Warum diese Potis?
Nach vielen Jahren Freude an meiner Les Paul (stinknormale Std., made in USA) wollte ich rausfinden, wie nahe ich dem Sound der „Holy Grails“ kommen kann…
Ein Feature dieser Gitarren (gebaut ‘58-’60) ist das „50s Wiring“: Dazu gehören Potis mit 500kOhm Widerstand für mehr Höhenglanz („Chime“). Die Originalpotis sind wohl über die Jahre „gedriftet“ und haben heute einen noch höheren Widerstandswert.
CTS produziert mit ±10% Toleranz, also müsste ich ne ganze Menge importieren, um am Ende meine 4 Potis mit +500k zu haben…
Das bringt uns ins Hier und Jetzt. Und zu Thomann, der diese Potis aus England (von Bare Knuckle) für uns importiert (Thänk you very much!😉).
Die Potis
Die technischen Details hat „Ein Gitarrenspieler“ (weiter unten) besser beschrieben als ich’s könnte – also lass‘ ich das. Zur Info: Hatte mir 2 St. bestellt, die je 558 & 562 kOhm haben – passt!
Ihr „Torque“ (Drehmoment) empfinde ich als perfekt, die Unterseite des Gehäuses scheint zudem vorverzinnt zu sein = also konnte sogar ich sie einbauen, ohne sie zu „zerbraten“!
OK, aber wieso „ACHTUNG“?
Mit einem Wort: „TAPER“: Bare Knuckle UK lässt bei CTS DREI verschiedene Taper produzieren.
Die Info hat es nicht bis zu Thomann geschafft… Aber bei +250.000 Artikeln im Sortiment (hab’s nachgeschaut) finde ich, man darf das niemandem übelnehmen!
Ich hole das mal nach; es folgt also meine Übersetzung des Textes der BK-Website :
1.(A) (10% Audiotaper): Schnelles Herunterblenden der Maximallautstärke; hervorragend für schnelles Ein-/Ausblenden dank „knackiger“ Ansprache.
2. (BD) (20% Audiotaper): Mittelschnelle Abnahme der Lautstärke für großartige Balance zwischen schneller Ansprache des Potis & feinfühliger Kontrolle der Lautstärke.
3. (J) (30% Audio-Taper): Sanfte & lineare Abnahme der Lautstärke für die beste Kontrolle über die Lautstärke, besonders im Reglerbereich zwischen 5 und 1.
Und jetzt? Was bedeutet das?
Hier bekommt ihr die Version 1 (10% Taper) = das „schnellste“ Poti.
Bedeutet, dass sich auf meiner Paula jetzt fast die komplette Lautstärkeregelung zwischen Reglerposition 10 & 8 abspielt. Damit ist blitzschnelles Ein- & Ausblenden super einfach, außerdem lassen sich die Potis fast wie ein „Killswitch“ nutzen.
Die Potis sind qualitativ bestimmt ihr Geld wert.
Nur: Meine Paula nutze ich für Blues- & Classic Rock. Da braucht es keinen Killswitch.
Und für Lautstärke-Swells hab ich meine Stratocasters.
Das bedeutet, dass die Potis leider total an meinem Bedarf vorbeigehen…
Hätte ich wählen können, hätte ich zumindest Version 2 bestellt, evt. sogar Version 3 – aber niemals Version1: Die alten Potis waren mir bereits zu schnell – diese hier sind noch schneller…
Leider hat sich der Einbau dann auch noch verzögert, weil ich zwischendurch im Krankenhaus lag.
Den sehr außergewöhnlichen Taper (für ein Log-Poti) habe ich erst bemerkt, als ich die Dinger schon eingebaut hatte – und auf der Bare Knuckle Website habe ich logischerweise auch erst geforscht, nachdem ich von den ersten Tests in meiner Gitarre total enttäuscht war…
Weil bei mir derzeit außerdem das Geld etwas knapp ist, habe ich die Potis also wieder rausoperiert und lebe halt mit den Lautstärkepotis, die ich eigentlich hatte ersetzen wollen… das ist alles sehr schade, weil es halt einfach so komplett doof gelaufen ist. Jedoch will ich jetzt, nach so langer Zeit niemand einen Vorwurf machen: So freundlich und kulant, wie ich Thomann kennen gelernt habe, kann ich mir halt auch überhaupt nicht vorstellen, dass bei irgendeinem Produkt irgendeine relevante Info bewusst zurückgehalten wird. Letztlich arbeiten auch bei Thomann Menschen wie du und ich, und wir machen alle mal Fehler.
Es würde mich sehr freuen, wenn ich dem einen oder der anderen von euch ein klein wenig mit diesem Bericht helfen konnte. Und sicherlich gibt es unter uns Gitarist*innen, die genau diese moderne Reglercharakteristik suchen: Und für die sind diese Potis sicherlich perfekt!