Die 80er waren ein Wendepunkt in der Musikgeschichte. Der Rhythmus wurde nicht mehr einfach nur gespielt, sondern wurde zu etwas, dass man designte. Drumcomputer waren nicht länger Werkzeuge im Hintergrund oder Übungshilfen. Sie wurde kreative Zentren, die in der Lage waren, ganze Genres zu definieren und sie umgestalteten, wie Musik geschrieben, produziert und sogar wie sie erdacht wurde.
Das war das Jahrzehnt, als Maschinen aufhörten, Schlagzeuger zu imitieren und anfingen, die Musik zu bestimmen.
Hier sind 5 Drumcomputer, die den Sound der 80er prägten.
Drumcomputer der 80er: Linn LM-1 und LinnDrum
Als die Lin LM-1 im Jahr 1982 auf den Markt kam, machte sie etwas Revolutionäres. Anstelle von synthetischen Drumsounds benutze sie Samples eines echten Schlagzeugs. Zum ersten Mal klang eine Maschine hochglanzpoliert, teuer und radiotauglich.

Dies machte sie augenblicklich attraktiv für Pop- und Rock-Musiker, die moderne Präzision wollten, ohne das Gefühl für Realismus zu verlieren. Die Linn war nicht futuristisch. Sie klang maßgebend.
Prince verstand das besser als irgendwer sonst. Er behandelte die Linn nicht wie einen Ersatzschlagzeuger, sondern als kompositorisches Werkzeug. Ganze Songs wurden um ihren tighten, trockenen Groove herum gebaut.
Der Linn-Sound verbreitete sich überall. Michael Jackson, Prince, Madonna, Peter Gabriel und The Human League – alle verließen sich darauf. Die LinnDrum wurde zum rhythmischen Fingerabdruck des Mainstream-80er-Pops und von New Wave. Ihre Handclaps, Snares und Kicks wurden so üblich, dass sie effektiv definierten, wie „moderne“ Musik klang.
Drumcomputer der 80er: Roland TR-808
Die Roland TR-808 wurde im Jahr 1980 veröffentlicht, aber sie hätte unterschiedlicher nicht sein können. Anstelle von Realismus bot sie puren Elektronik-Charakter. Tief dröhnende Bassdrums, scharfe Claps, roboterhafte Hi-Hats – und die unverwechselbare Cowbell.
Zunächst war sie ein Flop. Produzenten wollen Realismus. Die 808 bot etwas Außerirdisches. Aber ein paar Underground-Produzenten erkannten die Möglichkeiten.
Roland
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Musiker in Hip-Hop, Electro und der frühen elektronischen Musik nutzen die 808, genau weil nicht menschlich klang. Ihre Bassdrum war nicht einfach eine Kick. Sie war ein tieffrequentes Statement.
Plötzlich wurde Rhythmus minimal, hypnotisch und physisch. Die 808 schaffte auch den Sprung in den Mainstream-R&B mit Marvin Gayes „Sexual Healing“ von 1982 und bewies, dass elektronische Drums sinnlich und emotional sein konnten.
Am Ende der 80er war die 808 überall. Hip-Hop, Pop, Dancehall und früher House nahmen sie alle auf. Heutzutage bedeutet der Begriff „808“ nicht mal mehr die Maschine. Er steht für eine bestimmte Art, über Rhythmus zu denken.
Oberheim DMX
Als Oberheim die DMX zu Beginn der 80er-Jahre vorstellte, waren digitale Drumcomputer ein noch weitgehend unerforschtes Gebiet. Abgesehen von der Linn LM-1 gab es nur wenige Instrumente, die in der Lage waren, programmierbare Rhythmen mit gesampelten Drumsounds zu liefern, und die DMX profilierte sich schnell in dieser kleinen, aber einflussreichen Gruppe.
Ihr intuitives Sequencing und ihr druckvoller Charakter machten sie zum Favoriten unter Produzenten, die in neuen Stilrichtungen arbeiteten, von New Wave und frühem Hip-Hop bis zu Dancehall Reggae, und halfen, die rhythmische Identität des Jahrzehnts zu definieren.
GForce
Oberheim DMX Download
Abgesehen von ihrem „Über-Auftritt“ bei New Orders „Blue Monday“, stammt einer ihrer bekanntesten Einsätze von The Police“, die die DMX nutzen, um die präzise kontrollierte Kickdrum von „Every Breath You Take“ zu erschaffen und elektronische Percussion in einen Song zu mixen, der sich ansonsten organisch und zurückhaltend anfühlte.
Diese ikonische Kickdrum und die Clap sind Sounds der DMX. Die Maschine befand sich an einem kulturellen Scheideweg zwischen Hip-Hop, Post Punk und Clubmusik. Sie bewies, dass sich programmierte Rhythmen schwer, menschlich und emotional aufgeladen anfühlen können.
