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  • am 18.09.2012

    Un­be­kannt: "sehr strukturiert, funktional hochwertig, top, keep it up !"

  • am 31.01.2013

    Su­sann A.: "Vielen Dank für Eure Speditivität und den sehr guten Kundenservice. Freundliche Grüsse"

  • am 23.01.2015

    Ron­ny K. aus M.: "Sehr gut! Klasse Service von Euch, weiter so...."

Online-Ratgeber: Mastering

7. Multiband-Kompressoren

Der Multipressor (Multiband-Kompressor) ist das Mastering Tool schlechthin. Es ist ein komplexes Werkzeug; die sinnvolle Einstellung erfordert einige Hörerfahrung. Aber warum ist eigentlich ein Multiband-Kompressor nötig - tut es nicht auch ein normaler Kompressor? Eine Nebenwirkung von Singlebandkompressoren sind z.Bp. Pumpeffekte. Der Bass nimmt i.d.R. den Löwenanteil des Pegels in Anspruch. Da Singlebandkompressoren entweder RMS oder Peak dedektieren, wird der Bass immer das Regelverhalten dominieren.

Funktionsprinzip

Ein Multibandkompressor teilt das Signal vor der Kompression mit Hilfe von Filtern in zwei bis vier Frequenzbereiche auf, die anschließend getrennt voneinander komprimiert werden. Die komprimierten Signale werden danach wieder zusammen gemischt. Der Mulitbandkompressor lässt aus diesem Grund noch höhere Lautheiten zu. Die erhebliche Anzahl von Parametern erfordert aber wiederum gesteigerten Arbeitsaufwand und Fehlerträchtigkeit. Wenn man aber Herr der Dinge ist, lässt sich mit einem Multibandkompressor viel leichter der gewünschte Klang erstellen, als mit einer EQ-Singlebandkompressor-Kombination.

Hinweis: Achten Sie in jedem Fall darauf, dass das eingehende Signal nicht digital übersteuert ist; der Kompressor ist so ausgelegt, dass er optimal arbeitet, wenn das Signal unterhalb 0 dB ist.

Downward Expansion

Da es eine starke Multibandkompression erlaubt, den Gesamtpegel hochzufahren, erhöht sich natürlich auch der vorhandene Rauschanteil. Um dieses Rauschen wiederum zu verringern bzw. zu unterdrücken, findet neben der Kompression in jedem Frequenzband auch eine sogenannte ´Downward Expansion´ statt. Ein Downward Expander arbeitet im unteren Lautstärkebereich genau entgegengesetzt zum Kompressor im oberen Bereich. Bei der Downward Expansion wird das Signal im Pegel reduziert, wenn es den Threshold unterschreitet. Der Effekt ist mit einem Noise Gate vergleichbar, vermeidet aber dank einer regelbaren, sanften Ratio ein hartes Abschneiden leiser Signale.

Als Beispiele sind hier der gute Samplitude Multibandkompressor oder Hardware á la Finalizer /DBX Quantum zu nennen. Es gibt inzwischen aber eine Reihe von Derivaten verschiedener Hersteller. Hier muss man nach persönlichem Geschmack selektieren.

Grundeinstellungen

Grundeinstellungen
  • Bands
    Dieser Parameter (ganz rechts im Fenster) bestimmt die Anzahl der unabhängig komprimierten Frequenzbänder und hat beträchtlichen Einfluss auf den Bedarf an Rechenleistung. Klassische Multibandkompressoren arbeiten mit 3 Bändern.
  • Lookahead
    Der Lookahead direkt darunter bestimmt, wie weit der Prozessor auf der Festplatte "in die Zukunft sieht", um schon vor der Zeit (also besser) auf Pegelspitzen reagieren zu können. Anders als bei Stand-Alone-Prozessoren ist die Funktion nicht mit einer Verzögerung des Nutzsignals verbunden, da der Kompressor nicht in Echtzeit reagieren muss.

    Stellen Sie Lookahead auf höhere Werte, wenn Sie den Peak/RMS-Regler (s.u.) eher Richtung RMS eingestellt haben.

