8 nervige Fragen, die du dem DJ nicht stellen solltest

8 nervige Fragen, die du dem DJ nicht stellen solltest

„Die Party war super, aber der DJ war lausig“ – das kennt man, das hat jeder sicher schon mal am eigenen Leib erlebt und wahrscheinlich oft genug von seinen Bekannten gehört. Ist alles prima, beschwert sich keiner, läuft es nicht rund, hagelt es mitunter Sprüche. Die Klassiker fürs Phrasenschwein: „Spiel mal was Vernünftiges“ und „Hast du auch MUSIK?“. Okay, als Musikdienstleister sollte man schon auf Musikwünsche eingehen können, aber ganz gleich ob man als Wedding-DJ unterwegs ist oder im Club den Dancefloor zum Kochen bringt – hier sind nicht umsonst routinierte Leute mit guter Beobachtungsgabe am Werk, die wissen, was sie tun und die es vielleicht gar nicht so prickelnd finden, wenn man ihnen mit gut gemeinten Ratschlägen unter die Arme greifen oder sie ständig zum Schwätzchen animieren möchte:  Erst recht nicht in der Arbeitszeit. Diese nervigen Fragen sollte man sich lieber verkneifen: 😉


Kann ich hier meine Sachen ablegen?

Egal, was du auch immer dabei hast: Für Jacken, Taschen und Rucksäcke ist die Garderobe zuständig und dort sind deine (Wert-)Sachen auch viel sicherer aufgehoben als bei mir auf dem Fußboden. Mix, Publikum und Dancefloor fordern meine volle Aufmerksamkeit, da auf Party-Utensilien achtzugeben, geschweige denn die guten Stücke ständig anzunehmen und rauszugeben, ist nicht möglich.

 

Kann ich mit dir ein DJ-Selfie machen?

… solange ich der DJ auf dem Foto bin. 😉 Zugegeben: Heutzutage ist eine ordentliche Fan-Base und Social-Media-Promotion ein nicht zu unterschätzendes Kriterium für Bookings. Mancher DJ lichtet sich gern selbst in bester Hero-Pose mit dem tobenden Dancefloor im Hintergrund ab, macht mit der GoPro Point-of-View-Clips vom Equipment, der Mix-Action und der Crowd und auch gegen „Buddy-Selfies“ ist grundsätzlich nichts einzuwenden, nützen sie doch beiden Seiten – aber hinters Pult und „als DJ posieren“, ist leider keine Option. Wer weiß, ob da nicht spaßeshalber am Fader des Mischpults gezogen wird und dann heißt es fürs Publikum „enjoy the silence“, falls nicht noch etwas Schlimmeres passiert.


Ich habe hier was auf dem Handy, das musst du unbedingt spielen

Hm. Wo denn? Auf dem Plattenspieler? Oder ans Laptop anklemmen und erstmal alles rüber kopieren. Das ist nicht möglich, sorry. Zwar gibt es in der Tat einige DJ-Laufwerke, beispielsweise von Denon oder Gemini, bei denen man neben gängigen USB-Sticks auch eine SD-Card einschieben könnte, aber ich bin hier gerade im Mix und da wäre das Durchsuchen der Ordnerstruktur auf der Karte ein echter Zeitfresser und Konzentrationskiller. Aber hier ein Trostpflästerchen: Wenn der Track gut ist, habe ich ihn mitunter selbst dabei.

 

Ich habe letztens auch schon einmal den DJ gegeben, soll ich mal weitermachen?

Leider nicht und das hat gleich mehrere Gründe: Zum einen steht hier ziemlich teures Equipment rum, das eine gewisses technisches Grundverständnis abseits der DJ-Skills voraussetzt. Mit dem Laptop auf der Gartenparty Spotify-Playlisten abzufeuern ist eine ganz andere Nummer als an einem Allen&Heath Pult und Pioneer-Laufwerken zu stehen oder mit einem Controller-Schlachtschiff wie dem Traktor S8 oder Denon MCX8000 aufzulegen, um nur einige zu nennen. Außerdem weißt du ja gar nicht, was ich in meinem musikalischen Repertoire hab und wie mein musikalischer Leitfaden für den heutigen Abend aussieht oder abgesprochen ist. Du fragst doch auch nicht den Piloten, ob du mal hinters Cockpit kannst, nur weil du mal am MS-Flugsimulator eine Runde gedreht hast, oder?

