Mein erstes Instrument – Die besten Tipps zum Üben und effektiven Lernen

Ein Instrument zu erlernen ist gar nicht so leicht, aber nicht verzagen! Das schafft ihr mit unseren Anregungen. 👇
Mein erstes Instrument – Die besten Tipps zum Üben und effektiven Lernen

Wirklich Spaß macht das Musizieren, wenn du beim Üben zügig weiterkommst. Wenn du merkst: Mensch, da passiert was mit mir. Ich schaffe das! Wow! Gerade weil dir nicht nur das Instrument, sondern auch der Prozess des musikalischen Lernens neu sind, stehst du vor der Frage, wie du möglichst effizient das nächste Etappenziel erreichst. Hier unsere Tipps für dich und deine Eltern! 🤓


Wie oft und wie lange sollte man üben?

Wenn du gerade damit angefangen hast, ein Instrument zu lernen, möchtest du natürlich schnell besser werden. Was läge also näher, als einfach jeden Tag möglichst viel und möglichst lange zu üben? Vielleicht hast du auch die Geschichten von berühmten Virtuosen gehört, die angeblich schon im Alter von vier Jahren jeden Tag acht Stunden lang am Klavier saßen.

Aber muss man wirklich viele Stunden am Tag üben, um schnell besser zu werden? Führen auch in der Musik nur Fleiß und harte Disziplin zum Erfolg? Kann man nur besser werden, wenn man jeden Tag zu einer festen Zeit eine Übungseinheit von einer bestimmten Länge einlegt?

Tipps üben effektives Lernen

Das Erlernen eines Instruments funktioniert zum Glück etwas anders als das Pauken von Matheaufgaben. Die muss man so lange üben, bis man sie irgendwann kann. Beim Musikmachen gilt hingegen: Der Weg ist das Ziel. Anders als bei den Matheaufgaben gibt es kein „Richtig“ und kein „Falsch“ und es geht nicht darum, Perfektion zu erreichen. Stattdessen ist das Ziel, dein Instrument, dich selbst und deine Musikalität immer besser kennenzulernen.

Viel wichtiger als ein strenges Reglement ist deshalb, dass du Spaß an der Sache hast, in deinem eigenen Tempo lernst und dir einen Übungsplan erstellst, der zu dir und deinem Tagesablauf passt. Das Üben sollte keine lästige Pflicht sein, die täglich abgehakt werden muss, sondern eine Zeit, die dich erfüllt und glücklich macht – wie eine kleine Auszeit vom Alltag. Wenn du dich stresst und zu viel von dir verlangst, bleiben nämlich die Erfolgserlebnisse aus und du hast das Gegenteil von dem erreicht, was du wolltest.

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Daher gibt es keine feste Regel, wie lange man mindestens üben sollte. Im Gegenteil: Zu langes Üben kann sogar schaden. Irgendwann lässt nicht nur die Konzentration nach; auch die Muskeln ermüden und können die mühsam erarbeiteten Bewegungsabläufe nicht mehr richtig umsetzen. Die Folge: Es schleichen sich Fehler ein, die sich später nur schwer wieder korrigieren lassen.

Nur regelmäßig sollte das Üben schon sein, damit dein Gehirn und dein Körper ausreichend Gelegenheit haben, die Bewegungsabläufe wiederzuerkennen und sie im „Bewegungsgedächtnis“ abzuspeichern. Wenn du ein paar Tage lang übst und dann einen ganzen Monat nicht, fängst du danach womöglich von vorne an und hast das Gefühl, alles vergessen zu haben. Das ist frustrierend. Versuch deshalb, dir möglichst täglich die Zeit zu nehmen. Keine Panik: Es müssen keine acht Stunden sein und auch keine ganze Stunde. Je nachdem, wie dein Tagesablauf aussieht und was du außer dem Üben noch alles vorhast, kann auch eine regelmäßige Viertelstunde ausreichen, um spürbare Fortschritte zu erzielen. Du wirst sehen: Schon bald wird das tägliche Üben zur Gewohnheit und kommt dir nicht mehr anstrengend vor.

Meme Band

Wie übt man richtig?

