Als ich das das Paket öffnete und mich mit großer Vorfreude auf die Gitarre stürzte erlebte ich ein wahres Wechselbad der Gefühle. Rein optisch war ich sehr zufrieden (bis auf das silberne E, aber das ist halt Geschmacksache), dann sah ich den Aufkleber: Made in China. Soll ja erstmal nichts heißen, jedoch liest man in zahlreichen Foren und Bewertungen, dass die Qualität dort produzierter Musikinstrumente oft hinterherhinkt. Leider wurde das zunächst bestätigt. Die Gitarre weißt eine große Anzahl von kleinen, nicht sofort erkennbaren Fehlern auf, die einzeln für mich kein Problem wären, die einem in der Summe aber die Freude am neuen Instrument schlagartig nehmen:
1. An einer Schraube des Modell-Emblems bröckelt etwas Plastik ab
2. Aus dem Klangloch rieselt Sägemehl
3. Die Schutzfolien lassen sich nicht überall ohne Rückstande abziehen
4. Die Halterung für den Gurt ist leicht schräg angeschraubt
In der Summer ist das bei einem neuen Instrument (egal welcher Preisklasse) einfach ärgerlich.
Was mich dagegen sehr positiv gestimmt hat ist der Sound.
Wenn die Gitarre erstmal richtig eingestellt und gestimmt ist, entfaltet sie einen runden vollen Klang, der vor allem bei den tiefen Tönen sehr massiv wirkt, was mir persönlich sehr gut gefällt. Klar ist das immer noch kein Vergleich zu den den richtig guten (teuren) Gitarren, aber in dieser Preisklasse ein mehr als akzeptabler Sound.
Nachdem der Ärger über die Fehler etwas abgeklungen war, habe ich beschlossen die Gitarre zu behalten, da der Spaß am Spielen überwogen hat.
Ich glaube, wer eine ordentlich klingende Gitarre unter 200 € sucht, der ist bei der Epiphone gut aufgehoben. Wer allerdings Wert auf Perfektion in der Verarbeitung legt soll hiermit gewarnt sein.