Schreibst du mir bitte mal den Track auf?

Schlechter Zeitpunkt: Da sich der Track schon fast dem Ende neigt – du hast ihn ja gerade gehört und er hat dir gefallen – muss ich mich schon um den nächsten Titel im Player kümmern, damit die Party weiterläuft. Jetzt in der Plattentasche nach Stift und Block zu suchen und dir Titel, Artist, Remix, Label meines sorgsam ausgewählten Underground-Tracks aufzuschreiben, ist gerade nicht drin. Außerdem ist der meine Geheimwaffe, den gebe ich nicht Preis – verständlich, oder? Schließlich möchte man sich als DJ auch ein wenig abgrenzen und nicht nur das auflegen, was alle anderen auch spielen.

Kannst du die Songs nicht mal in voller Länge ausspielen?

Ich mixe sie lieber ineinander, statt sie auszuspielen und eine kurze Pause auf dem Floor bis zum nächsten Stück zu generieren. Volle Länge funktioniert eventuell beim Seniorenschwoof, wo kurze Breaks so ein wenig den keyboardenden Alleinunterhalterfaktor widerspiegeln. Aber im Club und auf der Party sollten zumindest Übergänge/Fades drin sein. In der elektronischen Tanzmusik, Paradebeispiel Techno, House und EDM gibt es nicht umsonst oftmals spärlich instrumentierte Intros und Outros, wo gerade mal der der Drum-Beat zu vernehmen ist – ideal zum Reinmixen des nächsten Tracks.

 

Kannst du mal was Cooles spielen?

Was Cooles im Sinne von was anderes? Techno-Tracks nach Black Music, Schubi-Disco nach Metal, Dub nach EDM, das ist schon ein schwieriges Unterfangen und funktioniert in den seltensten Fällen mit der Dampfhammer-Methode. Besser ist es, die musikalische Brücke mit Tracks zu bauen, die crossgenre funktionieren oder mal ein Mashup einzusetzen, damit es wie aus einem Guss klingt. Gehen wir mal davon aus, dass wir uns entweder im Club oder der Disco befinden oder auf einem Festival oder auf einer Party, dann dürften hier auf jeden Fall amtlich tanzbare und partytaugliche Beats aus den Boxen knallen und das ist doch schon mal „cool“. Bist du in einer Mainstream Disco oder auf einer privaten Tanzveranstaltung (Ausnahme Firmenjubiläum, Bingo-Abend After Party etc.) werden die Charts oftmals rauf- und runtergebrettert im Genre-Mix, da sollte auch was Cooles für dich kommen. Wenn du auf eine bestimmte Musikrichtung stehst, geh lieber in den Club, der deinen Style den ganzen Abend spielt.

Darf ich mal nachschauen, was du so dabei hast?

Hier wird der DJ in den seltensten Fällen begeistert „Na klar, komm her“ entgegnen. Wer möchte schon, dass die mühsam sortierte Plattenkiste inmitten der Turntable-Performance durcheinandergebracht wird oder beim Durchforsten der Musikbibliothek auf dem DJ-Laptop versehentlich der Panik-Button ausgelöst wird und der Dancefloor sich in Stille hüllt. Ja, und mal eben an den CDJs herumfuhrwerkeln ist einfach auch nicht drin. Nicht böse sein. 😉

 

Welche Erfahrungen habt ihr als DJ gemacht oder ihr mit dem DJ? – je nachdem 💿🔊

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Meon ist Gitarrist und Blogger. Er arbeitet seit 6 Jahren bei Thomann und ist permanent von Musik, Musikern und Instrumenten umgeben.

