Drawmer OC1 Opto Compressor
Optischer Kompressor
- klassischer optischer Kompressor im 500er Modul Format
- Soft-Knee-Charakteristik für natürliche und musikalische Kompression
- gerasterte Regler
- BIG und AIR Modi zur Verstärkung tiefer Frequenzen sowie Erhöhung der Klarheit im Hochtonbereich
- Side-Chain-Link (über Pin 6)
- integrierte CRUSH-Funktion für harmonische Sättigung mehr Wärme
- Wet/Dry-Mix für Parallelkompression
- True-Bypass
- Abmessungen (B x H x T): 38 x 135 x 150 mm
- Gewicht: 0,38 kg
- benötigt 1 Steckplatz der 500er-Serie
-
Erhältlich seit Juli 2026
-
Artikelnummer 649142
-
Verkaufseinheit 1 Stück
-
Pre-Amp Nein
-
48 V Phantomspeisung Nein
-
Kompressor Ja
-
Limiter Nein
-
Equalizer Nein
-
De-Esser Nein
-
Sonstige Prozessoren Nein
-
Rack/Frame Nein
-
Zubehör Nein
Opto mit weicher Übergangsphase
Beim Drawmer OC1 Opto Compressor handelt es sich um einen komplett ausgestatteten, monophonen Kompressor im 500er Lunchbox-Format, der zu einem erstaunlich günstigen Preis zu haben ist. Das Modul mit einer vollen Steckplatzbreite basiert auf einer Feedback-Soft-Knee-Schaltung und arbeitet mit einem natürlich klingenden und vermittelnd agierenden optischen Regelelement. Hinzu kommt eine weiche Übergangsphase um den Threshold-Bereich (Soft-Knee). Durch die programmabhängige Ansprache ergibt sich ein angenehm musikalisches Regelverhalten. Gleichzeitig gestaltet ein Dry-Wet-Regler eine mögliche Parallelkompression. Weitere Besonderheiten sind die Funktionen Big und Air, die für ein satteres Bassfundament und eine verbesserte Transparenz sorgen sollen. Die Funktion Crush wiederum liefert durch eine Ergänzung harmonischer Obertöne zusätzliche Klangwärme.
Hervorragende Ausstattung
Der Drawmer OC1 eignet sich insbesondere für die Bearbeitung von Stimmen und akustischen Einzelinstrumenten. Sie werden stimmig, transparent und mit Wärme verdichtet. Die Bedienung erfolgt über sieben 21-fach gerasterte Regler (Input, Output, Mix, Threshold, Ratio, Attack, Release) und sechs Tasten (Big/Air, PGM, Link, I/P VU, Crush, Bypass), die eine vielfältige Konfiguration ermöglichen. Hinzu kommt die Möglichkeit, auf ein externes Sidechain-Signal zurückzugreifen. Der Mix-Regler gestattet ein definierbares Mischungsverhältnis von Eingangs- und Effektsignal und erlaubt so kräftigere Einstellungen anteilig im Sinne einer Parallelkompression zu nutzen. Schließlich ist eine Link-Funktion vorgesehen, um mehrere Module zu einer Stereo- oder Mehrkanaleinheit zu kombinieren. Dabei werden die Parameter Threshold, Ratio, Big und Air miteinander gekoppelt.
Druck und Charakter
Zunächst einmal liefert der OC1 den gesuchten Klang eines vollwertigen Optokompressors. Musikalität, Transparenz, Wärme und eine ruhige Ausgewogenheit stehen dabei im Fokus. Dabei sind die Ergebnisse dank der gerasterten Potis händisch exakt reproduzierbar. Neben Einzelsignalen lassen dank Linkfunktion auch Subgruppen und Stereosignale bearbeiten – hierbei glänzt die Optokompression mit den gleichen ausgewogenen Klangeigenschaften. Die Schaltung selbst, aber auch die Voicing-Optionen Big, Air und Crush sorgen für ein stimmiges Klangergebnis. So wird der Klang unauffällig verdichtet, ohne dabei seinen ursprünglichen Charakter auf Spiel zu setzen. Allerdings lassen sich durch die Crush-Funktion ergänzende Obertöne in Form einer Sättigung hinzufügen, um die die Wahrnehmbarkeit in der Mischung zu verbessern. Für schnelle Klangvergleiche hilft die Bypass-Taste, die unmittelbare Klangvergleiche durch eine vollständige Umgehung der Schaltung ermöglicht.
