Eine "double cut" Les Paul hat mir in der Sammlung gefehlt. Ich mag die einfachen Les Paul Varianten mit Wrap Around Bridge. Die klingen alle super, Sound hat nichts mit einer Humbucker Les Paul zu tun.
Nachdem das Musikhaus thomann momentan (Mai 2026) den Preis für die VC DC Version gesenkt hat, war das ein Grund, nach Treppendorf ins Geschäft zu fahren.
Vielen Dank an die Verkäufer für die Order der Gitarre aus dem Lager. Zum Zeitpunkt meines Besuches war der Laden sehr voll, sie haben alles souverän gemanagt. Ausprobieren konnte ich die frisch aus der Schachtel befreite und gestimmte "Vintage Cherry" Les Paul im Vorführraum für Custom Gitarren an einem Fender-Style Röhrenamp, hat wunderbar funktioniert.
Zur Gitarre:
Wieso Vintage Cherry statt dem (auch durch Bilder mit Mr. Richards) bekannteren TV Yellow? Meine Les Paul (single cut) Special ist TV Yellow, also mit der double cut eine andere Farbe aus der Farbpalette für LP Specials.
Sie klang bereits beim ersten Chord am Amp so wie erwartet und erhofft.
Hier ist die weitere Bewertung:
Positiv:
- Die double cut ist einwandfrei lackiert. Ich habe in praktisch allen Bewertungen der TV Yellow Versionen mehr oder weniger deutliche Kritik an der Lackierung im Gibson Werk gelesen. Die double cut hat einen Hals mit Binding und der Übergang vom Binding zur roten Lackierung ist gut ausgeführt (keine Kante). Der Korpus spiegelt, der Halsübergang passt auch.
- Der Übergang vom Binding zur Halslackierung ist sehr gut ausgeführt. Hier wurde in anderen Bewertungen Kritik geübt. Vielleicht haben die Bewerter vorher auch noch keine Gitarre mit Neckbinding gespielt.
- Die Werkseinstellung der Saitenlage ist einwandfrei. Ebenso die Einstellung der Wrap Around Bridge. Das Instrument ist so gut wie das bei Wrap Around Bridges überhaupt geht oktavrein.
- Der Klang ist super! Spricht total schnell an, "knallt", einwandfrei für Classic Rock, Blues, Blues Rock, Southern Rock, auch Country. In Richtung "fette Telecaster". Hängt mit der Konstruktion (Brett, Wrap Around Bridge) zusammen und die Gibson P90 sind gut.
Negativ:
- Obwohl die Intonation der double cut werksseitig einwandfrei eingestellt ist hätte der Bearbeitung des Sattels noch fünf Minuten mehr Zeit vertragen. Sattelkerben sind schon richtig gefeilt, könnten (wie fast immer bei neuen Gitarren) tiefer sein. Komischerweise hingen in Richtung Mechaniken noch Kunststoffspäne vom Feilen der Kerben. Die Ecke des Sattels bei der hohen E-Saite war nicht richtig bearbeitet, fast schon "spitz".
- Das habe ich gleich nach dem Kauf beim ersten Saitenwechsel behoben und dabei auch gleich das Griffbrett geölt, jetzt sieht es wieder so aus wie Palisander aussehen soll.
- Ein letzter Punkt, der mehr als Feststellung denn als Kritik zu sehen ist. Mein Double Cut Exemplar ist nach Seriennummer fast 1 Jahr alt. Lag also seit der Fertigung schon länger im Lager. Ich musste erst mal die Muttern der Mechaniken nachziehen, das Holz ist offensichtlich geschwunden, was bei ganz neuen Gitarren nachvollziehbar ist. Die Bünde waren leicht angelaufen, das habe ich mit einem Poliertuch nach dem Abbauen der Saiten behoben. Die Wrap Around Bridge war ebenfalls matt angelaufen, obwohl die Gitarre nicht gespielt wurde. Mit etwas Gibson Metallpolitur glänzt die jetzt wieder.
Noch ein Tipp: Gitarren mit Wrap Around Bridge sind störrisch beim Saitenwechsel. Ich habe deshalb eine Kapodaster im Gitarrenkoffer, bzw. natürlich in meiner Gitarrenwerkstatt. Damit kann man die Saiten zwischendurch fixieren, so dass man sie in den Stimmwirbel bekommt.
Die Vintage Cherry Les Paul Double Cut gefällt mir sehr gut und sie wird sicher in meinen Bands viel zum Einsatz kommen.