Ich war auf der Suche nach einer flexiblen Filterbank für meine diversen Synthies (u. a zwei Moogs: Opus3 und Matriarch).
Zusätzliche Oszillatoren oder Rauschquellen brauche ich derzeit nicht.
Sechshundert hätte ich dafür niemals ausgegeben, aber bei dreihundert fiel die Entscheidung, die ich mir aber trotzdem mehrere Tage gut überlegte, leichter.
Nun, da ich das Teil habe, stelle ich fest, dass sowohl der interne Oszillator, als auch die Rauschquelle mit schön sattem Pegel in die Filterbank geführt werden. Aber o weh! Mit Folgendem hätte ich bei einem Moog-Instrument niemals gerechnet: Sobald man als Carrier ein externes Signal verwendet, ergeben sich schon bei geringsten Pegeln hässliche Übersteuerungen. Also fahren wir alle Signale nur ganz dezent hinein und erfreuen uns an einem permanenten Grundrauschen, als ob man den Gain am Mixer auf westlicher Position stehen ließe und die Fader aufrisse. Dabei werden beim Spectravox wohl kaum die Filter übersteuert. Die Eingangsstufe für Externes ist wohl falsch ausgelegt, denn interne Signale gehen ja mit ordentlich Energie in die Filter hinein. Ein externes Signal mit dem internen Rauschgenerator sinnvoll zu kombinieren ist fast unmöglich, da das interne Rauschen schon in der Minimalposition viel stärker ist, als das externe Carrier-Signal. Wer genau hinhört, bemerkt das Kratzen und Rauschen auch in den YouTube-Videos zum Spectravox, wo externe Carrier-Signale verwendet werden. Deswegen meine ich nicht, dass mein Gerät defekt sei.
Alles andere an der Box ist toll, und deshalb schicke ich sie auch nicht zurück. Auch klingen die Filtrierungsergebnisse wirklich reizvoll, wenn man sich ungewolltes Rauschen wegdenkt. Aber speziell Rauschspektren mit den Filtern bei hoher Resonanz durchfahren erzeugen fantastisch atmosphärische Sounds. Aber nach meiner derzeitigen Meinung dürfte das eines der wenigen Geräte sein, welches ich irgendwann mal leichten Herzens gebraucht verkaufen werde, denn bislang habe ich bestimmt 99% meiner Elektroniksammlung behalten.
Wer plant und testet so etwas und wer genehmigt es in allen darüber liegenden Etagen? Dieser Fehler spielt technisch in der gleichen Liga, wie der unselige AR-Envelope des Behringer MS-5. Aber dort stört mich das überhaupt nicht. Hier verunmöglicht ein Planungsfehler guten Klang bei meiner beabsichtigten Hauptanwendung.
300 € sind für mich daher hart an der Grenze.
Wer aber viel mit den internen Klangquellen spielen will, dürfte an der Kiste seine helle Freude haben und auch 400 € als akzeptablen Preis für ein flexibles und funktionell einzigartiges Gerät empfinden.
Aber warten wir ab, vielleicht verliebe auch ich mich noch ein bisschen - und es gibt ja noch viel abseits meiner bisherigen Ideen zu entdecken!