26 Kommentare

    Wohlverstanden, ich lege Rock und Metal auf und nicht an grossen öffentlichen Partys, sondern mehr in kleinen Clubs oder in Vereinslokalen von biker Clubs etc. Aber das beste Erlebnis war wohl an einem Abend an dem mir ein Gast einen Stapel an etwa 10 CDs hingeknallt hat: „Hey, spiel doch mal von dieser Scheibe den Track 8, von dieser track 7 und kennst du diese Band überhaupt? Track 5 beschreibt schön ihren Stil den sie zu Anfangszeiten Gespielt haben…“ Ich gehe gerne Auf Wünsche ein, aber meine Antwort war da klar: „Junge such dir nen Club mit Jukebox, da bist du besser aufgehoben“

    Viel zu lange Erklärungen und Rechtfertigungen als DJ wenn ich das alles sagen müsste! Einfach 8x NEIN und ein böses Gesicht wenn sie nicht den Anstand von daheim gelernt haben!

    Track aufschreiben hat bei mir zur Dienstleistung gehört. Schreiber und Stift waren sowieso immer griffbereit. Immerhin freu ich mich wenn die Leute sich dafür interessieren was da läuft.

    Mein Lieblingsspruch am foh: der edding bleibt am Pult !! 😂

    DJs sind aber sowas von überbewertet. Neulich hat mir einer erzählt wo er schonüberall „gespielt“ hat! Als ob er Muskier wäre! Das war der Lacher des Tages. Gsindl.

    > das ist jetzt aber nicht wirklich deine Meinung, oder Superstar?

    Ich frage bei Plattenwünsche immer,mußt du auf den Bus oder hast du Zeit bis er kommt.
    Die meisten sind mit der Antwort zufrieden …..

    Die nervigste Frage wurde vergessen: „Kannst du auch Songs von YouTube und Spotify auflegen?“

    Hi,
    vor 2 Wochen habe ich bei einer Hochzeit aufgelegt.
    Das Brautpaar wünschte sich zum „“Einlaufen“ und bis zur Torte (ca. 20 min) langsame Walzer. Gesagt, getan.
    Bei ca. Minute 12 kommt eine ältere Dame auf mich zu und schreit mich an:
    „Hey du Idiot, wann hast Du vor vernüftige Musik aufzulegen?“.
    Meine Antwort:
    „Vielen Dank für Ihre konstruktive Kritik und die freundliche Art sie rüber zu bringen. Das Brautpaar hat diese Lieder vorgegeben.“
    Sie: „Oh…“
    Eine Stunde später war sie wieder bei mir:
    „Ich hoffe. Du bist mir nicht böse“ und sie war die ganze Nacht nicht von der Tanzfläche zu holen.

    Hi! Ich hab letztes Jahr auf einem Waldrave bissl Techno aufgelegt, das ganze wurde gefilmt…wussten auch alle bis auf einen, der mich vor laufender Kamera fragte ob ich LSD haben will…ich hab abgelehnt aber das Promo Video war dann trotzdem im Arsch 👍

    Es ist wirklich schlimm wie oben beschrieben wenn solche mit ihren Handy kommen und meinen man soll das mal anschließen da muss ich sagen die Leute denken nicht mehr leider den meist ist das Mix-Set eine Woche lang für den einen Abend mühsam vorbereitet und wurde vielleicht auch schon under the week im Freundeskreis probe gemixt. Ich hab für solche Leute wirklich wenig Verständnis und wen ich der Veranstalter wäre würde ich diese auch des Clubs verweisen. Mfg

    Hey…

    viel nerviger als solche Fragen empfinde ich den Duft von manchen Menschen. Wenn ich weiß das ich in den Club gehe, sind dann 2-3 Liter Wasser und der Verzicht auf Knoblauch am Vorabend zu viel verlangt?

