ich mag ein Overdrive-Pedal für zwei sounds: einmal als "stand alone", um die Gitte mit Obertönen und Lebendigkeit zu versehen. (Die damit einhergehenden Verzerrungen werden im Gesamtmix eigentlich nicht mehr wahrgenommen.) Und dann – bei unity gain – zum stacken mit anderen Zerren.
Gesucht habe ich nach einem Pedal, das beides "im Wechsel" kann. Soll heißen, ohne die Einstellungen verändern zu müssen, sowohl die eine als auch die andere Anwendung meistert.
Mit dem "Flamma" bin ich fündig geworden: Den Schalter auf "LP", den Drive-Regler deutlich unter 12°° (je nach Lautstärke des Instruments – bei mir 9°°) und die Sonne geht auf: die wundervollen "glitzernden" Höhen findet man bei anderen Overdrives nicht. An selbigen dürfte auch die Durchsetzungsfähigkeit bei nachgeschalteter Distortion liegen, ohne dass es harsch oder kratzig wird: herrlich!
À propos "Distortion": "LP" und "HP" gestalten die Klangergebnisse unterschiedlich; beide Modi haben aber gemein, dass zwar das "amp-feeling" bleibt, wenn man den Drive-Regler höherfährt, dann aber der attack auf den tiefen Saiten "aufweicht" — der sound wird "flauschig", irgendwie "old school". Übereinstimmend wird bei Besprechungen des "O xxx D"-Sounds ja auch angegeben, dass man bei höherem Drive in Fuzz-Gefilde kommt. Wer also nach einem "tighten" Distortion für zeitgenössischem chuggy Metal sucht, dürfte arg enttäuscht werden...
Für mich als Low/Mid-Overdrive hingegen: einfach traumhaft, und nebenbei spottet das Preis-Leistungsverhältnis jeder Beschreibung (deswegen auch kein ★-Abzug bei "Bedienung" – denn andere Herstellerinnen und -steller bauen auch Mini-Pedale ohne diese schmalen Stift-Knöpfchen.)