Rock-Alben 90er Jahre
7 legendäre Rock-Alben aus den 90ern

7 legendäre Rock-Alben aus den 90ern

Durch ein Bild auf Twitter wurde die Online-Gemeinde auf eine kuriose bis beeindruckende Tatsache aufmerksam: Es zeigte eine Collection von sieben Rock-Alben, die 1991 innerhalb von gerade mal 44 Tagen veröffentlicht wurden. Allesamt sind unvergessen und haben sich Kultstatus gesichert. Damit nicht genug. Die letzten drei debütierten sogar am selben Tag, hell yeah!

Reichlich musikalische Power in kürzester Zeit. 🎸


Metallica – Metallica (a.k.a. The Black Album) | 12.08.1991

In den 90er-Jahren hatte Metallica sich gerade zu einer der angesagtesten Underground-Metal-Bands gemausert, im Oktober 1989 den ersten Grammy für den Song „One“ erhalten. Dann arbeiteten sie an ihrem fünften Studioalbum, das eine musikalische Wende einläuten sollte. Die Produktion entstand gemeinsam mit Bob Rock, der die Studioarbeit der Band um Kirk Hammett und James Hetfield neu definierte.

Er sorgte dafür, dass die Musiker die Songs live einspielten, statt mit Overdubs zu arbeiten. Außerdem wurden orchestrale Sounds wie etwa bei „Nothing Else Matters“ aufgenommen. Die Band verbrachte ein Jahr im Studio. Die Aufnahmen kosteten eine Million US-Dollar. Veröffentlicht am 12. August 1991, stieg „The Black Album“ direkt auf Platz 1 der US-amerikanischen Album-Charts ein.

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Pearl Jam – Ten | 27.08.1991

„Ten“ ist das Debutalbum von Pearl Jam und zugleich eines der meistverkauften Rockalben. Es markierte den kometenhaften Aufstieg der grandiosen Musiker aus Seattle mit Eddie Vedder als charismatischem Frontmann. Thematisch behandelt es überwiegend düstere Themen wie Depressionen, Einsamkeit und Suizid. Innerhalb eines Monats waren die Aufnahmen mit Songs wie „Alive“, „Even Flow“ und „Oceans“ im Kasten. Und das, obschon sie „Even Flow“ mehr als fünfzig Mal aufnehmen mussten, so häufig, bis sie sich einander hassten.

Von der Boulevard-Presse wurde Pearl Jam in die Grunge-Schublade geschoben. Dabei war „Ten“ vielmehr im Stadionrock der 70er-Jahre verwurzelt. Tatsächlich brauchte „Ten“ eine gewisse Anlaufzeit auf der Erfolgsautobahn. Nach dem Release am 27. August 1991 erreichte es erst nach über einem Jahr Platz 2 der Billboard Charts. In den USA wurde das Album von der RIAA bereits 13-mal mit Platin gekrönt.

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Guns N‘ Roses – Use Your Illusion I & II  |17.09.1991

Die Fans von Guns N‘ Roses mussten jahrelang auf einen würdigen Nachfolger von „Appetite for Destruction“ warten; zwischenzeitlich gab es „GN’R Lies“ und immer wieder Appetizer und Tourneen. Dann, am 17. September 1991, brachten die Hardrocker um Slash und Axl Rose gleich zwei Alben mit reichlich Material auf den Markt. Beide Alben haben eine Laufzeit von jeweils mehr als zweieinhalb Stunden.

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Die Fans waren begeistert. Zwar hatte Axl Rose großspurig gleich vier Alben angekündigt, die gleichzeitig veröffentlicht werden sollten. Doch auch diese beiden Werke waren nichts Geringeres als ein Paukenschlag bzw. zwei. „Illusion II“ verkaufte sich von Anfang an besser als „Illusion I“. „November Rain“ wurde zur Hymne und ihre Version von „Knockin On Heaven’s Door“ wurde beinahe bekannter als das Original von Bob Dylan.

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Red Hot Chili Peppers – Blood Sugar Sex Magik | 24.09.1991

Die Red Hot Chili Peppers präsentierten sich seit 1983 mit ihrem Westcoast-Funkrock und hatten dabei etwas von einer Partyband. Mit der Veröffentlichung von „Blood Sugar Sex Magik“ am 24. September 1991 vollzogen sie den Wandel zum rockigen Kraftpaket mit geradlinigen Funkrock-Knallern. Songs wie „Breaking the Girl“, „Under the Bridge“ oder „Give It Away” waren Katapulte, mit denen die Peppers sich an den oberen Rängen der Mainstreamrock-Megastars einsortierten. Sie hatten ihren Sound gefunden.

