Ich spiele hauptsächlich (klassische) Gitarre. Darauf liegt mein Hauptaugenmerk und da lasse ich am meisten Zeit einfließen. Trotzdem wollte ich (wieder) ein wenig Klavier spielen. Ein wenig ernster als "just for fun".
1. Kein "echtes" Digitalpiano
Dies wäre niemals mein No. 1 Instrument, würde ich das Klavier als mein No. 1 Instrument wählen. Nicht, weil es schlecht wäre, sondern, weil es für rund 50 EUR mehr (ca.) das P - 145 von Yamaha gibt, welches eine Hammermechanik aufweist. Außerdem ist der Klang dort nochmal besser. Die Hammermechanik ist wesentlich, wenn man lernen will, den Klang in Abstufungen lauter oder leiser spielen zu können. Das ist zwar auf dem NP 35 auch möglich, aber nicht mit so vielen Abstufungen. Der Klang ist weniger beherrschbar auf dem NP 35.
Allerdings wäre ein P - 145, sieht man genauer hin, mehr als 50 EUR teurer, da man auch noch einen besseren, stabileren Ständer bräuchte: Die Hammermechanik sorgt dafür, dass es viel schwerer ist als ein NP 35. Die Pedale (3) kämen auch noch dazu. All inclusive ist man bei rund 600 EUR.
2. Zusätzliche Kosten (wenn man "alles" haben will)
Da ist das NP 35 schon viel günstiger. Das ist ein wesentlicher Pluspunkt. Sollte man sich für das NP 35 entscheiden, sollte man sich auch den wirklich passenden Keyoard - Ständer von Yamaha holen, der für diese Keyboard entwickelt wurde, nämlich den Yamaha L-2 - Keyboard - Ständer (<a class="article link" href="yamaha_l2c.htm">Yamaha L-2C Keyboard Stand</a>). Der kostet rund 75 EUR, manchmal findet man ihn etwas günstiger.
Auch dazu empfehle ich das Yamaha - Pedal - ich meine, es ist das Yamaha FC 4A (<a class="article link" href="yamaha_fc4_sustain.htm">Yamaha FC 4A</a>). Das richtige Pedal von Yamah ist halb-pedalfähig. Das heißt, dass der Sustain (Hall) halb gedrückt etwas geringer ist als wenn man das Pedal durchdrückt. Viele andere Pedale funktionieren nicht wie gewünscht, das Original lohnt sich. Es kostet stolze 85 EUR. Meines habe ich gebraucht für die Hälfte bekommen.
So ist man all inclusive (wenn man nichts gebraucht bekommt) bei ca. 400 - 437 EUR.
Gute Kopfhörer ( ab 50 EUR aufwärts gibt es schon was) sind für jegliches neues Yamaha Keyboard oder Digitalpiano gut, wenn man über Kopfhörer üben will. Billige verschlechtern den eigentlich schönen Klang. Nicht wesentlich, aber doch hörbar. Achtet auf "neutralen" Klang.
3. Für mich passt es sehr gut
Endlich die eigentliche Bewertung. Für mich waren, man mag es gemerkt haben, die Kosten nicht unwichtig. Ich wollte ursprünglich ein Startone Keyboard kaufen, weil es mir um eine Tastatur mit Anschlagdymanik ging, damit ich wieder ein wenig "Klavier spielen" lernen kann. Ist Jahre her und weit kam ich damals nicht. Wie gesagt, Gitarre ist mein Hauptinstrument. Dann fiel mir auf, dass ich EIGENTLICH ein Keyboard mit Spezialisierung auf "Klavier(klang)" haben will, kein Tausendsassa mit zig Extras, Percussion und Soundeffekten. So kam ich zum NP 35.
Wer nicht mehr als 300 - 400 EUR ausgeben will, um sich, bei einem wirklich vernünftigen Klavierton, etwas zu entwickeln oder Spaß zu haben, kann mit dem NP 35 nichts falsch machen. Das Np 35 hat mit 76 Tasten mehr als das NP 15 und sogar mehr als seinerzeit Mozarts Pianoforte. Funfact am Rande.
Mozart hätte sich übrigens sehr über das NP 35 gefreut, denke ich. Es hat, wie gesagt, einen schönen Klang, lässt sich gut spielen, fühlt sich NICHT wie Spielzeug an. Das ist schon ein "echtes Instrument", was man da vor sich stehen hat.
Ich übe immer mit Kopfhörern (Nachbarn! Außerdem liebe ich es spät abends / nachts zu spielen). Die Tasten, die ein wenig klappern, höre ich damit so gut wie gar nicht.
Klaviersound No. 1 ist für mich der, den ich in der Regel benutze. Ich bin damit komplett zufrieden. Das Metronom nutze ich inzwischen auch öfter mal (Bedienungsanleitung befindet sich notfalls auch im Internet). Auch die anderen Instrumente, besonders die Orgel, klingt großartig. Der Hall, die Stärke des "Widerstands" beims pielen kann - im Rahmen - eingestellt werden.
Fazit
Ich "liebe" mein NP 35. Da ich das nun gesagt habe: Gestern habe ich bei meinem Sohn ein 1000 EUR Yamaha Digitalpiano probiert. Hätte ich nicht tun sollen ;) Da liegen WELTEN zwischen. Trotzdem bleibt es, wie es ist: Für INSGESAMT ca. 400 EUR habe ich hier ein schönes Instrument mit passenden Ständer (Beinfreiheit!) und Pedal stehen, welches wenig Platz wegnimmt und das einen erstaunlichen Klang bringt.