Rauf aufs Pedalboard!

Wertvolle Tipps zur Konzeption eures Pedalboards!

Pedalboard Effektreihenfolge Tipps
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Zeig mir dein Pedalboard und ich sage dir, wer du bist … 😉

Das Pedalboard ist für viele Gitarristen zum Zentrum der Soundformung geworden. Wer heutzutage klanglich flexibel für unterschiedliche Szenarien gewappnet sein möchte, kommt um eine Handvoll Pedale eigentlich nicht mehr herum. Aber welche Effektreihenfolge ist eigentlich die richtige? Und wie sorge ich für Übersicht und guten Signalfluss auf dem Stressbrett? Wir helfen dir weiter.

Vorbei scheinen die Zeiten, in denen ein aufgerissener Non-Master-Volume-Amp als Maß aller Dinge galt. Viele Verstärker dienen heute „nur noch“ als Pedal-Plattform. Und mit einem guten Pedalboard hast du deinen Signature-Sound immer dabei, egal ob vor dem Röhrenverstärker, einem Modeling-Amp oder deinem Audio-Interface.

Die „ideale“ Effektreihenfolge …

… gibt es nicht! Am Ende zählt immer der eigene Geschmack und so mancher legendäre Gitarrensound ist durch die vermeintliche Missachtung von Equipment-Regeln entstanden. Trotzdem haben sich einige Faustregeln über die Jahrzehnte als beliebt, praxisnah und „wohlklingend“ herauskristallisiert. Übrigens gelten diese Regeln nicht bloß für echte Pedale, sondern auch für die Effektblöcke in deinem Modeling- oder Software-Amp.

1. Tuner / Vintage-Fuzz

Ein Stimmgerät braucht in der Regel ein möglichst unverfälschtes Signal um optimal zu funktionieren und gehört somit an den Anfang der Signalkette.

Einige klassische Fuzz-Schaltungen reagieren empfindlich auf die Eingangsimpedanz des vorhandenen Signals und „sehen“ am liebsten den passiven Tonabnehmer deiner Gitarre. Probieren geht über Studieren!

PolyTune 3 Tuner/Buffer

tc electronic

PolyTune 3 Tuner/Buffer

Bewertung: 9.00 von 10
(1242)
67 €

(Ein Boden-Tuner mit integriertem Buffer, ideal für den Anfang der Effektkette)

2. Dynamische Effekte / Pitch-Shifting / EQ

Dynamische Effekte reagieren auf dein Eingangssignal (Lautstärke bzw. Anschlagstärke) und gehören somit an den Anfang der Signalkette. Zu ihnen gehören Kompressoren, das Volume-Pedal und auch das Noise-Gate (welches aber auch hinter der Verzerrung zum Einsatz kommt).

Pitch Shifter, Octaver oder das Whammy-Pedal benötigen in der Regel ein möglichst unverfälschtes Signal um optimal arbeiten zu können und gehören somit vor die Verzerrung. Ausnahmen bestätigen aber die Regel …

Statische EQs (graphisch, parametrisch) und bewegliche Equalizer (Wah Wah, Touch Wah, Envelope Follower) kommen meistens vor der Verzerrung zum Einsatz, funktionieren aber auch mit einem bereits verzerrten Signal. Geschmackssache!

3. Verzerrung

Overdrive, Distortion und Fuzz sind nicht bloß für die Verzerrung des Signals verantwortlich, sondern wirken auch wie Kompressoren bzw. Sustainer. Die meisten Gitarristen möchten diesen Effekt vor den zeitbasierten Effekten genießen, um die Hall- bzw. Delay-Fahnen nicht zu verfälschen.

4. Modulation

Modulationseffekte wie Chorus, Flanger, Phaser, Vibrato oder Tremolo funktionieren in den meisten Fällen am besten hinter der Verzerrung. Besonders Chorus und Phaser werden aber auch sehr gerne vor dem verzerrten Amp oder einem Drive-Pedal genutzt. Try it!

CH-1 Chorus

Boss

CH-1 Chorus

Bewertung: 9.00 von 10
(565)
115 €
UVP: 152 € UVP
Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.

(Chorus, Phaser und Flanger können vor und hinter der Verzerrung platziert werden)

5. Delay

Ein Delay sollte im besten Falle Wiederholungen eines „fertigen“ Sounds generieren. Vor den Gain-Stufen sorgt es dafür, dass jede Wiederholung erneut verzerrt und komprimiert wird, was zu einem (vielleicht auch gewollt) überladenen Effekt führt.

6. Reverb

Hallfahnen klingen am natürlichsten, wenn sie nicht weiter verstärkt, moduliert oder wiederholt werden. Daher gehört das Reverb in der Regel ans Ende der Signalkette, so wie es auch bei einem Amp mit integriertem Hall immer der Fall wäre.

