DJ-Effekte – Die Hascherei nach dem dramaturgischen Drop

Echo, Flanger, Delay … Hier kommen Tipps rund um das Thema DJ-Effekte! 🎧

DJ-Effekte Tipps Ratgeber DJing

Einst konzentrierte man sich als DJ ausschließlich auf die Plattenauswahl, die Übergänge und die Stimmung auf der Tanzfläche. Im Zuge der Digitalisierung, wodurch der nächste Track binnen Sekunden auf dem „Plattenteller“ liegt und per Sync instant mixfertig gedroppt werden kann, fühlt man sich unterfordert. Was stellt man nur mit der „gewonnenen“ Zeit an? Ran an die DJ-Effekte! 🎧💥

DJ-Effekte Meme

Aber das Schrauben an den DJ-Effekten sollte weder Zeitvertreib noch das Ventil für einen Hyperaktionismus sein, sondern vielmehr den von dir gespielten Tracks deine eigene Handschrift durch einen Energie-Boost sowie gezielt erzeugte Emotionen verpassen. Mit welchem Effekt du dies wie erreichst, erfährst du in diesem Blog.

Die technische Voraussetzung

Das Mischpult Pioneer DJM-500 gilt mit seiner Effekt-Session als Gamechanger und Blueprint für sämtliche folgenden DJ-Mixer, -Controller und DJ-Softwares. Echo, Delay, Flanger, Phaser und Reverb als Standards unterliegen seitdem einem Routing, auf welchen Kanal oder Ausgang sie greifen, dem Intensitätsreglers (Dry/Wet) und der einstellbaren Beatlänge, die für die Zykluslänge des Effekts steht.

DJX900USB

Behringer

DJX900USB

Bewertung: 8.00 von 10
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199 â‚¬

Im Laufe der Jahre wurden die FX-Sektionen durch zusätzliche Effekte wie Roll, Helix, Spiral, aber auch den von Turntables übernommenen Backspin und Brake sowie den sogenannten Color/Channel-FX erweitert. Als Vorreiter dieser dedizierten Knobs gelten die Low- und Highpass-Filter der jeweiligen Kanäle, die mittlerweile wahlweise durch Noise, Crush oder Matrix ergänzt werden. Der Clou: Jeweils ein Channel-FX und einer der Effekt-Sektion lassen sich kombinieren, DJ-Programme verketten sogar bis zu drei Effekte.

Das Routing: DJ-Effekte

Der Effekt liegt auf dem Kanal im Post-Fader-Modus an, um also nach dem Lautstärkeregler eines Audiokanals anzudocken. Somit beeinflusst die Lautstärke des Kanals die des Effekts und ein verstummendes Line-Signal sorgt für das Ausklingen des Effekts. Beim Master-FX unterliegt der komplette Ausgang dem Effekt. Besitzt dein Mixer keine Effekt-Sektion, aber dafür Send/Return-Anschlussbuchsen, so schleifst du am besten ein externes Effektgerät wie den Korg Kaoss Replay ein.

Nu:Tekt NTS-3

Korg

Nu:Tekt NTS-3

Bewertung: 8.00 von 10
(29)
159 â‚¬
UVP: 189 â‚¬ UVP
Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.

DJ-Effekte richtig platziert

Mit einem Effekt gelingt der Abschluss eines Übergangs weicher. Im Breakdown verlängern beziehungsweise steigern Effekte den dramaturgischen Build-up, dessen anstauende Energie sich im Drop entlädt. Aber nicht jeder Effekt erfüllt die gleichen Zwecke und es kommt immer auf die Dosis an.

Die beliebtesten DJ-Effekte

1.) Echo

Das Echo gilt wohl als der bekannteste Effekt im DJ-Kosmos und ist mein Lieblingseffekt. Es wiederholt das Ausgangssignal mehrfach, um mit abnehmender Lautstärke und je nach Einstellung greifendem Filter das Signal zu verhallen.

Einsatz:

Am besten beendest du deine Blende mit einem Echo, indem du auf den letzten Beat oder auf das Vocal den Effekt setzt, damit der Track soft verstummt, sofern der Track zu Ende ist. Anderenfalls musst du den entsprechenden Regler faden oder die Stop-Taste des Decks drĂĽcken. DJ-Controller wie der Rane One MKII, der mit satten 29 On-Board-Effekten kokettiert, besitzen auch den beliebten Echo-Out-Effekt, wodurch sich das Signal automatisch mit dem Echo verabschiedet.

One MKII

Rane

One MKII

Bewertung: 9.00 von 10
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1.529 â‚¬
UVP: 1.599,99 â‚¬ UVP
Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.

