Pyramid 678/20 Sitar-Saiten

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Saitensatz für Sitar

  • Ravi Shankar Style
  • Satz mit 20 Saiten - davon 13 Resonanzsaiten
  • Material: verzinnter Stahldraht
Erhältlich seit April 2003
Artikelnummer 162326
Verkaufseinheit 1 Stück
Instrument Sitar
Kugel Nein
Schlinge Nein
Satz Ja
Einzelsaite Nein
Instrumentengruppe Sitar
Material Stahl
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19,90 €
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d
Sehr gute Saiten für ein außergewöhnlich schönes Instrument
diedl 11.12.2021
Das Preis-Leistungsverhältnis dieser Saiten ist sehr gut. Ich benütze sie schon seit Jahren für meine Sitar. Sie sind abgestimmt auf Sitars in Ravi-Shankar-Stimmung mit einer Mensur um 90 cm und können sowohl bei 11 als auch bei 13 Resonanzsaiten verwendet werden. Bei 13 Resos bleiben 2, bei 11 Resos bleiben 4 Reserve-Saiten der Stärke .009'' (0,22 mm) übrig, was sehr gut konzipiert ist, denn diese reißen am meisten.

Die dünnen Resonanzsaiten sind aus Silber-beschichtetem Stahl, ebenso die Spielsaiten Nr. 1 in Ma (F), die Pa-Saite (G) Nr. 5 und die beiden Chikari-Saiten in Sa (C) Nr. 6 und 7. Die 2. Saite in Sa (C) und die 3. in Pa (G) sind aus Bronze. Die 4. Saite ist ein tiefes Sa (C) wie beim Cello und aus massivem Messing.

Eine Besonderheit ist die 3. Saite, welche in der älteren, klassischen Sitar-Stimmung genauso gestimmt wird wie die 2. Saite in Sa (C). Dieser Pyramid-Satz bedient die moderne Stimmung, welche der Großmeister Ravi Shankar einführte und in der westlichen Welt zum Standard wurde (z.B. George Harrison, Canned Heat). Mir gefällt sie von Sound besser, ein total geiler, rockiger Powerchord. Wer also die klassische Stimmung spielen will, der steht vor dem Problem, einen zweiten, ausreichend langen Bronze-Draht der Stärke .017'' bzw. 0,31 mm zu finden. Man müßte aus 2 Ravi-Shankar-Sätzen einen Klassischen machen und den Rest wegschmeißen. Ich hatte es ausprobiert, es lohnt sich nicht.

Der Saitenwechsel incl. Pflegearbeiten dauert ca. 3 Stunden und erfordert handwerkliches Geschick in der Drahtbearbeitung. Denn es müssen an den Enden Ösen gebogen werden, um sie am zentralen Knauf zu befestigen. Entweder bringt man die Sitar zum Instrumentenbauer (teuer) oder macht es selber. Dazu gibt es bei YouTube Anleitungen, allerdings nur in Englisch. Aber auch ohne zu hören kann man es durch die Videos lernen. Die systematische Reihenfolge beim Aufziehen ist: Erst die Resos von der Tiefsten zur Höchsten, dann die Spielsaiten von der 1. zur 7. Saite. Bevor man eine der langen Resonanzsaiten versemmelt, übt man am besten solange mit einer alten Saite, bis man es drauf hat. Je dicker der Draht, desto schwieriger wird das Biegen.

Notwendige Werkzeuge sind: Ein Arbeitstisch mit zwei Kissen, eine Spitzzange, ein feiner Seitenschneider, eine Feile zum ev. Nachbearbeiten der Steckwirbel (wird im Video erklärt, wie das geht), feine Stahlwolle zum Polieren der Messingbünde; weiße, reine Straßenkreide ohne Fett für die Reibung der Wirbel; ein passender Holzdübel (8 oder 10 mm, je nach Dicke des Saitenknaufs) und ein ca. 20 cm langes Stück Schweiß- oder Elektroinstallations-Draht (keine Litze). An dessen Ende biegt man einen Haken, um die Resos durch das Steckwirbelloch aus dem Halsinneren zu fischen. Damit die Ösen beim Einfädeln nicht vom Knauf flutschen, klemme ich sie mit einer Wäscheklammer fest. Die Positionen der beiden Stege müssen vor dem Abspannen der Saiten unbedingt mit Kreppklebeband markiert werden, denn diese sind nur durch den Saitendruck festgeklemmt. Das Entfernen der Saiten geht in genau umgekehrter Reihenfolge wie das Aufziehen.