Hall of Fame 2

tc electronic

Hall of Fame 2

Bewertung: 9.00 von 10
(1061)
110 €

(Das Reverb gehört in der Regel ans Ende der Effektkette)

7. Looper

Ein Looper (https://www.thomann.de/blog/de/looper-gigantische-moeglichkeiten-fuer-deine-live-performance/) sollte am Ende der Signalkette sitzen, wenn du die verschiedenen Sounds deines Pedalboards flexibel nutzen möchtest. Stell dir vor, du spielst eine unverzerrte Akkordfolge mit Chorus und Reverb ein, willst im nächsten Overdub aber einen Lead-Sound mit Phaser und Delay nutzen. Dies funktioniert nur, wenn der Looper hinter allen Effekten sitzt. Am Anfang der Signalkette kann ein Looper genutzt werden, um mit einem eingespielten Loop nachfolgende Pedale „freihändig“ zu testen, sehr praktisch!

RC-5 Loop Station

Boss

RC-5 Loop Station

Bewertung: 9.00 von 10
(224)
205 €
UVP: 284 € UVP
Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.

(Looper machen am meisten Sinn hinter den Effekten)

Welche Pedale gehören in den FX-Loop?

Der Einschleifweg (auch Effects Loop oder FX-Loop genannt) lässt sich als Bindeglied zwischen Vor- und Endstufe eines Verstärkers bezeichnen. Am FX-Send findest du den Ausgang deiner Vorstufe und am FX-Return den Eingang deiner Endstufe. Der Einsatz eines FX-Loops macht vor allem dann Sinn, wenn du den Preamp deines Verstärkers zur Verzerrung des Signals nutzt. In diesem Fall kann man sich die Vorstufe wie einen Drive-Pedal vorstellen. Der FX-Loop bietet dir die Möglichkeit, alle Modulations-, Delay- und Reverb-Effekte hinter der Verzerrung zu platzieren. Braucht man also unbedingt einen Verstärker mit FX-Loop? Nein, vor einem völlig clean eingestellten Amp funktionieren gängige Effektreihenfolgen genauso gut ohne Einschleifweg.

Was ist die 4-Kabel-Methode?

Viele Multieffekte können in Kombination mit einem FX-Loop über die sogenannte 4-Kabel-Methode mit einem Amp verbunden werden.

Kabel 1: Gitarre -> Input Multieffekt

Kabel 2: Send Multieffekt -> Input Amp

Kabel 3: Send Amp -> Return Multieffekt

Kabel 4: Output Multieffekt -> Return Amp

Die 4-Kabel-Methode (4 cable method) erlaubt es dir, die Effekte deines Multieffekts flexibel vor- und hinter der Vorstufe zu platzieren, ohne jedes Mal ein Kabel umstecken zu müssen. Sie ist der ideale Versuchsaufbau, um alle Möglichkeiten zu Thema Effektreihenfolge einmal auszuprobieren.

HX One

Line6

HX One

Bewertung: 9.00 von 10
(54)
249 €

(Multieffekte wie das Line 6 HX One unterstützen die 4-Kabel-Methode)

Wie organisiere ich meine Effekte am besten?

Das Pedalboard

Pedalboards sind der ideale Begleiter, wenn du deine Effekte übersichtlich, sicher und portabel organisieren willst. Schon ab drei Pedalen lohnt sich ein fest verkabeltes Board, wenn du Auf- und Abbauzeiten beim Gig minimieren willst. Aber auch für den Heimbedarf kann ein Pedalboard sinnvoll sein, besonders wenn es darum geht, viele Pedale zu organisieren. In der Regel werden deine Bodentreter hier mit selbstklebendem Klettband befestigt, sodass du jederzeit Pedale austauschen oder die Reihenfolge ändern kannst.

Spaceship Power 50M

Harley Benton

Spaceship Power 50M

Bewertung: 9.00 von 10
(82)
139 €

(ein Pedalboard mit integriertem Netzteil, das Harley Benton Spaceship Power 50)

Kabel

Patchkabel gibt es in unterschiedlichen Längen, mit extra flachen und flexiblen Steckern oder als lötfreien Selbstbausatz. Hier solltest du an der Qualität nicht sparen. Auf einem großen Board kann die Suche nach dem defekten Kabel viel Zeit kosten. Und auch soundtechnisch macht ein guter Signalfluss den Unterschied.

Solder-Free Patch Cable KIT

Harley Benton

Solder-Free Patch Cable KIT

Bewertung: 8.00 von 10
(702)
17,90 €

Netzteil

Spätestens ab drei Pedalen und insbesondere bei der Kombination von digitalen und analogen Effekten solltest du über ein Multinetzteil nachdenken. Isolierte Ausgänge, wählbare Spannungen (9V, 12V, 18V) und genügend Ausgangsleistung (mA) machen Multinetzteile zum Rundum-Sorglos-Paket für das Pedalboard. Viele von ihnen kann man unauffällig unter dem Board platzieren. Mehr zum Einsatz eines Multinetzteils findest du in diesem Artikel. (einfügen!)