Aktiviere das Echo nicht zu kurz vor dem Ausfaden, sondern blende ihn besser mit dem Intensitätsregler gemächlich ein, damit er nicht mit der Tür ins Haus fällt, sondern langsam eintritt. Denn ein Echo braucht eine gewisse Zeit, um wirken zu können.

Achte auch auf die gewählte Beatlänge, also in welchen Abständen das Echo sich wiederholt. Am besten eignen sich ein halber oder ein ganzer Beat, die klingen nicht zu kurz und nicht zu lang nach.

Setze das Echo nicht im vollen Getöse eines Tracks ein, dann rumpelt es einfach und es entsteht ein Soundbrei. Dagegen empfehle ich dir ruhige Passagen wie Breakdowns, wo sich das Echo entfaltet und du damit den dramaturgischen Aufbau steigern kannst.

DDM4000

Behringer

DDM4000

Bewertung: 8.00 von 10
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Wenn du die Länge manuell und damit unabhängig der Beatvorgaben einstellen kannst, versuche, das Echo auf die kürzeste Wiederholung zu trimmen. Durch die sehr zeitnahe Überlagerung entsteht ein synthetischer Sound, der mit langsam vergrößerten Abständen wie eine Mischung aus einem Reverb und einem Flanger klingt und zusätzliche Spannung erzeugt. Viele Techno-DJs performten dies bereits mit dem Klassiker DJM-500.

2.) Delay

Das Delay funktioniert ähnlich wie ein Echo, allerdings nur mit einer Wiederholung, wodurch Doppelschläge entstehen. Die spielen im Abstand der gewählten Beatlänge, die unterhalb eines Beats liegen sollte. Bei Drums erzeugt das Delay zusätzliche Beatstrukturen und damit einen Energiepush.

Einsatz:

Vor allem bei rhythmusbetonter elektronischer Musik mit längeren monotonen Phrasen schafft das Delay kleine, eigens performte und dramaturgisch geladene Breakdowns. Meine Empfehlung, stelle die 3/4-Beatlänge ein, damit die Beats shufflen. Bei Grooveschleifen und Breakdowns minimierst du den Bass am EQ, dann schaltest du das Delay dazu. Drehe danach den Bass-EQ kurz bei jedem zweiten oder vierten Beat auf, wodurch das Delay pulsierend Akzente setzt.

Mixstream Pro+

Numark

Mixstream Pro+

Bewertung: 9.00 von 10
(41)
659 â‚¬
UVP: 719,99 â‚¬ UVP
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3.) Reverb

Reverb ist ein Hall, der die Akustik eines Raumes simuliert, sei es der Club oder die Kirche, wodurch Tiefe und Atmosphäre entstehen. Man setzt es gern im Studio bei Vocals oder Instrumenten wie Saxophon oder Trompete ein, wodurch die Aufnahmen nicht trocken, dafür voluminöser und räumlicher klingen. Ein zunehmend aufgedrehtes Reverb bei einem aufgelegten Track bewirkt eine Soundveränderung, als würde man langsam den Club verlassen.

Einsatz:

Setze ein Reverb gezielt bei einzelnen Sounds und transparenten Breakdowns mit Vocals beziehungsweise Flächen (Streicher- und Padsounds) ein. Bei Übergängen platziere den Hall kurz vor dem Abgang des Tracks auf dessen letzte Snare, um den Track zu verhallen.

Mixstream Pro+

Numark

Mixstream Pro+

Bewertung: 9.00 von 10
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659 â‚¬
UVP: 719,99 â‚¬ UVP
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4.) Flanger und Phaser

Beide Effekt-Klassiker doppeln das Signal zeitversetzt, wodurch ein schwebender, wellenartiger Klang entsteht. Der Flanger klingt metallisch und energisch, dagegen der Phaser spaciger, aber weicher.

Einsatz:
Ich liebe es, mit diesen Effekten vor allem in ruhigen Phasen und Breakdowns für mehr Atmosphäre zu sorgen. Aber auch auf einer Hi-Hat angewendet, klassisches Beispiel Kraftwerk „Trans-Europa-Express“, wandert der Sound schön sphärisch. Allerdings sollten beide Effekte von ihrer Intensität nicht übertrieben eingestellt sein, dazu deren Länge acht, 16 oder 32 Beats betragen, damit der Effekt einen sphärischen Teppich auslegt. Bei einem kürzeren Abstand mutieren Flanger und Phaser zum Wah-Wah-Effekt.