Viel zu üben garantiert also noch keinen Fortschritt. Wichtiger als die mit dem Üben verbrachte Zeit ist, wie du übst. Und das beginnt mit einem entspannten Umfeld, in dem deine Aufmerksamkeit auf nichts anderes gelenkt wird. Sorg dafür, dass du ungestört bist. Mach die Tür zu, stell dein Handy auf lautlos und sag deinen Freunden und deiner Familie, dass du für eine Weile nicht gestört werden möchtest. Denn diese Zeit gehört nur dir und der Musik. Und wenn du länger übst, leg zwischendurch mal bewusst eine Pause ein: Niemand kann sich über Stunden hinweg nonstop konzentrieren.

Damit du beim Üben nicht die Motivation verlierst, ist es am besten, in kleinen Schritten zu üben. Wenn du gleich versuchst, das ganze Stück durchzuspielen, wirst du dich wahrscheinlich ärgern, wenn es nicht sofort klappt. Besser ist es, mit einem kurzen Abschnitt zu beginnen und diesen in Ruhe zu üben, bis er sitzt. Danach machst du mit dem nächsten Abschnitt weiter.

meme piano

Eine andere Methode ist es, das Stück in Blöcke aufzuteilen, die langsam größer werden. Zum Beispiel kannst du mit einem kurzen Abschnitt von nur wenigen Noten oder Akkorden beginnen, wobei jede Note oder jeder Akkord einen Block darstellt. Wenn das klappt, machst du die einzelnen Blöcke nach und nach etwas größer, sodass sie jeweils mehrere Noten bzw. Akkorde enthalten. So entsteht langsam eine Melodie.

Dieses Prinzip hat eine wissenschaftliche Grundlage in der kognitiven Psychologie: Studien der University of Missouri haben gezeigt, dass unser Gehirn sich höchstens 3–4 Informationsblöcke auf einmal merken kann. Es ist also gar nicht möglich, sich sofort die komplette Melodie einzuprägen. Fang also erstmal mit 3–4 Noten (Blöcken) an. Wenn die sicher klappen, machst du die einzelnen Informationsblöcke nach und nach größer, indem du die Noten vom Anfang zu einem Block zusammenfasst und weitere Blöcke hinzufügst.

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Ein anderer Tipp, der sich vielfach bewährt hat, ist es, beim Üben zunächst langsam anzufangen und das Tempo schrittweise zu steigern. Die Idee dabei: Wenn du zu schnell spielst, machst du zwangsläufig Fehler, was Gift für die Motivation ist. Und wenn du es dann gleich noch einmal im selben Tempo probierst, machst du den gleichen Fehler möglicherweise ein zweites Mal. Das Wiederholen von Fehlern ist so etwas wie der Super-GAU beim Üben, weil sich die falschen Bewegungsabläufe dann unbewusst einprägen können. Einmal falsch in die sogenannten Basalganglien im Gehirn einprogrammierte Bewegungsabläufe lassen sich aber nur sehr schwer korrigieren, besonders gilt das für Dinge wie zum Beispiel die richtige Handhaltung beim Klavier- oder Gitarrespielen oder die richtige Bogenhaltung bei Streichinstrumenten.

mein erstes Instrument - effektives Lernen Tipps zum Üben

Wenn du mit einem neuen Stück anfängst, übe es deshalb am Anfang ganz langsam, achte dabei genau auf jede Bewegung und jede Note und – ganz wichtig – hör dir selbst genau zu und versuche, in den Klang einzutauchen und jeden Ton bewusst zu spüren. Erst wenn das sicher klappt und dir keine Fehler mehr passieren, steigerst du das Tempo in kleinen Schritten. Du wirst sehen: Auf diese Weise meisterst du schnell auch schwierigere Passagen.

Warum mache ich keine Fortschritte beim Üben?

Du sitzt jeden Tag an deinem Instrument und hast das Gefühl, dass du einfach nicht besser wirst? Das Stück, das du dir schon vor Wochen vorgenommen hast, klappt immer noch nicht? Dann ist es Zeit, über die richtige Strukturierung deiner Übungseinheiten nachzudenken. Denn möglicherweise machst du sogar Fortschritte – du merkst es nur nicht, weil du dir keine oder nicht die richtigen Ziele gesetzt hast.