Über Drawmer
Drawmer ist ein britischer Hersteller professioneller Audiotechnik, der 1982 von Ivor Drawmer gegründet wurde. Produktdebüt war das unverändert erhältliche Modell DS201, das erste frequenzselektive Noise Gate. Bis heute werden sämtliche Geräte in Großbritannien entwickelt und gefertigt. Drawmers innovative Schaltungsdesigns verbinden klassische Analogtechnik mit praxisorientierten Funktionen und orientieren sich gezielt an den Anforderungen von Toningenieuren. Zum Sortiment gehören unter anderem Kompressoren, Equalizer, Mikrofonvorverstärker, Monitor-Controller und Signalprozessoren für Studio-, Live- und Broadcast-Anwendungen. Produkte wie der Channelstrip 1960 – der zwei Preamps, einen Röhrenkompressor und eine DI-Box vereinte und von namhaften Künstlern wie Paul McCartney, Eric Clapton, Madonna und Stevie Wonder eingesetzt wurde – sind nach wie vor fester Bestandteil zahlreicher professioneller Produktionsumgebungen.
Jede Menge Möglichkeiten der Klangformung
Dank variabler Attack- und Release-Zeiten lässt sich der Drawmer OC-1 bestens auf das Eingangssignal abstimmen. Alternativ kann eine PGM-Automatik übernehmen und ungewollten Pumpeffekten bei intensiver Kompression entgegenwirken. Die Überwachung der Pegel und der Pegelabsenkung erfolgt gut sichtbar direkt am Modul. Die Funktionen Big und Air gehen auf das dreibandige Drawmer-Modell 1973 zurück. Dabei lässt sich der Bassbereich durch eine herabgesetzte Empfindlichkeit in der Dektionsschaltung betonen, um zusätzlichen Druck zu schaffen, ungewolltes Pumpen zu reduzieren und das Regelverhalten noch natürlicher zu gestalten. Die Air-Funktion übernimmt die Aufgabe, hohe Frequenzen, die im Laufe des Kompressionsvorganges verlorengegangen sind, wieder herzustellen und so für eine nochmals verbesserte Offenheit zu sorgen. Das nützt insbesondere der Sprachverständlichkeit und dem „Blech“ des Schlagzeugs.
Im Detail erklärt
API-Format 500
Das modulare 500er Format wurde von API (Automated Processes, Inc.) gegen Ende der 60er-Jahre entwickelt. So wurde es dem Hersteller möglich, eigene technische Schaltungen an andere Hersteller zu lizenzieren, die diese in ihren Mischpulten zum Einsatz brachten. Die Modulkassetten kamen in der Folge auch in eigenen Mischpulten zum Einsatz. 1999 folgte das Konzept der „Lunchbox“, mit der sich bewährte Schaltungen mischpultunabhängig in einem Modulrahmen bereitstellen ließen. 2006 öffnet der US-amerikanische Hersteller diesen Standard (VPR Alliance) mit entsprechenden Spezifikationen, damit auch andere Firmen kompatible Module und Rahmen konzipieren können. Inzwischen gibt es etliche Anbieter, die unterschiedlichste Studioperipherie für das 500er Format offerieren. Hierzu gehören neben Drawmer auch AMS Neve, Chandler Limited, SSL, Heritage Audio und weitere Hersteller.