Die Resos reißen relativ leicht beim Stimmen, weil sie an der Öse zum Halsinneren mit einem extrem kleinen Radius rechtwinklig abgebogen werden. Der Ersatz sollte aber möglichst nicht mehr als 2 bis 4 Mal geschehen. Denn die abgezwickte Öse, an der man sich verletzen kann, bleibt am Knauf verloren bis zum nächsten Saitenwechsel. Das Abspannen der Saiten bis zur verlorenen Öse macht kaum Sinn.

Bei meiner Spielweise (mit Kunstnägeln, i-Abstrich, i oder p-Aufstrich, oder nur i-Abstriche) mit ca. 6 bis 8 Std. Dauer pro Woche halten die Saiten ca. 3 bis 6 Monate, je nachdem, wie viele Resos schon gerissen sind und ob noch Platz am Knauf ist, wegen den verlorenen Ösen. Mit den klassischen Metalldornen kann ich nicht spielen. Aus orthopädischen Gründen spiele ich nicht mehr im Yogasitz, sondern habe mir eine Stütze gebaut, wo der Hals am oberen Kürbis aufliegt. Das ist sehr bequem auf dem 3er Sofa oder auf 2 Klavierbänken.

Das Stimmen der Saiten erfolgt in der gleichen Reihenfolge wie das Aufziehen. Das richtige Stimmen ist schon mehr als die Hälfte der Kunst des Sitarspiels, solange man nicht die klassische Schule macht, wo es richtig schwierig wird. Mit einem Mikrofon-Stimmgerät lassen sich die Saiten nicht stimmen. Es schwingen Resonanzsaiten mit und bei einer Viertel Drehung des Steckwirbels saust der Ton schon 2 Oktaven rauf oder runter. Deswegen habe ich ein altes Kinder-Keyboard mit eingebauten Speakern (50 €) umfunktioniert, lege es vor mich auf den Boden und drücke die entsprechenden Tasten mit dem großen Zeh. Zum Anschlagen der Resos ist ein kurzes, angespitztes Schaschlik-Spießchen hilfreich. Damit kann man auch während des Spielens an ruhigen Stellen ein schönes Harfen-Arpeggio erzeugen, das von weit herzukommen scheint. Sehr effektvoll!

Wer die Mühe der Pflege des für mich komplexesten Zupfinstruments der Welt auf sich nimmt, der wird mit dem unglaublich schönen, brummenden, schnarrenden und zuweilen jammernden Klang mehr als belohnt. Die beeindruckende Größe, die Handwerkskunst und die Technologie der Sitar sind einfach der Hammer und lassen daneben jede Gitarre primitiv erscheinen.
Sound
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c
German Quality
caru 14.01.2018
Habe festgestellt, dass sogar indische Instrumentenhändler genau diese Pyramid-Saiten im Angebot haben, mit dem Vermerk "German Quality". Nur wird das dann für indische Verhältnisse ziemlich teuer, und wenn man nicht in Indien ist, bestellt man doch lieber in der geographischen Nähe.

Mir hat dieser Saitensatz dazu gedient, eine antiquarisch gekaufte Sitar wieder spielbereit zu kriegen. Die rostigen alten Saiten gegen die neuen auszutauschen, war eine schweißtreibende Arbeit, aber durch die hervorragende Qualität eben doch um einiges leichter.
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K
KidCharlemagne 13.02.2020
Pyramid-Saiten in guter Qualität. Nur für Kharaj Pancham (Ravi Shankar) Sitars geeignter, für Gandhar Pancham ( Vilayat Khan) fehlt die Ga-Chikari Saite. Für den Einsteiger sicherlich sinnvoll. Die Saitenstärken sind sinnvoll abgestimmt. Taraf-Saiten reißen gerne mal beim Neubesaiten, hier ist kein Ersatz mitgeliefert. Langfristig empfiehlt es sich ganze Rollen als Meterware in verschiedenen Saitenstärken anzuschaffen.
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CK
Gute Saiten - Standart
Conrad K. 27.06.2011
Die Pyramid Sitar-Saiten sind eine sehr gute Wahl für Fortgeschrittene wie für Anfänger. Die Inder selbst schwören auf gute, deutsche Saiten. Sie sind sehr viel reisfester als die indischen und haben einen guten und ausgewogenen Sound. Gerade bei den Taraf-Saiten bemerkt man das dieses Material einfach eine bessere Verarbeitung hat und nicht so schnell reißen. Ohne Gleichen.
Sound
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2
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