. Er moduliert hier den Vokaltrakt der Sprache. Mit der Freeze-Funktion lassen sich bis zu 23 Sekunden loopen. Die Formanten lassen sich hier so verändern, dass das wahrgenommene Geschlecht wechselt. Ein justierbarer Jitter sorgt für eine rau und heiser klingende Sprache, die bis hin zum Flüstern modifiziert werden kann. Außerdem lässt sich die Empfindlichkeit des Schwanenhalsmikrofons einstellen, das ohne 48-V-Phantomspeisung auskommt. Wer über Line-in Modulatorsignale einspeist, hat dank der Doppelbelegung von Line-in und Expression-Pedal beide Hände frei, um den Vocoder zu bedienen.

Umfassendes Soundspektrum

Wer nach einer Möglichkeit sucht, abgefahrene Sounds im Stile von Roger Troutman mit nur einem Gerät zu produzieren, der ist mit dem STVC von Waldorf bestens bedient. Die 126 Programme sind in drei Bänke unterteilt und bieten eine umfassende Auswahl an verschiedenen Sounds. Mit dem 128x64 Pixel großen OLED-Display lassen sich fünf Modulations-Slots steuern, unter denen 25 Quellen und 41 Ziele zugeordnet werden können. Neben dem asymmetrischen Ausgang in Stereo ist auch ein normalisierter Ausgang in Mono vorzufinden. Der Kopfhörerausgang ist im 3,5-mm-Klinken-Format vorhanden. Die USB-Buchse dient als MIDI-Interface und zur Stromversorgung. Als regulären MIDI-Anschluss gibt es je einen MIDI-in und -Out. Mit dem Stahlblechgehäuse und den Reglern aus Edelstahl bietet der STVC eine stabile Verarbeitung.

Über Waldorf

Die Firma Waldorf geht zurück auf die Entwicklung des PPG-Wavecomputers, einer der Vorreiter der digitalen Wavetable-Synthesizer. Waldorf wurde 1988 gegründet und entlehnt seinen Namen dem Gründungsort Waldorf in Rheinland-Pfalz. In über 30 Jahren Unternehmensgeschichte hat Waldorf mit der Microwave- und der Q-Reihe absolut wegweisende Digital-Synthesizer vorgestellt und war stets seiner Zeit voraus. Waldorf-Technologie steckt aber auch in anderer Hard- und Software. So liefert Waldorf unter anderem auch an Digidesign, TC Works und Steinberg. Synthesizer der Marke Waldorf finden sich nach wie vor in vielen Studios weltweit und ältere Geräte der Firma haben inzwischen völlig zurecht Kultstatus erlangt.

Modulationen und Effekte sorgen für einen lebhaften Klang

Als Klaviatur dient eine eingebaute Fatar TPS9S, die ein präzises und gleichzeitiges Spielen von Akkorden gewährleistet. Aftertouch- und Velocity-Werte können in der Mod-Matrix als Modulationsquelle dienen. Die Resonanz des Tiefpassfilters kann beispielsweise durch die Modulationsmatrix über das Modulationsrad oder das Aftertouch gesteuert werden. Hinzu kommt eine Local-off-Funktion im STVC sowie ein verbesserter Reverb-Effekt, der neben Animate und Phaser auch unabhängig aktiv sein kann. Mit dem Animate-Effekt kann man die Registrierung manuell oder in Kombination mit dem LFO in verschiedenen Stärken modulieren. Der LFO lässt sich aber leider nicht mit der MIDI-Clock synchronisieren. Das Display zeigt die gespeicherte Position jedes Potentiometers an. Alle Parameter können auch MIDI-CC Befehle ausgeben.