Loop-Switcher dienen zur Organisation und Verwaltung von aufwendigen Pedalboards und sind ein Garant für optimalen Signalfluss. Mit ihnen kannst du deine Effekte in separaten Effektschleifen platzieren und über verschiedene Fußschalter fernsteuern. Viele Loop-Switcher sind in der Lage, frei wählbare Kombinationen und Reihenfolgen der integrierten Effekte zu speichern und abzurufen. Und bei einigen ist sogar das passende Multinetzteil schon integriert. 

StompControl-4 ISO

Harley Benton

StompControl-4 ISO

Bewertung: 9.00 von 10
(120)
89 €

(Vier programmierbare Effektschleifen + Netzteil bietet das Harley Benton StompControl-4 ISO)

Pedalboard Organizer Kit

Harley Benton

Pedalboard Organizer Kit

Bewertung: 9.00 von 10
(722)
4,90 €

(Auch ein Organizer-Kit kann für Übersicht auf dem Pedalboard sorgen)

Feedback: Wie sieht euer Pedalboard aus?

Wie sieht es auf eurem Pedalboard aus und warum? Gerne dürft ihr das uns in den Kommentaren verraten!


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Kommentare 11

  1. Martin Hupperich sagt:
    Hallo, habe so gut wie alle Effekte von der Ibanez mini Serie, darf ich auch hier, die gleiche Reihenfolge wie von Ihnen für ein Board vorgeschlagen, nutzen? Oder hätten Sie einen Ratschlag, wo ich die Effekte, von Ibanez mini, in der Reihenfolge erklärt bekomme. Im Voraus vielen Dank Martin Hupperich
  2. Geri sagt:
    Gretchenfrage: NEU angeschafft: Kemper Pofiler Player und Endstufe Harley Benton GPA-100; "altes" Equipment welches ich noch verwenden würde, falls es Sinn macht: TC-Electronic Polytune, TC-Electronic Nova Delay (und/oder) Flashback, Compressor Keeley Mini... macht das noch Sinn (zum Kemper noch ein externes Delay?) Ich stelle mir das so vor: Stimmgerät POLYTUNE - Compressor KEELEY MINI, FLASHBACK / oder NOVA DELAY, KEMPER + ENDSTUFE ..
  3. Fabian sagt:
    Ich hab da noch eine typische Anfängerfrage - sorry, spiele erst seit 30 Jahren… 😉 An welcher Stelle schlaufe ich mein Stimmgerät ein? Und kommt mein Distortion/Booster-Pedal zwingend in die Send/Return-Schlaufe? Warum eigentlich? Ich spiele aus Gewohn- ud. Faulheitheit immer Gitarre-Stimmgerät-Booster/Distortion-Amp… LG Fabian
    1. Franziska sagt:
      Hey hey Fabian, einen Hinweis vorab: Es gibt keine Vorschriften, das hier ist ein Vorschlag. 😉 Die Effektkette kann auch anders sein. Das Stimmgerät kannst du eigentlich setzen, wo du möchtest. Es macht schon Sinn, es direkt nach der Gitarre zu setzen, da es dann das reine Gitarrensignal hat und du nicht zuvor immer erst vier Effektpedale ausschalten musst, damit das einen Ton korrekt erkennt. Zu „Verzerrer-Pedal zwingend in den Einschleifweg“: Vor den Amp ist gängig. Das mit dem Einschleifweg und Post-EQ sehen wir eher sehr kritisch, da es hier davon abhängt, wo im Amp-Signalweg der Einschleifweg und der EQ sitzen. Rock on!
  4. Christoph Heckmann sagt:
    Moin, vielen Dank für die Mühe diesen Beitrag verfasst zu haben.. so kann ich endlich mal versuchen einen Tipp zu bekommen.. mein Board steht kurz vor der Vollendung und im großen ganzen ist die Reihenfolge klar. Mit Ausnahme meines source audio manta Pedals. Damit lassen sich wundervolle Dubstep Effekte erzielen, aber auch phaser, Touch-Wahl und anderes..leider habe ich keine Idee an welcher Stelle des Boards der wahrscheinlich beste Platz wäre. es gibt eine Reihe Pedale, die vor den AMP kommen und eben auch einiges für den Effektweg..
    1. Franziska sagt:
      Hi Christoph, das Source Audio Manta ist schon sehr speziell. Da es direkt auf die Dynamik des Spielers reagiert, empfehlen wir es möglichst dicht hinter das Instrument zu setzen. :-) Rock on! Franziska
    1. Franziska sagt:
      Hallo Stefan, wir können es gerne gemeinsam zusammenstellen! Komm einfach vorbei oder rufe mal durch! :-)
  5. Peter sagt:
    Also all meine Fuzz Pedale haben keinen Eingangsbuffer und interagieren somit wunderbar mit den Tonabnehmer/Lautstärkenpoti der Gitarre - da darf dann aber nichts dazwischen geschalten werden -> Fuzz muss an den Anfang :)

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