Phil Collins wird 75 Jahre alt – Von Genesis zur Solo-Ikone

Happy Birthday Phil Collins! Am 30. Januar 2026 feiert der legendäre Drummer und Sänger seinen 75sten Geburtstag. Wir beleuchten die wichtigsten Stationen seiner Karriere.
Phil Collins 75 Jahre Geburtstag

Phil Collins kann seit seinem Einstieg ins Musikbusiness Ende der 1960er-Jahre auf eine erstaunliche Karriere zurückblicken. Er war Schlagzeuger und später auch Sänger einer der größten Rockbands der 70er- und 80er-Jahre und startete parallel eine phänomenale Solokarriere, die ihn mit mehr als 100 Millionen verkauften Alben zu einem der erfolgreichsten Popstars der letzten 50 Jahre machte.

Collins’ größter Hit „In The Air Tonight“ zählt zu den beliebtesten Popsongs der 80er-Jahre und beinhaltet das wohl ikonischste Drumfill aller Zeiten.

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Bei Genesis landete Phil per Zeitungsannonce

Phil Collins wurde am 30. Januar 1951 in London geboren und bekam im Alter von fünf Jahren ein Spielzeug-Drumset zu Weihnachten geschenkt. Als er, gerade volljährig geworden, erfuhr, dass die Band Yes einen neuen Drummer suchte, meldete er sich zur Audition an, überlegte es sich dann aber anders und erschien nicht zum Vorspielen … im Nachhinein wohl eine goldrichtige Entscheidung, denn die nächste Audition, die sein gesamtes weiteres Leben massiv prägen sollte, folgte bereits kurze Zeit später …

Die Band Genesis, die sich mit ihrem 1969er-Debütalbum „From Genesis to Revelation“ bereits einen Namen gemacht hatte, war 1970 auf der Suche nach einem neuen Drummer und veröffentlichte eine Anzeige im britischen Musikmagazin Melody Maker. Gesucht wurde „ein für akustische Musik empfindsamer Schlagzeuger“.

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Phil fühlte sich angesprochen und absolvierte erfolgreich die Audition in Peter Gabriels Elternhaus. Sein Debüt mit Genesis war das 1971er-Album „Nursery Cryme“. Nach zwei weiteren Alben lieferten Genesis mit dem Konzeptalbum „The Lamb Lies Down on Broadway“ im Jahre 1974 ein Meisterwerk ab, auf dem Phil Collins die ganze Bandbreite seines druckvollen und ideenreichen Spiels präsentierte.

Genesis live 1974:

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Der singende Drummer

„The Lamb Lies Down on Broadway“ markierte bei Genesis und vor allem im Leben des Phil Collins einen wichtigen Wendepunkt, denn Peter Gabriel verließ nach der folgenden Welttournee die Band, die nun ohne Sänger dastand. Also veranstaltete Genesis Auditions, um einen neuen Sänger zu finden. Allerdings konnte niemand überzeugen und Collins hatte bereits auf den vorherigen Alben den einen oder anderen Song gesungen, sodass sich die Band entschloss, ihm die Doppelrolle des singenden Drummers zu verpassen.

Da Phil Collins’ Gesang überzeugend klang und einen ähnlich hohen Wiedererkennungswert hatte wie Peter Gabriels Stimme, verstummten die Kritiker schnell und auch die Fans gewöhnten sich bereits nach kurzer Zeit an die neue Konstellation.

Für die Konzerte entschied sich die Band, einen zweiten Schlagzeuger ins Boot zu holen, damit Collins die Gelegenheit hatte, bei den Instrumentaltracks am Schlagzeug zu sitzen und bei den Gesangsstücken als Sänger im Rampenlicht zu stehen. Als zweiter Drummer wurde 1976 zunächst Bill Bruford engagiert, der in den Jahren zuvor bei Yes und King Crimson getrommelt hatte.

Kurz danach folgte dann Chester Thompson, der bereits für Weather Report und Frank Zappa hinter den Drums saß. Thompson blieb Genesis bis zum Jahr 1992 treu (und feierte auf der 2007er-Tour nochmal ein kurzes Comeback) und sorgte bei den Konzerten zusammen mit Phil Collins regelmäßig für spektakuläre Drum Duets.

Genesis live 1976:

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Mit „Face Value“ begann 1981 die Solokarriere

Ab 1976 ging Phil Collins fremd und schloss sich für die nächsten vier Jahre der britischen Jazzrock-Band Brand X an, die größtenteils instrumentale Musik auf technisch sehr hohem Niveau spielte. Hier konnte Collins seine instrumentalen Fähigkeiten voll zur Geltung kommen lassen. Kurz nach dem Ausstieg bei Brand X schmiedete er dann Pläne für ein Soloalbum, welches schließlich unter dem Namen „Face Value“ im Jahr 1981 erschien. Collins war zu dieser Zeit nach wie vor festes Mitglied bei Genesis.

Das Album präsentierte ihn mit einer überraschenden Stilvielfalt, mit der er sein Prog-Rock-Image locker vom Tisch fegte. In Tracks wie „I Missed Again“ beispielsweise kam die Bläser-Section der Funk-Soul-Gruppe Earth, Wind & Fire zum Einsatz, und mit dem Beatles-Cover „Tomorrow Never Knows“ begab sich Collins gar in psychedelische Gefilde.

Das unumstrittene Highlight dieses Albums aber war natürlich der Megahit „In the Air Tonight“, der wohl ebenso viele „Luftschlagzeuger“ hervorgebracht hat wie Deep Purple’s „Smoke On The Water“ Luftgitarristen.