  • Peak/RMS
    Die Einstellung des Reglers zwischen Peak (Spitzenpegel; Regler ganz links) und RMS (Root Meantime Square; Regler ganz rechts) richtet sich danach, was für eine Art von Signal Sie komprimieren möchten: Eine extreme Peak-Erkennung eignet sich für die Kompression kurzer, energiearmer Impulse, die in der Musik eher selten vorkommen. Die RMS-Erkennung ´misst´ die Leistung des Audio-Materials über die Zeit und arbeitet demnach wesentlich ´musikalischer´, da das menschliche Lautheitsempfinden ebenfalls eher an die akustische Leistung als an einzelne Spitzenpegel gekoppelt ist. Als Grundeinstellung für die meisten Anwendungen sollte demnach die Mittelstellung des Reglers gewählt werden.
  • Attack
    Hier kann eine Zeit im Millisekundenbereich eingestellt werden, um die der Einsatz des Kompressors verzögert werden soll.

    Dies wirkt dem entgegen, was weiter oben im Abschnitt gesagt wurde: Steile Flanken (schnelle Impulse), die den Threshold-Pegel überschreiten, werden für die hier eingestellte Zeit unverändert durchgelassen, danach erst beginnt die Kompression mit den eingestellten Werten. Dadurch bleibt die Lebendigkeit des Signals erhalten, und trotzdem wird der Lautheitseindruck erhöht. Für eine sichere Pegelbegrenzung gegen Übersteuerung (die theoretisch nicht mehr gegeben ist, sobald Attack größer als 0 ms ist) können Sie den Limiter einsetzen.

  • Release
    Hier stellen Sie die Zeit nach der Abwärtsregelung ein, die der Kompressor benötigen soll, um ´loszulassen´, d.h. die erfolgte Absenkung wieder zurückzunehmen. Wie auch die anderen Werte hängt dieser im besonderen Maße von dem Material ab, das es zu komprimieren gilt.

    Bei schnellem Drum&Bass wäre z.B die kürzeste Release-Zeit einzustellen, wenn alle Impulse einzeln komprimiert werden sollen. Bei Sprachaufnahmen kann es sinnvoll sein, hier mehr als 1 Sekunde (1000 ms) einzustellen. Der Effekt, den man nach erfolgreicher Einstellung dieses Parameters nicht hören möchte, ist das sog. "Pumpen" der Lautstärke.

  • Multiband-Grafik
    In der Grafik ganz links werden mehrere Aspekte der Einstellungen des Multipressors grafisch und numerisch dargestellt.
    • Die Übergangsfrequenzen (senkrechte Grenzen) zwischen den einzelnen Bändern sind variabel. Fassen Sie die Grenzen dazu direkt in der Grafik an und verschieben diese seitlich. Die Frequenz wird unten in numerischer Form angezeigt.
    • Die Absolute Lautstärke Die waagerechte Linie in der Mitte stellt den eingestellten Pegel dar (Voreinstellung 0 dB). Indem Sie den Bereich darunter anfassen und nach oben/unten verschieben, stellen Sie den absoluten Lautstärkepegel des Bandes ein. Der Pegel wird unten in numerischer Form angezeigt. Auf diese Weise dient der Multipressor zugleich als Klangregelung, deren Eigenschaften von den Übergangsfrequenzen abhängig sind.
    • Threshold-Darstellung Die (maximal drei) waagerechten Linien im unteren Bereich stellen die Threshold-Werte für Compression (obere) und Expansion (mittlere) sowie den Reduction-Wert (unterste Linie) dar. Die Einstellung dieser Werte erfolgt mittels der gleichnamigen Regler (s.u.).
    • Anwahl des zu bearbeitenden Bandes Diese Grafik fungiert immer auch zum Umschalten des Frequenzbandes, das Sie gerade einstellen möchten. Klicken Sie in den unteren Bereich jedes Bandes, und stellen Sie die Ratio- und Threshold-Werte für jedes Band wie gewünscht ein.;
    • Comp. Ratio Dies ist zusammen mit Compression Threshold der zentrale Parameter für die Kompression, der die Stärke bzw. das Verhältnis der Abwärtsregelung des zu komprimierenden Pegelbereichs bestimmt. Als sinnvoll erweisen sich meist Kombinationen aus 1) niedrigem Threshold und geringer Ratio oder 2) hohem Threshold und hoher Ratio.

      Im ersten Fall setzt die Kompression schon bei geringeren Lautstärken ein, aber mit einer ebenso geringen Wirkung. Es entsteht ein gleichmäßiger Regelbereich von den mittleren bis zu den höchsten Lautstärken; Impulse im hochpegeligen Bereich werden am wenigsten beeinflusst. Dies wäre z.B. geeignet für Sprachaufnahmen mit unterschiedlich lauten Passagen, die einander im Pegel angeglichen werden sollen.

