Orange Terror Bass

Hybrid Bassverstärker Topteil

  • Leistung: 500 W @ 4 Ohm, 250 W @ 8 Ohm
  • Class-D Endstufe
  • Röhrenvorstufe mit 12AX7/ECC83
  • umschaltbare Eingangsempfindlichkeit für aktive oder passive Instrumente
  • DI-Ausgang
  • FX-Loop mit röhrengetriebenem Send (12AT7)
  • Regler: Master, Treble, Middle, Bass, Gain
  • Clean-Switch
  • Speaker Twist Lautsprecherausgang
  • massives Stahlgehäuse
  • Abmessungen (B x H x T): 307 x 190 x 160 mm
  • Gewicht: 4,65 kg
  • Farbe: Weiß
  • inkl. gepolstertem Gigbag

Weitere Infos

Leistung 500 W
Equalizer 3-Band
Kompressor Nein
Limiter Nein
Effektprozessor Nein
Externer Effektweg Ja
Lautsprecheranschluss Speakon
Kopfhöreranschluss Nein
DI-Ausgang Ja
Tuner-Out Nein
Rackformat Nein

Bassterror der zweiten Generation

Die britische Firma Orange stellte im Jahr 2010 ihren ersten leichten Class-D-Minibassverstärker vor: den Orange Terror Bass 500. Und der schlug wahre Wellen in der Bass-Community. Unerklärlich war deshalb, warum Orange die Produktion nach einigen Jahren einstellte. Der darauf folgende Aufschrei der Basswelt war jedoch derart groß, dass er nicht überhört werden konnte, und so brachte Orange 2019 die zweite Generation des Terror Bass 500 (Mark 2) heraus. Äußerlich nahezu identisch mit der Urversion, wurde in dieser Ausgabe jedoch die interne Schaltung überarbeitet. Ein hinzugefügter Clean-Schalter erlaubt es nun außerdem, dem overdrive-affinen Zwerg auch glasklare cleane Sounds zu entlocken, die sich mit satten 500 Watt an 4 Ohm herauspusten lassen.

Simplizität in Vollendung

Orange-Chefdesigner Adrian Emsley verfolgt eine sehr stringente Produktphilosophie: kürzeste Schaltungswege durch Verzicht auf unnötige Extras mit Fokus auf das Wesentliche – eine hohe Klanggüte und eine selbsterklärende Bedienung. Dementsprechend fallen auch die Bedienungsanleitungen bei Orange ziemlich minimalistisch aus. Der Terror Bass 500 MK2 macht da keine Ausnahme. Er verfügt über eine Röhrenvorstufe, die mit einer 12AX7 (ECC83) Röhre angetrieben wird, und je einen Gain- und Masterregler inklusive effektiver 3-Band-Klangregelung, deren Soundästhetik dem AD200B entliehen wurde (dem Vollröhren-Flaggschiff von Orange). Außerdem wurde er mit einer 500 Watt starken Class-D-Endstufe gepaart. An der rechten Seite des hippen Stahlblechgehäuses befindet sich ein hochwertiger XLR-DI-Ausgang, der das Signal hinter Röhrenvorstufe und Mastervolumen abgreift. Auch ein Effekteinschleifweg ist an Bord, der von einer separaten 12AT7-Röhre (ECC81) gespeist wird.

Klare Kompetenzerweiterung durch klare Sounds

Es ist nicht zu verkennen, dass Orange einen Großteil seiner Anhängerschaft in rockigen Genres wiederfindet. Die Basssounds des Terror Bass 500 MK2 liegen ganz deutlich voll auf dieser Linie, auch wenn der Powerzwerg weitaus mehr kann. Deswegen hat man ihm, neben dem üblichen Pad-Schalter zur Absenkung des Eingangspegels um 6 dB, noch einen zusätzlichen Clean-Schalter spendiert, mit dessen Hilfe sich ohne Probleme komplett zerrfreie Sounds generieren lassen, die dank der 500-Watt-Class-D-Endstufe ordentlich an den Trommelfellen rütteln. Die 3-Band-Klangregelung ist so ausgerichtet, dass sich deren Frequenzbereiche teilweise gegenseitig beeinflussen und sich dadurch eine Vielzahl von Einstellungen generieren lässt.

