Drum Machine & Drumcomputer: 15 coole Songs mit Vibe

Hier sind einige Klassiker und ein paar neuere Songs, die bekannt für ihren Drum-Machine-Sound sind. Hört mal rein!

Drum Machine Songs

Ja, wir lieben Drummer! Doch auch die setzen gerne mal eine Drum Machine ein. 💥 Und in den richtigen Händen kommen dann ikonische Songs raus, von denen wir hier einige mit den passenden Geräten vorstellen. Stöbert mal in unserer Liste unten! 👇

 

Phil Collins – In the Air Tonight (1981)

Der Song ist ja vor allem für sein von Phil Collins gespieltes Tom-Break berühmt, aber gleich zwei Drumcomputer spielen hier trotzdem eine große Rolle! Am Anfang hört man einen Loop von der Roland CR-78, einem 30 x 20,5 x 26,5 cm großen Würfel mit Holzgehäuse aus dem Jahr 1978, die ihr Preset-Pattern „Disco 2“ abspielt.

Cherry Audio CR-78 Drum Machine
Cherry Audio CR-78 Drum Machine

Und wenn man genau hinhört, ist da noch eine Snare zu hören, die laut verschiedener Quellen aus der Linn LM-1 stammt. Ganz nebenbei: Die von Phil Collins nach dem Drumbreak gespielte Snare kam weder aus dem Drumcomputer noch wurde bei ihr ein Gated Reverb eingesetzt! Man arbeitete hier mit verschiedenen Mikros, sehr viel Kompression und einfachen Gates am Ende der Signalkette.

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New Order – Blue Monday (1983)

Kommen wir zur meistverkauften Maxi-Single aller Zeiten. In „Blue Monday“ spielt ein Oberheim DMX mit seinem legendären 16tel-Beat der Bassdrum eine der zentralen Rollen. Dieser Beat war inspiriert vom Song „Our Love“ von Donna Summer und sorgt dafür, dass man den Song nach den ersten zwei Takten wiedererkennt.

GForce Oberheim DMX
Virtueller Drumcomputer GForce Oberheim DMX

Was nicht jeder weiß, ist dass die Kick über einen Studiomonitor abgespielt und anschließend mit einem Mikrofon aufgenommen wurde, um den Raumklang mit einzufangen. Interessante Story am Rande: Die Synthesizer setzen eigentlich an der „falschen“ Stelle ein, denn Gillian Gilbert hatte einen Programmierfehler gemacht, als sie alles in den Sequenzer fütterte. Der Band gefiel es und so blieb es als Stilmittel drin.

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Queen – Radio Gaga (1984)

Roger Taylor erschuf die erste Version von „Radio Gaga“ mit einer LinnDrum und einem Synthesizer, bevor der Rest der Band den Song vervollständigte. So viel ist gesichert, und die LinnDrum ist auch auf der fertigen Produktion zu hören.

Behringer LM Drum
In Anlehnung an die Linn-Drum: Behringer LM Drum

Unbestätigten Quellen zufolge kamen auch noch Synth-Drums von einem Kurzweil K250 sowie Simmons-Sounds und echte Becken dazu. Der K250 kam jedoch zumindest offiziell erst nach den Aufnahmen auf den Markt. Es kursierten jedoch bereits Prototypen, sodass es durchaus sein kann, dass er schon im Herbst 1983 im Studio von Queen stand.

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Molchat Doma – Volny (2018)

Die in Minsk, Belarus gegründete Dark-Wave- und Post-Punk-Band Molchat Doma liebt für ihre Beats die klassischen Drum-Machine-Sounds. Ob Roland TR-909, Alesis HR16 oder Akai MPC, hier kommt viel Hardware zum Einsatz. Zu den Lieblings-Drum-Machines von Gitarrist, Synthesizer- und Drum-Machine-Spieler Roman Komogortsev gehört auch der E-mu Drumulator, dessen Sounds hier unverkennbar zu hören sind.

Arturia DrumBrute Impact
Arturia DrumBrute Impact

Die charakteristischen „Piuuh“-Toms, die trockene und kickende Bassdrum und die hier mit ordentlich Reverb versehene Snare lassen in diesem Song sofort 80er-Jahre-Wave-Feeling aufkommen. Die Band lebt inzwischen in Los Angeles und veröffentlichte 2024 ihr viertes Studioalbum.

