Kann ich mit über 30 noch ein Instrument spielen lernen? Lohnt es sich überhaupt, mit 50 noch mit dem Klavier- oder Gitarrespielen anzufangen? Bin ich nicht viel zu alt für Schlagzeug? Mit solchen Zweifeln möchten wir in diesem Blogpost aufräumen. Denn die Antwort ist eindeutig: Natürlich geht das mit Ü-30 auch noch, und es kann dein Leben sogar viel stärker bereichern, als du es für möglich hältst!
Kann man als Erwachsener ein Instrument lernen?
Das Gerücht hält sich hartnäckig: Wer nicht schon im Kindesalter damit angefangen hat, Klavier, Gitarre, Geige oder Trompete zu spielen, lernt es angeblich später nicht mehr. Aber stimmt das wirklich? Meine Oma, die es wirklich wissen musste, hat früher immer gesagt: „Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.“ Und warum sollte das nicht auch für das Musikmachen gelten?

Zwar stimmt es, dass Kindern das Lernen oft leichter fällt; das lässt sich zum Beispiel auch beim Sprachenlernen gut beobachten. Verantwortlich dafür sind die chemischen Prozesse im Gehirn, die dafür sorgen, dass die nötigen „Verkabelungen“ schneller vorgenommen werden als bei Erwachsenen. Das hat die Natur so vorgesehen; schließlich müssen Kinder in kurzer Zeit extrem viel lernen. Zudem tendieren Kinder weniger dazu, die Dinge komplizierter zu machen, als sie sind, und haben weniger Angst, Fehler zu machen oder sich zu blamieren.

Das bedeutet aber natürlich keineswegs, dass das Lernen mit dem Ende der Kindheit aufhört – denn dann könnten wir uns ja unser gesamtes Erwachsenenleben nicht mehr weiterentwickeln. Und das gilt nicht nur für geistige Fähigkeiten. Im Gegenteil: Eine Studie der Universität Kopenhagen hat gezeigt, dass ältere Teilnehmer beim Erlernen bestimmter motorischer Fertigkeiten sogar im Vorteil sind und vor allem in der ersten Trainingsphase schneller vorankommen als Kinder. Und auch die veraltete Auffassung, dass das Gehirn mit etwa 25 Jahren fertig „verdrahtet“ ist und es danach nur noch bergab geht, wurde inzwischen zum Glück wissenschaftlich widerlegt. Das beste Beispiel ist vielleicht einer unserer Kunden, der noch mit über 70 mit dem Schlagzeugspielen angefangen hat!
Wie wir uns selbst im Weg stehen
Meine Oma hatte also recht: Es ist nie zu spät und wir lernen unser gesamtes Leben lang ständig dazu, bis ins hohe Alter. Die dabei erworbenen Fähigkeiten sind so vielfältig wie das Leben selbst: Wir stellen uns neuen Herausforderungen im Beruf, lernen den Umgang mit neuer Technik (abgesehen vielleicht von meiner Oma!), lernen Kinder großzuziehen, unsere Steuererklärung zu machen und vielleicht sogar eine neue Sprache. Warum also zweifeln so viele Erwachsene daran, dass sie ein Instrument lernen können, und versuchen es gar nicht erst?
Der Grund liegt vermutlich darin, dass wir uns beim Erwachsenwerden auch ein paar Angewohnheiten aneignen, die uns dabei sehr im Weg stehen können. Wir lernen nämlich auch, alles zu hinterfragen. Wir lernen, uns selbst zu schützen, indem wir zum Beispiel peinlichen oder unangenehmen Situationen aus dem Weg gehen oder Situationen vermeiden, in denen wir Fehler machen könnten. Und wir lernen, uns ständig mit anderen zu vergleichen. Alle diese Dinge können uns daran hindern, so offen und unvoreingenommen an das Thema heranzugehen wie ein Kind. Deshalb ist der wichtigste Tipp, wenn du mit dem Gedanken spielst, mit Ü30 ein Instrument zu lernen: Wirf alle Zweifel über Bord! Selbstverständlich geht das!
* Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.
Mit Ü30 ein Instrument zu lernen ist gut fürs Gehirn!
Wie so vieles ist das aber natürlich leichter gesagt als getan – der berüchtigte „innere Schweinehund“ ist leider ein zähes Biest. Deshalb kommen hier ein paar Erkenntnisse, die dir dabei helfen sollen. Denn auch das lernen wir als Erwachsene: unser Handeln an Fakten und guten Argumenten auszurichten.
Einer der besten Gründe dafür, als Erwachsener ein Instrument zu lernen, ist: Musikmachen hält dich jung – und zwar nicht nur gefühlt, sondern ganz real! Wenn du mit Ü30, Ü40 oder Ü50 ein Instrument lernst, trägst du aktiv dazu bei, deine grauen Zellen zu trainieren und dein Gehirn fit zu halten. Und das wünschen wir uns doch alle!

