Der Coreblade gehört zu den kompromissloseren Vertretern im Hughes&Kettner-Portfolio: ein moderner High-Gain-Amp, der nie den Anspruch hatte, alles zu können, sondern vor allem eines richtig gut kann - definierte, druckvolle Zerrsounds mit klarer Struktur erzeugen. Genau diesen Charakter überträgt das Coreblade Plugin in die digitale Welt. Im Fokus stehen Transparenz bei hohen Gain-Reserven, schnelle Ansprache und ein klar gezeichneter Mittenbereich, der sich auch in dichten Arrangements behauptet. Anders als viele „One-Click-Metal“-Simulationen lädt das Plugin dazu ein, Sounds bewusst zu formen und den Signalfluss aktiv zu gestalten. Das Ergebnis ist weniger “Preset-Magie”, dafür mehr Kontrolle. Und genau darin liegt der Reiz dieses Tools.
Herzstück des Plugins sind die vier vollständig getrennten Kanäle, die vom klaren Clean-Sound bis zur aggressiven High-Gain-Distortion jeweils eine eigene klangliche Identität besitzen. Jeder Kanal reagiert unterschiedlich auf Anschlag, Gain-Struktur und EQ-Eingriffe, was echtes Kanaldenken statt bloßer Gain-Abstufungen ermöglicht. In der Pre-Amp-Sektion stehen Noise Gate, Filter, ein Screamer-Overdrive sowie ein Doubler für Stereo-Widening zur Verfügung. Nach der Endstufen-Simulation folgen ein grafisch-parametrischer EQ und ein Studio-Kompressor, die gezielt zur Feinformung oder Mix-Anpassung eingesetzt werden können. Alle Effekte lassen sich per Drag-and-Drop frei im Signalweg platzieren, was unkonventionelle Routings ebenso erlaubt wie klassische Setups.
Das Hughes & Kettner Coreblade Plugin richtet sich vor allem an Player, die im Bereich Hard Rock, Modern Metal und verwandten Stilistiken zu Hause sind und ihren Sound bewusst gestalten wollen. Es ist kein universelles Allround-Tool für jede musikalische Situation, sondern ein spezialisiertes Arbeitsgerät für definierte, druckvolle Zerrsounds. Besonders Produzenten, Recording-Gitarristen und Live-User mit Laptop-Setup profitieren von der klaren Kanalstruktur und den umfangreichen Routing-Möglichkeiten. Wer bereit ist, sich mit Gain-Strukturen, EQ-Arbeit und Signalfluss auseinanderzusetzen, wird mit einem sehr kontrollierbaren und professionell wirkenden Amp-Sound belohnt.
Hughes & Kettner gehört zu den größten deutschen Anbietern von Gitarren- und Bassverstärkern. 1984 von Hans und Lothar Stamer unter dem Namen Stamer Musikanlagen GmbH gegründet, darf sich der Hersteller aus St. Wendel im Saarland für seine zahlreichen Innovationen rühmen. So war das Produktdebüt im Bereich der Gitarrenverstärker, der ASR64 von 1986, der erste programmierbare Verstärker der Welt. Die Cream Machine von 1987 darf man dank ihres Kompaktformats zu den ersten Mini-Röhrenverstärkern überhaupt zählen. Ebenso prägend waren die analoge Lautsprechersimulation Red Box, der erste sechskanalige Verstärker (Triamp) und der ZenTera, der Modellingtechnik noch vor Line6 in einem Vollverstärker zum Einsatz brachte.
Das Hughes & Kettner Coreblade Plugin spielt seine Stärken dort aus, wo präzise High-Gain-Sounds gefragt sind. Im Home-Studio dient es als Amp-Lösung für moderne Metal- und Hard-Rock-Produktionen, egal ob direkt eingespielte DI-Spuren reamped oder neue Gitarrentracks aufgenommen werden. In Kombination mit Audiointerface und DAW lässt sich der komplette Signalweg inklusive Cab-Simulation und Post-FX ohne zusätzliche Hardware abbilden. Durch den Stand-alone-Modus eignet sich das Plugin ebenso für lautloses Üben mit Kopfhörer, etwa im Proberaum oder auf Tour im Hotelzimmer. Für komplexe Setups kann der Coreblade mit externen IRs, zusätzlichen Plugins oder MIDI-Controllern kombiniert werden, um Kanalwechsel, Gain oder Effekte automatisiert zu steuern. Typische Einsatzorte sind Studio, Projektstudio und Recording-Umgebungen, in denen dynamischer High-Gain-Sound wichtiger ist als eine hohe Lautstärke.
Cabinet & IR-Integration
Die Cabinet-Sektion kombiniert sechs integrierte Lautsprecher-Emulationen mit einem IR-Loader, der bis zu drei eigene Impulsantworten gleichzeitig verarbeiten kann. Damit lässt sich der Grundcharakter des Amps flexibel an unterschiedliche Boxen, Mikrofonierungen oder Recording-Situationen anpassen. Besonders im Zusammenspiel mit externen IRs zeigt das Plugin seine Qualitäten: Der Coreblade-Sound bleibt präsent und fokussiert, ohne an Tiefe zu verlieren. Die Möglichkeit, mehrere IRs parallel zu laden, eröffnet zusätzlich Spielraum für komplexere Klangbilder, etwa durch das Mischen verschiedener Speaker-Typen oder Mikrofonpositionen.