Nach weniger guten Erfahrungen mit Plastik-Ukulelen von anderen Herstellern vor etwa zehn Jahren habe ich es nun doch noch einmal probiert.
Ich habe zwei Exemplare der Flight UTS-42 Ultra Travel Ukulele gekauft: diese hier mit dem "Summer Cat" Design und die andere mit dem "Fat Cat" Design. Durch das Spritzgießverfahren (Injection Molding) sind beide Instrumente bis auf die Motive auch identisch. Jede andere UTS-42 oder UTS-35 (gleiches Instrument, nur ohne Motive) sollte also gleich gut sein.
Die erste Überraschung war, dass die Saitenlage angenehm niedrig war, knapp unter 2.25mm im 12. Bund, quasi perfekt also. Das ist auch gut so, da man die Saitenlage hier auch nicht wirklich ändern kann (Zero Fret und ein fester Steg). Die Ukulele ist entsprechend leicht und schnell zu spielen. Der relativ große Saitenabstand erlaubt bequemes Greifen.
Neben der Saitenlage ist die Intonation ein häufigeres Probleme bei nicht eingestellten Ukulelen, wo dann oft die Töne weiter oben am Hals (Richtung Schallloch) zu hoch oder zu niedrig sind, obwohl man mit der offenen Saite die richtige Note bekommt. Da ist dann das C im 12. Bund gerne mal ein C#. Das ist bei dieser Ukulele kein Problem, wahrscheinlich auch wegen des Spritzgießverfahren und einer präzisen Form.
Die Ukulele, obwohl sie aus Polycarbonat ist, fühlt sich wertig an. Mit 600 Gramm ist sie relativ schwer für eine Sopranukulele. Das Material hat eine leicht angeraute Textur, wodurch sie sich nicht nach billigem Plastik anfühlt. Man hat das Gefühl, ein richtiges Instrument in den Händen zu halten - was man hier ja auch bekommt. Sie ist kein Spielzeug oder Dekoration.
Einziger Nachteil: Die Bundstäbchen sind nicht aus Metall, sondern silber bemaltes Polycarbonat. Umsponnene oder raue Saiten (wie z.B. die Aquilla Red Series) sollten daher vermieden werden. Ich denke, die Bünde werden sich im Lauf der Zeit auch mit normalen Fluorocarbon-Saiten etwas abnutzen - aber wie lange das dauert und ob es tatsächlich passieren wird, weiß ich nicht.
Man bekommt hier also eine gut eingestellte Ukulele für vergleichsweise wenig Geld. Der Klang ist anders als bei einer Holz-Ukelele, aber nicht schlechter - nur anders. Sie ist auch überraschend laut für das flache Design, wohl wegen des gewölbten Bodens. Sie klingt jedenfalls nicht nach Putzeimer-mit-Saiten. Sie ist wetterbeständig, wasserunempfindlich und kann auch mal wo angestoßen werden, ohne gleich kaputt zu gehen.
Die Ukulele kommt mit Flurocarbon-Saiten, die nach etwa zwei Tagen stimmstabil werden. Anfänglich muss man häufig nachstimmen, aber das ist bei allen Fluorocarbon-Saiten so. Die Stimmmechaniken sind "no name", funktionieren aber gut. Ein Transportbeutel, eine Broschüre und ein Blatt mit Aufklebern sind auch enthalten.
Prima, dass es nun gute Kunststoffoptionen in diesem Preisbereich gibt. In dieser Preisklasse ist diese Ukulele definitiv eine gute Wahl, auch unabhängig vom Material. Sie ist ein gutes Instrument.