      Der zweite Fall ist denkbar gut für jegliches Material mit Schlaginstrumenten geeignet, da bei diesen ein großer Lautstärkeunterschied zwischen Anschlag und Ausklingen besteht. Da das extrem kurze Schlaggeräusch einen so hohen Pegel hat, kann das Instrument nicht besonders laut aufgenommen bzw. auf die CD gebracht werden; die Folge ist, dass das Gesamtsignal zu leise wird. Deshalb wählt man eine hohe Kompressionsrate (Ratio), die jedoch erst im oberen Lautstärkebereich einsetzt.

    • Exp. Ratio Dies ist zusammen mit Expansion Threshold der zentrale Parameter für die Downward Expansion, der die Stärke bzw. das Verhältnis der Abwärtsregelung des zu expandierenden Pegelbereichs bestimmt.

      Bei der Downward Expansion geht es darum, "zwischen" dem Pegel des durch den Kompressor angehobenen Rauschens und dem Pegel des Compression Threshold abzuregeln, so dass möglichst nur das Rauschen betroffen ist.

      • Bei starkem Rauschanteil sollte die Expansion schon kurz unterhalb des Compression Threshold und mit eher geringer Ratio beginnen, damit leise, bereits verrauschte Stellen des Signals nicht zu sehr abgeregelt werden (was keinen guten Höreindruck erzeugen würde).
      • Bei weniger verrauschten Signalen kann der Expansion Threshold entsprechend niedriger angesetzt werden. Dadurch bleibt ein größerer Bereichmittlerer Pegel unbeeinflusst; erst ganz leise Stellen werden stark abgeregelt. Bei extremen Werten ähnelt diese Einstellung einem Noise Gate (mit der Funktion, nur den Rauschteppich gegen Null abzusenken).
  • Kurvengrafik
    In der Grafik in der Mitte wird das Verhältnis von Eingangspegel (waagerechte Skala) zu Ausgangspegel (senkrechte Skala) aller Bänder angezeigt. Die Farben entsprechen den Farben der Frequenzbänder in der Grafik links. Durch Einstellung der Ratio- und Threshold-Regler ändert sich die Kurve des ausgewählten Frequenzbereichs.
    • Thresholds
      • Compression
        Hier stellen Sie ein, ab welchem (Minimal-) Pegel der Kompressor beginnen soll zu arbeiten. Wenn der Regler ganz oben steht (0 dB), ist der gesamte Kompressor außer Funktion. Je weiter der Regler nach links verschoben wird, desto geringer ist der Pegel, oberhalb dessen der Kompressor arbeitet.
      • Expansion
        Hier stellen Sie ein, bis zu welchem (Maximal-) Pegel der Expander arbeiten soll. Wenn der Regler ganz unten steht (-50 dB), erfolgt die Expansion nur unterhalb dieses Pegels. (Die Exp. Ratio kann minimal auf 1,2:1 eingestellt werden; unterhalb von -50 dB muss immer mindestens mit diesem geringen Faktor "expandiert" werden.) Je weiter der Regler nach rechts verschoben wird, desto höher ist der Pegel, bis zu dem der Expander arbeitet.
  • Reduction
    Hier stellen Sie ein, um welchen Pegel das Rauschen verringert werden soll (dies ist kein Threshold- Wert!). Wenn Sie den Regler ganz nach links schieben, wird maximal (um -50 dB) abgeregelt. Wenn der Regler ganz rechts steht, erfolgt keine Absenkung des Rauschanteils.
  • Pegelanzeige
    In der Pegelanzeige auf der rechten Seite werden abhängig von der Einstellung von Gain change und Output (s.u.) die Pegeländerung oder die Ausgangslautstärke angezeigt. Mit den Schaltern unter den Pegelanzeigen können die einzelnen Bänder ein- und ausgeschaltet werden, um das Verhalten einzelner Bänder Probe zu hören (Mute-Funktion).
  • Gain change/Output
    Mit den Buttons Gain change und Output können Sie die Pegelanzeige umschalten.
    • Wenn Gain change gewählt ist, wird angezeigt, wann und wie stark der Kompressor den Pegel des Audio- Materials reduziert.
    • Wenn Output gewählt ist, wird der Ausgangspegel des betreffenden Bandes dargestellt.
  • Master Gain
    Hier können Sie den Pegelgewinn reduzieren (bzw. den Pegelverlust nachregeln), der durch Ihre Kompres­sionseinstellungen entstanden ist.
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