5.) Filter

Filter gibt es beim DJ-Mischpult als Equalizer für Bass, Mitten und Höhen schon seit jeher. Allerdings als Hochpass-Filter, der den Bass eliminiert, und Tiefpass-Filter, der die Höhen auslöscht, tauchen sie als dedizierte Kombi-Regler für jeden Kanal eher jüngst auf. Mit ihrer einstellbaren Resonanz wie beim Allen & Heath Xone 96 (https://www.thomann.de/intl/allen_heath_xone_96.htm) klingen die Lowpass- und Highpass-Filter zunehmend bissiger. Das Ziel: mehr Spannung erzeugen.

RMX-95

Reloop

RMX-95

Bewertung: 8.00 von 10
(7)
949 â‚¬
UVP: 1.049,99 â‚¬ UVP
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Einsatz:

House- und Techno-DJs schwören auf Filter, um bei einem über mehrere Phrasen gezogenen Übergang einen Track sehr langsam verschwinden zu lassen. Dagegen baue ich bei Build-ups in Breakdowns zusätzliche Spannung auf, indem ich langsam mit dem Filter die Höhen oder Bässe entnehme, um im Moment des Drops diese wieder voll reinzudrehen und somit für die maximale Energieeskalation auf der Tanzfläche zu sorgen. Aber selbst spontan mitten im Track lassen sich mit den Filtern kleine Höhepunkte setzen.

6.) Bitcrusher und Noise

Diese beiden Effekte gehören der neuen Filter-Generation an und sind meist als Channel- beziehungsweise Color-FX wählbar. Der Bitcrusher verschlechtert gezielt das Signal durch die reduzierte digitale Auflösung (8 Bit Tiefe) beziehungsweise die Abtastrate eines Audiosignals. Das Ergebnis ist ein rauer, verzerrter, digital klingender Sound. Beim Noise kommt zu dem Filter ein sich steigerndes Rauschen hinzu, wodurch ein zusätzlicher Spannungsaufbau erfolgt.

Einsatz:

Beide Effekte eignen sich fĂĽr eigens zusammengeschraubte energetische Drops, der Bitcrusher auch zum Beenden eines Ăśbergangs, da bei ihm das Signal in der Maximalstellung des Reglers verstummt.

7.) Loop Roll und Auto Loop

Dieser Effekt ist ebenfalls jüngerer Natur und bei modernen DJ-Mixern und Controllern on Board. Mit ihm loopst du einen kurzen Abschnitt des laufenden Tracks, während er im Hintergrund dennoch weiterläuft, wodurch du eigene Breaks oder Build-ups setzt und neue rhythmische Akzente entstehen.

Auch mit Auto Loops lässt sich ein sich boostender Build-up performen, indem du ein Fragment eines Tracks von einem geloopten Beat bis zu 1/32-Beat verkürzt. Das Tempo für das Halbieren der Beatlänge entspricht der BPM, das heißt, pro Beat eine Looplänge.

DJ-202

Roland

DJ-202

Bewertung: 8.00 von 10
(57)
264 â‚¬
UVP: 375 â‚¬ UVP
Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.

Einsatz:

Ein 1/4-Beat- und anschließend verkürzter Roll Loop direkt vor einem Drop erzeugt zusätzliche Spannung. Der ständig verkürzte Auto Loop passt am besten im Breakdown unmittelbar vor dem Drop. Das richtige Timing entscheidet bei diesen Effekten über den Erfolg deines zusätzlichen Energieschubs.

DJ-Effekte: Die Kombinationen

Noch mehr Boost verpasst du deinen Effekt-Schraubereien, indem du beispielsweise einen rhythmusbetonten Effekt wie Echo oder Delay mit einem flächigen Reverb, Filter oder auch Flanger beziehungsweise Phaser kombinierst. Aber auch hier gilt: Weniger ist oft mehr.

DJ Pro Download

Serato

DJ Pro Download

Bewertung: 9.00 von 10
(133)
249 â‚¬
UVP: 299 â‚¬ UVP
Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.

Fazit: DJ-Effekte

DJ-Effekte sind weit mehr als Spielereien. Sie gelten als eine Form der DJ-Skills. Als Gestaltungsmittel personalisierst du damit dein Set, baust zudem die Stimmung aus und lieferst durch überzogenes körperbetontes Agieren auch eine visuelle Form des Entertainments. Aber über den Erfolg eines Effekts entscheidet letztlich der richtige Moment.

Setzt du DJ-Effekte in deinem DJ-Set ein? Und wenn ja, welche sind deine Lieblings-Effekte? Lass es uns in einem Kommentar wissen!


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