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Depeche Mode – Enjoy the Silence (1990)

Wenn eine Band in den 80ern berühmt für ihren Drumcomputer-Sound war, dann wohl Depeche Mode. Im Jahr 1990 brachte sie ihr für viele bis heute bestes Album „Violator“ auf den Markt und veröffentlichte „Enjoy the Silence“ als zweite Vorabsingle. Die Drums stammen nicht von einer einzelnen Drum Machine, was an der Entstehung des Songs liegt.

Geschrieben wurde er von Martin Gore als Ballade, doch Alan Wilder und Daniel Miller, der Chef von Mute Records, schlugen vor, daraus eine schnelle Nummer mit Disco-Beat zu machen, wie Produzent Flood in seinen Masterclasses verriet. Es dauerte übrigens sehr lange, bis Martin Gore sich mit der Idee anfreunden konnte.

Elektron Syntakt
Elektron Syntakt

Man sampelte einfach Drums eines alten Disco-Songs, die bis zum Schluss drinblieben. Flood hat nie bestätigt, woher denn nun diese Drums wirklich stammen, aber laut verschiedener Quellen scheint sich um den Song „That’s the Way Love is“ von Ten City im House Mix / Extended Version zu handeln.

Und darin wiederum hört man einige Drum Machines raus: klar, die Snare der Roland TR-909, die bei Depeche Mode allerdings ordentlich durch den Akai S-1000 Sampler komprimiert wurde, dann ein Tamburin, das stark nach dem aus der 1989 erschienenen Roland R-8 klingt.

Und 909-Hi-Hats sowie typische Roland-Percussion. Das eigentliche Problem an der Sache: Das Ganze wäre somit damals kein wirklich alter Disco-Song gewesen. Wollte Flood uns einfach nur auf eine falsche Fährte locken?

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Tame Impala – Let It Happen (2015)

Ist es eine Drum Machine oder doch ein akustisches Schlagzeug? Beim vielschichtig produzierten “Let It Happen” des australischen Psychedelic-Rock-Projekts von Kevin Parker sind wir uns zumindest sicher, dass die Sounds des Sequential Circuits Drumtraks von 1984 darin zu hören sind. Der Einsatz auf dem Album „Currents“ ist jedenfalls bestätigt.

Diese Drum Machine gehörte zu den ersten, die nach der Roland TR-909 ein integriertes MIDI-Interface hatten und so über MIDI Clock und synchronisiert oder die Sounds direkt per MIDI-Note-Befehl gespielt werden konnten. Und dann auch in unterschiedlichen Lautstärken, was mit den Trigger Buttons am Gerät nicht geht. Besonders ist ebenfalls, dass sich die Tonhöhe der Sounds einfach über MIDI einstellen lässt. Eine oftmals unterschätzte Maschine, die von vielen Künstlern wie beispielsweise Daft Punk eingesetzt wurde.

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Kraftwerk – von Autobahn (1974) bis Taschenrechner (1981)

Kraftwerk haben schon immer ein eher etwas größeres Geheimnis aus ihrem Equipment gemacht. Viele ihrer Drumsounds sind Eigenkreationen, die mit Synthesizern erstellt wurden, was sie damals so einzigartig machte. Doch ein paar Maschinen sind bekannt.

So zum Beispiel die Farfisa Rhythm Unit 10 und der Vox Percussion King, die bei „Autobahn“ verwendet wurden. Allerdings wurden sie stark modifiziert, damit man sie mit den selbstgebauten Pads spielen konnte. Ebenfalls bekannt ist die Verwendung eines Spielzeug-Keyboards der Firma Mattel beim Song „Taschenrechner“.

Korg Volca Beats
Korg Volca Beats

Die Bee Gees Rhythm Machine hat einen stimmbaren Sound für die Minitastatur und die drei Rhythmus-Patterns „Disco“, „Latin“ und „Pop“. Damit – und mit ein bisschen gutem Willen – kann man die kleine Kiste auch zu den Drum Machines zählen.

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Talking Heads – Psycho Killer (Live 1983)

Manchmal kann es so simpel sein! Ein Beat, eine Gitarre und die unvergleichliche Stimme von David Byrne – fertig ist eine perfekte Version eines Kult-Klassikers. Das Original der New-Wave- und Art-Punk-Band erschien bereits auf ihrem Debüt-Album im Jahr 1977.

