10 Gebote im Studio

Halleluja: Mit dieser Liste verärgert ihr als Neulinge nicht die heiligen Götter des Tonstudios. 😉


Herzlichen Glückwunsch! Du hast dich für das tollste Instrument der Welt entschieden und freust dich darauf, möglichst schnell loslegen zu können. Dann aber merkst du, dass du schon wieder vor einer Entscheidung stehst: E-Drums oder Akustik-Schlagzeug? Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Welches von beiden klingt besser?

Ein hochwertiges, akkurat gestimmtes akustisches Drumkit entwickelt in einem gut klingenden Raum eine einzigartige Dynamik und einen Sound, dessen magischer Wirkung man sich kaum entziehen kann. Das kann ein E-Drumset höchstens annähernd schaffen, allerdings liefert es – unabhängig vom Raum und den Stimmfähigkeiten des Drummers – stets einen konstanten Sound.

Während man bei den klanglichen Nuancen Abstriche machen muss, glänzen E-Drums mit einer Vielfalt an Sounds, die auch Percussion-Instrumente, elektronische Klänge und Special Effects umfasst. Damit liefern sie auch für Genres wie Techno, HipHop oder World Music die passenden Sounds.

Bietet ein E-Drumset das gleiche Spielgefühl wie ein akustisches Schlagzeug?

Das Gefühl, das man empfindet, wenn man auf ein Trommelfell schlägt, können Mesh Heads, die auf den meisten E-Drumsets verwendet werden, relativ gut reproduzieren. Allerdings haben die Pads im Allgemeinen kleinere Durchmesser als die Trommeln des Akustik-Kits. Bei den Becken, die bei E-Drums meistens aus Gummi bestehen, spürt man den Unterschied schon eher. Oftmals sind die Cymbal Pads auch nur auf etwa einem Drittel ihrer Fläche bespielbar.

Anders sieht das in der oberen Preisklasse aus, hier gibt es auch vollflächig bespielbare Pads. Ein besonderer Knackpunkt beim E-Drumset ist die Hi-Hat. Ein so klangfarbenreiches Instrument können teure E-Drumsets zwar annähernd imitieren, allerdings sind preisgünstige Kits in dieser Hinsicht in ihren Ausdrucksmöglichkeiten eingeschränkt.

Welches ist unkomplizierter in der Handhabung?

Bei einem akustischen Schlagzeug müssen bestimmte Vorbereitungen getroffen werden, damit du sein Soundpotenzial auch wirklich ausschöpfen kannst: Beispielsweise muss das Kit gestimmt werden, und das kann gerade für Einsteiger schon eine Herausforderung sein. Bedenke auch, dass du hin und wieder in neue Felle oder Sticks investieren musst, die bei einem Akustik-Drumset einem höheren Verschleiß unterliegen.

Bei einem E-Drumset kannst du nach dem Einschalten sofort lostrommeln und brauchst dir über Themen wie Raumakustik oder Stimmen keine Gedanken zu machen.

Welches eignet sich besser zum Üben?

Gerade bei jungen Schlagzeug-Einsteigern ist das Üben ein wichtiges Thema. Das wissen auch die Hersteller von E-Drumsets, weshalb sie ihre Kits der unteren und mittleren Preisklasse häufig mit entsprechenden Trainingsfunktionen ausstatten, mit denen Schnelligkeit und Genauigkeit kontrolliert und weiterentwickelt werden können.

Darüber hinaus gibt es meistens vorprogrammierte Übe-Songs aus verschiedenen Genres, die im Tempo angepasst werden können, und auch das Trommeln zur persönlichen Lieblingsmusik ist problemlos möglich. Wer sein Spiel aufzeichnen möchte, findet bei fast jedem E-Drumset eine Recording-Funktion, die hilfreich ist, um das eigene Spiel zu überprüfen und zu verbessern.