Wie jedes etwas komplexere Thema klappt auch das Erlernen eines Instruments am besten, wenn du dir überschaubare, realistische Ziele setzt. Diese sollten dich weder unter- noch überfordern. Das kann zum Beispiel heißen, dass du ein schwieriges Stück in mehrere Abschnitte einteilst und dir pro Übungseinheit einen davon vornimmst. Vielleicht schaffst du es nicht, ein ganzes Stück an einem Tag zu lernen – einen kleinen Teil davon aber schon. Und schon hast du das Gefühl, etwas erreicht zu haben, worauf du stolz sein kannst!

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Dazu noch ein Tipp: Oft ist es so, dass Teile des Stückes schon gut klappen, du beim Spielen aber immer wieder an denselben Stellen hängenbleibst. Dann spiele am besten nicht jedes Mal das ganze Stück durch, denn damit verschwendest du viel Zeit mit etwas, was dich nicht wirklich weiterbringt. Konzentriere dich stattdessen auf die Stellen, die dir noch Schwierigkeiten bereiten, und lass den Rest erstmal weg. Umso schöner ist es dann, wenn du diese Stellen schließlich gemeistert hast und das ganze Stück flüssig durchspielen kannst.

Zur besseren Strukturierung deiner Übungseinheiten kann es hilfreich sein, ein Übetagebuch zu führen, in dem du deine Ziele und deinen Fortschritt aufschreibst. Wenn du einen Lehrer hast, überlegt ihr am besten gemeinsam, welche Ziele realistisch sind und wie so ein Tagebuch aussehen könnte. Und auch gegen eine kleine Belohnung für dich selbst, wenn du eines deiner Ziele erreicht hast, ist absolut nichts einzuwenden!

Micro Learning: Musiktheorie und Gehörbildung nebenbei lernen

Die Themen Musiktheorie und Gehörbildung werden beim Üben oft etwas vernachlässigt – und das gilt für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Wer möchte sich schon mit so trockenen Themen beschäftigen, wenn man stattdessen Spaß am Instrument haben könnte? Dabei gehört beides zum Erlernen eines Instruments dazu. Denn wenn du ein paar theoretische Grundlagen kennst und ein geschultes Gehör hast, wirst du auch auf deinem Instrument schneller Fortschritte machen!

Neues Instrument lernen

Die gute Nachricht: Inzwischen gibt es viele tolle Apps, mit denen du diese Dinge quasi nebenbei lernen kannst. Apps wie Sonid, Earmaster, Better Ears und ToneGym teilen die Inhalte in kleine, aufeinander aufbauende Häppchen auf, sodass du zwischendurch immer mal wieder eine kurze Lektion machen kannst. So trainierst du dein Gehör und verbesserst dein Theoriewissen fast wie im Schlaf!


Übeplan für Struktur und Selbstdisziplin

Eigentlich für lebensbejahende Kids eher abschreckende Worte: „Struktur und Disziplin“. Versteht sie als hilfreiche Werkzeuge beim Üben und Lernen. Klimpert ihr konzeptlos ins Blaue, macht das vielleicht einen Höllenspaß, führt aber selten zu schnellen und motivierenden Lernerfolgen. Selbstverständlich kannst und darfst du dich auf deinem Instrument auch mal kräftig austoben. Dann aber solltest du den Hebel umlegen und dich höchst konzentriert dem eigentlichen Üben widmen.

Ideal ist es, wenn du mit dem Musiklehrer einen Übeplan aufstellst. Der Plan hilft gleich doppelt: Einerseits dabei, regelmäßige Übezeiten einzuhalten. Zugleich verhindert er, dass du dich mit übertriebenem Ehrgeiz überforderst. Trage jeden Tag ein, wann und wie lange du geübt hast. Oder übergib deine „Buchführung“ den Eltern.

Vorteile Instrument lernen

Ihr braucht eine ruhige, nicht ablenkende Umgebung

Für die nächste Mathearbeit würdest du vermutlich nicht in wirrer und aufgewirbelter Umgebung pauken. Wenn zu Hause die Familie fröhlich durcheinanderquasselt, aus dem Fernseher die Live-Übertragung vom Super-Bowl brüllt oder die Geschwister sich gerade beim Gaming batteln, wärst du viel zu sehr abgelenkt. Dasselbe gilt für das Üben auf dem Instrument. Sorge besonders anfangs dafür, dass du in einer Umgebung mit möglichst wenig Ablenkungen üben kannst. Auch die Eltern sollten dir nicht in jeder Sekunde über die Schultern blicken. Immerhin ist die Anforderung eine ganz besondere: Konzentration auf das Instrument, auf Töne, Timing, Spieltechnik und vor allem auf dich selbst.


