B
Großartige Idee, katastrophale Umsetzung – selten war ich so frustriert
Ich schreibe eigentlich selten negative Bewertungen und schicke Gear nur ungern zurück. Beim TC Electronic Plethora X1 Neo musste ich allerdings eine Ausnahme machen, weil das Pedal leider deutlich mehr falsch macht als richtig.
Das Positive zuerst:
Die Grundidee des Pedals finde ich wirklich stark. Man denkt sich: Entweder kaufe ich mir 14 einzelne Pedale und gebe dafür schnell über 1.000 € aus – oder ich bekomme für rund 119 € Zugriff auf viele bekannte TC Electronic TonePrint-Effekte. Das klingt erstmal nach einem extrem guten Deal.
Auch die Verarbeitung des Pedals selbst ist grundsätzlich gut. Es wirkt stabil und hochwertig gebaut. Klanglich gibt es ebenfalls einiges Positives zu sagen: Besonders die Hall- und Delay-Sounds haben mir gefallen, vor allem die Hall of Fame Reverbs und die Delays. Das Sub 'N' Up ist ebenfalls cool, auch wenn es mittlerweile bessere Lösungen für Octaver gibt.
Ein paar der enthaltenen Effekte wirken dagegen eher wie Spielereien. Das Mimiq ergibt im Mono-Betrieb für mich wenig Sinn, das Quintessence ist Geschmackssache und Brainwaves nutze ich persönlich einfach nicht.
Jetzt zum Problem: Bedienung und Software
Und hier wird es leider richtig schwierig.
Die Bedienung dieses Pedals ist mit Abstand eine der verwirrendsten, die ich seit langer Zeit erlebt habe. Selbst einfache Dinge wirken unnötig kompliziert.
Firmware-Updates sind überraschend umständlich. Die Bluetooth-Verbindung habe ich gar nicht erst zum Laufen bekommen. Per USB-Kabel konnte ich Telefon und PC zwar verbinden, aber selbst das ist schlecht gelöst: In der App gibt es einen eigenen „Gerät verbinden“-Screen, der aber praktisch keine Funktion hat außer einer Anleitung. Man bekommt nie klar angezeigt, ob das Gerät nun wirklich verbunden ist oder nicht. Dadurch sitzt man ständig davor und fragt sich: „Bin ich jetzt verbunden oder nicht?“
Die Software und die App sind generell das größte Problem am gesamten Produkt. Serververbindungen funktionieren teilweise nicht, Profile lassen sich nicht laden und es gibt mehrere Screens ohne echten Mehrwert. Vieles wirkt unfertig oder nicht zu Ende gedacht.
Dann kommt noch die Bedienlogik des Pedals selbst dazu. In der Mitte sitzt ein kleiner Umschalter für die Modi. Beim ersten Betätigen hatte ich ernsthaft Angst, dass der Schalter direkt abbricht, weil er sich extrem fragil anfühlt.
Besonders verwirrend wird es beim sogenannten „Mesh“-Button und den A/B-Settings. Man hat insgesamt 14 Slots für TonePrint-Pedale, aber nur die ersten sieben lassen sich so konfigurieren, dass man die Funktion des Mesh-Buttons anpassen kann.
Will man im Livebetrieb auf das B-Setting wechseln, muss der Mesh-Button im A-Setting bereits auf „AB“ eingestellt sein. Ist man dann im B-Setting angekommen und möchte dort die Funktion ändern, sagt einem das Pedal plötzlich, dass das nicht möglich ist. Dann bleibt einem nur noch ein Reset – vorausgesetzt man hat gerade überhaupt ein Handy oder einen PC zur Hand.
Und ja: Schon das Erklären davon klingt komplett verwirrend. Genau so fühlt sich leider auch die Bedienung an. Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass selbst meine Verwirrung verwirrt war.
Zusätzlich liegt nicht einmal eine richtige Anleitung oder wenigstens ein kleines USB-Kabel bei.
Fazit
Das Plethora X1 Neo hätte ein richtig starkes Produkt sein können. Die Sounds sind gut, die Idee dahinter ist klasse und preislich wirkt das Ganze erstmal extrem attraktiv.
Aber die Software, die App und die Bedienung ruinieren das Gesamtpaket für mich komplett. Vieles wirkt unfertig, unnötig kompliziert oder einfach schlecht durchdacht.
Ich habe außerdem das Gefühl, dass TC Electronic solche Konzepte seit der Übernahme durch Music Tribe nicht mehr wirklich weiterentwickelt. Vielleicht sieht das bei den größeren X3- oder X5-Modellen anders aus, weil die sich besser verkaufen. Beim X1 habe ich allerdings eher das Gefühl, dass dieses Produkt irgendwann still auslaufen wird.
