Brass: 10 Tipps zum Üben mit Sinn und Verstand

Brass: 10 Tipps zum Üben mit Sinn und Verstand

Du möchtest auf deinem Instrument besser werden und weißt genau: Die einzige Möglichkeit dafür ist Training. Da beißt die Maus der Trompete kein Mundstück ab. Den Spruch „Üben, üben, üben“ kannst du schon lange nicht mehr hören. Und jetzt kommt’s: Du hast Recht. Immerhin steht dieser Ausdruck für pausenloses Üben. Grundverkehrt. Mach das bloß nicht Hier einige Gedanken, an denen du dich mit Trainingspensum und Übungsweise orientieren kannst. ??



1. Kontrolle über das Instrument und den eigenen Körper

Um ein Blasinstrument in kontrollierte Schwingungen zu versetzen, muss man zunächst mal die Schwingungen des eigenen Körpers im Griff haben. Am Anfang steht die simple Erkenntnis, dass beim Spielen von Blasinstrumenten zahlreiche Muskeln beansprucht werden. Die müssen im harmonischen und akkuraten Einklang miteinander arbeiten – wie ein eingespieltes Team eben. Schon bewahrheitet sich die sportliche Weisheit, dass jedes Team nur so stark sein kann wie das schwächste Mannschaftsmitglied.

 

2. Und die Erkenntnis der Geschicht‘ – ohne Muskeln geht das nicht

Insgesamt musst du den ganzen Körper trainieren! Lach nicht, das ist wirklich so. Blasmusiker sind Teil ihres Instruments und umgekehrt. Detailliert beeinflussen musst du die Lippen, die oberen und unteren Kinnmuskeln, die kontrollierte (!) Lungentätigkeit und mehr. Du benötigst einen ausgebildeten Ansatz, eine vernünftige Stütze und eine möglichst aufrechte Haltung. Und schlussendlich ist eine Portion Ausdauer auch nicht von schlechten Eltern.

 

3. Überlastungen und Blockaden unbedingt vermeiden

Aber Vorsicht: Wer etwas erzwingen will, erreicht meistens das Gegenteil. Wie beim sportlich sinnvollen Training muss es Phasen aus (moderater) Anspannung und Entspannung geben. Wer in der Muckibude übertriebene Gewichte stemmt, erkämpft sich allenfalls schmerzhaften Muskelkater, wenn nicht gar Schlimmeres. Das nervige Resultat: Er muss lange Zeit pausieren. Fortschritte und Erfolgserlebnisse sind radikal gebremst. Stillstand, nichts geht mehr. Das Gleiche gilt für übermotiviertes Dauer-Üben auf dem Instrument mit Brechstangen-Charakter. Lass das lieber bleiben.

 

 

4. Wie im Leben: Wer zu laut brüllt, ist unsicher

Beim Blasinstrument geht‘s nicht in erster Linie um die Lautstärke. Das Gegenteil ist der Fall. Wer ein Stück nur unter Volldampf abliefern kann, wackelt auf dem Drahtseil der Unsicherheit, von dem er (oder sie) jederzeit runterstolpern kann. Der Ton fällt möglicherweise komplett – und auf Dauer – ab. Was also viel wichtiger als die Lautstärke mit umstürzendem Jericho-Faktor ist, ist die Kontrolle über das Instrument.

5. Druck versus Spieltechnik

Frag dich doch mal, weshalb du manchmal erschöpft bist und dann auch einfach keine Lust mehr zum Üben hast. In den meisten Fällen ist es Überanstrengung. Du stehst unter Druck und machst dir Druck. Einfach mal umdenken: Ziel des Übens ist es, bei geringerem Krafteinsatz den idealen Ton aus dem Instrument zu kitzeln. Persönliches Verhältnis von Aufwand und Nutzen sozusagen. Das kann und wird nur funktionieren, wenn die Übungen keinen Marathon-Charakter mit sauer werdenden Muskeln bekommen.

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6. Atemübungen mit Fun-Faktor

Dafür gibt’s coole Übungsmittel, die du immer mal wieder nutzen kannst. Einfach nebenher, wenn du gerade Bock darauf hast. Gerne kurz und spielerisch, aber bitte häufig. Wie wär’s mit dem Thomann Flow-Ball? Ein kleines Atemtrainingsgerät, bei dem ein Styroporball per konstantem Atemstrom in der Schwebe gehalten wird. Kleiner Preis – große Wirkung. Super Hilfsmittel, mit dem du dein Atemvolumen steigerst und für eine konstante Atmung sorgst, ist auch der Thomann Breath Builder.