Und noch ein paar Worte direkt für euch Eltern

Damit die Kids das Instrument mit Freude erlernen und dauerhaft bei dem wunderbaren Hobby Musik bleiben, ist Anerkennung die Motivation schlechthin. Es macht immer Sinn, euren enthusiastischen Nachwuchs zu loben. Gebt den Kids ein gutes Gefühl. Ermuntern, aber nicht ermahnen. Fehler gemeinsam verstehen und ermutigen, ohne zu kritisieren. Verlangt nicht nach Perfektion und haltet Stress- und Frustrationslevel so niedrig wie möglich.

Wo nur irgendwo möglich, lasst ihr euer Kind mit anderen zusammenspielen und den Gemeinschaftssinn mit den anderen in der Schule, dem Orchester, Spielmannszug, der Band oder wo auch immer erleben. Und der Hammer für die Motivation ist natürlich, wenn ihr selbst auch ein Instrument beherrscht und mit den „Newcomern“ gemeinsam Musik macht.


PS: Und falls ihr noch kein Instrument beherrscht: Es ist nie zu spät es zu lernen!



Service & Beratung 

Grundsätzlich gilt für alle Instrumente, dass ihre Größe sich am Körperbau und der Entwicklung des Kindes orientieren muss. Ideal ist deshalb beim Kauf der Rat eines erfahrenen Lehrers oder ein Besuch in unseren Fachabteilungen, wo unsere Mitarbeiter dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen.

Bei Fragen rund um Instrumente für Kinder oder zu speziellen Instrumenten stehen unsere Spezialisten aus den Fachabteilungen jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung – online oder in unserem Treppendorfer Ladengeschäft.

Wer nicht vorbeikommen kann, darf gerne durchrufen, unseren Live-Chat auf thomann.de nutzen oder uns eine E-Mail zukommen lassen.  Unter diesem Link sind alle Kontaktdaten der Abteilungen und der jeweiligen Spezialisten aufgeführt.

Anfahrt

Musikhaus Thomann
Hans-Thomann-Str.
96138 Burgebrach / Ortsteil Treppendorf

Wegbeschreibung

Back 2 School: dein erstes Instrument bei Thomann

Du möchtest unbedingt ein Instrument lernen, bist dir aber nicht sicher, welches zu dir passt? Egal, ob du ganz neu anfängst oder nach einer Pause wieder einsteigst: Mit unserer Aktion Back 2 School zum Schuljahresanfang wollen wir dir Hilfestellung geben, dein Instrument zu finden. Weitere Informationen zu verschiedenen Instrumenten findest du auf dieser Seite.

Back2School erstes Instrument

Dein Feedback: die besten Tipps zum Üben und effektiven Lernen

Welche Tipps findest du am sinnvollsten? Hast du andere Beispiele, die du anderen Anfängern am Instrument ans Herz legen würdest? Verrate es uns gerne in den Kommentaren!

Kommentare 1

  1. Alex sagt:
    Ganz wichtiger Punkt an die Eltern: Ein Instrument lernt man nicht mit Druck! Ich sehe immer wieder bei meinen Schülern (ich unterrichte Schlagzeug), dass sie die Motivation verlieren und der Grund ist lt. Schüler, dass sie jeden Tag stundenlang das in der Unterrichtsstunde besprochene üben sollen. Kompletter Blödsinn!!! Wenn eine Übung nicht auf Anhieb funktioniert ist das völlig normal. Man kann aus einem Kind nicht in kurzer Zeit einen Profimusiker machen. Da kann man üben was man will. Das geht einfach nicht. Instrumente lernen braucht viel Zeit. Und Kinder haben ja ohnehin ziemlich viel Programm was Erwachsene oft nicht sehen. Aber Kinder sollen ja auch gute Noten in der Schule schreiben, Freunde treffen, Sachen ausprobieren, usw. Also liebe Eltern. Macht euren Kindern keinen Stress. Wir Lehrer wissen was wichtig ist und wie man jemanden das spielen lehrt. Und dabei ist ein gewisser Freiraum das wichtigste. Manchmal muss man einfach drauf los spielen ohne nachzudenken ;)

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