Mein erstes Instrument – Die besten Tipps zum Üben und effektiven Lernen

Mein erstes Instrument – Die besten Tipps zum Üben und effektiven Lernen

Wirklich Spaß macht das Musizieren, wenn du beim Üben zügig weiterkommst. Wenn du merkst: Mensch, da passiert was mit mir. Ich schaffe das! Wow! Gerade weil dir nicht nur das Instrument, sondern auch der Prozess des musikalischen Lernens neu sind, stehst du vor der Frage, wie du möglichst effizient das nächste Etappenziel erreichst. Hier unsere Tipps für dich und deine Eltern! 💡🎶


Gratwanderung zwischen Konzentration und Entspannung

Du willst weiterkommen und nicht auf der Stelle stehen bleiben. Verständlich. Dafür glaubst du vielleicht, du müsstest pausenlos, so lange wie möglich und mit höchstem Schwierigkeitsgrad üben. Grundsätzlich verkehrt gedacht! Kein Grund, dich selbst zu überfordern. Denn: Bist du an dem Punkt angelangt, wo die Birne einfach dicht macht, ist dein musikalisches Gedächtnis wie dein Smartphone in einem Funkloch: nicht mehr erreichbar. Jetzt verbissen weiterzumachen, wäre pure Zeit- und Energieverschwendung. Also: Nicht mit dem Kopf durch die Wand. Den brauchst du noch – und die Wand vielleicht auch. 😉


Also wie lange und wie häufig üben?

Grundsätzlich musst du eines wissen: Was du trainierst, ist zunächst das sogenannte „motorische Gedächtnis“. Damit die Bewegungsabläufe, Griffbilder und Melodien dauerhaft in deinem Gehirn abrufbar sind, müssen sie im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden. Das funktioniert, wenn du mindestens 20 bis 30 Minuten übst und das Erlernte nach einer Konzentrationspause wieder spielst. Dann setzt – von Medizinern mit Kernspint-Tomographie nachgewiesen – im Gehirn ein Prozess ein, mit dem das Geübte im Langzeitgedächtnis geparkt wird. Damit das gerade Erreichte nicht in Vergessenheit gerät, musst du es an mehreren aufeinander folgenden Tage üben, am besten zu einer regelmäßigen Uhrzeit. Außerdem: nicht euphorisch an einem Tag zwei Stunden üben und die folgenden drei Tage gar nicht. Lieber jeden Tag eine halbe Stunde oder mehr, Hauptsache kontinuierlich.


Versteh‘ den Song

Bevor du einen Song übend spielst, solltest du ihn erst einmal verstanden haben. Sich mit von einer Note – und Denkpause – zur nächsten zu hangeln, ohne eine Vorstellung vom Ergebnis zu haben, macht wenig Sinn. Du musst wissen, wohin die Reise führt, bevor du sie antrittst. Schau dir zuvor die Noten, Akkorde oder Tabulaturen an. In welcher Tonart steht das Stück? Merke dir beispielsweise, an welcher Stelle es Wiederholungszeichen gibt. Und wenn irgend möglich, hör dir den Song erstmal an.


Schritt für Schritt mit angezogener Handbremse

Die meisten Musikschüler spielen die Stücke von Anfang an viel zu schnell. Eine sympathische Unsitte ist es, komplett durch ein unbekanntes Lied zu hasten und das dann auch noch mit Üben oder gar Lernen zu verwechseln. Das ist es nicht. Beim Lernen schnappst du dir einen Part nach dem anderen. Erst sobald der fehlerfrei sitzt, geht’s weiter zum nächsten. Hast du nach diesem Motto den ganzen Song durchgearbeitet, puzzelst du die Passagen zusammen und spielst nun langsam (!) alles möglichst fehlerfrei und ohne Denkpausen durch. Erst dann ziehst du das Tempo langsam an. Allgemeine Faustregel: Hast du ein Stück dreimal ohne Fehler geschafft, kannst du dich dem nächsten widmen.


Übeplan für Struktur und Selbstdisziplin

Eigentlich für lebensbejahende Kids eher abschreckende Worte: „Struktur und Disziplin“. Versteht sie als hilfreiche Werkzeuge beim Üben und Lernen. Klimpert ihr konzeptlos ins Blaue, macht das vielleicht einen Höllenspaß, führt aber selten zu schnellen und motivierenden Lernerfolgen. Selbstverständlich kannst und darfst du dich auf deinem Instrument auch mal kräftig austoben. Dann aber solltest du den Hebel umlegen und dich höchst konzentriert dem eigentlichen Üben widmen. Ideal ist es, wenn du mit dem Musiklehrer einen Übeplan aufstellst. Der Plan hilft gleich doppelt: Einerseits dabei, regelmäßige Übezeiten einzuhalten. Zugleich verhindert er, dass du dich mit übertriebenem Ehrgeiz überforderst. Trage jeden Tag ein, wann und wie lange du geübt hast. Oder übergib deine „Buchführung“ den Eltern.