3 Kundenbewertungen
  • 5
  • 4
  • 3
  • 2
  • 1
5 /5
  • Bedienung
  • Features
  • Sound
  • Verarbeitung
Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
Enormer Spaßfaktor
Jochen264, 13.01.2020
Eigentlich wollte ich mir schon lange ein "Streichfett" zulegen. Als dann der STVC (Streichfett plus Vocoder) angekündigt wurde, war klar: Das muss es sein. Es folgte eine sehr lange Wartezeit, bis das gute Stück endlich zu haben war. Nun erfolgte die Lieferung und viele lange Stunden mit viel Spaß. Das Warten hat sich gelohnt. Der STVC ist für Liebhaber alter Sounds ein Muss. Aber nun ans Eingemachte:

Äußeres:
Der STVC ist für seine Größe relativ schwer. Im Gehäuse wurde viel Metall verbaut. Dadurch ist es sehr stabil und dafür würde es einen großen Pluspunkt geben. Wäre da nicht der Rest. Die Potis sind recht hoch. Das erleichtert das Schrauben, erhöht aber auch die seitliche Belastung. Und da wirken die meisten als wären sie nicht mit dem Gehäuse verschraubt, sondern stecken nur leicht auf der Platine. Hätte da große Lust mal nachzuschauen, ob das wirklich so ist. Aber dadurch würde ich ja die Garantie verlieren. Auch die kleinen Schalthebel (vor allem der Oktavschalter) wackeln wie ausgeleiert. Das Mikrofon sitzt auch nicht fest in der XLR-Buchse. Wenigstens gibt es keine Nebengeräusche.
Zudem wurde versucht, das Design konsequent durchzuziehen. Die Folge ist, dass auf den Potis ein kupfer-brauner kleiner Strich die eingestellte Position anzeigt. Im Studio ist die Einstellung kaum zu sehen. Auf der Bühne wird davon gar nichts zu sehen sein. Design gut - Funktionalität miserabel.
Warum muss das bei einer so renomierten Firma sein? Bedenken muss man in diesem Fall ja auch noch, dass das Instrument deutlich teurer ist, als die Konkurrenz.
Aus diesen Gründen gibt es die zwei Punkte Abzug in der Verarbeitung.

Bedienung:
Genial! Zu 98 % erklärt sich alles von allein. Für die restlichen 2 % (ein paar wenige Erklärungen, was die Beschriftungen bedeuten; Speichern der Sounds; untere Bedienebene wie Splitpunkte, Mikroempfindlichkeit, ...) wird durch das zwar sehr magere aber trotzdem völlig ausreichende Handbuch erklärt. Inzwischen habe ich auch verstanden, warum das nicht gedruckt beiliegt: Es ist nicht nötig. Es ist vollkommend ausreichenden, wenn man es sich downloaded und die nötigen ein bis drei Mal hineinschaut. Die nachgelesenen Schritten prägen sich ein.

Klang:
Klasse und klasse altmodisch. Also genau richtig. Man könnte auch durchsetzungsfähig sagen. Sanfte Schmuseflächen habe ich noch nicht herausbekommen. Der Sound geht mehr Richtung Bombast. Aber Vorsicht: Habe schon ein paar Mal nur schnell etwas ausprobieren wollen und dann war ne Stunde weg. Es macht einfach Spaß.

Und noch ein paar erste Erfahrungen:
Am Anfag waren die Vocoder-Sounds viel leiser als die Sounds der Stringmachine. Das hat sich aber beim dritten Einschalten geändert.
Ob der Schwanenhals die richtige Länge hat, muss man ausprobieren. Für mich ist er eher zu kurz. Werde da auf Headset umstellen. Super das man die Empfindlichkeit des Mikros im Gerät einstellen und anpassen kann.
Aber wie kann man denn nur auf die Idee kommen, Kondensatormikros zu verbieten. (Steht so in der Anleitung. Ist Quatsch. Kondensatoren funktionieren, wenn sie ihren Strom extern bekommen.) Natürlich braucht es bei einem Vocoder nicht das Super-Mikro. Aber warum muss ich mir - als Besitzer von Kondensatorheadsets - nun ein dynamisches Headset kaufen? Einen Punkt Abzug bei den Features. 2,8 V Pantonspannung im Gerät? Wer braucht denn so was - außer das mitgelieferte Mikro? Das versteht doch kein Mensch!
Und zum Schluss: Der Kopfhörer-Verstärker ist viel zu schwach. Läuft bei mir immer auf Volllast.