Das Album ist explosiv, die Parts ebenso punktgenau wie knackig. Der Stuff groovt wie die Hölle, ist dabei wild, rau und zugleich äußerst melodisch. Die Themen decken von Lebenslust über Sex, Drogen und Tod ein riesiges Spektrum ab. Die Grooves der Rhythmusfraktion ballern unnachgiebig und unaufhaltsam. Immer wieder gibt es die furztrockene Gitarre von John Frusciante im Zusammenspiel mit mitreißenden Bass-Lines von Flea. Ein Meilenstein der Musikgeschichte, der noch glückerweise noch immer rollt.

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Soundgarden – Badmotorfinger | 24.09.1991

Soundgarden gehörten zu denjenigen, die ihre Gitarren runterstimmten, mit typisch verwaschener Verzerrung spielten und dazu mit Chris Cornells kratzigem Bariton angstbesessene Texte ablieferten. Und dennoch ließen sie sich nicht einfach in die Grunge-Schublade schieben. Tatsächlich bedienten sie sich zahlreicher Einflüsse von Progressive bis Heavy und Classic-Rock. Unkonventionelle Taktarten treffen auf ausgeklügelte Arrangements, so auch auf dem am 24. September herausgebrachten Album „Badmotorfinger“, das ebenso skurril wie zeitlos und untergründig die Charts eroberte.

Verglichen wurde Soundgarden mit einer Mischung aus Black Sabbath und Led Zeppelin. Musikalische Vergleiche hinken meistens. Nicht nur mit ihren komplexen Taktarten wie 7/4- oder 9/8-Takten zauberten sie den Sound in ihrem Garten. Traurigerweise hat Sänger Chris Cornell sich im Mai 2017 nach einem Auftritt der Band in Detroit das Leben genommen. Wie und ob es mit der Band weitergeht, ist seither nicht klar. Die verbliebenen Soundgarden-Mitglieder nutzen seit Mitte 2020 den Namen „Nude Dragons“.

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Nirvana – Nevermind | 24.09.1991

Ein Urknall der damals populären Musik mit seismischen Ausmaßen war das zweite Album von Nirvana „Nevermind“. Die Band um Kurt Cobain kombinierte den Geist des Underground-Art-Rock mit mitreißenden Popmelodien und einer Vielzahl neuer Sounds. Obschon die Aura und die einzigartige Stimme von Kurt Cobain über allem zu schweben schienen, war Nirvana keinesfalls eine One-Man-Show.

Vielmehr lebten die Songs als auch die Bühnenpräsenz ebenso vom druckvoll muskulösen Schlagzeugspiel von Dave Grohl und den markanten Bassriffs von Krist Novoselic. Die Alternative-Rock- und Grungeband war bereits Kult, als sie 1991 ihre größte Popularität erreichte. Nachdem „Smells Like Teen Spirit“ wenige Tage zuvor als Single veröffentlicht wurde, folgte am 24. September 1991 „Nevermind“ als Album. Es brauchte nur wenigen Wochen, bis es vom amerikanischen Schallplattenverband RIAA eine Platin-Schallplatte für eine Million verkaufte Exemplare einstreichen konnte.

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Feedback 📣

Welches dieser Rockalben ist euer Favorit und warum? Teilt uns eure Meinung in den Kommentaren mit! Ansonsten: keep on rockin‘!

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Franziska startete ihre Musiklaufbahn an der Violine und ist heute musikalisch zwischen Smetana und In Flames zu Hause. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in allerlei Kulturbereichen und lebt ihre Leidenschaft - die Kunst - in all ihren Facetten.

5 Kommentare

    Alles geil, nur guns and Roses ist nicht meins

    Die Liste ließe sich problemlos auch noch erweitern, wenn man sich das ganze Jahr anschaut: Out of Time – R.E.M., Achtung Baby – U2, Loveless – My Bloody Valentine, Screamadelica – Primal Scream. Alles Klassiker.

    Hallo Reinhard,
    oh ja, in musikalischer Hinsicht war das ein grandioses Jahr 🤩

    Lieben Dank für deinen Kommentar, hab ein schönes Wochenende!

    Franziska

    Der beste Jahrgang war 1971:

    Rolling Stones -Sticky Fingers
    Led Zeppelin- Led Zeppelin 4
    The Who – Who’s Next
    The Doors – LA Woman
    John Lennon – Imagine
    David Bowie – Hunky Dory
    Pink Floyd – Meddle
    Marvin Gaye – What’s Going On
    Carole King – Tapestry

    Gefolgt von 1972:
    Rolling Stones – Exile On Main Street
    Roxy Music – Roxy Music
    Neil Young – Harvest
    Deep Purple – Machine Head
    Lou Reed – Transformer
    Mott The Hoople – All The Young Dudes
    Elton John – Honky Château
    David Bowie – Ziggy Stardust

    Hi Marco,

    oh ja, das schreit ja fast nach einem Blogartikel. Vielen Dank für die Anregung und eine schöne Woche für dich! 🤘

    Franziska

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