Dank DJ-Controller schrumpft ein DJ-Setup auf ein kompaktes und preislich erschwingliches Format. Schließlich entschied bis in die 2000er auch der Geldbeutel, wer hinter das DJ-Pult darf, denn nicht jeder konnte sich das teure Equipment und die Tonträger leisten.
Mit dem DJ-Controller nebst DJ-Software und Streaming kann aber jetzt fast jeder als DJ durchstarten, vielleicht auch du.
DJ-Controller fĂĽr verschiedene AnsprĂĽche
Zunächst unterscheidet man zwischen DJ-Controllern, die sich ausschließlich einer oder mehrerer DJ-Softwares wie Serato DJ, rekordbox DJ, Traktor, djay oder VirtualDJ verschreiben. Man spricht von einer Zertifizierung. Die DJ-Controller erfordern für dessen Betrieb einen angeschlossenen Laptop mit der installierten Software und funktionieren mit ihr per Plug and Play.
Die Software wird also automatisch erkannt und man kann gleich loslegen, ohne groĂźe Einstellungen vorzunehmen. Preiswerte DJ-Controller funktionieren ohne optionales Upgrade auf die Pro-Version nur mit der sogenannten Lite-Versionen der DJ-Software. Erst DJ-Controller oberhalb der 600-Euro-Marke schalten die Pro-Versionen der Programme frei.
Diese Modelle bieten einen guten Einstieg:
* Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.
Schon mal was von einem Stand-alone-Controller gehört? Diese besitzen zusätzliche Inputs für externe Quellen wie Schallplattenspieler und CDJs, um den Controller auch als Mischpult zu verwenden, wie:
* Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.
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Sogenannte All-in-One-Systeme akzeptieren eine multimediale Musikverwaltung neben dem Laptop samt DJ-Software auch auf dem USB-Stick, der Festplatte, SD-Card und Streaming. Modelle wie diese erfordern zum digitalen Auflegen keinen Laptop mehr:
* Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.
Die Bestandteile eines DJ-Controllers
Ein DJ-Controller definiert sich grundlegend mit drei Bereichen, links und rechts den Decks, bestehend aus:
- Transport-Sektion: Mit deren Play/Stop-Taste werden Songs gestartet und gestoppt, die Cue-Taste fixiert den ersten Beat und dient zum Anzählen des Songs beim Abfeuern für das Beatmatching und Mixen. Sync passt die Geschwindigkeit der Tracks automatisch an.
- Pitch Control: Damit veränderst du das Tempo prozentual wahlweise um 8, 16 oder 50 Prozent.
- Jogwheels: Die drehbaren Räder stellen in gewisser Weise die Plattenteller deiner Decks dar. Sie dienen dem Spulen, Anschieben und Bremsen (Pitch Bending genannt), Scratchen oder Feinjustieren der Phasenlage der Beats. Bei Controllern, die vor allem Turntable-affine DJs ansprechen sollen, drehen sich die mit einer 7 Zoll großen Acryl-Platte und einem Motor ausgestatteten Jogwheels, was für ein vinyltreues Feeling sorgt. Beispiele wären:
* Der unverbindlicher Verkaufspreis (UVP) ist der Preis, den der Hersteller als Verkaufspreis Kunden empfiehlt.
- Performance Pads: Diese Matrix aus sechzehn, oft mehrfarbig beleuchteten Pads unterliegt mehrerer Modi. Am gebräuchlichsten sind hierfür Hotcues, Loops, Loop Roolls, Beat Jumps und Samples.
- Loop-Sektion: Anhand dieser dedizierten Einheit verlängerst du Songs für Blenden und als Effekt durch sich wiederholende Schleifen, entweder mit manuell gesetztem Anfangs- und Endpunkt oder als Auto Loop mit voreingestelltem Raster von 1/32 bis 32 Beats.