Soweit der Bericht aus dem "Wohnzimmer". Der Bericht von der Bühne wird nach den ersten Einsätzen folgen.

Erster Nachtrag von der Bühne:
Sehr durchsetzungsfähig. Tolle Sounds, die jeden Raum füllen. Der Vocoder ist wie ein edles Gewürz: Sparsam angewendet bereichert er jeden Act. Aber das gilt ja für jeden Vocoder.

Erster Nachtrag aus dem Wohnzimmer:
Auf dem Display gibt es eine Balkenfunktion mit der man die gespeicherte Position eines jeden Potis herausfinden kann. Sehr praktisch. Großes Lob.
Aber warum ist das Display so klein? Auf dem Gehäuse wäre doch mehr als genug Platz, um einen kompletten kleinen Monitor unter zu bringen. Warum muss ich immer meine Lupe suchen, wenn ich mit dem Teil arbeiten will?
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Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
Built-like-a-tank
Jürgen816, 15.01.2020
Ich hab schon seit ein paar Jahren das Streichfett mit dem ich im großen und ganzen zufrieden bin.
Leider sind die Effekte nicht vernünftig regelbar. Das schmälert ein wenig das Vergnügen mit dem Streichfett.
Das STVC ist im Grunde ein Streichfett mit Keyboard und Vocoder. Das aber in einem massiven "Blofeld-Keyboard-Gehäuse" mit aufgebohrter Streichfett-Sektion sowie einem Vocoder. Ein kleines, aber sehr scharfes OLED-Display ist auch noch dabei. Man kann seine Presets also auch mit Namen versehen. Das hat beim Steichfett leider gefehlt.
Durch die präzise Steuerung von Rate und Depth sind die Effekte jetzt sehr einfühlsam einsetzbar.
Außerdem gibt es eine Modulationsmatrix mit 5 Slots. In einem Modulationsslot kann man z.B. Modwheel und Aftertouch-Steuerung definieren oder in der Monosektion den Cutoff oder die Emphasis des unter der Haube befindlichen Filters verändern.
Die Monosektion ist um 2 "Sounds" erweitert worden. Grundsätzlich klingt er irgendwie nach Streichfett aber wesentlich hochwertiger und subtiler. Andererseits sind Sounds machbar, die mit dem Streichfett definitiv nicht erstellbar sind.
Für mich eine echte Bereicherung. Vielleicht ein wenig hochpreisig. Aber man bekommt ein tolles Gerät, built-like-a-tank.
Ebenfalls sehr gut ist, dass der aktuell gespeicherte Wert im Display angezeigt wird. Man kann also den Reglerstand "nachbauen" um ungewollte Parametersprünge zu vermeiden.
Der Vocoder ist für mich lediglich ein Add-On. Zumindest die Freeze Funktion ist sehr schön. Man "singt" etwas ins Mikrofon ein oder nutzt eine Quelle von außen und kann dann ein Schnipsel von bis zu 20 Sekunden aufnehmen und dann über die Tastatur wieder abspielen. Die Solo-Sektion läßt sich zum Vocoder dazublenden.
Negativ gibt es nicht viel zu vermerken. Die Potis sind teilweise eher sehr schwergängig. Außerdem ist der aktuelle Stand der Potis schlecht ablesbar. Die Markierung auf den Potis ist nur schwer zu erkennen.
Auch eine Erweiterung der Sounds in der Stringsektion wäre natürlich schön gewesen.
Fazit: Ich bin sehr zufrieden mit dem Gerät.
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