Roland TR-08
Roland TR-08

Doch im Jahr 1983 ist live eine perfekt programmierte Roland TR-808 zu hören, die mit ihren markanten Sounds den Song antreibt. Vor allem Rimshot und Cowbell, zwei Sounds der 808 die zu den ikonischsten Drumcomputer-Sounds gehören, kommen hier kräftig zum Einsatz.

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Lebanon Hanover – Gallowdance (2013)

Längst vorbei sind die Zeiten, als Homerecording stets den Beigeschmack des Amateurhaften hatte. Und das waren sie auch schon 2013, als Lebanon Hanover ihren Song „Gallowdance“ zu Hause aufnahmen. Das aus Sunderland in England stammende Duo der Schweizerin Larissa Iceglass und des Briten William Maybelline verwendete dabei die Drum Machine RX11 von Yamaha, die 1984 als erste Maschine der RX-Serie auf den Markt kam und inzwischen als eine Ikone der Post-Punk-Drumsounds gilt.

Alesis SR16 Drumcomputer
Alesis SR16 Drumcomputer

Und daran waren Lebanon Hanover mit „Gallowdance“ sicher nicht unbeteiligt, denn der Clubhit gilt nicht nur als ihr bekanntestes Lied, sondern ist ein über die Dark-Wave-Szene bekannter Song geworden.

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Joe Smooth – Promised Land (1987)

In diesem legendären House Track arbeitet die Roland TR-707 – und Joe Smooth ging im Club Mix sofort in die Vollen. Er wollte anscheinend in den ersten acht Takten alle Sounds der 1985 erschienenen digitalen Drum Machine erklingen lassen. Die 707 ist eine auf 8-Bit-Samples basierende Maschine, deren Sampling-Frequenz bei für heutige Verhältnisse niedrigen 24 kHz liegt.

Und trotzdem – oder gerade vielleicht deswegen – hat sie einen extrem durchsetzungsfähigen Sound. Und vergleicht mal die Kick, Snare und Clap der TR-707 mit denen des Songs „Thriller“ von Michael Jackson. Das kann doch kein Zufall sein, oder? Übrigens gibt es von „Promised Land“ zahlreiche Cover, denn der Song zählt als absoluter House-Klassiker.

So landete The Style Council des Father of Britpop Paul Weller mit TR-909-Sound in den Charts. Und zuletzt waren es die Disco Boys, Jay Frog und Fabrizio Levita, die dem Song 2022 ein aktuelles Gewand verpassten.

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Marvin Gaye – Sexual Healing (1982)

Die Roland TR-808 ist eine der bekanntesten Drum Machines überhaupt. Unzählige Künstler haben sie eingesetzt, von Run DMC über Whitney Houston, Daft Punk bis zu Afrika Bambaataa. Auch in aktuellen Produktionen ist sie immer wieder zu hören. Ihre ultratiefe Bassdrum, die knackig-kurze Snare und natürlich die legendäre Cowbell stechen immer sofort heraus.

Behringer RD-8 MKII
Behringer RD-8 MKII

Doch wohl niemand hat die 1980 erschienene Drum Machine jemals so lässig eingesetzt wie Marvin Gaye in seinem Hit „Sexual Healing“ von 1982. Den Song hatte er mit seinem Drummer in seinem neuen Domizil in Ostende, Belgien programmiert, wohin er nach der Trennung von seiner Frau und seinem Label Motown Records gezogen war.

Es hat sich gelohnt: „Sexual Healing“ erhielt zwei Grammys, Marvin Gaye war wieder ein gefeierter Soul-Star und der Song gilt als Durchbruch und erster großer Hit der TR-808.

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The Human League – Don’t You Want Me (1981)

Bei diesem Klassiker wird es deutlich einfacher, den The Human League haben auf ihrem Album angegeben, welche Geräte sie benutzt haben. So einfach, so kompliziert, denn die Angaben wurden für das komplette Album gemacht, nicht für die einzelnen Songs. Doch wir sind uns sehr sicher, dass hier die Linn LM-1 zum Einsatz kam.