Dazu kommt die beide Decks verbindende Mixer-Einheit mit:
- Line-Fadern: DJ-Controller besitzen entweder zwei oder vier Kanäle, entsprechend zwei oder vier Fader, mit denen die Kanäle ein und ausgeblendet werden. Sie regeln die Lautstärke der Decks und dienen dem Mixen.
- Crossfader: Als Bindeglied zwischen zwei Line-Fadern blendet er zwischen zwei Kanälen. Mitunter lässt sich dessen Kurve entweder in drei Schritten (linear, steil, hart) oder stufenlos einstellen, um den Anstieg des zugeblendeten Signals anzupassen. Die meisten DJs nutzen den Crossfader für sogenanntes Chop-Mixing, um entweder den Follow-Track nahtlos ohne Blende anzuschließen oder Fragmente eines anderen Tracks in den laufenden nach einem gewissen Muster zu schneiden. Scratch-DJs performen mit dem Crossfader die sogenannten Cuts. Hierfür sind eine harte Kurve und ein minimaler Cut-In erforderlich. Der Cut-In definiert den Weg des Faders, den er von der Randposition zurücklegt, bis das Signal beim Öffnen des Crossfaders zu hören ist. Preisintensivere Controller besitzen zudem einen verschleißfreien, mitunter vom Gleitwiderstand einstellbaren und damit leichtgängigen Crossfader, damit die Cuts besonders flott von der Hand gehen.
- EQ-Regler: Diese Knobs filtern den Bass, die Mitten und Höhen je nach Modell um eine gewisse dB-Zahl zu dämpfen oder komplett zu isolieren oder sie heben die Frequenzen des entsprechenden Bereichs an. Sie kaschieren Sound-Defizite und verhelfen Blenden zu einem unauffälligeren Übergang.
- Gain-Regler: Diese Vorverstärker-Knobs pro Kanal, auch oft als Trim beschrieben, gleichen Lautstärkedifferenzen zwischen den einzelnen Kanälen ohne den Channel-Fader aus, sollte ein Track leiser als der andere sein.
- Effekt-Sektion: Diese besteht meistens aus Echo, Delay, Flanger, Reverb, Filter u. a. Man unterscheidet zwischen sogenannten On-Board-Effekten, die direkt im Controller verbaut sind und keine angebundene DJ-Software erfordern, und den Effekten der Software.

Diese Sektion definiert sich aus dem Ein-/Ausschalter, mitunter aus den ikonischen Hebeln wie bei den Rane-Modellen, dem Intensitätsdrehknopf (von von dry auf wet) und der einstellbaren Beatlänge des Effekts.
Einige Controller besitzen zudem sogenannte Channel-FX, das sind vier bis sechs weitere auswählbare On-Board-Effekte wie Filter, Flanger, Phaser, die mit je einem Knob jedem Kanal zugeordnet sind und sich mit den Effekten der Sektion kombinieren lassen.
- Browser-Sektion: Um in der Library nicht vom Laptop aus zu scrollen und die Tracks in die Decks zu laden, bedienst du dich dieser Sektion, bestehend aus dem Load/Back-Taster und einem Endless-Rotary-Encoder.
- Level-Meter: Dieses Instrument stellt den pulsierenden Signal-Pegel des Kopfhörer- und des Masterausgangssignals dar. Mit ihm als optische Orientierung kannst du die Masterlautstärke konstant halten und den Pegel der Channels auf ein gemeinsames Level bringen.
- Kopfhörer-Sektion: Mit ihr hörst du Tracks per aktivierter Cue-Taste vor. Neben dem Lautstärke-Regler besitzt sie meistens einen Cue Mix-Regler, um das Mastersignal stufenlos dem Cue-Signal beizumischen und einen Split-Schalter, der auf die beiden Kopfhörer-Kapseln das Master- und die Cue-Signal getrennt zuspielt.
- Inputs: Die Einstiegsmodelle bieten lediglich einen Anschluss für den Laptop, vereinzelt einen Line-RCA-Eingang und einen Mikrofon-Klinkenanschluss. Bereits erwähnte Stand-alone-Modelle zeichnen sich dank zusätzlicher RCA-Buchsen für Phono und Line durch mehr Flexibilität der zugespielten Medien aus. Zudem hält man für den sogenannten Back2back-Betrieb mit einem zweiten Laptop einen weiteren USB-Port parat.
