Am 25. Dezember feiern Iron Maiden ihren 50. Geburtstag – Grund genug für einen kleinen Festakt zu Ehren der vielleicht einflussreichsten Metalband aller Zeiten. Wir schauen mit dir zurück auf fünf Jahrzehnte Bandgeschichte, die wichtigsten Songs und Alben und Maidens Rolle in der Metal-Welt.
Bandgeschichte und musikalische Meilensteine
Iron Maiden wurden im Sommer 1975 gegründet und erhielten ihren finalen Bandnamen am 25. Dezember desselben Jahres. Namensgeber war ein junger Bassist namens Steve Harris, seines Zeichens glühender Fußball- und Hardrock-Fan. Ihren ersten „richtigen“ Gig spielte die Band laut eigenen Aussagen am 9. Juni 1976 im Cart And Horses in East London.
In den Folgejahren durchliefen Iron Maiden einige Besetzungswechsel, bevor sie im Frühjahr 1980 ihr erstes selbstbetiteltes Album veröffentlichten. Ein Jahr später folgte mit „Killers“ das zweite und letzte Album mit Sänger Paul Di’Anno, bevor sich später im Jahr 1981 ein gewisser Bruce Dickinson das Mikrofon schnappte.
1982 veröffentlichten Iron Maiden mit „The Number Of The Beast“ ihr erstes UK-Nummer-1-Album mit Kult-Hits wie „Run To The Hills“, „Hallowed Be Thy Name“ oder „The Number Of The Beast“.
(Noch heute darf „Run To the Hills“ in keiner Maiden-Setlist fehlen)
Die frühen 80er ebneten Iron Maiden den Weg in den Heavy-Metal-Olymp. Alben wie „Piece Of Mind“ (1983) oder „Powerslave“ (1984) verkauften sich millionenfach und enthielten Singles wie „The Trooper“ oder „Aces High“. Auf der fast ein Jahr andauernden Powerslave-Tour (August 1984 – Juli 1985) erspielte die Band sich treue Fans auf der ganzen Welt. Das während zwei Konzerten aufgezeichnete Album „Live After Death“ (1985) gilt vielen Metal-Fans als das beste Live-Album aller Zeiten.
(Eine Blaupause für den typischen Maiden-Sound – „The Trooper“ von 1984)
Etwas experimenteller und futuristischer wurde es dann Ende der 80er Jahre mit Alben wie „Somewhere In Time“ (1986) oder „Seventh Son Of A Seventh Son“ (1988), auf dem erstmals auch Synthesizer-Klänge zu hören waren.
(Funktionieren auch mit Synthesizern – Maiden in den späten 80ern)
Die 90er Jahre sollten zum turbulentesten Jahrzehnt in Iron Maidens Bandgeschichte werden, nicht zuletzt durch den zwischenzeitlichen Ausstieg von Frontman Bruce Dickinson. Die beiden Alben „The X Factor“ (1995) und „Virtual XI“ (1998) mit Sänger Blaze Bayley konnten nicht ansatzweise an den Erfolg der 80er Jahre anknüpfen. Mit der Rückkehr Dickinsons und dem Album „Brave New World“ (2000) meldete sich Maiden dann lautstark im neuen Jahrtausend zurück. Dass sie immer noch eine der besten Live-Bands aller Zeiten waren, konnte man beim Rock in Rio 2001 beobachten.
(Maiden in „neuer“ alter Besetzung vor 250.000 Menschen beim Rock in Rio 2001)
Im Gegensatz zu den ersten 25 Jahren war die zweite Hälfte der Bandgeschichte geprägt von Konstanz und ungebrochenem Erfolg. Durch alle Wandlungen der Musikindustrie hindurch konnten Iron Maiden Albumverkaufszahlen im hohen dreistelligen Tausenderbereich generieren und auf ausverkauften Tourneen die Welt bereisen. Welche Begeisterung die Band dabei auch im hohen Alter noch auslöste, ist eindrucksvoll im Konzertfilm „Flight 666“ (2009) dokumentiert.
(Iron Maiden auf Welttournee mit der „Ed Force One“, geflogen von Bruce Dickinson)
Auch heute ist Iron Maidens Live-Energie ungebrochen, wie die Band unlängst auf ihrer Legacy Of The Beast World Tour (2018 – 2022) auf 140 Konzerten vor über 3,5 Millionen Fans unter Beweis stellen konnte.
Kaum eine andere Band ist über die Jahrzehnte ihrem Stil so treu geblieben wie Iron Maiden. Die völlige Verweigerung gegenüber neuen Trends und Innovationen war dabei rückblickend ihre größte Stärke. Noch heute klingt Maiden unverwechselbar nach Maiden und beeinflusst immer noch junge Metalfans und Musiker auf der ganzen Welt.
„Hallowed Be Their Name!“
Zahlen und Fakten: 50 Jahre Iron Maiden
– Iron Maiden hat in 50 Jahren Bandgeschichte 17 Alben veröffentlicht.
– Das Maskottchen „Eddie“ ziert alle Albumcover der Band.
– Steve Harris ist das einzige durchgehend aktive Bandmitglied seit 1975.
– Das meistverkaufte Album der Band ist „The Number Of The Beast“ mit über 2 Mio. Exemplaren.
– Auf der World Slavery Tour (1984/85) spielte Maiden innerhalb von 331 Tagen 189 Konzerte.
– Sie waren damals die erste Rockband im Ostblock.
– Beim Rock in Rio 1985 spielte Iron Maiden vor 300.000 Menschen.
– Seit 1999 haben Iron Maiden drei Gitarristen.