Über Orange

Die britische Firma Orange wurde 1968 von Elektroniker, Bassist und Gitarrist Cliff Cooper gegründet, der unter anderem Mitglied in der Band "The Millionaires" war. Schon in der Frühphase des Unternehmens, als es bereits Gitarren- und Bassverstärker sowie -boxen herstellte, erkannte man den Wert von auffälligem Design mit hohem Wiedererkennungswert. Die Farbe Orange, das auffällig gestaltete Logo, das Bilderrahmen-Image der bulligen Verstärker- und Boxengehäuse sowie das Korbgeflecht als Speakerschutz sind bis heute das Markenzeichen. 1979 musste Orange wegen plötzlicher Insolvenzen von Vertriebspartnern unverhofft schließen. 1993 revitalisierte der US-amerikanische Gibson-Konzern die Kultmarke in England unter Lizenz. 1997 ging die Marke schließlich zurück in die Hände von Cliff Cooper. Seitdem wird die Produktpalette wieder aktiv weiterentwickelt.

Plug and Play - einfacher geht's nicht

Wenn es ums Musikmachen geht, dann sollte ein Bassverstärker idealerweise ein nützliches und inspirierendes Glied in der Kette der Kreativität und keinen Bremsfaktor darstellen. Häufig verbringt man viel zu viel Zeit an komplex gestalteten Klangzentralen und vergisst dabei das Bassspielen. Das mag etwas überspitzt formuliert sein, aber wer es einfach und effektiv liebt, der wird beim Orange Terror Bass 500 MK2 voll und ganz bedient. Das Einzige, woran man sich in den ersten 5 Minuten gewöhnen muss, ist die spiegelverkehrte Anordnung der Bedienelemente, die hier von rechts nach links statt wie häufig von links nach rechts angeordnet sind. Ist dieser Aufbau aber erst einmal verstanden, steht dem Bassspiel nichts mehr im Wege und der Bassterror kann beginnen – dank der kompakten Ausmaße und des Fliegengewichtes von gerade einmal 4,65 kg auch völlig ohne Transportschwierigkeiten.

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18 Kundenbewertungen
  • 5
  • 4
  • 3
  • 2
  • 1
4.9 /5
  • Bedienung
  • Features
  • Sound
  • Verarbeitung
Gesamt
Features
Sound
Verarbeitung
Bedienung
Der Mangel an Features ist hier ein Plus
Nggalai, 02.02.2020
Vorangestellt, die zwei Sternchen unter »Features« sind objektiv betrachtet gesetzt. Der Orange Terror Bass hat weder einen Anschluss für einen Mute-Schalter oder Stimmgerät, noch kommt er mit regelbarem HPF à la Mesa WD-800, noch einem grafischen 10-Band-Equaliser, noch Kompressor oder sonstigen Features, die man heute oft erwartet.

Und das mit Absicht. Der Terror Bass ist einfach gehalten, als Arbeitstier mit möglichst wenigen Schwachpunkten in Sachen Bedienung konzipiert. Er orientiert sich in der Vorstufe am Orange AD200 Mark II und damit auch an der alten Fender-Schaltung im EQ. Soll heißen: Bass und Höhen sind Boosts, Mitten können nur gedimmt werden. Wer also alle Regler auf 12 Uhr stellt, bekommt eine ziemlich starke Badewanne. »Neutral« wäre Bass und Höhen auf 0, Mitten voll offen. Hat man das mal verstanden, dann zeigt sich der Terror Bass als sehr fein justierbarer Amp.

Das Topteil klingt in Kombination mit zwei Orange 12"ern aus einem Guss, wie ein großer, 500W starker 212-Combo. Aber er spielt auch gerne mit jeglichen anderen Lautsprecher-Kombinationen, sofern sie nicht tiefer als 4 Ohm gehen. Das heißt, bei zwei 8-Ohm-Boxen ist Schluss, anders als z.B. bei Gallien-Kruger-Amps (oder besagtem AD200) gehen drei (übliche) Boxen nicht. Da der Terror Bass mit einer Class-D-Endstufe kommt, sollte man sich auch strikte an die Ohm-Vorgaben halten. Wer wirklich viel sauberen Lärm produzieren will, sollte sich z.B. bei Barefaced für die Lautsprecher umsehen. Deren 210er lassen sich mit Schalter so drehen, dass man drei Stück davon an den Terror Bass hängen kann.

