Moeck 8421 Tenor Consort-Blockflöte Renaissance

Tenor Renaissance Consort- Blockflöte

Die Renaissance-Modelle sind Rekonstruktionen nach Instrumenten des Hofburgmuseums in Wien. Diese berühmte Wiener Sammlung enthält eine große Anzahl gut erhaltener Renaissance-Blockflöten, die überwiegend einteilig, also aus einem Stück, gebaut sind.

Abweichend von den Originalen habt Moeck die Kopf- und Unterstück mit Zapfen versehen und durch einen Messingring verbunden. Die Grundstimmung ist 440 Hz (abweichend von der Originalstimmung mit ca. 460 Hz.) und kann durch die Zapfenverbindung leicht korrigiert werden.

Die Griffweise weicht teilweise von der gebräuchlichen "barocken" ab. Moeck empfiehlt ausdrücklich die originale (R), bieten aber alternativ auch die barocke (B) an. Darüber hinaus stimmt Moeck die Instrumente auf Wunsch auch mitteltönig aufeinander ab, was in Kombination mit der Originalgriffweise das Zusammenspiel sehr erleichtert. Die mitteltönige Stimmung unterstützt, gegebenenfalls auch durch spezielle Griffe, die Reinheit der Terzen.

Moeck achtet bei der Intonierung darauf, dass sich die einzelnen Flöten gut mischen und keine durch Klang oder Lautstärke aus dem Ensemble herausfällt. Der Tonumfang beträgt eine Oktave und eine Sexte.

MOECK-Renaissance-Consort-Blockflöten sind aus dunkel gebeiztem Ahorn und mit Leinöl behandelt. Vor allem in der Anfangszeit ist häufiges Nachölen der Innenbohrung nötig, bis eine Sättigung des Holzes erreicht ist.

  • Renaissance- Griffweise
  • im festen Etuikoffer

Weitere Infos

Doppellöcher Nein
Klappen Nein
2 Kundenbewertungen
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4.5 / 5.0
  • Ansprache
  • Features
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1 Textbewertungen
Gesamt
Features
Sound
Verarbeitung
Ansprache

Anspruchsvolles Instrument mit orginaler Griffweise

Michael G. 830, 02.03.2014
Bei der Moeck Renaissance Tenor-Flöte handelt es sich um ein Anspruchsvolles instrument, das deutlich schwerer zu spielen ist, als beispielsweise die Rottenburgh-Serie (ebenfalls von der Firma Moeck).

Die erste Herrausforderung ist die Orginale Griffweise, die von der Üblichen Barocken Griffweise abweicht:
Viele Griffe sind zwar Identisch (C', D'... A', H'....) jedoch falle einige Griffe anders aus (Gis', B', F'', A''').
Im wesentlichen wird hierbei eine Loch mehr bzw. weniger abgedeckt - als man es gewohnt ist (oder ein Gabelgriff benötigt) - und zustätzlich - und das ist das anspruchsvolle - eines der Löcher muss zusätzlich Teilgedeckt sein. (so wird das hohe F'' nicht wie in der Barocken Griffweise gegriffen - wäre sonst zu tief - sonder Loch 6 (Ringfinger rechts) führt eine Teildeckung aus.

Das heißt bei einer Hand voll Griffen muss der Ton "gesucht" werden - ähnlich wie beim Spielen auf einer Geige - bei schlechtem Gehör stimmt dann die Intonation nicht.

Der Vorteil: Findet man den Richtigen Ton kann man sehr sauber und rein Spielen und sich anderen Instrumenten - deren Frequenz - total anpassen.

Jedoch mussen ca. 1/3 aller Griffe "neu gelernt" werden, weil sie aus der Barockengriffweise nicht übernommen werden können.

Ansonsten überzeugt die Tenorflöte mit einem warmen, dunklen Klang (Tiefer Block). Dabei erfordert die Tonerzeugung dennoch hohen Blasdruck, da der Windkanal am Schnabel (Einblasöffnung) sehr eng ist. (Enger als bei der Rottenburgh). Durch den hohen Blasdruck ist gute Artikulation, Dynamik und geringe Tonhöhenschwankung bei Lauten und Leisen Spiel möglich. Anspruchsvolle Blas- und Zungentechniken können angwandt werden.

