7 Fragen an … Marti Fischer und Ragazzki | Thomann Interview

Im Italienurlaub entstanden, ging es zunächst um reine Freundschaft. Als lockeres Projekt gestartet, geht es nun um den Eurovision Song Contest am 16. Mai in Wien: Die Rede ist vom Duo Ragazzki. Unten das Interview!
Ragazzki Duo mit Marti Fischer

Marti Fischer und David „Miirtek“ Starosciak aka Ragazzki wollen den Wettbewerb mit polnischem Italo-Pop durcheinanderwirbeln: Sie gehen mit dem Song „Ciao Ragazzki“ in den deutschen Vorentscheid des Eurovision Songcontest.

Wir haben unsere Musikercommunity gefragt: Welche Fragen habt ihr an Marti Fischer und Ragazzki? Unten findet ihr deren Fragen und das Interview.

Musikerkalischer Steckbrief

Mein „Guilty Pleasure“-Song:Miirtek: „Wo bist du mein Sonnenlicht“ von Grup Tekkan.
Marti Fischer: Äh, ich weiß sowas immer nicht. Ich ziehe Pleasure aus allem, aber ich fühle mich nicht guilty dabei.
Lieblingskünstlerin / Lieblingsband:Marti: Zu viele, kann mich nicht entscheiden. Earth Wind & Fire, Aretha Franklin … Madonna!
Miirtek: Falco!
Absolute Favoritenplatte:Marti: „Prince“ von Prince!
Miirtek: Hm, ja.
🎸 Lieblingsinstrument / Lieblings-Equipment:Marti: Precision Bass von Fender.
Miirtek: CDJs.
🍕 Meine Lieblingspizza:Miirtek: Mit Ketchup.
Marti: Tagliolini im Parmesanlaib flambiert.
Diesen Rat würde ich jedem Musiker mitgeben:Beide: Lern was Richtiges! Nein, Spaß!
Marti: Lass dir von keinem in deinen Traum reinquatschen!
Miirtek: Ja! Und: Bleib dran!

Marti Fischer und Ragazzki im Interview | Fragen der Community

1. Wie passt so viel Talent in zwei Personen? Wie sieht so ein typischer Tag in eurem Leben aus?

    Miirtek: Ja, wie passt so viel Talent in dich rein, Marti?

    Marti: Ich weiß es nicht, deswegen musste ich das auf dich auslagern. Also: Es ist manchmal hinderlich, wenn man Schlafen gehen will und dann noch eine Idee hat. Ich kann dann nicht schlafen gehen, ich muss die dann in mein MacBook reingeben.

    Miirtek: Ich glaube, das ist bei kreativen Menschen so ein Ding, dass sie abends im Bett liegen und dann eigentlich aufstehen müssten und arbeiten.

    Ragazzki im Interview und David „Miirtek“ Starosciak

    links: Miirtek, rechts: Marti

    Marti: Teuflisch!

    Miirtek: Aber ein typischer Tag sieht so aus, dass ich erst mal 9-to-5 arbeite, was anderes mache. Und wenn wir zusammen sind, jetzt aktuell, reden wir viel über uns … und proben.

    Marti: Das ist auch therapeutisch irgendwie.

    Miirtek: Und wenn wir uns im Alltag musikalisch begegnen, sind wir schon immer sehr im Tunnel. Und dann kommt da eigentlich abends immer irgendwie was bei rum. Und wenn das nicht passiert, dann wissen wir eigentlich schon, dass das nicht gut ist. Aber eigentlich passiert’s immer! Also ist es immer …

    Marti: … gut!

    2. Was war der genaue Moment oder der ausschlaggebende Impuls, der euch dazu gebracht hat, mit Ragazzki beim Eurovision Song Contest 2026 jetzt noch dabei sein zu wollen?

    Marti: Das ist eine schöne, kompakte Frage!

    Miirtek: Das ist kompakt, da würde ich auch kompakt drauf antworten. Also, damals in Italien, als die Idee zu Ragazzki geboren wurde, das ist eine längere Geschichte, die haben wir bestimmt schon erzählt.

    Marti: Die kann man sich irgendwo angucken, hören oder lesen.

    Miirtek: Wir wollten einfach auf die große Bühne und der ESC ist die größte.

    3. Habt ihr gute Tipps für angehende Musiker?

    Miirtek: Auf jeden Fall erst mal die Grundlage schaffen und irgendwas davon beherrschen, also sei es ein Instrument oder Texten …

    Marti: Hilft dabei!

    Miirtek: … oder Singen können, also irgendeinen Skill sich anlernen. Das ist die Basis.

    Marti: So ein Rhythmusgefühl hat doch fast jeder. Das hilft schon mal, wenn man einen Song mitsingen kann und dabei noch was anders mit den Händen macht. Dann fliegt man nicht raus, das hilft!

    Miirtek lacht

    Marti: Ich weiß gar nicht, was es da zu lachen gibt!

    Miirtek: Gar nichts, ich bin einfach happy!

    Marti: Wunderschön!

    Foto: Martin Passuth

    4. Wie lange arbeitet ihr durchschnittlich an einem Song?

    Marti: Unterschiedlich, zwischen zwei Tagen und drei Wochen oder so.

    Miirtek: Aber eigentlich, und das ist ja das, was ich eben meinte, ist es ja schon so, dass, wenn wir ins Studio gehen, so war es bei „Yoga“, bei allen Songs, dass man die sich danach schon anhören konnte. Also das war dann schon irgendwie eine Skizze, wo vielleicht noch zwei, drei Zeilen gefehlt haben. Und dann musste es natürlich noch gemischt werden, aber es ist immer schon ein Song eigentlich da, wenn wir aus dem Studio auseinandergehen.

    Nach einem Tag oder wie?