Eine Studie der US-Seniorenorganisation AARP hat gezeigt, dass aktives Musikmachen nicht nur glücklicher macht, sondern auch die kognitiven Funktionen des Gehirns fördert. Tatsächlich wird praktisch das gesamte Gehirn aktiviert, darunter verschiedene Erinnerungsbereiche, die motorischen Funktionen und die neuronalen Netzwerke, die für das Wohlbefinden, das Lernen, die Lebensqualität und das Glücksempfinden verantwortlich sind. Neben dem Musikmachen gibt es nur eine einzige andere Beschäftigung, die sich ähnlich positiv auswirkt: die Teilnahme an sozialen Aktivitäten. Besonders wirkungsvoll ist es also, wenn beides zusammenkommt – und auch dafür kann die Musik ein Türöffner sein!
Eine andere Studie kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Musikmachen im Alter die kognitiven Fähigkeiten verbessern kann. Hervorgehoben wird insbesondere die enge Verbindung zwischen Wahrnehmung und motorischen Fähigkeiten, die durch kaum eine Aktivität so gefördert wird wie durch das Musizieren.
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Mit Ü30 ein Instrument zu lernen fördert die mentale Gesundheit
„An apple a day keeps the doctor away“ – wenn dir der tägliche Apfel den Arzt vom Leib hält, erspart dir die tägliche Übungseinheit am Klavier, der Gitarre oder am Schlagzeug dann vielleicht den Therapeuten? Ganz so weit möchten wir uns nicht aus dem Fenster lehnen, aber dass das Musikmachen gut für das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit ist, ist wissenschaftlich erwiesen. Durch das Musikmachen werden Neurotransmitter wie Dopamin und Oxytocin ausgeschüttet, die Stress reduzieren und Depressionen vorbeugen. Zudem kann das Musizieren soziale Kontakte stärken und Einsamkeit vorbeugen. Und vieles deutet darauf hin, dass die Aktivierung des gesamten Gehirns durch das Musikmachen das Risiko verringert, an Demenz zu erkranken.

Wie kann man als Erwachsener ein Instrument lernen?
Im Gegensatz zu Kindern, für die das Musikmachen oft einfach eine weitere Aktivität neben der Schule, dem Sportverein und der Clique ist, die sie quasi nebenbei „mitnehmen“ und ohne größere Schwierigkeiten in ihren Alltag integrieren, müssen Erwachsene etwas bewusster vorgehen. Schließlich wollen auch noch diverse andere Dinge untergebracht werden: Neben Job, Familie, Haushalt und anderen Hobbys bleibt oft nicht viel Zeit zum Üben.
Zudem haben Erwachsene meist den Wunsch, selbstbestimmter zu lernen. Wichtig ist daher, dass sowohl die Wahl des richtigen Instruments als auch die Auswahl der Stücke den eigenen Interessen entsprechen. Anders ausgedrückt: Wenn du dein Leben lang insgeheim davon geträumt hast, Schlagzeug in einer Rockband zu spielen, bringt es nichts, stattdessen mit der Querflöte anzufangen. Wenn, dann richtig!

Ein guter Lehrer wird auf deine persönlichen Wünsche und Ziele als Ü30-Anfänger eingehen und mit dir gemeinsam Stücke auswählen, die zu dir passen. Auch die Lernziele und das tägliche Übungspensum sollten sich daran orientieren, was du in deinen Tagesablauf integrieren kannst. Denn in Stress sollte das Ganze nicht ausarten – du tust es schließlich für dich selbst!
Eine andere Möglichkeit, mit Ü30 selbstbestimmt ein Instrument zu lernen, sind Online-Musikkurse. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl professionell gestalteter Online-Kurse für verschiedene Instrumente, die strukturiert aufgebaut sind und sich an modernen didaktischen Methoden orientieren. Sie haben den Vorteil, dass du nicht an feste Zeiten gebunden bist und in deinem eigenen Tempo lernen kannst. Auch kannst du auf diese Weise unkompliziert in verschiedene Instrumente „hineinschnuppern“, ohne dich gleich auf die Suche nach einem geeigneten Lehrer begeben zu müssen. Probier’s doch einfach mal aus!
Trotz der Vorteile von Online-Kursen zeigt sich jedoch, dass ambitionierte Einsteiger – auch und gerade im Erwachsenenalter – langfristig schneller vorankommen, wenn sie von einem erfahrenen Lehrer begleitet werden. Denn dieser kann gezielt auf deine Stärken und Schwächen eingehen und den Unterricht an deine persönlichen Vorlieben anpassen. Und manch einer braucht auch einfach ab und zu den sprichwörtlichen „Tritt in den Hintern“, um am Ball zu bleiben – gerade wenn der Alltag mal wieder überhandnimmt.
Welches Instrument eignet sich am besten für Ü30-Anfänger?
Die Antwort auf diese Frage ist zum Glück sehr einfach: Das richtige Instrument ist das, auf das du Lust hast. Vielleicht hast du schon immer davon geträumt, E-Gitarre zu spielen und auf der Bühne im Mittelpunkt zu stehen. Oder du wolltest schon als Kind Klavierspielen lernen, aber deine Eltern hatten nicht den Platz oder das Budget für das Instrument und den dazugehörigen Unterricht. Vielleicht faszinieren dich auch das Saxophon, das Cello oder die Altblockflöte. Gerade als erwachsener Einsteiger solltest du bei der Wahl des Instruments auf deine innere Stimme hören – es geht schließlich darum, dir einen Traum zu erfüllen.

