Mein erstes Instrument – 9 Tipps fürs Dranbleiben, wenn’s mal schwierig wird

Mein erstes Instrument – 9 Tipps fürs Dranbleiben, wenn’s mal schwierig wird

Immer wenn man die nächste Stufe auf der Leiter erklommen hat, ist das ein super Gefühl. Und von denen wird es zahlreiche geben. Und aus dem eben noch blutigen Anfänger wird langsam ein selbstbewusster Musiker. Doch ganz klar, das ist ein weiter Weg, auf dem dir auch unbequeme, widerspenstige und unangenehme Stolpersteine begegnen werden. Hier unsere Tipps, wie du den inneren Schweinehund überwindest und trotzdem dranbleibst!

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1. Keine Selbstzweifel aufkommen lassen

Der Lauf will und will einfach nicht funktionieren. Die Melodie verabschiedet sich immer wieder ins musikalische Nirvana. Du kannst dir auch beim zwanzigsten Versuch nicht merken, was da passieren soll? Schon kommen Zweifel auf, ob sich das jemals ändern wird. Lass diese Zweifel nicht an dich ran. Das Hier und Jetzt ist lediglich eine Momentaufnahme. Du und dein Instrument braucht einfach noch etwas Geduld.


2. Herausforderung als Chance begreifen

Übrigens paradox, aber gerade in bremsenden Augenblicken wird es interessant. Langsam wirst du trotzig, wütend und enttäuscht zugleich. Über diesen Moment solltest du dich nicht ärgern, sondern sogar freuen. Du stehst vor einer scheinbar unüberwindlichen Anforderung. Sicher aber ist: Sobald du diese Hürde genommen hast, wirst du besser sein als zuvor. Du hast dich selbst zur „Challenge Musikinstrument“ herausgefordert. Und Probleme sind dazu geschaffen, sie zu meistern. Kein Grund also, sich zu ärgern. Ich bin mir sicher: Du schaffst das.

„I can do this!“


3. Ziele setzen und Session planen – aber bitte nicht zu sportlich

Unbedingt solltest du dir Etappenziele setzen, die nicht zu sportlich hoch gesetzt sind. Andernfalls wären Frust und Überforderung unausweichlich. Lege sinnvollerweise vorher fest, wie lange du üben wirst und was du in dieser Zeit erreicht haben willst. Und dabei übertreibe es nicht. Das geht alles nicht mit der Brechstange. Sobald du deine – bitte zurückhaltenden –s Ziele für den Tag, die Woche oder welchen Zeitraum auch immer erreicht hast, kannst, darfst und solltest du zufrieden sein. Das sind motivierende Erfolgserlebnisse, auf die du in nervigen Zeiten immer mal wieder zurückblicken kannst.


4. Übungsstunden immer mit einem guten Gefühl beenden

Kriegst du einen Song, eine Passage, ein Riff noch nicht hin, solltest du damit nicht die Übungssession komplett beenden. Siehe es mal so: Endet die Übungszeit mit einem dummen Gefühl im Magen, wird die nächste vermutlich mit demselben Gefühl beginnen. Purer Frust. Schenke dir selbst ein Lächeln und spiele etwas, dass du gut beherrschst. Exakt dann fühlst du dich gut. So soll es sein. Schluss für heute. Die nächste Session wirst du voller Selbstvertrauen und frischem Mut beginnen.


5. Auf den Song fokussieren

Lass dich beim Üben nicht ablenken. Du konzentrierst alle Sinne auf den Song. Versuche, dich in deinem Inneren zu sammeln und nimm dorthin nur dein Instrument und den Song mit. Irgendwann wirst du das Instrument ohne lange Überlegung zum Klingen bringen, einfach aus deinem musikalischen Gedächtnis heraus. Jetzt aber geht es um kleinste Nuancen im Zusammenspiel von Feinmotorik und Gehirn. Da darf es keine Ablenkungen geben. Das geht übrigens gestandenen Profis nicht anders.


6. Belohne dich für Teilerfolge

Du spürst, wenn du etwas erreicht hast. Nicht nur das große Ganze, sondern auch die scheinbar kleinen Erfolge. Beispielsweise, sobald die Finger auf der Gitarre entspannter greifen als am vergangenen Tag, der Ansatz auf der Trompete den Ton plötzlich angenehmer formt und klingen lässt oder der Lauf mit der linken Hand auf dem Keyboard treffsicherer und gleichzeitig lässiger wird. Solche vermeintlichen Kleinigkeiten solltest du keinesfalls als Nebensächlichkeit abtun. So merkwürdig es klingen mag: Setz dich hin und freu dich! Sag dir selbst: „Mensch, das war ich, ganz allein ich. Und ich war echt gut!“. Und Misserfolge können dich künftig nicht umhauen.


7. An die Regeln halten

Ein Musikinstrument zu erlernen, hat viel mit Regelmäßigkeit und Struktur zu tun. Ebenso gilt das für das Üben selbst. Um nicht aus einem haltlosen Raster zu fallen, solltest du dir am besten gemeinsam mit dem Musiklehrer ein Gerüst aus Regeln erstellen. Wann wird wie lange geübt? Wie und wie häufig wird das Instrument gepflegt? Wie pünktlich sitzt du am Instrument? (Eben auch nicht zu früh.) Beim Musikmachen bleiben die Knabbereien im Schrank. Du bist vernünftig angezogen. Wichtig, gerade in frustrierenden Augenblicken: Halte dich an die eigens aufgestellten Regeln. Umso einfacher wird es, dich am eigenen Schopf wieder aus einer Misere zu ziehen.

No snacking!


8. Nicht in Frustration verrennen

Manchmal kann die Blockade daran liegen, dass du dich innerlich verrannt hast. Voller Enthusiasmus bist du den Song angegangen, möglicherweise doch ein wenig zu übermotiviert, zu rasant durchgestartet. Du willst diese unverschämten Noten einfach beherrschen. Die sträuben sich aber vehement und ziehen dir einen Strich durch die Rechnung. Bleib ruhig und gelassen. Akzeptiere, dass manches nicht so rasant funktioniert, wie du es dir wünscht. Nicht jeder Tag ist ein Heldentag. So ist es nun mal im Leben.

C’est la vie!


9. Erinnere dich an das Gute

Falls du kurz davor bist, dein Instrument in die Ecke zu pfeffern, erinnere dich an den Grund, weshalb du mit dem Musikmachen begonnen hast. War es nicht so, dass du von dem Instrument und den besonderen Klängen fasziniert warst? Wolltest du nicht auch dieses tolle Hobby der Musik leben und erleben können? War es dein Ziel, irgendwann in einer Band oder einem Orchester zu spielen und vor applaudierendem Publikum erste Auftritte zu spielen? Hast sich daran etwas geändert? Hat es nicht? Siehst du, das ist es, was ich meine. Also dann, Gefühle resetten, kräftig durchatmen und weiter geht’s. Aber bitte erst nach einer ausgiebigen Pause.


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Meon ist Gitarrist und Blogger. Er arbeitet seit 7 Jahren bei Thomann und ist permanent von Musik, Musikern und Instrumenten umgeben.

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