Bedenken sollte man allerdings, dass sich ein Gefühl für die Dynamik des Drumsets in optimaler Weise nur am akustischen Schlagzeug erlernen lässt.

Welches eignet sich besser für das Spielen in der Wohnung?

Die Frage ist leicht zu beantworten: Ganz klar das E-Drumset, und zwar aus zwei Gründen. Erstens ist es leiser und zweitens benötigt es weniger Platz.

Der Sound kommt aus dem angeschlossenen Lautsprecher oder Kopfhörer. Die einzigen Geräusche, die am Instrument selbst entstehen, sind die Anschläge auf den Drum- und Cymbalpads und die Bewegungen der Pedale. Gerade letztere können sich aber über den Boden leicht in angrenzende Wohnungen übertragen, was bedeutet, dass auch ein E-Drumset den Hausfrieden stören kann. Andererseits gibt es aber mittlerweile auch hervorragende Maßnahmen, um den Geräuschpegel eines akustischen Schlagzeugs zu begrenzen. Hierzu zählen zum Beispiel spezielle Felle und Low-Noise-Becken.

Der Platzbedarf für ein E-Drumset liegt bei etwa 100 x 60 cm und dank des Racksystems kann es leicht „zusammengefaltet“ und transportiert werden, wenn es mal in der Raumecke verschwinden muss.

Welches ist die bessere Wahl für Live-Konzerte?

Traditionell sieht man auf Bühnen meistens akustische Schlagzeuge. Gerade bei Rockmusik gehört das Akustik-Drumset einfach zum klassischen Bühnenbild, wo es das Zentrum bildet, um das sich die restlichen Instrumente gruppieren. Allerdings gibt es mittlerweile auch E-Drumsets, die von Akustik-Kits kaum noch unterscheidbar sind, sodass die Optik gewahrt bleibt. Die Vorteile bekommen dann vor allem die Mitmusiker zu spüren, die ihre Verstärker auf ein gesundes Maß zurückschrauben können, weil sie nicht mehr gegen ein lautes Drumset ankämpfen müssen.

Für leisere Musik wie Jazz, Folk, Latin o. ä. geht aber nichts über die Sensibilität und natürliche Resonanz eines akustischen Schlagzeugs. Welches die bessere Wahl ist, hängt also stark von den persönlichen Präferenzen und vom Genre ab.

E-Drums vs. Akustik-Schlagzeug – dein Feedback

Zu welchem Typ tendierst du? Oder spielst du bereits E-Drums oder Akustik-Schlagzeug? Sag es uns gerne in den Kommentaren.


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Kommentare 5

  1. Simon sagt:
    Bei Punkt 9 würde ich sogar noch einen Punkt weiter gehen und vorab in Eigenregie eine Vorproduktion erstellen. Das heißt einen kleinen Mixer und dann wie im Studio alle Intrumente einzeln aufnehmen und grob nach besten Wissen und Gewissen abmischen. Diese Aufnahmen sollten natürlich auf Klick gespielt sein, BPM und Ablauf schon identisch wie im fertigen Song. Der Tontechniker kann sich diese Aufnahme dann in die DAW legen und hat einen viel besseren Überblick, welcher Part wo im Song ist und kann zur Not auch mal in die Vorproduktion reinhören. Kirsche auf der Sahne: Die einzelnen Parts eines Songs in der Software richtig benennen. Man versteht viel schneller, was gemeint ist, wenn der Tontechniker von der "2. Strophe" und nicht von "diesem halben melodieteil ab 2:36" spricht. Ist natürlich mehr Arbeit, zahlt sich aber aus und man kann es vorweg erledigen, so dass es keine teure Studiozeit kostet. :)
  2. Claus sagt:
    Super tolle Zusammenstellung! Da kriegt man einen guten Überblick, was alles beachtet werden sollte. Auch wenn man nicht ins Studio geht, kann man sich gut vorstellen, dass es einige Arbeit ist, seine Musik zu verwirklichen. :-) LG Claus

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