- Outputs: Auch bei den Ausgängen beschränken sich die günstigen Modelle auf das Nötigste: zwei RCA-Buchsen (RCA wird auch Cinch genannt), mitunter zwei weitere als Record-Ausgang. Mit zunehmend professionellerem Einsatz erfordern die Controller weitere Ausgänge wie zwei Master als XLR und RCA, einen für den regelbaren Booth (Monitor-Lautsprecher) als 6,3-Millimeter-Klinkenstecker. Neuerdings spielen auch die Bluetooth- und WiFi-Anbindung eine zunehmende Rolle.

DJ-Controller – erste Schritte: die Einstellungen im Setup der DJ-Software
Für die meisten DJ-Controller, die nur in Verbindung einer DJ-Software funktionieren, benötigst du einen Laptop, Desktop-Rechner oder ein Tablet. Je nach Alter und entsprechender Prozessor-Leistung samt Arbeitsspeicher der Hardware passt du in den Voreinstellungen der jeweiligen Software die Latenz, auch Puffer genannt, an. Ein zu kleiner Puffer führt bei älteren Rechnern zu einem als Dropouts hörbaren Datenstau zwischen Computer und DJ-Controller. Die Kehrseite der Medaille: Ein zu groß eingestellter Puffer, oberhalb von fünf Millisekunden, führt zu einem zu stark verzögerten Reagieren der Software auf die vom Controller gesendeten Befehle. Deswegen schaue alternativ im Setup des Rechners nach den Darstellungsmöglichkeiten, ob du beispielsweise die Auflösung und Bildwiederholungsrate reduzieren kannst. Das entlastet ebenfalls RAM und CPU, und du kannst den Puffer wieder verkleinern.
DJ-Controller: das Aufstellen und AnschlieĂźen des DJ-Controllers
Den Master-Ausgang deines DJ-Controllers verbindest du mit dem Line-Eingang eines Receivers oder Vollverstärkers oder du schließt direkt am Ausgang deiner Konsole zwei Aktiv-Lautsprecher an. Beachte, dass die Lautsprecher nicht zu weit von der Position des DJ-Controllers entfernt sind. Einerseits um die Ohren deiner Nachbarn zu schonen, andererseits um das Signal direkter zu hören.
Wenn du das Geld für eine externe Beschallungsanlage sparen möchtest und zudem auch gern unterwegs auf der Konsole zockst, dann empfehle ich dir einen DJ-Controller mit eingebauten Lautsprechersystem:
Numark
Mixstream Pro+
Vergiss nicht, den Kopfhörer anzuschließen.
Die ersten Schritte mit dem: das Einsortieren von Musik
Natürlich musst du die Library deiner DJ-Software mit Musik füttern, damit du mit dem DJ-Controller überhaupt „zocken“ kannst. Dazu gehst du entweder den klassischen Weg, indem du auf deiner Festplatte abgespeicherte Musik in die DJ-Software lädst. Oder du meldest den Controller beim Account deines Lieblings-Streaming-Dienstes an, sei es zum Beispiel Spotify, Apple Music oder bei einer der vielen Alternativen. Dadurch bist du auf einen Schlag mit Musik voll ausgestattet, allerdings auch stets von einer Internetverbindung abhängig, die aber zu Hause kein Problem darstellen sollte.
Beschränke dich am besten auf ein paar hundert Songs, die du auch entsprechend in Crates nach Musikrichtungen sortiert ablegst. Analysiere sie und platziere Hot Cues an markanten Stellen wie zum Start des Beats, beim Break, Drop und auch bei Vocals im Track.
