#WhatMusicMeansToMe Part 6/12 – Halbzeit

Halbzeit bei unserem Megagewinnspiel! Auch in der sechsten Woche regnet es wieder Preise, das solltest du nicht verpassen!


Würdest du bei einem Marathon einfach deine Schuhe anziehen und loslaufen? Ins Sportstudio gehen und sofort Gewichte stemmen? Wenn du mega im Training bist oder einen Ausnahmetag im Gutfühlen hast, geht das bestimmt mal, aber als Prinzip, nicht aufgewärmt zu starten, ist das nicht sinnvoll. Was aber diskutiert werden kann und wo es verschiedene Sichtweisen gibt, ist, wie ein gutes Vocal Warm-up ablaufen kann.

Worum geht es bei einem Vocal Warm-up?

Es geht darum, genug Zeit zu haben, sich sein Instrument, also den eigenen Körper, einmal genau anzusehen, seinen Tageszustand zu erforschen und ihn richtig einzustellen. Dabei spielen sowohl deine psychische, deine physische sowie deine stimmliche Verfassung eine Rolle. Ist dieses Dreiergespann aus Geist, Stimme und Körper geschmeidig und in einer Balance, in Bezug auf das, was du anschließend vorhast, kann es losgehen. Um aber diese Balance zu finden, sind Einsingübungen, Dehnen und vielleicht sogar Meditieren hilfreiche Mittel.

Ich plane vor einem Gig 60 Minuten für mein Vocal Warm-up ein. Die singe ich natürlich nicht durch. Aber diese Stunde gehört nur mir. Damit ich genügend Zeit habe, meinen Fokus zu finden, meinen Körper aufzuwärmen, meinen Geist zu beruhigen und meine Stimme in all ihren Facetten durchzuchecken. Dabei gehe ich wie eine Pilotin im Cockpit ihres Flugzeugs vor.

Wie ist mein Bodenkontakt? Wie offen ist meine Stimme? Können die Töne durch den ganzen Körper fließen? Wie ist meine Tiefe? Wie meine Höhe? Kann ich laut rufen? Geht meine Kopfstimme? Wie sind meine Übergänge zwischen den Lagen? Und alle Sounds, die ihr sonst noch braucht.

Jede Gesangsübung, mit der ich einen der oben genannten Aspekte checke, mache ich so oft, bis mir das Ergebnis gefällt, plus noch einmal, um sicherzugehen, dass es kein Zufall war. An manchen Tagen dauert das länger, an anderen Tagen klappt es sofort und ich gehe schon nach zwei Wiederholungen weiter.

Vor einer normalen Probe kannst du die Einsingzeit natürlich richtig verkürzen. 10 bis 20 Minuten, wie beim Mobility-Training beim Sport, sollten völlig ausreichen.

Wann wärme ich mich auf?

Du kannst das natürlich direkt vor dem Singen machen. Bei Konzerten ist am Venue aber oft so viel Alarm und Unruhe, dass ich mir angewöhnt habe, bereits aufgewärmt aus der Haustür zu gehen. Zu Hause habe ich mehr Ruhe und Raum, mich durchzuchecken und abzuholen, ohne dass jemand oder etwas stören kann. Nebeneffekt ist auch, dass ich bereits warm zum Soundcheck gehe.

Wie lange hält das Warm-up?

Wenn du deine Stimme aufgewärmt hast, hält das grundsätzlich den ganzen Tag. Vor der Probe oder dem Konzert kannst du dein Zwerchfell, deinen Stimmsitz und verschiedene Sounds noch einmal kurz anchecken, um sie präsent zu haben. Mehr ist aber nicht notwendig. Leise NGs (siehe unten) oder gesummte MMs gehen immer.

Fünf Gesangsübungen, die immer gehen

Hier kommen fünf meiner persönlichen Lieblings-Warm-up-Übungen als Inspiration.