Die entsprechend gestimmte Hi-Hat sticht so heraus, dass es kein Vertun geben kann. Charakteristisch für den Groove der LM-1 ist, dass Roger Linn die Samples nicht wirklich perfekt geschnitten hat. So ließ er vorne ein bisschen Luft, bis der Sound anfängt. Aber nicht bei jedem Sample gleich! Und so klingt ein Beat aus einer LM-1 immer ein kleines bisschen ungenau – das aber wiederum immer exakt gleich. Und deswegen groovt „Don’t You Want Me“ auch entsprechend.

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Quelle: https://youtu.be/JR4WCPY4mBY ab 6:45 min

 

Cameo  – Word Up (1986)

Dieser etliche Male gecoverte und geremixte Song ist längst ein echter Klassiker. Und immer wieder erscheinen neue Versionen, wodurch er auch heutzutage aus den Clubs nicht wegzudenken ist. Beim Original kam die Yamaha RX5 zum Einsatz. Die 1986 erschienene Drum Machine hat viele Möglichkeiten, in den Sound einzugreifen, klingt für damalige Verhältnisse ultrarealistisch und kann über Speicherkarten mit zusätzlichen Sounds gefüttert werden.

808 und 909 mögen in den 80ern erschienen sein, doch die wurden erst ab den 90ern zum Kult. Ganz anders die RX5, die die Popmusik der zweiten Hälfte der 80er fest im Griff hatte – und dann mehr oder weniger komplett in der Versenkung verschwand, bis sie vor ein paar Jahren von EDM-Produzenten wiederentdeckt wurde und nun auch in aktuellen Produktionen immer wieder mal zu hören ist.

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Pete Rock & CL Smooth – They Reminisce Over You (T.R.O.Y.) (1992)

Die E-mu SP-1200 von 1987 und ihre direkte Vorgängerin SP-12 (1985) sind noch vor der Akai MPC die Maschinen, die für den Siegeszug des Samplings im Hip-Hop sorgten. Pete Rock, Wu-Tang Clan, A Tribe Called Quest nutzten sie teilweise sogar ohne weiteres Equipment, um bahnbrechende Songs zu erschaffen.

Kein Wunder, denn mit ihrem 12-Bit-Sampling entwickeln die Maschinen so viel Druck, dass sie für kraftvolle Sounds geradezu prädestiniert sind! So auch bei „They Reminisce Over You (T.R.O.Y.)“, ein Song, der als Hip-Hop in seiner pursten und besten Form gilt. Kleines Detail am Rande: Was hat die SP-12 mit dem meistverkauften Heimcomputer aller Zeiten gemeinsam?

Tatsächlich den Anschluss für das Diskettenlaufwerk 1541, das vom Commodore 64 stammt. Dieses Laufwerk, das übrigens – wer erinnert sich? – an der E-mu SP-12 genauso langsam läuft wie am Rechner, war eben bei Erscheinen der Drum Machine 1985 weit verbreitet. Die SP-1200 hatte dann ein integriertes 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk.

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Daft Punk – Revolution 909 (1997)

Was wäre eine solche Liste ohne die Roland TR-909? Die 1984 erschienene Drum Machine ist nicht nur der einzig wahre Taktgeber der 90er, war sie doch maßgeblich für den Sound von Techno verantwortlich. Ihre Sounds wurden immer wieder gesampelt, weiterbearbeitet, neu gemischt und sind bis heute auch auf aktuellen Produktionen in verschiedensten Musikrichtungen zu hören.

Roland AIRA Compact T-8 Beat Machine
Roland AIRA Compact T-8 Beat Machine

Ein echter Klassiker mit dieser Drum Machine ist ein Song von Daft Punk, der die Drum Machine sogar im Titel trägt: „Revolution 909“. Der Track ist die fünfte Single aus ihrem Debütalbum „Homework“. Als Basis diente ein Sample aus dem von Mousse T. produzierten Remix des Songs „Celebration“ der Eurodance-Band Fun Factory.

Behringer RD-9
Behringer RD-9

Und die 909 ist eher clean gemischt und nicht so brutal wie in vielen Techno-Tracks. Aber „Revolution 909“ zeigt die Herkunft und Wurzeln von Daft Punk in der Clubmusik, lange bevor sie sich einen Namen mit chartkompatiblen Songs machten.

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Drumcomputer & Drum Machines: dein Lieblingssong?

Es gibt hunderte von Drum Machines, wenn nicht mehr. Und so haben wir hier nur einen kleinen Teil vorstellen können. Hast du einen ganz eigenen Favoriten? Lass es uns in einem Kommentar wissen!


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