Phil Collins „In The Air Tonight“ live 1982:

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Mit Überschallgeschwindigkeit um die Welt

Mit Genesis veröffentlichte Phil Collins auch in den 1980er-Jahren weitere erfolgreiche Alben, während parallel seine Solokarriere mehr und mehr Fahrt aufnahm und ihm zahlreiche Chart-Erfolge bescherte, darunter das Supremes-Cover „You Can’t Hurry Love“, die Ballade „Against All Odds“ aus dem gleichnamigen Film oder Phils Statement zum Thema Obdachlosigkeit „Another Day in Paradise“.

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Auch als Gastdrummer wurde Collins gerne angeheuert. So spielte er beispielsweise auf dem Solodebüt des ehemaligen Led-Zeppelin-Frontmanns Robert Plant und trat mit diesem und den nach John Bonhams Tod verbliebenen Bandmitgliedern Jimmy Page und John Paul Jones sogar beim Live Aid-Konzert im Jahr 1985 auf. Collins schaffte es, an diesem Tag sowohl beim Londoner Live-Aid-Konzert als auch bei der Parallelveranstaltung in Philadelphia aufzutreten, indem er sich direkt nach dem Londoner Gig an Bord einer Concorde in die USA fliegen ließ.

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Mit Genesis hatte Phil Collins Anfang der 90er-Jahre nochmal einige große Hits – „I Can’t Dance“, „Jesus He Knows Me“ oder „No Son of Mine“ –, bevor er 1996 die Band verließ. Kurz danach kehrte er mit seiner Phil Collins Big Band für einige Jahre zu seinen frühesten musikalischen Wurzeln zurück und im Jahr 2000 folgte mit „You’ll Be in My Heart“ aus dem Film „Tarzan“ nochmal ein Riesenhit, der ihm sogar einen Oscar bescherte.

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Einen weiteren Schritt in die Vergangenheit tat Phil Collins 2010 mit seinem letzten Studioalbum „Going Back“, welches durchzogen ist vom Sound der 1960er-Jahre mit einem besonderen Fokus auf den Motown-Sound, der schon bei seinen ersten Soloalben eine wichtige Rolle spielte.

Phil Collins Big Band „Pick Up The Pieces“ live 1982:

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Phil Collins Lebensmotto: Not dead yet

Nach einer langen Pause stellte Phil Collins in den Jahren 2017 bis 2019 noch einmal eine Tour unter dem Namen „Not Dead Yet“ – entsprechend des Titels seiner 2016 erschienenen Autobiographie – mit einer 14-köpfigen Band auf die Beine, bei der aufgrund von Phils gesundheitlichen Problemen sein damals noch nicht volljähriger Sohn Nicholas „Nic“ Collins an den Drums saß.

Und auch mit Genesis ging es in den Jahren 2021/2022 noch ein allerletztes Mal auf die Bühne. Mit dabei waren die Originalmitglieder Tony Banks und Mike Rutherford sowie an den Drums wieder Nic Collins. Phil hatte zu dieser Zeit bereits so gravierende Probleme mit dem Rücken, dass er die Konzerte im Sitzen absolvierte. Seitdem hat sich Phil Collins aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und verbringt seinen Lebensabend am Genfer See in der Schweiz.

Doku zur „The Last Domino?“ Tour:

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Phil Collins: sein Equipment

Während seiner frühen Jahre bei Genesis benutzte Phil Collins recht konventionell konfigurierte Drumkits der Marken Gretsch oder Premier, kombiniert mit Becken von Paiste und Zildjian sowie einer 14“ x 6,5“ Ludwig Super Sensitive Snaredrum. Anfang der 1980er-Jahre folgte ein kurzes Intermezzo mit Pearl, bevor er dann etwa 1983 wieder zu Gretsch wechselte, der Marke, der er bis ans Ende seiner Drummerkarriere treu blieb. Als Snaredrum spielte er ab dieser Zeit eine 14“ x 8“ Gretsch mit Holzkessel und ab etwa 1990 eine Noble & Cooley mit einem 14“x 3 7/8“ Maple Solid Shell.

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Die Becken stammten ab Mitte der 80er-Jahre von der Firma Sabian, die ihm sogar ein Signature-Modell, das 21“ HH Raw Bell Dry Ride, kreiert hat. Phil Collins spielte übrigens fast während seiner gesamten Karriere ein altes Ludwig Speed King Bassdrum-Pedal. Auch seinem geliebten Beyerdynamic M88 Mikrofon, welches er für die meisten seiner Gesangsaufnahmen benutzte, blieb er lange Zeit treu.

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Das charakteristische Merkmal an Phil Collins’ Drumkits seit Ende der 70er-Jahre waren die mit Remo Ambassador Clear Fellen ausgestatteten Concert Toms, meistens sechs Stück mit Durchmessern von 8 bis 18 Zoll. Diese Drums erzeugten aufgrund der fehlenden Resonanzfelle den typischen knalligen Sound, den man auf Tracks wie „In the Air Tonight“ oder „I Don’t Care Anymore“ in Reinkultur erleben kann.

Wer sich noch eingehender mit dem ikonischen Phil Collins Drumkit beschäftigen möchte, sollte sich unbedingt die Videos seines Sohnes Nic anschauen, der bei den Auftritten mit seinem Vater bzw. der Band Genesis als Hommage an Phil ein identisch konfiguriertes weißes Gretsch USA Custom Kit benutzte.

Nic Collins auf Drumeo 2023:

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Phil Collins wird 75 Jahre: dein Feedback

Phil Collins ist unbestrittene eine Drummer-Ikone. Woran erinnerst du dich, wenn du seinen Namen hörst? Lass es uns in einem Kommentar wissen!

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