Drumcomputer der 80er: Roland TR-909
Die Bedeutung der TR-909 zeigt sich am deutlichsten darin, wie sie ganze Genres der elektronischen Tanzmusik hervorgebracht hat. House und Techno wurden buchstäblich auf der 909 gebaut: Ihre 4-on-the-floor-Kick, synkopische Claps und die Open-Hi-Hat im Offbeat wurden zur rhythmischen DNS der Tanzflächen vom Warehouse in Chicago bis zur Berliner Love Parade.
Der Begriff „909“ ist inzwischen die Abkürzung für authentischen House/Techno-Sound, so wie „808“ für Hip-Hop-Bass steht. Kulturell stärkte die 909 eine neue Generation von überwiegend Underground-Produzenten in den späten 80ern.
Roland
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Anders als teure Sampler oder Fairlight-Systeme, war eine gebrauchte TR-909 relativ erschwinglich und konnte einen ganzen Track antreiben. Diese Demokratisierung befeuerte die Explosion der Rave-Kultur und der DIY-Dance-Music-Szenen weltweit.
Der Einfluss der Maschine schob auch das Instrumentendesign an, denn ihre Verwendung von MIDI setzte einen Standard, und Drumcomputer und entsprechende Software bieten längst alle auch 909-Samples oder Emulationen.
In der breiteren Musiklandschaft half die 909 elektronischen Rhythmen dabei, den Mainstream-Pop in den späten 80ern und frühen 90ern zu infiltrieren (zum Beispiel in Club-Remixen und Grooves im frühen 90er-Pop.) Ein Roland-Entwickler gestand, dass sie „nicht erwartet hatten“, dass die 909 neue musikalische Formen erschaffen würde, doch das tat sie.
Spulen wir nach heute vor: Jeder seriöse Dance-Music-Producer kennt den 909-Sound in- und auswendig, und moderner Tech/House verwendet oft absichtlich 909-Samples, um den klassischen Vibe einzufangen.
Jedes Jahr feiern die Fans am „909 Day“ (9. September) ihr Vermächtnis. Zusammengefasst prägte die TR-909 den Sound der Dance Music der späten 80er und hinterließ einen permanenten Abdruck in der Musikgeschichte – sie erhöhte das Tempo der Popkultur und schaue nie zurück.
E-mu SP-1200
Die E-mu SP-1200 erschien 1987 und veränderte leise die Musikwelt für immer.
Die SP-1200 war die verbesserte Version der E-mu SP-12 von 1985, die noch mit weniger Speicher und einem Anschluss für ein externes 1541-Floppy-Disk-Laufwerk (ja, das vom Commodore64!) auskommen musste. Sie war im Wesentlichen eine All-in-one-Production-Workstation: Sie konnte Audio sampeln, die Samples als Drum-Sounds oder Instrument-Hits Pads zuweisen und programmierbare Sequenzer-Patterns wiedergeben … alles in einer Box! Dabei war sie mit einer 12-Bit-Audio-Auflösung und einer niedrigen Samplerate von 26.04 Hz ausgestattet, was den Samples eine rohe „warme, dreckige und körnige“ Textur gab.

Die Sample-Gesamtzeit betrug nur ungefähr 10 Sekunden für alle Klänge, was Produzenten dazu zwang, kreativ beim Sampeln kurzer Ausschnitte zu werden oder clever zu loopen. In der Tat fanden Nutzer heraus, dass man die Sample-Zeit verlängern konnte, indem man Langspielplatten (33 RPM) bei 45 RPM sampelte und sie dann in der SP-1200 runter pitchte, um durch Ausnutzung des „drop-sample pitch shifting“-Features mehr Audio in die Maschine reinzuquetschen.
Sie war ein Drumcomputer, ein Sampler und ein Sequenzer in einer Kiste. Und noch wichtiger erlaubte sie Producern, ganze Tracks aus den Fragmenten anderer Platten zu bauen.
Das Producer-Team von Public Enemy nutze die SP-1200 um Sirenen, Drum-Breaks und
Ungeachtet neuerer Technologien wie etwa DAWs und Sample-Packs prägt diese Entwicklung nach wie vor die moderne Hip-Hop-Produktionskultur.
Als Drumcomputer zu Musikern wurden
Die Drumcomputer ersetzten keine Schlagzeuger. Sie definierten Rhythmus neu.
Sie bewegten Musik weg von der alleinigen Performance und hin zu Komposition, Programmierung und Sounddesign. Sie stärkten die Position einzelner Künstler und halfen, legendäre Songs zu erschaffen.
Der Sound der 80er bestand nicht einfach nur aus Dauerwelle und Synthesizern. Er war Maschinen, Beschränkungen und Vorstellungskraft, die zusammenarbeiteten. Und wir tanzen immer noch zu den Ergebnissen.
Drumcomputer der 80er: dein Feedback
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