Wenn es eine Empfehlung gibt, dann diese: Es lohnt sich, von Anfang an in ein qualitativ hochwertiges Instrument zu investieren. Denn wenn das Instrument klappert, quietscht und einfach nicht so klingt, wie du es dir vorstellst, ist es mit der Motivation schnell vorbei (das gilt im Übrigen auch für Kinder!). Aber keine Sorge: Du musst kein Vermögen investieren. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an hochwertigen Einsteiger-Instrumenten, die nicht viel kosten und dir dennoch alle Möglichkeiten bieten, um schnell voranzukommen. In diesem Artikel haben wir einige Tipps aus verschiedenen Instrumentengruppen eingestreut.
Und noch ein Tipp: Gerade erwachsenen Einsteigern sind die ersten zaghaften Gehversuche auf einem neuen Instrument manchmal peinlich. Wenn du nicht gerade mit einem unerschütterlichen Selbstbewusstsein ausgestattet bist, kann das Gefühl, dass deine Familie oder gar die Nachbarn mithören, während du versuchst, die ersten hörenswerten Töne aus deinem Instrument herauszubekommen, am Anfang ganz schön beklemmend sein. Aber auch dafür gibt es Abhilfe! Viele Instrumente kannst du heutzutage ganz diskret über Kopfhörer üben.

Moderne Digitalpianos kommen dem Spielgefühl und Klang eines echten Klaviers inzwischen sehr nahe. Auch E-Drums stehen ihren akustischen Geschwistern in kaum etwas nach. Für E-Gitarre und E-Bass gibt es praktische Kopfhörerverstärker, die du direkt an das Instrument anschließen kannst und die mit unzähligen integrierten Sounds aufwarten. Für Blasinstrumente wie Saxophon, Trompete und Posaune sind sogenannte Silent-Brass-Systeme erhältlich, die in den Schallbecher eingesetzt werden und den Schall, der nach außen dringt, wirksam dämpfen. Und sogar Violine, Cello & Co. gibt es inzwischen als lautlose Varianten.
* Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.
Mit Ü-30 ein Instrument lernen – worauf wartest du noch?
Du siehst also: Mit Ü30, Ü40 oder Ü70 ein Instrument zu lernen, ist nicht nur möglich, sondern kann dein Leben sogar unglaublich bereichern. Musikmachen baut Stress ab, macht nachweislich glücklicher und hält das Gehirn fit. Ein Instrument zu lernen, gehört zu den schönsten Dingen, die man als Erwachsener für sich selbst tun kann. Es ist nie zu spät, um damit anzufangen!
Wenn du dir noch nicht sicher bist, welches Instrument das Richtige für dich ist, oder weitere Fragen zum Thema hast, sind die Experten in unseren Fachabteilungen gerne für dich da! Du erreichst sie per Telefon unter 09546-9223-66, per E-Mail oder über die Chat-Funktion auf unserer Website. Oder besuch uns doch einfach mal in unserem großen Ladengeschäft in Treppendorf und lass dich von der atemberaubenden Vielfalt der Instrumente inspirieren!

Back 2 School: dein erstes Instrument bei Thomann
Du möchtest unbedingt ein Instrument lernen, bist dir aber nicht sicher, welches zu dir passt? Egal, ob du ganz neu anfängst oder nach einer Pause wieder einsteigst: Mit unserer Aktion Back 2 School zum Schuljahresanfang wollen wir dir Hilfestellung geben, dein Instrument zu finden. Weitere Informationen zu verschiedenen Instrumenten findest du auf dieser Seite.

Dein Feedback: erstes Instrument – mit Ü-30 ein Instrument lernen
Habt ihr auch ein Instrument relativ spät gelernt oder wollt ihr noch eines lernen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wir freuen uns auf eure Kommentare! ✍
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