Sehr schade – denn die Grundidee hätte wirklich Potenzial gehabt.
Das Positive zuerst:
Die Grundidee des Pedals finde ich wirklich stark. Man denkt sich: Entweder kaufe ich mir 14 einzelne Pedale und gebe dafür schnell über 1.000 € aus – oder ich bekomme für rund 119 € Zugriff auf viele bekannte TC Electronic TonePrint-Effekte. Das klingt erstmal nach einem extrem guten Deal.
Auch die Verarbeitung des Pedals selbst ist grundsätzlich gut. Es wirkt stabil und hochwertig gebaut. Klanglich gibt es ebenfalls einiges Positives zu sagen: Besonders die Hall- und Delay-Sounds haben mir gefallen, vor allem die Hall of Fame Reverbs und die Delays. Das Sub 'N' Up ist ebenfalls cool, auch wenn es mittlerweile bessere Lösungen für Octaver gibt.
Ein paar der enthaltenen Effekte wirken dagegen eher wie Spielereien. Das Mimiq ergibt im Mono-Betrieb für mich wenig Sinn, das Quintessence ist Geschmackssache und Brainwaves nutze ich persönlich einfach nicht.
Jetzt zum Problem: Bedienung und Software
Und hier wird es leider richtig schwierig.
Die Bedienung dieses Pedals ist mit Abstand eine der verwirrendsten, die ich seit langer Zeit erlebt habe. Selbst einfache Dinge wirken unnötig kompliziert.
Firmware-Updates sind überraschend umständlich. Die Bluetooth-Verbindung habe ich gar nicht erst zum Laufen bekommen. Per USB-Kabel konnte ich Telefon und PC zwar verbinden, aber selbst das ist schlecht gelöst: In der App gibt es einen eigenen „Gerät verbinden“-Screen, der aber praktisch keine Funktion hat außer einer Anleitung. Man bekommt nie klar angezeigt, ob das Gerät nun wirklich verbunden ist oder nicht. Dadurch sitzt man ständig davor und fragt sich: „Bin ich jetzt verbunden oder nicht?“
Die Software und die App sind generell das größte Problem am gesamten Produkt. Serververbindungen funktionieren teilweise nicht, Profile lassen sich nicht laden und es gibt mehrere Screens ohne echten Mehrwert. Vieles wirkt unfertig oder nicht zu Ende gedacht.
Dann kommt noch die Bedienlogik des Pedals selbst dazu. In der Mitte sitzt ein kleiner Umschalter für die Modi. Beim ersten Betätigen hatte ich ernsthaft Angst, dass der Schalter direkt abbricht, weil er sich extrem fragil anfühlt.
Besonders verwirrend wird es beim sogenannten „Mesh“-Button und den A/B-Settings. Man hat insgesamt 14 Slots für TonePrint-Pedale, aber nur die ersten sieben lassen sich so konfigurieren, dass man die Funktion des Mesh-Buttons anpassen kann.
Will man im Livebetrieb auf das B-Setting wechseln, muss der Mesh-Button im A-Setting bereits auf „AB“ eingestellt sein. Ist man dann im B-Setting angekommen und möchte dort die Funktion ändern, sagt einem das Pedal plötzlich, dass das nicht möglich ist. Dann bleibt einem nur noch ein Reset – vorausgesetzt man hat gerade überhaupt ein Handy oder einen PC zur Hand.
Und ja: Schon das Erklären davon klingt komplett verwirrend. Genau so fühlt sich leider auch die Bedienung an. Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass selbst meine Verwirrung verwirrt war.
Zusätzlich liegt nicht einmal eine richtige Anleitung oder wenigstens ein kleines USB-Kabel bei.
Fazit
Das Plethora X1 Neo hätte ein richtig starkes Produkt sein können. Die Sounds sind gut, die Idee dahinter ist klasse und preislich wirkt das Ganze erstmal extrem attraktiv.
Aber die Software, die App und die Bedienung ruinieren das Gesamtpaket für mich komplett. Vieles wirkt unfertig, unnötig kompliziert oder einfach schlecht durchdacht.
Ich habe außerdem das Gefühl, dass TC Electronic solche Konzepte seit der Übernahme durch Music Tribe nicht mehr wirklich weiterentwickelt. Vielleicht sieht das bei den größeren X3- oder X5-Modellen anders aus, weil die sich besser verkaufen. Beim X1 habe ich allerdings eher das Gefühl, dass dieses Produkt irgendwann still auslaufen wird.
Sehr schade – denn die Grundidee hätte wirklich Potenzial gehabt.
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M
Stabil
Ich wollte für ein kleines Zweitboard zuhause ein bisschen mehr Flexibilität als beim HoF 2, Stereo und gute Verarbeitung. Und genau das hab ich bekommen. Tut bis jetzt, was es soll.
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