 

7. Lippentraining einfach zwischendurch

Im realen Alltag hast Du gar keine Möglichkeit, permanent direkt am Instrument zu üben. Wie sollte das funktionieren bei der Ausbildung, in der Schule oder Uni, im Büro oder wo auch immer? Kein Problem, auch dafür bietet der Markt bewährte Hilfsmittel. Interessant beispielsweise der Warburton P.E.T.E. Ansatztrainer für Blechbläser. Einfach im Wechsel von ein paar Sekunden anspannen und entspannen. Weder verkrampfen noch übertreiben. Den Trainingseffekt wirst du am Instrument ziemlich schnell bemerken.

Warburton P.E.T.E. Ansatztrainer

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8. Musik heißt Freude: Bleib abwechslungsreich und experimentierfreudig

Auch die Seele sollte sich übrigens nicht durch Langeweile verkrampfen. Fühlt euch einfach frei; Experimentieren macht Spaß. Wieso neben dem üblichen Stoff aus Musikverein, Musikschule oder Orchester nicht auch mal was von AC/DC oder Nirvana aus der Trompete zaubern? Oder die aus dem Fernsehen bekannten Titelmelodien wie das Star-Wars- oder Rocky-Theme? Jede einzelne Erfahrung bringt dich einen Schritt weiter. Hier geht es zum vielseitigen Songbuch für Trompete, das ihr unten seht.

Alfred Music Publishing Top Hits from TV Trumpet

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9. Fehler nachträglich korrigieren?

Ob man Fehler nachträglich wieder ausbügeln kann, fragst du? Ja sicherlich, aber es ist ungleich schwerer, schlechte Angewohnheiten abzulegen, als sich von Anfang an gute anzugewöhnen. Doch es funktioniert durchaus, wenngleich es im wahrsten Sinne des Wortes ein „langatmiges“ Unterfangen sein könnte. Wenn du den nächsten Quantensprung auf deinem Instrument machen möchtest, macht es immer wieder Sinn, sich mit neu gewonnen Erkenntnissen noch mal den Basics zu widmen. Hast Du die Bläser-Lippen versehentlich doch überlastet, sorgst du mit dem Vibrass Lippenmassagerät für das erholsame SPA-Programm.

Vibrass Lippenmassagegerät

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10. Streit mit entnervten Nachbarn vermeiden

Üben ist übrigens auch dann gesünder, wenn du dich mit den Nachbarn wenigstens einigermaßen verstehst und nicht durch überzogene Lautstärke zu den unmöglichsten Zeiten für wutentbrannt hochrote Köpfe sorgst. Geradezu dankbar werden sie dir sein, wenn du mit einem Silent-Brass-System arbeitest. Man will ja auch mal schlafen. Hab Verständnis und schau dir als Trompeter z. B. das SB-7X-2 von Yamaha an. Schon kannst du bei zurückhaltender Zimmerlautstärke zu jeder Tages- oder Nachtzeit üben. Gibt’s auch für diverse andere Blasinstrumente.

SB-7X-2

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Weiterführende Links

Zu den Blasinstrumenten auf thomann.de geht es mit diesem Link.

Zum Onlineratgeber mit der Kategorie „Blasinstrumente“ geht es mit diesem Link.

Zum Blogartikel „Welches Blasinstrument passt zu mir?“

Zum Artikel „10 coole Gadgets für Bläser“.

Zum Fun-Blogpost „5 Bläserklischees“.

Habt ihr noch Tipps & Tricks in puncto Üben? ?✍

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Meon ist Gitarrist und Blogger. Er arbeitet seit 7 Jahren bei Thomann und ist permanent von Musik, Musikern und Instrumenten umgeben.

2 Kommentare

    Hallo meon,
    offen gesagt bin ich schockiert über das Video des tanzenden, Trompete spielenden Bar.
    Was soll das hier aussagen ? Ein Lacher auf Kosten gequälter Tiere ? Wissen sie unter welchen Qualen, mit welchen Methoden diese „Kunststücke“ den Tieren eingetrichtert werden ?
    Das ist einfach nur abstoßend.

    Viele Grüße
    Rudolf Rapp

    Hallo Rudolf, danke für dein Feedback. Das war nicht unsere Absicht, wir haben es herausgenommen.

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