Hält man sich an die Ohm-Angaben, hat man einen starken, tonal flexiblen Begleiter gefunden. Der Terror Bass bringt den gewohnten Orange-Sound, also eher mittenlastig und wenig Hifi, dafür voll auf die Zwölf. Vorstufen-Zerre fängt bei meinen passiven Bässen so ab 1, 2 Uhr auf dem Gain-Regler an, wer mehr sauberen »Headroom« möchte, kann den, nun ja, »Clean«-Schalter bemühen. Damit sinkt die Lautstärke nur minimal; wenn die angeschlossenen Boxen genug Wirkungsgrad haben, wird der Terror Bass so oder so viel zu laut für die allermeisten Einsatzbereiche sein. Im Band-Alltag (Rock / Metal / Grunge) ist das Ding bei mir am Master nie mehr als zu 1/3 aufgedreht.

Nachteile, oder Bedenkenswertes? Da gibt es beim Terror Bass dann aber doch zwei Punkte, meines Eindrucks nach.

1) Die eingebaute DI kommt nach dem Effekt-Weg (der eine eigene Vorstufenröhre hat), gut! Aber die DI reagiert auf den Master-Regler. Eine weitere DI ist also gegebenenfalls nötig, damit der Soundmensch am Mischpult ned ständig nachbessern muss. Oder man lässt das Rumschrauben am Amp während eines Konzerts. So oder so klingt die verbaute DI gut. Kaum Störgeräusche, tolle Dynamik.

2) Der Lüfter. Hach, der Lüfter. Nicht nur ist die Serienstreuung groß, man findet Terror-Nutzer, die den Lüfter als »lautlos« bezeichnen und andere, die ihn mit einem ausm PC-Modding-Regal ersetzen mussten, weil er so laut ratterte, dass Mikrophone im selben Raum den Lärm aufzeichneten. Orange UK sagt im Falle eines lauten Lüfters auch gerne mal: Ist im Rahmen, kein Problem. Wer sich einen Terror Bass also wegen des Klangs z.B. fürs Studio holen will, sollte ein paar Exemplare vergleichen, bis eines passt, oder einen Lüfterwechsel oder eine Isokammer im Hinterkopf behalten. Im Live-Einsatz ist ein gegebenenfalls lauter Lüfter so oder so kein Problem, das geht im Bühneneinsatz unter.