DJ-Controller: das Laden von Tracks
DJ-Controller besitzen eine Browser-Sektion, mit der du unabhängig von der Laptop-Tastatur zwischen den Crates deiner Library wechseln sowie in dem jeweiligen Crate scrollen und Tracks auswählen und in die Decks laden kannst. Ich persönlich nutze dieses Feature allerdings selten. Ich stöbere lieber die Songs per Text-Eingabe im Suchfeld auf. Das geht schneller, sofern man die Namen der Titel und ihre korrekte Rechtschreibung im Kopf hat.
DJ-Controller – erste Schritte: die erste Blende
Für den ersten Probelauf beim Mixen lädst du am besten zwei Tracks mit einem prägnanten, einfach strukturierten Beat gleicher BPM-Zahl auf beide Decks. House-Tracks eignen sich für Anfänger sehr gut, weil sie mit ihrem „Four on the floor“-Beat und der deutlichen Betonung auf 2 und 4 eine klar erkennbare Struktur haben. Bei Hip-Hop und gebrochenen Beats wird’s entsprechend schwerer. Sofern das Tempo nicht übereinstimmt, drückst du beim langsameren Track die Sync-Taste, damit die vom schnelleren übernommen wird. Schiebe den Channel-Fader vom linken Deck – die meisten DJs fangen immer links mit dem ersten Song an – nach oben und achte auf einen moderat eingestellten Master-Pegel.
Starte den Track vom rechten Deck per Play-Taste nur unter Kopfhörer mit dessen aktiver Cue-Taste am Kanal und drücke die Cue-Taste beim ersten Beat, dem sogenannten Down-Beat. Solltest du nicht genau das erste leicht angekündigte Klopfen der Bass-Drum erwischt haben, drehe vorsichtig am Jog Wheel, um zu korrigieren und erneut mit der Cue-Taste zu bestätigen. Drücke zusätzlich noch eine nicht belegte Hot-Cue-Taste der Performance-Pads, um den Down-Beat dieses Tracks langfristig zu speichern. Denn die auf der Cue-Taste gespeicherte Position ist temporär.

Anschließend klopfst du mit der Cue-Taste des rechten Decks im Takt der Bass-Drum des linken Tracks. Nach viermal „Anzählen“, sprich Probeklopfen auf die Cue-Taste, wechselst du beim fünften Mal auf die Play-Taste, um den Track zu starten. Beim richtigen Timing liegen beide Tracks nun Beat auf Beat, sprich in Phase. Wenn nicht, bremst oder beschleunigst du vorsichtig mit dem Jog Wheel für eine Korrektur (Pitch Bending). Zum Schluss blendest du den rechten Track, der vom Vorhör-Pegel gleichlaut sein sollte, langsam ein und anschließend den linken smooth aus. Die erste Blende ist vollbracht!
DJ-Controller: Verbessern der Übergänge
Damit deine Blenden flĂĽssiger und energiegeladener gelingen, setzt du folgende Funktionen am DJ-Controller ein:
- Bass-EQ – Indem du bei dem einzublendenden Track B den Bass zunächst eliminierst und während der Blende den Bass zwischen Track A und B wechselst, klingt der Übergang sanfter.
- Loops – Auf diese Weise kannst du die Blende verlängern, aber auch durch Kürzen des Loops im Takt dramaturgisch die Spannung steigern.
- Beat Jumps – Damit überspringst du Takte im Track, um den Übergang kompakter zu gestalten oder generell einen langatmigen Track zu verkürzen.
- Echo – Den im Mix abzuschließenden Track zum Schluss mit einem Echo unterlegt, wird er effektvoll verabschiedet.
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Denon DJ
LC6000 Prime
Fazit
Was du aus deinem DJ-Controller herausholst, kommt nicht allein auf dessen Preis und somit Ausstattung an, sondern viel mehr, wie du ihn anhand des von dir praktizierten „DJ 1×1“ einzusetzen weiĂźt.
DJ-Controller: Dein Feedback
Hast du einen Lieblings-Controller oder weitere Tipps fĂĽr alle die mit dem Controller-DJing anfangen wollen? Lass es uns in einem Kommentar wissen!

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