NG

Sage „Fangen“ und bleibe auf dem NG kleben. Das ist der Punkt, wo deine hintere Zunge den Übergang vom harten zum weichen Gaumen berührt. Mache auf dem NG einen ganz weichen, klaren Ton in einer angenehmen Lage. Lasse diesen Ton, bei geöffnetem Mund, nach unten und oben, durch den Punkt, wo deine Zunge den Gaumen berührt, gleiten. So leise und weich, wie es eben geht. Je besser die Übung geht, desto höher kannst du dich wagen. Wichtig ist, dass du keinen Druck auf deine Stimme gibst. Es geht um die feinen Frequenzen deiner Stimme, damit sie nachher glänzen kann.

Diese Übung eignet sich auch gut für ein Warm-down nach dem Konzert, um die Stimme wieder zu beruhigen.

Hey rufen

Rufe ein HEY in die Weite und spüre, wie die Energie durch deinen Körper gleitet. Versuche verschiedene Intensitäten und Emotionen. Halte das HEY nicht fest. Schicke es weit weg von dir.

Scharfes Z

Mit dieser Übung kannst du dein Zwerchfell aufwecken und den Grip auf deinen Atemsupport bekommen. Diese Übung ist tonlos.
A) Mache drei kurze, sehr scharfe, einzelne Z – Z – Z, als ob du Federn in der Luft mit deinem Atem wegkickst.
B) Verlängere die Zzzzz – Zzzzz – Zzzzz. Du bist eine Spraydose, deine Düse ist extrem fein eingestellt und du machst drei kurze Striche in die Luft, ohne dazwischen neue Luft zu holen.
C) Verlängere die Striche noch mehr.
D) Ziehe eine lange Linie.

Seufzen

Seufze mit geöffnetem Mund und lasse den Ton auf einem stimmhaften A von ganz oben nach ganz unten durch alle Lagen gleiten. Brüche zwischen den Lagen sind ok. Es geht um den Schwung, sich durch alle Lagen abwärts wie aufwärts zu bewegen.

Mit dem ganzen Körper singen

Nimm ein Lied, das sich sehr gut singen lässt, schließe die Augen und lasse das Lied beim Singen durch deinen ganzen Körper laufen. Wenn du Hilfe brauchst, stelle dir vor, dass die Töne deine Lieblingsfarbe haben. Kannst du in deine Beine singen? In die Arme? Den Kopf? Den Bauch? Überallhin? Oder gibt es „schwarze Flecken“, wo du nichts spüren kannst auf deiner Körperlandkarte? Dann versuche dich so zu bewegen, dass du Kontakt zu diesen Stellen bekommen kannst. Hände dort hinlegen hilft auch oft. Mit dem Rücken kannst du dich gut gegen eine Wand legen. Sei kreativ.

Sidefacts Vocal Warm-up

Du musst dich nicht in Proben- oder Konzertlautstärke einsingen. Maximal tippst du am Ende des Warm-ups einmal eine Passage an, wenn dein Kopf das braucht.

Du selbst entscheidest, ob deine Gesangsübungen für das Warm-up freier sind oder ob du lieber klassische Übungen, die tonweise auf- oder absteigen, bevorzugst. Im Laufe der Zeit bekommst du heraus, welche Übungen für deine Stimme wichtig sind und welche du nicht brauchst. Es gibt nicht das eine, alleinig richtige Vocal Warm-up.

Eine sportlich gute Verfassung, gerade bei extremem Gesang, ist unabdingbar, um deine Stimme zu schützen und zu unterstützen. Denn: Singen ist Muscle Memory und deine Muskeln und deine Kondition wollen gepflegt werden, damit dein Körper deine Stimme beim Singen bestmöglich supporten kann.

Vocal Warm-up: dein Feedback!

Wie sind deine Erfahrungen beim Aufwärmen deiner Stimme? Lass es uns in einem Kommentar wissen!


Auch interessant

Kennst du den Newsletter schon?

Abonniere unseren Newsletter und bleib auf dem Laufenden mit den neuesten News, Artikeln und Sonderangeboten!

Melde dich beim Newsletter an

Wir respektieren deine Privatsphäre und geben deine Daten niemals an Dritte weiter.

Entdecke alle unsere Deals!