Die dazugehörige Tragetasche ist robust und klug konstruiert, dient als echter Gig-Bag. Dass eine Tasche mitgeliefert wird, zeigt auch, wo sich der Terror Bass am wohlsten fühlt: In Einsatzbereichen, wo es schon mal sehr laut werden kann, aber wo man doch gerne mobil bleiben will. In meinem Fall heißt das auch – ich habe noch selten so gerne 4 kg Equipment mit mir herumgetragen. Das Ding wiegt so viel, wie es viele Bässe tun, nicht mehr. Terror Bass auf der einen Schulter (oder in der einen Hand, der Griff ist wirklich praktisch), OBC 112 in einer Hand, Bass aufm Rücken bzw. der anderen Schulter – komplettes, flexibles, sehr lautes Setup, das man mit auf ein Mal in den Club oder Übungsraum oder sonstwohin tragen kann. Persönlich habe ich einen klappbaren Trolley, da passt neben zwei OBC 112 und Terror Bass auch gleich mein Pedalboard druff. Und bin dann mit nur rund 30 kg total auch im ÖV unterwegs.
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Sound
Verarbeitung
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Kraftwerk im Toasterformat
Gianni Palärmo, 18.11.2018
Ich finde das Teil großartig. Wenn man den Terror Bass auspackt, ist man etwas überrascht, wie klein und handlich er ist. Im mitgelieferten Softcase im Kamerataschenstyle kann man ihn locker über die Schulter werfen und mit dem Fahrrad zum Proberaum fahren. Die Verarbeitung ist tiptop. Er hat griffige Knöpfe auf gut laufenden Potis, nichts wackelt oder klappert. Das Metallgehäuse ist solide und makellos lackiert.
Einen Gibson EB13 in den Input und eine 15er, sowie eine 2x10er Ampeg Box an die Speakonanschlüsse gesteckt, offenbart sich die Power, welche in dem Amp steckt. Der kann richtig laut! Irgendwann habe ich die 15er Box abgezogen, um Drums und Gitarre wieder zu hören. Der Sound ist rund und warm, setzt sich im Bandkontext super durch, kann superclean oder heftig verzerrt sein. Man sollte vorher Probehören, ob einem der Orange-Sound gefällt. Die Möglichkeiten der Klangregelung lassen Anpassungen an den Raum zu, aber keine grundlegende Änderung des Klangcharakters. Er klingt, wie er klingt. Hier hätte ich mir zusätzlich den parametrischen Mittenregler des Crush Bass 100 Combos gewünscht. Deswegen 4 Sterne bei den Features. Der DI-Out und der FX-Loop reichen mir persönlich als Feature. Ich finde das Teil großartig!
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Schöner voller Sound!
Theo200, 07.02.2019
Ich spiele den Amp jetzt seid einem knappen halben Jahr auf einer Gallien Krueger 4x10 Box und ich benutze dabei in der Regel einen Fender Pj Bass. Ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden. Der Amp hat erstens extrem viel Kraft. Man muss also schon schauen, dass man sich eine ordentliche Box dazu besorgt, aber dann fährt sich das ganze echt wunderbar.

Zum Sound: Ich habe mich sehr darüber gewundert, wie schnell ich einen echt guten, satten Sound gefunden habe. Die etwas minimalistisch, aber ausreichende EQ des Amps, ermöglicht es, wirklich schnell seinen Lieblingssound zu finden. Zunächst war ich etwas skeptisch, ob mir die "kleine" Bandbreite der EQ ausreichen würde, aber ich muss sagen, dass die Einstellungsmöglichkeiten des Amps wirklich ausreichen sind. Meine Lieblingseinstellung ist, Bässe&Höhen auf 12 Uhr und die Mitte auf 2 Uhr. Der Amp liefert einen schönen rockigen Röhren Sound der sich im Gesamtklang mit der Band auf echt gut durchsetzen kann, gleichzeitig aber auch echt super die anderen Instrumente unterstützt.

Was ich noch empfehlen kann, je nachdem welchen Sound man sucht, dass man noch einen schönen Compressor davor schaltet. Das hat mir beim Sound noch so ein kleines bischen gefehlt und gibt dem ganzen noch so den feinschliff.
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Kein Ersatz für Vollröhre, aber akzeptabel als kleines Besteck
Alexander849, 20.03.2021
Auf der ewigen Suche nach einem adäquaten, portablen Ersatz für meinen Mesa 400+ habe ich diesen Amp nun auch mal angeschafft. Der Klang ist ziemlich gut für einen Hybrid-Amp, aber auch kein vollwertiger Ersatz, was natürlich nicht wirklich überrascht. In den Tiefen sehr präsent verliert er etwas Druck in den Höhen. Den über den ganzen Frequenzbereich konstanten Druck und die Präsenz schafft auch dieser Hybrid im Vergleich zum Mesa nicht. Angezerrte Sounds sind möglich, klingen aber irgendwie transistormässig und haben nicht den nach natürlicher Übersättigung klingenden Sound der Mesa Vorstufe. Dafür ist er aber extrem kompakt und leicht und damit voll ÖVP tauglich. Insofern viel Nutzen für relativ wenig Geld. Ein Einschleifweg für Musik aus der Konserve und ein Kopfhörerausgang wären sinnvolle zusätzliche Features, z.B. zum Üben zu Hause oder um mit der Konserve mitzuspielen oder im Proberaum mal schnell etwas gegenhören zu können.
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