    Hey, spiel mal das Lied mit den Bananenblättern !
    Was er meinte, war: Peter Fox – Haus am See.

    Auch ein Klassiker:
    Gast: „Da kommt immer so ein Lied im Radio, das geht so… la la lalala… Kannst Du das mal spielen?“
    Gegenfrage: „Gib mal den Interpreten oder den Titel.“
    Gast: „Weiß ich doch nicht, Du bist doch der DJ und müsstest den Titel doch kennen.“
    Grrrr… 🙂

    Der ultimative Spruch ist für mich immer noch, was ist am DJing schon schwer? Zweimal konnte ich es mir nicht verkneifen die Spücheklopfer ran zu lassen. Natütlich mit Ansage und Bekanntgabe seines Namens. Beide waren jeweils nach 5 Mjnuten nicht mehr gesehen.

    > Ich bin zwar selbst kein DJ, aber ich bezweifle SEHR stark, dass Songs nach der Reihe abspielen schwer ist.

    Ich meine, so ne halbe Stunde Vorbereitung wird man wahrscheinlich schon brauchen bis man sich mit den ganzen Reglern auskennt, aber das ganze könnte man niemals mit einem Instrument vergleichen.

    Bin Dj seit über 30 Jahren ….des beste was leute von sich geben ..hey DJ spiel mal was gscheids ….meine frage dann…was den …ja was gscheids ..ich wieder ….rock? nee was gscheids … house? neewas vernünftiges … schlager? neee…country… neee einfach was gscheids ..nach 3 minuten nachdem ich alle genes durch habe sage ich dann ..ich hab was für dich …sag mir doch noch deinen namen .. macht er /sie …meisten kommts dann Roy Black…mit Schön ist es auf der welt zu sein …mit gruss vom wünscher …..nie mehr gesehen 😉

    Das Problem ist,die Leute haben überhaupt keinen Respekt vor den Deejays,sie kommen in den Club mit riesigen Erwartungen und nehmen gar nicht war,welche Vorbereitung/Arbeit in unserer Tätigkeit steckt.Wenn es ihnen nicht passt,sind sie sauer,spielt man Banaleres,fahren sie urplötzlich darauf ab und sind nach 10 Minuten auf einmal verschwunden-ich denke mir dann was war denn das?Menschen gibt es,die gibt es gar nicht!

    Aber man muss auch sagen das es schöne Momente gibt. Und das ist wen die Gäste, die die dann noCh da sind. Morgens nach dem letzten Track da stehen und klatschen und sich für den tollen abend bedanken.

    Bester Move war immer noch: Gerade Scheibe rein gemixed, Typ lehnt sich über die Plexiglasscheibe und will irgendetwas zum Track sagen, ich verstehe Ihn jedoch nicht, weil im gleichen Moment sein Kaugummi auf die Vinyl fliegt und einen Moment später schon die Nadel übel selbigen holpert. Spot on! Dann erst mal Nadel runter, Musik aus, kurz in die Menge gerufen, dass es gleich weiter geht, Kaugummi runter und mit dem Tshirt seine Spucke von der Platte gewischt und den Track wieder von vorne.
    Die Stimmung war nach der Aktion auf jeden fall besser als zuvor.

    Hahaha, oh man, bäh 🌬😂🙈 Wahrscheinlich war der Kaugummi noch ein Hubba Bubba 😝

    Am liebsten sind die die vom Scratchen begeistert sind und dann fragen, ob sie auch einmal dürfen. Genauso die Frage „Was macht der Knopf“, „Darf ich mal Drücken“. Wie reagiert ihr auf sowas?

    Auf eine größeren Party wurde ich auch mal gefragt, ob ich mal MUSIK spielen kann, weil meine Musik ja „nichts“ sei. Man muss dazu sagen, dass unten auf der Tanzfläche eine legendäre Stimmung war und wirklich alle getanzt und gesungen haben. Da frag ich mich was für eine Beobachtungsgabe diese Menschen besitzen…

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