– Auf der Somewhere Back In Time World Tour (2009) flog Bruce Dickinson das Tour-Flugzeug.
– 2024 verließ Nicko McBrain nach 42 aktiven Jahren am Schlagzeug die Band.
– Am 28. Juni 2025 spielten Iron Maiden ihre bislang größte UK-Headliner Stadion-Show vor 80.000 Zuschauern im London Stadium.
Iron Maidens Rolle in der Metal-/Musikgeschichte
Iron Maiden gelten zusammen mit Judas Priest als die Begründer der New Wave Of British Heavy Metal (NWOBHM). Diese schnelle und gleichzeitig melodiöse Spielart des Hardrock entwickelte sich in Großbritannien Mitte der 70er-Jahre und gilt heute als wichtigster Einfluss auf die später entstandenen Genres Thrash- und Speed-Metal.
Die NWOBHM kombinierte die Einflüsse von Bands wie Deep Purple, Black Sabbath oder Led Zeppelin mit der Intensität und der rauen Attitüde des Punk. Das Ergebnis waren aufwendige Songstrukturen mit schnellem Gitarren-Riffing und ausdrucksstarkem Falsett-Gesang.
Besonders charakteristisch für Iron Maiden waren dabei die zweistimmig harmonisierten Gitarrenmelodien und der sogenannte „Maiden-Gallop“, ein auf Triolen basierendes Rhythmusmuster. Beide Stile sind aus der Welt des Heavy Metal nicht mehr wegzudenken und tauchen bis heute in fast allen Genres auf.
Besonders anschaulich lassen sich die beiden Zutaten für den Maiden-Sound in den ersten Takten von „Rime Of The Ancient Mariner“ (1984) heraushören. Der „Maiden-Gallop“ mit zweistimmigen Gitarrenmelodien, eine stilprägende Mischung:
Auch im Cover-Artwork kann der Einfluss Iron Maidens auf die Welt des Heavy Metal nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Mischung aus Grusel-Comic, Horror, Science Fiction und Satanskult zieht sich wie ein roter Faden durch das Genre. Auch die sozialkritische Auseinandersetzung mit den apokalyptischen Endzeitszenarien des kalten Krieges waren ein typisches Thema in Maidens Cover-Artwork.

Die angesprochenen Themen tauchen auch immer wieder in den Lyrics der Band auf. Die zahlreichen historischen Bezüge in den Texten reichen vom Totenkult der Pharaonen (Powerslave) über Julius Cäsar (The Ides Of March) bis hin zu den Krisen und Kriegen des letzten Jahrhunderts (Aces High, Two Minutes To Midnight).

Besetzung
Steve Harris – Bass
Unbestrittener Band-Leader von Iron Maiden ist Steve Harris. Er ist das einzige heute noch aktive Gründungsmitglied der Band und ist für einen Großteil der Kompositionen verantwortlich. Unten der Steve Harris Signature Bass von Fender, nur echt mit dem West Ham United Sticker!
Fender
Steve Harris P-Bass
Bruce Dickinson – Gesang
Auch wenn Bruce Dickinson nicht der einzige Sänger bei Iron Maiden war, zählt er doch zum Legenden-Lineup der Band. Er stieß erst 1981 nach den ersten beiden Alben dazu, die noch von Paul Di’Anno eingesungen wurden. Während der 90er-Jahre verließ Dickinson kurzzeitig die Band (1993 – 1999) und wurde für zwei Alben durch Blaze Bayley ersetzt. Während der Zeit ohne Iron Maiden arbeitete Dickinson an seiner Solokarriere, die bis heute besteht.
Dave Murray – Gitarre 1
Dave Murray ist nach Steve Harris das am längsten aktive Mitglied bei Iron Maiden (seit 1976). Sein Markenzeichen war und ist die Fender Stratocaster mit HSH-Bestückung und Floyd Rose Tremolo.
Fender
Dave Murray Strat 2TSB
Adrian Smith – Gitarre 2
Adrian Smith gehört ebenfalls zur legendären 80er-Jahre-Besetzung von Iron Maiden (seit 1980), auch wenn er die Band auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zwischenzeitlich verließ (1989). Seine Rückkehr erfolgte 10 Jahre später zusammen mit Sänger Bruce Dickinson. Auch wenn Smith in den Anfangstagen der Band gerne auf die Les Paul zurückgriff, sieht man ihn heute fast nur noch mit seiner Signature Power Strat von Jackson.
Jackson
Adrian Smith SDX MN SW
Janick Gers – Gitarre 3
Janick Gers wurde als Ersatz für Adrian Smith im Jahr 1990 verpflichtet und begleitete Iron Maiden durch die turbulenten und weniger erfolgreichen 90er-Jahre. Nach der Rückkehr von Smith entschloss sich die Band, weiter mit ihm zu arbeiten und fortan drei Gitarristen zu beschäftigen – rückblickend eine gute Entscheidung!
Nicko McBrain – Schlagzeug
Der charismatische Maiden-Schlagzeuger ist seit dem vierten Studioalbum „Piece Of Mind“ (1983) Teil der Band und seitdem durchgehend aktiv. Seit letztem Jahr lässt sich das älteste Maiden-Mitglied (geb. 1952) live von Simon Dawson vertreten.
Vic Firth
SNM Nicko McBrain Signature
Jubiläum 50 Jahre Iron Maiden: dein Feedback
Wie ist dein Verhältnis zur Heavy-Metal-Institution Iron Maiden? Und welches sind deine liebsten Erinnerungen aus 50 Jahren Bandgeschichte? Schreib es uns gerne in den Kommentaren.
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