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Tegeler Vari Tube Compressor VTC Green

12 Kundenbewertungen

5 / 5

Bedienung

Features

Sound

Verarbeitung

Tegeler Vari Tube Compressor VTC Green
1.999 €
Alle Preise inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
1

12 Rezensionen

J
Kein Schnäppchen, aber wenn es was bewegt....?!
Jörn 28.10.2026
Ich war für meine Mastering-Kette, die ich in meine DAW eingeschleift habe, auf der Suche nach einem finalen Prozessor mit „Schwungmasse“. Ich wollte einen Klang, der voll, weich, im Bass rund, in sich verschmolzen ist, dabei aber auch offen bleibt und einen gewissen rhythmischen Groove in das Material bringt. Angefeuert durch diverse Audiobeispiele, die ich von einem Manley Vari Mu gehört hatte, hatte ich mich dann gedanklich auf diese Form der Kompression eingeschossen und bin in den Recherche-Modus gegangen. Tegeler war für mich schon immer ein Wunsch, und wenn ich mal groß bin, würde ich mir sicher auch mal ein Gerät von Tegeler kaufen. Irgendwann kommt dann die Fragestellung auf, wie lange man mit inzwischen Mitte 50 eigentlich noch warten will, und schneller als man gucken kann, steht dann plötzlich ein Paket mit einer Holzkiste mit feinster Hardware inside in der Wohnung.
Zugegeben war der Preis für mich erstmal abschreckend, aber inzwischen stecke ich wieder so tief in meiner kleinen klanglichen Wunderwelt, dass ich wahrscheinlich sogar den Manley getestet hätte. Und für das Erreichen dieser „Wunderwelt“ ist der VTC tatsächlich maßgeblich verantwortlich.
Aber vorweg ein paar Worte zur Verarbeitung und Haptik des VTC.
Geliefert wird das Gerät in einer schönen Holzkiste, die innen nochmal ansprechend gepolstert ist. Das macht beim Öffnen schon mal einen wirklich guten Eindruck und vermittelt gleich das Gefühl, hier etwas Wertiges erhalten zu haben.
Wenn ein solches Gefühl schon beim Auspacken entsteht, finde ich das großartig.
Dann holt man das dicke Eisenschwein aus der Kiste und wird erstmal von der Größe etwas erschlagen. In einer professionellen Studioumgebung sicherlich keine ungewöhnliche Größe, für das heimische Studio aber schon ein ganz schöner Klotz.
Der VTC ist wirklich ein schönes Gerät - das kann man wirklich sagen! Eine absolut gelungene Balance zwischen anachronistisch anmutender Bedienung, Funktionalität und Wertigkeit! Die Potis drehen mit ihrer Rasterung sehr weich und butterig, ohne auch nur den Hauch einer Unregelmäßigkeit im Widerstand oder in ihrer Zentrierung. Für einen ganz leicht nerdig veranlagten Pingel wie mich eine absolute Freude! Toll auch, dass die Farbe des VU-Meters so schön im 60er-Jahre-Stil gewählt wurde. Das alles zusammen mit den Kippschaltern ist wirklich eine Freude anzugucken.

