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Strandberg Boden Standard N2.7 Black

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Features

Sound

Verarbeitung

Strandberg Boden Standard N2.7 Black
1.999 €
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Außergewöhnliches Instrument mit kleinen Schwächen
neby 02.09.2026
Vermutlich muss zu dieser Gitarre gar nicht viel gesagt werden. Es werden sich wohl die wenigsten "zufällig" eine Headless Multiscale 7-Saiter kaufen, sondern man sucht genau nach diesem Modell.

All das, was man sich von so einem Modell wünscht, bringt diese Gitarre mit: sie ist leicht, ergonomisch, lässt sich top spielen und sieht schick aus. Insbesondere Fans der "klassischen" relativ aufrechten Spielposition werden Gefallen an der Form finden, da die Gitarre quasi von selbst aufrecht auf dem Schoß stehen bleibt und durch die Headless-Konstruktion 0 Neck Dive aufweist. Besonders deutlich wird dieser Effekt, wenn man vorher Eine V-förmige Gitarre gespielt hat, die wohl das andere Extrem dieses Spektrums darstellen.

Betrachtet man die Gitarre auf Bildern, so fallen einem die schrägen Bünde auf. Beim Spielen bemerkt man die fanned Frets aber quasi überhaupt nicht. Selbst mit kleineren Händen habe ich mich quasi sofort daran gewöhnt, und die Vorteile der längeren Mensur bei den tieferen Saiten kommen quasi unbemerkt zur Geltung. Im Gegensatz zu herkömmlichen 7-Saitern spielt sich diese Gitarre überraschend leicht; man merkt zwar die zusätzliche Saite, aber der Hals und die Gitarre wirken nicht so klobig wie manch anderes Instrument (nicht zuletzt durch das geringere Gewicht).

Apropos Hals: Der Hals ist bei dieser Gitarre nicht rund, sondern in typischem Strandberg-Patent eher eckig und asymmetrisch und wirkt erstmal abschreckend, aber auch daran gewöhnt man sich schnell. Hierbei scheiden sich sicherlich die Geister, aber dadurch, dass der Hals bei den tieferen Bünden und Saiten etwas dicker ist, bietet er mehr Holz zum Anpacken für Riffs und Power Chords, während die Hand bei den höheren Lagen quasi von selbst in eine angenehmere Spielposition gleitet. Ob die Aussage von Strandberg, die Halskonstruktion würde Schmerzen und Ermüdung vorbeugen, wahr ist, lässt sich sicher diskutieren, aber gut bespielen lässt er sich definitiv.

Der Sound ist ebenfalls top. Öfters liest man von einem "dünneren" Sound bei Headless-Gitarren, das kann ich aber bisher überhaupt nicht bestätigen. Schon unplugged beim Anspielen fällt direkt auf, dass die Gitarre am Stück mitschwingt, und der Klang überträgt sich direkt in die Arme und die Brust. Aber auch verstärkt steht die Gitarre herkömmlichen Modellen in nichts nach. Das Pegasus/Sentient-Duo von Seymour Duncan liefert einen klaren und definierten, und vor allem neutralen Sound, der bemerkenswert gut auf den Amp oder Effekte anspricht.

Nun zu den Schwächen: Die Verarbeitung könnte in Anbetracht des Preises etwas besser sein. Beim Auspacken kam mir schon der Tone-Poti entgegen, da er nicht ordentlich festgeschraubt war. Zum Glück hatte ich einen passenden kleinen Sechskantschlüssel parat, da die mitgelieferten Werkzeuge hier nicht gepasst haben. Also halb so wild. Trotzdem ist der Poti irgendwie klebrig und wirkt wie ein Ersatzteil im Vergleich zum Volume-Poti. Auch an anderen Stellen fallen kleine Feinheiten auf. Manche Bünde sind etwas scharfkantig und stehen gefühlt minimal hervor, sodass der Rand des Griffbretts bei Slides oder beim Lead-Spiel etwas rau und uneben ist. Bei den Tunern (die aufgrund der Konstruktion an der Brücke sitzen) fällt auf, dass sich manche leichter drehen lassen als andere. Alle sitzen fest und man verstimmt die Gitarre nicht ausversehen, aber es wirkt nicht so, als wäre es so gewollt. Die mitgelieferte Gigbag ist zwar sehr handlich, aber so knapp bemessen, dass man beim Schließen des Reißverschlusses aufpassen muss, die Gitarre nicht zu zerkratzen. All das ist nicht dramatisch, und es sind sicherlich Feinheiten, aber es sollte m.M.n. bei einem 2000€-Instrument eigentlich nicht so sein.

Insgesamt sind diese negativen Feinheiten allerdings nicht genug, um den sehr positiven Gesamteindruck zu schmälern. Einen kompletten Stern abzuziehen wäre meines Erachtens übertrieben, da keiner der Minuspunkte wirklich ins Gewicht fällt. Wer also eine 7-Saiter sucht, die leichter und weniger klobig ist als herkömmliche Modelle und sich aufgrund ihrer ergonomischen Konstruktion top spielen lässt, macht mit dieser Gitarre definitiv nichts falsch.
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