Sonderangebote und Aktionen in unserem Shop erhältlich

Kommentare 23

  1. ich sagt:
    Das ist mehr als doof diese facebook-zwangsverheiratung. Es gibt viele gute Gründe thomann Kunde zu sein, aber es sprechen gerade aktuell auch jede Menge Gründe gegen FB. Seid ihr zu klein das Gewinnspiel selber abzuwickeln oder braucht ihr Kommentare und likes? Einfach nur schlecht :-(
    1. Franziska sagt:
      Hi, das nächste Gewinnspiel auf dem t.blog kommt bestimmt, keine Angst! :-) Ich wünsche dir ne schöne Woche! Franziska
  2. sagt:
    @ Sascha: Ja naja, aber wenn mans nicht hat geht probieren eben über studieren. :) Sind die Gewinner eigentlich schon alle gezogen oder darf man noch hoffen?
  3. Manfred sagt:
    Hab mit 18 einen Mini Moog - ja, das Original aus den '70ern - verkauft. ich war jung und brauchte das Geld . . . . Würde heutzutage mit Gold aufgewogen werden.
  4. Kosta Panis sagt:
    Ja, darf ich gar nicht erzählen ? hatten als wir anfingen Musik zu machen natürlich keine Kohle. Haben damals in einer alten Scheune alte Röhrenradios zu wirklich guten Amps umgebaut. Naja hatten halt ein paar Mädels eingeladen und ähm ein wenig getrunken. Der Abend nahm so seinen Lauf. Als plötzlich die Amps durchschmorten. Ich dachte wir hätten die Zigaretten nicht richt ausgedrückt. Doch als ich cool weiter spielte, Also zumindest dachte ich wäre cool, begann die Scheune an zu brennen. Na ja haben ziemlich dumm da gestanden. Ich glaube das war einer meiner dümmeren Jugendsünden. Ich hätte gerne eine eine PRS SE Custom Floyd Rose. Ist frech. ? ? freue mich aber auch über die schöne Konzert Gitarre. Macht es gut Leute. LG Kosta
  5. Kosta Panis sagt:
    Ja, darf ich gar nicht erzählen ? hatten als wir anfingen Musik zu machen natürlich keine Kohle. Haben damals in einer alten Scheune alte Röhrenradios zu wirklich guten Amps umgebaut. Naja hatten halt ein paar Mädels eingeladen und ähm ein wenig getrunken. Der Abend nahm so seinen Lauf. Als plötzlich die Amps durchschmorten. Ich dachte wir hätten die Zigaretten nicht richt ausgedrückt. Doch als ich cool weiter spielte, Also zumindest dachte ich wäre cool, begann die Scheune an zu brennen. Na ja haben ziemlich dumm da gestanden. Ich glaube das war einer meiner dümmeren Jugendsünden. Ich hätte gerne eine eine PRS SE Custom 24 Floyd Rose. Ist frech. ? ? freue mich aber auch über die schöne Konzert Gitarre. Macht es gut Leute. LG Kosta
  6. Noname sagt:
    Schade, dass man facebook nutzen muss, um bei Euch mitzumachen... Vielleicht gibt es Nicht-Facebooker eine andere Alternative?
  7. Dave Föttinger sagt:
    Hallihallo :D Ich denke mal meine (für mich persönlich) größte Sünde war der Ketchup Song auf CD, welche bis heute existiert Freuen würd ich mich über alles, aber wenns konkret sein soll dann das SCT2000!
  8. Pierre Streichan sagt:
    Meine Musiksünde? Hm als "Metalhead" könnte ich nun viel aufzählen. Allerdings würdige ich jede Musik egal wie wenig ich sie mag und würde somit nichts als eine wirkliche Sünde betiteln. Ps. Crodoba C5 Ce wäre nice
  9. Wolfgang Jünger sagt:
    Was mich heute noch ärgert, ist die Tatsache, dass ich meinen 1965er Höfner Beatles-Bass in die Mülltonne gesteckt habe, nachdem sich der Hals gelöst hatte. Ich lebte zu dieser Zeit (1966 - 1972) als Musiker in Spanien, und dort war leider niemand in der Lage, den Hals wieder korrekt einzuleimen. Der Bass verstimmte sich ständig und irgendwann sah ich dann Rot. Das war meine größte "musikalische" Jugendsünde!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.