    Marti: Oder einem halben Tag, das ist ja nicht mal ein ganzer Tag. Wir treffen uns ja meistens abends, wenn ich eigentlich mein Hirn schon komplett ausgewrungen habe über den kompletten Tag hinweg, und dann kommt er und sagt: „Hey, ich habe DAS hier mitgebracht!“ oder so oder: „Lass mal was machen!“ Und ich sag: „Ähm, okay.“ Jemand hat mal gesagt, ich habe schon viel zu gut produzierte Demos.

    Miirtek: Marti produziert die so, für viele wär das schon fertig!

    Marti: Ich mixe bereits beim Schreiben, beim Komponieren, beim Einspielen. Da muss für mich der Sound schon sitzen.

    5. Geil. Wart ihr zu Gast bei Mike Shinoda?

    Miirtek: Ich war leider nicht dabei.

    Marti: Ich war bei Mike Shinodas Berlin-Session von „Already Over“ und und dem anderen Song, den ich gerade titelmäßig vergessen habe. Der hat sich einfach irgendwelche deutschen Künstler:innen ausgesucht, die mit ihm seine zwei Songs „Already Over“ und [verzweifelt bei der Namenssuche] noch mal neu aufnehmen und wir waren im Red Bull Studio und da habe ich auch schon den Wavviboy kennengelernt.

    Und wie war’s?

    Marti: Es war total geil! Also Mike Shinoda, zumindest an dem Tag war er super entspannt, quasi wie so ein normaler Typ, der überhaupt nicht berühmt ist oder sich je davon hat beeindrucken lassen, kam rein und fragte: „Hey, na wie geht’s euch? Braucht ihr was zu trinken? Wir starten ganz locker rein!“ Das war eine total angenehme Session. Und der Sound war auch super!

    Foto: Martin Passuth

    6. Wann habt ihr gemerkt, dass ich euch zur Musik hingezogen fühlt?

    Marti: Schon immer.

    Miirtek: Auch schon immer. Also ich war glaub ich drei oder vier oder wann man immer auch irgendwie reden kann und da …

    Marti: Hast du schon gerappt: „Hey, yo, Leute!“

    Miirtek: … gab’s bei mir in der Heimat auf dem Dorf so ein Dorffest und da bin ich vor die Bühne, habe mir so einen Stock genommen und habe so getan, als würde ich das mitperformen.

    Marti: [lacht] Geil! Also bei uns auch. Meine Großeltern sind oft mit uns spazieren gegangen, manchmal so durch die Feldmark oder irgendwelche Wälder. Und dann wurden immer irgendwelche Wanderlieder oder sowas gesungen. Und das muss mich irgendwie mitgenommen haben. Ich weiß auch nicht.

    7. Letzte Frage: Woher nehmt ihr eure Ideen für eure Musik?

    Marti: Ich weiß nicht, wer das schon mal gesagt hat, aber ich hab das Gefühl, ich bin mit dem Weltall so ganz lose verbunden mit dem Kopf und da ziehen so im Outer Space oder mit den Sonnenwinden so Ideen vorbei und manchmal bleiben welche bei mir hängen und dann krieg ich so direkt unten so eine Mitteilung und dann muss ich das direkt in meine Software einspielen. Manchmal sind es Sätze, manchmal sind es aber auch irgendwelche Akkordfolgen, die man vielleicht schon mal irgendwoher kennt. Ich weiß nicht. [zu Miirtek] Und Sie so?

    Miirtek: Von der Textseite ist es eine Mischung, jetzt bei Ragazzki ist es halt sehr bildlich. Sehr viel dieser Kontrast oder dieser Clash.

    Marti: Auch so sehr showig, ne?

    Miirtek: Sehr showig, aber trotzdem sind es immer so kleine Minigeschichten. Ich denke immer in so Filmen, wenn ich die Texte schreibe. Und manchmal kommt das ein oder andere Autobiografische noch dazu.

    Vielen Dank!

    Über das Duo Ragazzki

    Welche Motivation hinter dem Projekt und den gemeinsamen Songs steht? Zunächst ging es um reine Freundschaft. Schließlich arbeiten die beiden schon länger Seite an Seite und inspirieren sich immer wieder gegenseitig. Die Idee zu Ragazzki soll im Italienurlaub entstanden sein. Zum 30. Geburtstag von Martis Freundin war eine Freundesgruppe – zu der auch Miirtek und dessen Freundin gehören – in einem Häuschen in Italien.

    Gerade Marti Fischer blickt schon jetzt auf eine beeindruckende Karriere als Multitalent. Vor fast 20 Jahren startete er seinen ersten YouTube-Kanal. 2010 gewann er als Stimmimitator den Secret Talents Award. Sein Song „Barbaras Rhabarberbar“ hatte 2023 die sozialen Netzwerke geflutet und sich in den Gehörgängen unzähliger Menschen festgekrallt.

    Allein auf YouTube begeistert er mehr als 1,2 Millionen Follower. Und sowohl eine Goldene Kamera als auch den Grimme-Preis hat Marti auch schon. Synthie-Rapper David „Miirtek“ Starosciak steht für Synthie-Pop im 80er-Jahre-Modus und ist wie Marti Wahlberliner. Er hat polnische Wurzeln und steht bereits seit vielen Jahren zusammen mit Marti auf der Bühne. Die 80er-Retro-Partys der beiden sind bundesweit unter dem Motto „Dolce Vita Blockparty“ populär. Hier ihr Beitrag zum ESC – viel Glück beim Vorentscheid, ihr beiden!

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    Noch mehr Marti Fischer und Ragazzki …

    Du willst noch mehr über Ragazzki erfahren? Dann höre mal in unsere Podcastfolge von Here To Get Heard mit Ragazzki rein:

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