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Test: Native Instruments, Kontrol S2, DJ Controller

Autor: Stephan Spieker
01.12.2011


Der neue Native Instruments Kontrol S2

Der bereits auf AMAZONA.de getestete und von vielen DJs als ultimativer Traktor Controller gefeierte Native Instruments Kontrol S4 hat vor kurzem mit dem Kontrol S2 einen kleinen Bruder bekommen. Dieser soll nun, in einem handlicheren Gehäuse, aber mit gleich großer Qualität, die User ansprechen, die nur einen Zweideck Betrieb benötigen und damit die Anschaffung des doch recht großen S4 Systems bis jetzt scheuten. Direkt auf den ersten Blick fällt auf, dass NI den Versuch unternommen hat, den S4 einfach vom Vierdeck- auf ein Zweideck-Controller zu „schrumpfen“, ohne dabei auf die umfangreiche Bedienfunktionen und die hochwertigen Bauteile zu verzichten. Heraus kommt dabei ein Zweideck+Sampledeck-System, welches ein hervorragendes Handling und eine gute Einbindung in die Software bietet.


Als eingebautes Audio-Interface greift man auf die Technologie des 24-Bit/96-kHz-Audiointerfaces Traktor Audio 2 zurück. Dieses bietet zwei regelbare Stereoausgänge, zum einen wahlweise in Cinch- oder Klinken-Ausführung auf der Rückseite des Gerätes, zum anderen als Kopfhörerausgang an der Front. Der Ausgangspegel ist an allen Ausgängen hervorragend hoch, so dass der Kopfhörermix auch in lauten Umgebungen nicht in Gefahr ist.


Rückseitige Anschlüsse


Neben den Ausgängen gibt an der Rückseite auch einen regelbaren Mikrofoneingang in Klinkenausführung. Der durch NI entwickelte neuartige, im Vergleich zu normalen USB-Ports wesentlich fester sitzende USB-Anschluss, hat auch im Kontrol S2 seinen Platz gefunden.


Vorhör-Funktion an der Frontseite


Schaut man sich die Oberfläche an, macht der S2, wie schon der S4, einen sehr übersichtlichen und aufgeräumten Eindruck. Dies liegt vor allem an der großzügigen Oberflächengestaltung. Auf 44 x 292 x 438 mm bringen Konkurrenzprodukte unter Umständen noch zwei Kanäle mehr unter, dafür muss man allerdings auch mit „Fingerspitzengefühl“ arbeiten, um nicht versehentlich falsche Funktionen im Eifer des Gefechts auszulösen. Ich denke, Native Instruments geht hier den richtigen Weg. Auch wenn in der Realität die Unterbringung eines Software Controllers den DJ in vielen Kanzeln noch vor ein Platzproblem stellt, ist dieser doch ein Arbeitsmittel wie jeder CD-Player, Turntable oder Mixer und sollte entsprechend an ergonomisch nicht zu ungünstiger Stelle unterzubringen sein. Hier sollten an entsprechender Stelle Räume geschaffen werden, da entsprechende Controller schon lange keine Randerscheinung mehr sind. Und ebenso darf im Entwicklungsprozess die Ergonomie, wie nun eben beim S2 und S4 oder auch bei Geräten einiger anderer Hersteller, wie dem Numark NS 6 zum Beispiel, im Vordergrund stehen und der Controller in sich großzügig und übersichtlich, statt so gebaut, dass er sich zwischen anderen Geräten klein machen kann. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Übersicht auf dem Kontrol S2 stimmt und vereinfacht einen wirklich guten Workflow.

Das zentrale Mixerelement ist in glänzendem Kunststoff abgesetzt und bietet neben Crossfader und zwei Linefadern nebst LED-Aussteuerungsanzeige noch einen Dreiband-EQ und Browsersteuerung. Am oberen Rand liegen die Steuerknöpfe für Gain und Masterlevel. Für die zwei Effektsektionen, die sich am oberen Rand nach außen hin fortsetzen, stehen jeweils insgesamt vier Drehknöpfe und eben so viele Taster zur Verfügung und geben eine umfangreiche Kontrollfunktion über die Traktor-internen Effekte. Wer an dieser Stelle mehr zur Traktor Software und ihren Eigenschaften erfahren möchte, dem sei der Test zum NI Kontrol S4 in Kombination mit der neuen Traktor Version hier auf AMAZONA.de empfohlen. Dort finden sich neben Details zur Software auch weitere Erfahrungen zum Zusammenspiel mit dem Controller, die sich nach meinen Erfahrungen eins zu eins auf das Handling des Kontrol S2 übertragen lassen können.

Um mit den Tracks arbeiten zu können, hat Native Instruments die gleichen Jogwheels wie auch schon auf dem S4 verbaut. Diese sind immer noch über jede Kritik erhaben und bieten, selbst wenn es zum Teil auf Konkurrenzprodukten größere gibt, mit die beste und präziseste Tracksteuerung, die ich auf einem DJ-Controller kennen lernen durfte. Gleiches gilt für die großen, dynamisch beleuchteten Steuertasten darunter sowie die vier Hot-Cue- und Sample-Deck-Tasten, welche wahlweise zum Triggern von Hot-Cue-Punkten oder aber auch für das bedienen der Traktor Sample-Decks verwendet werden können. Auch der S2 bietet die Möglichkeit, ein Netzteil für die volle Beleuchtungsfunktion anzuschließen, funktioniert allerdings auch rein über USB mit Strom versorgt und dimmt dann entsprechend die Hintergrundbeleuchtung, um genug Reserven für die verbaute Audio-Hardware vorzuhalten.


Übersicht über den Kontrol S2


Der Pitch-Regler ist auch beim S2 noch relativ kurz, jedoch sehr gut einzustellen und genau zu justieren. Die zwei Endlosregler und Buttons für die Loop-Funktionen runden die Ausstattung ab, so dass jede wesentliche Software-Funktion auf dem S2 seinen Platz findet und man „mauslos“ auflegen kann.


Fazit

Mit dem Kontrol S2 rundet Native Instruments sein Controller Angebot ab und richtet sich vor allem an die User, die den Kontrol S4 aus Platzgründen oder aber wegen des nicht vorhandenen Vierdeck Bedarfs verschmähten. Spätestens jetzt gibt es allerdings für NI Traktor User keinen Grund mehr, nicht bei einem Controller der „Hausmarke“ zuzuschlagen. Der S2 bietet hervorragende Qualität, bestmögliche Software-Einbindung und intuitives Steuern der Traktor Software. Auf die Möglichkeit der Weiterentwicklung hat NI zunächst verzichtet und stattdessen ein reduziertes, aber qualitativ auf Augenhöhe spielendes Abbild des beliebten S4 geschaffen, mit dem es einfach Spaß macht, mit der Software zu spielen.


Plus

Verarbeitung
Klang Audio-Interface
Jogwheels
Handling

Minus

-
Amazona Userbewertung:

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