Die Fans wollen und sollen bei den Shows musikalisch und visuell etwas Außergewöhnliches und Einzigartiges geboten bekommen. Dafür gibt es die Spezialisten, die von der Grundidee bis zum Endresultat sämtliche Zutaten von der Musik über das Bühnenkonzept und die Visuals, den Content und die Lightshow punktgenau orchestrieren.
Eine vorbereitende Arbeit in der Produktion, die sich über etliche Monate zieht. Aber wie läuft der Design-Prozess eigentlich ab?

Am Beispiel von FiNCH haben wir zwei der Produktionsverantwortlichen auf unserem YouTube-Channel StageTech für dich eingefangen, die dir wertvolle Insights mit einem Blick hinter die Kulissen liefern. Eindrucksvoll zeigen Hannes Kelch und Gunnar Loose in den beiden Videos, wie sämtliche Gewerke der Techniker, aber auch die Artists im Vorfeld zusammenarbeiten, um ein gigantisches Event auf die Beine zu stellen.
Erfahre mehr über Show-Direction, Content-Entwicklung und Bühnendesign aus erster Hand. Der besondere Lerneffekt bei FiNCH-Shows: Langeweile gibt es nicht; es ist immer etwas los.

Hannes Kelch: Eine Idee muss in zwei Sätzen erklärbar sein
Hannes Kelch ist lange Gitarrist gewesen, ist es auch immer noch, unter anderem bei Alligatoah. Er selbst erzählt, er habe sich während der großen „C-Zeit“ weiterentwickelt. Schrittweise ist er in das Rap-Game hineingerutscht, hat sehr viel musikalische Leitung gemacht, wo er dann neben dem musikalischen Part das Show-Design und die gesamte Show-Konzeption gemacht.
Mit seinem Team entwickelt er Live-Shows von der Ideenfindung über den gesamten kreativen Workflow hinweg bis zur Umsetzung, so eben auch für FiNCH. In seinem Video zeigt er auf, wie Show-Direction funktioniert und worauf es ankommt.

Und dabei hat er einige interessante Tipps direkt aus der Praxis mit an Bord. So beispielsweise zur Frage, wie komplex eine Show sein darf: „Immer einfach“, sagt Hannes. „Du spielst ja nicht für 100.000 Leute, die wie 100.000 Leute wahrnehmen, sondern immer für eine Person, die ein Paar Augen und ein Paar Ohren hat.
Wenn du das überlädst, können die das irgendwann nicht mehr wahrnehmen.“ Eine Idee müsse immer in zwei Sätzen erklärbar sein. Am Beispiel von FINCH: „Er ist ein Typ, der macht Rap auf Techno-Beat. Und es ist eine Wrestling-Show, weil er selbst großer Wrestling-Fan ist. Es gibt nur voll drauf, die ganze Zeit. Das ist die Show von FiNCH in einem Satz erklärt.“ FiNCH, so Hannes, hasst Langeweile. „Wenn dem beim Proben drei Sekunden langweilig ist, fliegt der Part raus.“
Wie entsteht ein FiNCH-Konzert? Behind the Stage mit Hannes Kelch in Berlin
Gunnar Loose: Am Ende des Tages muss man die Kirche im Dorf lassen
Gunnar Loose betreibt die Lichtkonsole: „Wenn du nicht live drücken willst, ist ja immer die Voraussetzung, dass Künstler sich darauf einlassen, mit Timecode, MIDI wie auch immer zu arbeiten. Das ist ja schon ein Kostüm, in das man sich so reinzwängt. Gerade bei Musik wie von FiNCH, bietet sich das Triggern via Timecode an, zumal manche Dinge schlichtweg nicht mehr händisch drückbar sind. Wenn’s Pop-Musik ist, finde ich Beam-Gobos gut, sodass man auch gut atmosphärische Effekte schaffen kann. Hier – bei FiNCH – sind’s Lampen, die Punch haben und nach vorne ballern.“

Gunnar ist Pragmatiker: „Ich nehme lieber 40 Lampen mit, die der Verleiher am Lager hat, als 20, die er nicht hat.“ Am Ende des Tages müsse man bei der Produktwahl die Kirche auch im Dorf lassen. Beim Programmieren steht für ihn die routinierte Kreativität ganz vorne. Das habe auch damit zu tun, dass er kreativ an diesen Job gekommen ist und er nie der Mega-Nerd etwa bei der Software-Programmierung war.

Generell sitzt er beim Programmieren zu Hause, hört den Song und macht einfach. „Das ist mittlerweile wie ein Automatismus, wie ein Reflex.“ Die intuitive Herangehensweise, so Gunnar, sei eine Sache, die man niemandem beibringen kann. Wie viel programmiert oder live gedrückt wird, hängt für ihn von der Art der Musik ab.
Behind the Stage: FINCH | Teil 2 mit Gunnar Loose
StageTech YouTube-Kanal – Wissen ist alles!
Auf unserem YouTube-Kanal Thomann StageTech nehmen wir dich mit auf eine Reise ins Universum der Bühnentechnik. Praxisnahe Tipps, geballtes Know-how verständlich erklärt und anschaulich vermittelte Technik bringen dich wirklich weiter und verbessern deine Performance auf der Bühne messbar. Egal, ob Solokünstler, DJ oder Techniker.

FiNCH bleibt ein Ausnahme-Performer
FiNCH füllt längst die ganz großen Konzerthallen und Stadien in Deutschland. Der erfolgreiche Rapper hat inzwischen über eine Milliarde Streams erreicht und mehr als 1,2 Millionen Tonträger verkauft. Mit Singles wie „Liebe auf der Rückbank“ und Alben wie „Dorfdisko“ oder „Finchi’s Love Tape“ hat er nicht nur die deutschen Charts gestürmt, sondern auch Preise wie den Bravo Otto und die 1Live Krone eingesammelt.

Im Laufe der Jahre hat er sich von ehemals „FiNCH Asozial“ zu einem reiferen Künstler entwickelt. Das betrifft seinen Namen, bei dem er den Zusatz inzwischen weglässt, seine äußere Erscheinung sowie seine musikalische Entwicklung. Die impulsive Bühnenpräsenz ist allerdings – glücklicherweise – geblieben. FiNCH ist und bleibt ein exzessiver Performer.

Am 04. Juli 2026 wird FiNCH sein bislang größtes Konzert spielen, und zwar in der Alten Försterei, dem Stadion des 1. FC Union Berlin. Die knapp 23.000 Tickets waren innerhalb einer Minute ausverkauft, deswegen hatte FiNCH kurz darauf einen Zusatztermin am 03. Juli angekündigt. Tickets waren ab dem 23. Dezember 2025 greifbar. Auch schon ausverkauft. Für die Zusatzshow am 03. Juli soll es noch ein begrenztes Limit geben. Aber du musst ganz sicher schnell sein. Hier geht’s zum YouTube-Profil von FiNCH.
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