Spannend wird es aber natürlich, wenn dann endlich die Verkabelung anliegt und die ersten Klänge durch den Compressor laufen. Und da war ich dann tatsächlich erstmal ein wenig ernüchtert, da ich mehr Eigenleben im Ergebnis erwartet hatte. Der VTC hat komprimiert, klar, das sollte er auch können, aber die erwartete Lebendigkeit in der Dreidimensionalität blieb aus.
Ich hatte dann tatsächlich schon überlegt, das Gerät zurückzuschicken, aber so richtig trennen konnte ich mich dann doch nicht.
Wie schon geschrieben, hängt der VTC in einer Kette mit verschiedenen anderen Geräten. Darunter ein RND542 und ein SPL Vitalizer MK3 T.
Ich hatte bei meinen ersten Tests den VTC ganz ans Ende dieser Kette gehängt, da ich dachte, so würde er sich am besten entfalten können.
Ohne jetzt die ganze Evolution meiner Master-Kette nachzuerzählen, hier mal die Kurzform: Der SPL Vitalizer vor dem VTC ist eine richtige Sch***-Idee! Ich war der Meinung, der VTC könnte dann das durch den SPL aufbereitete Material finalisieren, aber das war kompletter Blödsinn. Offenbar erzeugt der SPL ein Signal, das der weiteren Verarbeitung durch den VTC nicht besonders förderlich ist. Dann guckt man nochmal in die Anleitung des SPL, in der ganz deutlich der Hinweis steht, das Gerät solle am Ende einer Kette hängen, hält es dann doch tatsächlich für möglich, dass sich die Entwickler etwas dabei gedacht haben, baut die Kette entsprechend um und… …BÄMMMM!!!!
Ich hatte nicht gedacht, dass sich die Rollenverteilung innerhalb einer Master-Kette SOOO gravierend auswirken würde, aber plötzlich arbeitet das Eisenschwein (ich kann mich von dieser liebevollen Begrifflichkeit gar nicht mehr verabschieden… 😊 ) völlig anders! Wie ein völlig anderes Gerät!
Das durch den RND542 aufbereitete Signal fängt beim Zuschalten des VTC regelrecht an, leicht wie ein auf einer von einem Nebelschleier bedeckten Waldlichtung stehender brunftiger Elch zu röhren, und die unteren tieferen Mitten in den Seitensignalen tanzen sich spielerisch etwas mehr in den Vordergrund. Dadurch, dass die räumlichen Anteile in Relation zu den Pegelspitzen etwas gewinnen, dann aber wieder durch die Schaltung zurückhaltend eingebremst werden, wächst zudem die wahrgenommene Tiefe, ohne den Mix zu vermatschen.
Immer wieder faszinierend auch der Umgang mit dem Bassbereich. Was ein Kompressor an klanglicher Veränderung hier anrichten kann…! Der Bass wird richtig schön rund, weich und edel.
Für mich stehen einzelne Klänge - wenn sie mich denn emotional greifen - oftmals wie ein Gedankenmodell im Raum (Platon lässt grüßen). Und wenn ich das Modell des Basses beschreiben sollte, dann wäre meine Assoziation ein mit Alcantara überzogenes, abgerundetes und angewärmtes Stück Ebenholz, das als massives Objekt mit etwas Abstand über dem Boden schwebt. Und durch den weichen Flausch der Oberfläche blitzt an der abfallenden Flanke ganz leicht der goldene Glanz der aufgehenden Morgensonne.
An dieser Stelle sei ganz deutlich darauf verwiesen, dass ich eh gerade mit etwas Fieber zuhause liege…

Kurzum: Ich weiß nicht, wie weit der Tegeler VTC dem Manley Vari Mu, der mich erst auf die Idee gebracht hat, im Klang ähnelt. Aber das ist auch gar nicht mehr wichtig, denn diese leichte „Rotzigkeit“, mit der die Röhrenschaltung im VTC ans Werk geht und den Klang in Bewegung versetzt, gefällt mir ausgesprochen gut! Das muss man dann für sich vielleicht einfach auch mal so annehmen und stehen lassen.
Das eigentliche Problem sehe ich darin, dass auch diese Erfahrung mal wieder zeigt, dass teure Hardware einfach besser klingt.
Da kommen dann schnell wieder komische Gedanken in den Kopf… 😊
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Md
Werft Steine auf ihn...
MCC dusk 05.08.2019
Eigentlich bin ich kein Freund von Bewertungen, denn jeder hat seinen eigen Geschmack, seine eigene Vorstellung von Sound. Nachdem sich aber aktuell einige Premium Softwarehersteller in Riesenschritten auf Hardwarepreise zubewegen, wird gute Hardware wieder richtig interessant.
Der Sound des Tegeler VTC lässt sich am besten mit einer kleinen Metapher beschreiben: Werft Steine auf ihn und es kommt Watte zurück! Keines meiner unzähligen und teilweise völlig überteuerten Variable Mu PlugIns (da ist wirklich JEDER namhafte Hersteller darunter) kommt klanglich auch nur annähernd an den seidigen Klang des Tegeler VTC heran. Das gilt vor allem dann, wenn das Ding richtig fett angefahren wird. Doch selbst wenn man den Tegeler nur in eine Gruppe einschleift, ohne ihn groß arbeiten zu lassen, geht die Sonne auf! Seide in 3D! Und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Ich ärgere mich lediglich, dass ich nicht schon viel früher wieder deutlich mehr auf Hardware gesetzt habe, anstatt tausende Euro in PlugIns zu investieren, die meinen Rechner regelmäßig an die Wand fahren. Und wer seine Produktionen auch in ein paar Jahren noch 1:1 hochfahren muss, für den kommen PlugIn Subscriptions ohnehin nicht wirklich in Frage.
Die Tegeler Vollröhre kann ich an dieser Stelle uneingeschränkt empfehlen! Das Ding rockt!
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Tegeler Vari Tube Compressor VTC Green