Einen Stern Abzug im Sound bekommt die Flöte, da - bedingt durch die Lange Mensur (Die Flöte ist LÄNGER als der langmensurige Mollenhauer Denner Tenor 5416 (!) - die tiefen Tonlöcher natürlich nicht an der "idealen Stelle" liegen können. (hierführ wäre eine C/Cis doppelklappe nötig gewesen). Logische Folge:
C' ist total kräftig und satt - Cis', D' und Dis' hingenen sehr zaghaft und "relativ" schwach. Erst E' und F' ... sind wieder kräftig.
Jedoch: Beim Orginalinsturment der Renaisance (vor ~400 Jahren) war das auch so. (Und ich bin froh - das das Tenorinstrument ohne Klappe daherkommt - ganz wie das Orginal)

Die Ansprache ist - durch die Unterschneidung ALLER 8 Tonlöcher der Flöte sehr gut. Die Luftsäule beim Spiel ist sehr stabil und erlaubt auch schnellere Passagen oder dynamisches Spielen. Die Unterschneidung ist aufwendig, da die Löcher nicht kreisrund (wie beim Ansenken einer Bohrung) sonder in vorzugsrichtung (mal richtung Kopf, mal richtung Fußstück - oder in Beide RIchtungen stärker unsterschnitten sind.

Der Tonumfang reicht von C' über C'' bis nach A''. Das B'' oder H'' ist auch mit Alternativgriffen nicht mehr sauber zu treffen bzw. unspielbar - wie beim Orgnialinstument von 1600.

Das Ahornholz ist nicht mit Paraffin haltbar gemacht. Um Schimmel, Risse, und den schnellen Alterungsprozess des nass werdenen Holzes entgegenzuwirken muss das Holz mehrmals im Jahr mit Öl gepflegt werden. Das trockene Holz nimmt viel Öl auf.

Insgesamt erhält man ein sehr anspruchsvolles Instrument, das einen mit neuen Griffen herrausfordert, und einen sehr autentischen Renaissance-Flair aufkommen lässt.

Bei meinem Bestellten Instrument war die Korkverbindung zu locker - so dass die Flötenteile auseinandergefallen sind. Jedoch - konnte ich den Kork durch vorsichtiges erhizten (beim zügigen drehen über einer Brennenden Kerze) - nach altem Brauch - sich ausdehnen lassen. Jetzt sitzt sie fast ein bisschen zu "stramm" - aber mit dem Korkfett flutscht die Flöte nun gut.
Da die Flöte eh für Anspruchsvolle Spieler gedacht ist - halte ich das für keinen Nachteil. Ein guter Flötenspieler weis sich zu helfen. Zumal bei einem Kork-Schaden ich eh - eine Fadenwicklung von Hand machen werde.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch das Mundstück (der Schnabel) der deutlich weniger ausgeschnitten ist (wie z.B. bei einer Barocken Flöte). Dadurch wird man "gezwungen" einen Kussmund (spitze Lippen) zu formen (was eh für die musikalische Gestaltung von Vorteil ist) und gleichzeitig "ermuntert" die Flöte recht wagrecht (~20° bis 30°) vom Körper weg zu halten. Lässt man die Lippen entspannt stößt man unwillkürlich mit dem Kinn gegen das Holz des Blockes.

Zu erwähnen ist noch, dass insbesondere Ringfinger und Kleiner Finger der Rechten Hand recht weit gespreitzt werden müssen.
Menschen mit kleinen Händen müssen Ihre Finger gut dehnen und weit spreizen können.
Menschen mit sehr kleinen Händen sollten ein Musterinstrument (Flötenfachgeschäft) in die Hand nehmen, um zu prüfen ob sie mit der Spanne Klarkommen:

Die Lochabstände der Rechten Hand (mit dem Zeigefinger beginnend): 38 mm, 39 mm und - für den kleinen Finger rechts 36 mm.

(Die Linke hand ist mit lochabständen 34 und 36 mm deutlich besser zu greifen)

Für mich ist das Spiel der Linken hand etwas anstrengend (Tiefes C !). Aber es wird von Monat zu Monat enspannter - die Menschliche Hand passt sich an - Sehnen kann man dehnen und trainieren.

Das Spiel auf der Flöte macht nen rießen Spaß. Und der Klang sucht einfach in der Preisklasse seinesgleichen - wenn man den Renaissance-Klang liebt.

Nach 1 Jahr Spielen sollte die Flöte unbedingt zu Moeck eingesendet werden. Der Windkanal ist sehr Aufwendig Handbearbeitet. Es handelt sich um Arbeit im µm Bereich, die die wunderbaren Klangnuancen erzeugen.
Selbsterklärend quillt der Block und verändert sich beim ersten Einspielen der Flöte (automatisch) stark. Es dauert 6 Monate bis 1 Jahr bis der Block auf sein Endgültiges Maß gequollen ist - welches natürlich dann vom Blockflötenherrsteller µm-genau nochmal angepasst werden muss. (Dieses Einsenden zur Nacharbeit ist bei fast allen Profi-Instrumenten generell üblich)

Insgesamt ist es mit einer der besten Flöten die ich besitze.
...Vergleichsflöten: Moeck Rondo, Moeck Rottenburgh, Mollenhauer Kynseker, Mollenhauer Denner, Küng Superior, Mollenhauer Traumflöte.
...jedoch hat jede Flöte ihren eigenen Reiz und ihre ganz eigenen Stärken.

Viel Freunde beim Flötenspiel !
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