Ihr braucht eine ruhige, nicht ablenkende Umgebung

Für die nächste Mathearbeit würdest du vermutlich nicht in wirrer und aufgewirbelter Umgebung pauken. Wenn zu Hause die Familie fröhlich durcheinanderquasselt, aus dem Fernseher die Live-Übertragung vom Super-Bowl brüllt oder die Geschwister sich gerade beim Gaming batteln, wärst du viel zu sehr abgelenkt. Dasselbe gilt für das Üben auf dem Instrument. Sorge besonders anfangs dafür, dass du in einer Umgebung mit möglichst wenig Ablenkungen üben kannst. Auch die Eltern sollten dir nicht in jeder Sekunde über die Schultern blicken. Immerhin ist die Anforderung eine ganz besondere: Konzentration auf das Instrument, auf Töne, Timing, Spieltechnik und vor allem auf dich selbst.


Und noch ein paar Worte direkt für euch Eltern

Damit die Kids das Instrument mit Freude erlernen und dauerhaft bei dem wunderbaren Hobby Musik bleiben, ist Anerkennung die Motivation schlechthin. Es macht immer Sinn, euren enthusiastischen Nachwuchs zu loben. Gebt den Kids ein gutes Gefühl. Ermuntern, aber nicht ermahnen. Fehler gemeinsam verstehen und ermutigen, ohne zu kritisieren. Verlangt nicht nach Perfektion und haltet Stress- und Frustrationslevel so niedrig wie möglich. Wo nur irgendwo möglich, lasst ihr euer Kind mit anderen zusammenspielen und den Gemeinschaftssinn mit den anderen in der Schule, dem Orchester, Spielmannszug, der Band oder wo auch immer erleben. Und der Hammer für die Motivation ist natürlich, wenn ihr selbst auch ein Instrument beherrscht und mit den „Newcomern“ gemeinsam Musik macht.


Und falls ihr noch kein Instrument beherrscht: Es ist nie zu spät es zu lernen!



                                        Service & Beratung 🗯

Grundsätzlich gilt für alle Instrumente, dass ihre Größe sich am Körperbau und der Entwicklung des Kindes orientieren muss. Ideal ist deshalb beim Kauf der Rat eines erfahrenen Lehrers oder ein Besuch in unseren Fachabteilungen, wo unsere Mitarbeiter dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen.

Bei Fragen rund um Instrumente für Kinder oder zu speziellen Instrumenten stehen unsere Spezialisten aus den Fachabteilungen jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung ob online oder in unserem Treppendorfer Ladengeschäft.

Wer nicht vorbeikommen kann, darf gerne durchrufen, unseren Live-Chat auf thomann.de nutzen oder uns eine E-Mail zukommen lassen.  Unter diesem Link sind alle Kontaktdaten der Abteilungen und der jeweiligen Spezialisten aufgeführt.


Anfahrt

Musikhaus Thomann
Hans-Thomann-Str.
96138 Burgebrach / Ortsteil Treppendorf

Wegbeschreibung


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Test: Welches Instrument sollte ich lernen? 💡

Saxofon? Ukulele? Blockflöte? Der nicht ganz ernst gemeinte Test hilft zu ergründen, welches Instrument ihr lernen solltet bzw. welches Musikerherz tatsächlich in euch schlägt.

 

 


Also immer auf Alter und Körpergröße achten und den Enthusiasmus der Kids genießen! Euch allen schon jetzt viel Spaß! 🤘 


Author’s gravatar
Dominic hat als E-Gitarrist einer Alternative-Rockband etliche Clubs im deutschsprachigen Raum unsicher gemacht (die wenigsten davon mussten anschließend zu machen). Mit seiner Unplugged-Band steht er auch heute noch regelmäßig auf der Bühne.

Ein Kommentar

    Ganz wichtiger Punkt an die Eltern:
    Ein Instrument lernt man nicht mit Druck! Ich sehe immer wieder bei meinen Schülern (ich unterrichte Schlagzeug), dass sie die Motivation verlieren und der Grund ist lt. Schüler, dass sie jeden Tag stundenlang das in der Unterrichtsstunde besprochene üben sollen.

    Kompletter Blödsinn!!!

    Wenn eine Übung nicht auf Anhieb funktioniert ist das völlig normal. Man kann aus einem Kind nicht in kurzer Zeit einen Profimusiker machen. Da kann man üben was man will. Das geht einfach nicht.
    Instrumente lernen braucht viel Zeit. Und Kinder haben ja ohnehin ziemlich viel Programm was Erwachsene oft nicht sehen. Aber Kinder sollen ja auch gute Noten in der Schule schreiben, Freunde treffen, Sachen ausprobieren, usw.

    Also liebe Eltern. Macht euren Kindern keinen Stress. Wir Lehrer wissen was wichtig ist und wie man jemanden das spielen lehrt. Und dabei ist ein gewisser Freiraum das wichtigste.

    Manchmal muss man einfach drauf los spielen ohne nachzudenken 😉

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