Ich benutze den Beam Solo als Nachfolger für meinen Nux Mighty Plug für Bass, E-Gitarre und Akustikgitarre. Die Ampmodelle reagieren sehr dynamisch auf Volume am Instrument und sind allgemein sehr gut gelungen. Für E-Bass (mein Hauptinstrument) sind drei Models basierend auf dem Blackstar U700 vorhanden und ein Acoustic Tube-Amp ohne Boxen-Sim, der hervorragend klingt und den Charakter des Basses nicht verändert. Vor dem Amp-Modul gibt es drei Effekt-Slots. Das erste für Noise-Gate oder Noise Limiter (beide absolut top), dann ein Slot für Compressor, Limiter , Autowah, Envelope-Filter und ein dritter für Overdrives und Fuzzes, wobei mir der Tube-Driver für Bass sehr gut gefällt. In Verbindung mit dem U700 Classic Modell geht da viel von B15 bis SVT. Nach dem Amp-Modell kommt die Speaker-Simulation. Es gibt dort zwar keine üppige Auswahl, aber dafür hat man etliche Möglichkeiten der "Mikrofonierung" und dem Raumklang um die Box.
So hat man auch bei "trockenen" Sounds über den Kopfhörer ein lebendigeres Klangbild. Diesen Effekt kann man stufenlos dazuregeln.
Auf den Amp folgen drei weitere Slots. Der erste bedient Chorus, Phaser, Tremolo und Vibrato-Effekte, der zweite eine Delaysektion (auch Multitap) und der dritte ist für Reverb zuständig. Alle diese drei Gruppen sind in sehr guter Qualität und in Stereo ausgelegt.
Die Bedienung über die App ist vorbildlich. Man hat zwar nur 5 feste Presets im Gerät selbst, die man sehr einfach belegen kann, aber in Verbindung mit dem Smartphone beliebig viele, die schnell anwählbar sind.
Zuspielung über Bluetooth ist von sehr guter Tonqualität ohne Verfremdungen wie beim NuX, der immer irgendwie EQ draufpackt oder komprimiert.
Die wichtigsten Funktionen lassen sich am Gerät selbst bedienen. Neben Auswahl der Patches und Volume auch Amp-Gain, EQ (Treble) und der Effektanteil. Für die Funktionen gibt es 5 Taster und die Werteeingabe erfolgt über ein Endlosdrehrad. Der Wert wird über ein LED-Band im Gehäuse angezeigt.
Der Klinkenstecker lässt sich um volle 270° drehen, so dass auch bei Jazzbass und Preci die Bedienelemente alle oben sind. Das ging beim Nux nur bei Strat-Buchsen, oder mit Bedienknöppen unten.
Endlich gibt es einen Plug mit USB-C-Buchse, die wesentlich robuster ist, als die fummelige Micro-USB des NuX.
Ein Tuner ist integriert . Er lässt sich durch längeres Drücken der Volume-Taste aktivieren. Er ist... sagen wir mal so... vorhanden. Er verhält sich beim Bass etwas zickig und braucht einige Zeit, um die Tonhöhe zu finden. Ist für mich ein Zusatzgimmick für den Notbehelf.
Das Audiointerface über USB arbeitet mit 48KHz/24bit.
Über die Akkulaufzeit kann ich noch nicht viel berichten, da ich bisher noch nie länger wie 2-3 Stunden damit geprobt habe.
Zu den Gitarrenamp-Sounds gibt es ja bei Youtube 'ne Menge zu sehen und hören. Nur bisher nix zum Thema Bass, was ich schade finde.
Fakt ist jedenfalls, dass die Amps sehr lebendig und dynamisch klingen und nicht so steril wie viele andere Modeller. Das merkt man richtig, wenn man selber spielt. Eine Latenz ist nicht wahrnehmbar. Das Teil ist genau so schnell wie mein HX-Stomp. Wenn bei hohen Gain-EInstellungen Rauschen hörbar wird, ist das nicht anders wie bei analogem Equipment, nur dass es sich mit dem Denoiser oder Gate perfekt unterdrücken lässt. Der arbeitet noch besser als der im HX-Stomp und um Welten besser als der im ToneX. Analysiert wird das EIngangssignal, aber das Gate selbst greift hinter dem Amp, vor den Post-FX. Super gelöst.
Ein Nachteil kann evtl. die Größe des Geräts sein. Es ist deutlich breiter als ein NuX-Mighty-Plug und es kann bei Verwendung von versenkten Zargenbuchsen Probleme geben oder die Bedienung wird unhandlich. Da wäre hat ein kleines Zwischenkabel empfehlenswert.
Was ich schade finde, ist die Einschränkung bei den Speaker-Cabinets. Ich hätte zu gerne mal ein Gitarren-Röhrentop mit einer Bassbox betrieben. Der Fender- oder JCM800-Clone wäre da sicher gut für geeignet... Vielleicht gibt es da ja mal Software -Updates. Beim Nux konnte man ja früher auch Alles für Alles benutzen. Dafür konnte man das Cab aber auch nicht abschalten und die Qualität von Amps und Boxenmodellen war ein ganz anderes Niveau.
Den Beam habe ich schon mal direkt in eine Aktivbox oder zuhause in die Stereoanlage eingespielt. Auch da klingt er hervorragend. Ich könnte ihn mir sogar als Gigsaver vorstellen, wenn der Amp mal ausfällt und man direkt in die PA geht.